Apotheken aus aller Welt, 395: Santa Helena, Venezuela

So – diesmal aber wirklich. Venezuela – wegen dem letzten Bild haben meine Eltern fast Streit bekommen … es war wirklich von ihrem kurzen Ausflug über die Grenze nach Brasilien – und Opa hat es versehentlich falsch angeschrieben. Kann ja mal passieren.

Das hier ist jetzt aber Venezuela, Santa Helena.

Zuerst eine Apotheke (und Drogerie):

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und dann eine Drogerie spezialisiert auf Naturheilmittel:

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Golden – aber nicht erstrebenswert

In die Apotheke kommt ein Mann um mir seine Nase zu zeigen – die eine schuppende Kruste und Hautrötung um das eine Nasenloch herum aufweist.

Mann: „Was könnte das sein?“

Pharmama: „Hmmm… wie lange haben sie das schon?“

Mann: „Erst seit vorgestern.“

Pharmama: „Beisst es?“

Mann: „Nein … aber es stört. Es brennt ein bisschen.“

Pharmama: „Leiden sie gelegentlich unter Fieberblasen?“

Mann: „Nein. Die hatte ich noch nie.“

Pharmama: „Dann ist es wahrscheinlich das nicht …“

Es kann sein, dass sich die Fieberblasen-bläschen, die auch Krusten machen, bis zur Nase und noch höher ziehen.

Pharmama: (schaut sich die Kruste noch einmal an – es sieht leicht gelblich aus … ist das Eiter?) „Hmmm – ich denke, es ist eine Infektion. Bakterien wahrscheinlich …“

Mann: „Wie kommt das?“

Pharmama: „Vielleicht sind sie in eine winzige Hautwunde an der Nase eingewandert. Oft machen auch normale Hautbakterien das, wenn sie eine schwache Stelle finden.“

Mann: (überlegt): „Hmm, könnten es Steko … nein … Staphokken sein?“

Pharmama: „Staphylokokken meinen Sie? Wie kommen sie darauf?“

Das könnte wirklich gut sein. Die gelbe Kruste wäre typisch für Staphylococcus aureus – das aureus kommt vom „gold“-gelb.

Mann: „Mein kleiner Sohn hat im Moment auf der Haut eine Staphylokokkeninfektion.“

Pharmama: „Dann könnten es auch hier gut Staphylokokken sein. Hat er auch gelbe Krusten?“

Mann: „Ja.“

Staphylococcus aureus. Der Sohn hat es wahrscheinlich in Form von Impetigo contagiosa und der Vater sich von ihm angesteckt.

Wollen wir hoffen, dass es kein MRSA ist – kein auf Antibiotika multipel-resistenter Staphylococcus – aber dann wäre der Sohn wohl kaum nach der Diagnose bei ihm zu Hause. (Ja, ich weiss, das M kommt von Methicillin, aber inzwischen sind die ja häufig gleich auf mehrere Sachen resistent, also …).

Es ist natürlich Samstag, sonst würde ich ihn gleich zum Arzt schicken. Aber so habe ich ihm dann ein starkes Wunddesinfektionsmittel in Salbenform empfohlen und Händedesinfektionsmittel und– falls es damit nicht bis am Montag besser wird dann zum Arzt zu gehen -dann braucht er wohl Antibiotische Nasensalbe.

Was er hat ist zwar unangenehm – aber eigentlich nur, weil da dieser eine Keim überhand bekommen hat – ansonsten ist es so, dass viele von uns diesen unbemerkt auf uns tragen – ihn und ein paar Millionen weitere auch:

lonely

Helfer im Unglück: Apotheke

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Costa Concordia, il naufragio Quelle: Giorces

In Italien bekommen 2 Apothekerinnen den Verdienstorden des Gesundheitsministeriums für ihren Einsatz bei der Havarie der Costa Concordia.

Man erinnere sich: das Kreuzfahrschiff lief auf einen Felsen vor der Mittelmeerinsel Giglio, schlug leck und ging mit Schlagseite auf Grund. Das Unglück geschah nach Ladenschluss der Apotheke nach 21.30 Uhr – dass es Probleme mit dem Schiff gab, wurde bald darauf sichtbar, als es anfing sich zu neigen und die Passagiere in das zu dem Zeitpunkt etwa 15 Grad kalte Mittelmeer sprangen und aufgelöst im Ort erschienen. Die Apothekerinnen der Apotheke, die die einzige im Ort ist und eine von nur dreien auf der ganzen Insel riefen ihre Angestellten und eröffneten die Apotheke wieder.

Schnell hatte sie den eingeflogenen Notfallärzten signalisiert, dass sie die Menschen mit Arzneimitteln versorgen könne. „Wir gaben in erster Linie Beruhigungsmittel und Schmerzmittel ab“, so Celli.

Die Notfallversorgung ging aber über die Arzneimittelabgabe hinaus: Die beiden Apothekerinnen versorgten mehrere Kinder mit Wunden. „Es gab auch einige chronisch Kranke, die beispielsweise Insulin brauchten oder den Blutzuckerspiegel messen mussten.“

apotheke adhoc

Von den 3200 Passagieren der Costa Concordia starben 30, 2 werden immer noch vermisst, 30 wurden verletzt. Wer genaueres lesen will, kann das hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Costa_Concordia

Am morgen war die Apotheke fast leergeräumt – die Passagiere wurden von der Insel geflogen und es kehrte wieder Ruhe ein.

Tolle Leistung!

Die Apothekerin allerdings nimmt es professionell: (Toll!)

„Es ist klar, dass ein Pharmazeut in einer solchen Situation den Menschen helfen will. Das hätte jeder andere Heilberufler auch getan. Die Auszeichnung ist somit auch eine Auszeichnung für die Apotheke als solches.“