Nicht mehr nur für Fremen …

Nee, Spice gibt es nicht – ich nehme an, dass einige von Euch erkennen, wofür diese „gefakte“Werbung ist – respektive, woher das kommt? Ich bin im Moment am lesen – vor allem viel Science Fiction. Auch in dem Genre gibt es einige ganz tolle Bücher. Kennt jemand von Euch Ender’s game?

Spice mag es nicht geben, aber der Stil der „Werbung“ ist ganz nah an amerikanischen Werbungen für rezeptpflichtige Medikamente gehalten, wie man sie in vielen Zeitschriften findet. Ich find’s immer noch gut, machen sie das bei uns nicht. Naja – oder nur auf Umwegen: man denke vielleicht an manche Werbung für Viagra – da steht wohl nirgends drauf, für was es ist, aber die meisten wissen das inzwischen ja.

Do it yourself – Mann

Kommt ein Kunde in die Apotheke und fragt uns: „Verkaufen Sie auch Quecksilber?“

Pharmama: „Ich habe keines hier, ich bin nicht mal sicher, ob wir das besorgen können. Für was wollen Sie das denn?“

Mann: „Es gibt ja keine Quecksilber-Thermometer mehr, oder?“

Pharmama: „Ja, die haben sie vor ein paar Jahren alle aus dem Verkehr genommen, man kann auch keine mehr bestellen. Wieso?“

Mann: „Ich finde die viel besser als die neue Variante. Was hat die drin? Alkohol?“

Pharmama: „Da gibt es verschiedene, Alkohol oder auch Galinstan, auch ein Metall … und dann die digitalen …“

Mann: „Jedenfalls: ich dachte, ich könnte einfach selber einen machen.“

Das ist nicht so einfach. Mal abgesehen, dass Quecksilber halt auch *etwas* giftig ist – auch wenn das Problem vor allem das Einatmen ist –  dürfte es nicht ganz so einfach sein, das zu beschaffen. Dabei hat es in einem alten Fieberthermometer vielleicht 1g drin. In den modernen Energiesparlampen dürfte das mehr sein und erst noch in Dampfform, aber da kräht irgendwie kein Hahn danach. Oder viel zu wenig.

Vom aussehen her finde ich Quecksilber toll. Der Name kommt von quick silver – also schnellem, lebendigen Silber  und genau so sieht das auch aus. Flüssig, glänzend und wahnsinnig schwer. 7.5ml sind schon fast 100g, also eine Schoggitafel. Im Vergleich dazu wären 7.5ml Wasser nur 7.5g. Der Überraschungseffekt ist ziemlich gut: Wer hat nicht einmal im Physik oder Chemieunterricht eine Flasche in die Hand genommen – und sie fast nicht hochheben können: weil die Armmuskeln auf ein viel niederes Gewicht eingestellt waren?

Man macht übrigens keine Quecksilber Thermometer mehr, weil Quecksilber doch ziemlich giftig ist, wenn es aufgenommen wird. Und die kleinen Kügelchen, die bei einem kaputten Thermometer entstehen, sehen ja auch sehr interessant aus.

Interessant: in den neuen Energiesparlampen hat es auch ziemlich Quecksilber drin (das wird verdampft) – davon reden nicht viele.

Tabletten-verleih

Der Mann, der von uns wöchentlich ein Doset gerichtet bekommt, kommt es erst einen Tag später als normal holen. Kurz bevor ich ihm deswegen angerufen hätte.

Mann: „Haben Sie gemerkt, dass ich gestern nicht gekommen bin?“

Pharmama: „Ja, habe ich, eigentlich wollte ich Ihnen gleich nachher anrufen.“

Mann: „Mein Kollege hat mir ein paar von seinen Tabletten ausgeliehen, damit es mir reicht. Jetzt bräuchte ich ein paar zusätzlich, damit ich sie ihm zurückgeben kann!“

Pharmama: „Ah … nein. Geben Sie ihn einfach die von gestern aus dem Dosett, die Sie nicht genommen haben und kommen Sie nächste Woche wieder normal vorbei.“

Er schien ein wenig enttäuscht …

(Ja, dabei handelt es sich unter anderem um Medikamente die missbraucht werden…)

Apothekenmuseen in Budapest und Heidelberg

Gelegentlich bekomme ich Bilder von Apothekenmuseen zugeschickt.

Zum Beispiel von Matthias:

ich war letztens in Budapest. Dort gibt es ein Apothekenmuseum. Laut Reiseführer mit freiem Eintritt, und als Chemiker bin ich natürlich interessiert, also schnurstracks hin. Leider war die Information überholt und wir mussten doch Eintritt zahlen… aber das war es mir wert, schließlich kann ich so mit etwas anderem als nur Apothekenfassaden zum Blog beitragen :)

Das Museum befindet sich angeblich in der ältesten bzw. ersten Apotheke Budapests in einem Haus aus dem 15. Jahrhundert. Dort sind die Arbeitsfläche eines Apothekers der alten Schule sowie jede Menge Utensilien und auch „Medikamente“ ausgestellt, zum Beispiel der Kopf einer Mumie für das damals beliebte Mumienpulver. Ebenfalls gezeigt: ein Bild einer damaligen Apothekerin. Laut Museum haben vor dem Aufkommen des „richtigen“ Apothekerberufs Nonnen diese Aufgabe übernommen.

      

Ein weiterer Leser schickt mir Fotos aus dem Apothekenmuseum in Heidelberg – im Heidelberger Schloss:

     

Von Moritz dieses optisch sehr ansprechende Bild aus dem gleichen Museum: alte Aspirin Packungen: