Bei Bedarf

Das finde ich eine der problematischten Methoden, eine Dosierung anzugeben:

Bei Bedarf 1 Tablette einnehmen

Zunächst einmal muss der Patient wissen, was denn der „Bedarf“ ist. Das kann sein (je nach Medikament): Schmerzen, Panikattacken, Übelkeit … also das, was dann dazu führt, dass man etwas dagegen nehmen muss. Man könnte auch sagen: „falls nötig„. Noch besser: „falls nötig bei …

Und dann weiss ich (und oft auch der Patient) mit der Dosierung meist nicht, ob er (oder sie) danach an dem Tag noch mehr nehmen darf.

Im Normalfall heisst aber  „Eine Tablette bei Bedarf“  nicht: „4 oder mehr pro Tag“.

Wieviel man pro Tag maximal nehmen darf sagt einem die Packungsbeilage. Wieviel man maximal nehmen soll – der Arzt.

B und D …

Es ist Samstag morgen und eine Frau möchte von Kollegin Donna (ihres Zeichens kompetente Pharmaassistentin) wissen, was Vitamin B6 und B12 macht und wofür man es braucht.

Donna gibt ihr bereitwillig Auskunft.

Frau: „Dann hätte ich gerne etwas mit Vitamin B6 und B12 drin.“

Donna zeigt ihr, was wir haben – hauptsächlich Kombinationsprodukte mit den anderen B-Vitaminen zusammen und erklärt, was man bestellen kann.

„Nein, nein!“ – sagt die Frau. „Sie haben ja keine Ahnung davon. Ich möchte die von Schüssler.“

Donna: „Äh Schüssler Salze sind homöopatisch verdünnte Mineralstoffe. Da hat es nirgends Vitamine drin.“

„Sie wissen ja gar nichts!“ Ruft die Frau aus. „Ich habe mich im Internet informiert. Und da habe ich auch gesehen, dass die D6 drin haben. Seltsamerweise so ziemlich alle. Oder D12. Also gibt es sicher welche, wo auch B6 drin ist!“

Diejenigen mit auch nur ansatzweise Ahnung von Homöopathie und Schüssler Salzen fassen sich jetzt alle an den Kopf (egal, ob man daran glaubt oder nicht …. darum geht es hier jetzt nicht.)

Donna erklärt ihr noch einmal, wie das mit den homöopatischen Mitteln, dem Verdünnen / Potenzieren funktioniert und dass das D hier kein Vitamin, sondern eine Angabe der „Stärke“ ist.

Frau: „Das ist nicht wahr – offensichtlich haben sie nicht was ich will und wissen auch nicht was es gibt.“

Und geht.

Ehrlich? Ihr Internet–nicht–mal-halbwissen gegen Donnas 4 Jahre Ausbildung als Pharmaassistentin auf dem Gebiet und ihre fast 20 jährige Erfahrung?

Ob es was hilft, wenn sie in den anderen Apotheken dasselbe hört, oder hält sie uns dann einfach durch die Bank für inkompetent?

So …

die ersten paar Leute wissen jetzt etwas mehr über mein neustes Projekt.

Mehr wird folgen (auch für den Rest hier auf dem Blog).

Es kommen wieder spannende Zeiten …. und eventuell kann ich hier und da noch Eure Hilfe brauchen.

Wer weiter exklusive Previews will kann sich anschliessen, indem er mich flattrt oder (wenn auch etwas später) einfach dem Blog folgt.

Medizintourismus

Gelegentlich haben wir Anfragen für Medikamente, die Verwandte / Bekannte ins Ausland mitnehmen oder schicken sollen. Meistens handelt es sich um Medikamente, die dort nicht oder nur schlecht erhältlich sind.

Im Normalfall hätte ich – wenn das rezeptpflichtige Sachen sind – auch für die gerne ein Rezept. Von mir aus auch ein Ausländisches. Irgendetwas als Beleg, dass das Mittel gebraucht und richtig angewendet wird. Auch wenn das nicht in der Schweiz angewendet wird.

Dann gibt es Leute wie der Mann gestern:

Ein Zettel, darauf geschrieben: Ponstan, Felden Tbl, Felden Gel und Forapin Salbe.

Pharmama: „Die ersten beiden Sachen sind rezeptpflichtig … das Felden Gel bekommt man ohne und das letzte … ist ausser Handel.“

Mann: „Oh, ich soll das einer Kollegin ins Ausland schicken, nach Polen. Können Sie da nicht eine Ausnahme machen?“

Pharmama: „Hmm – hat das jemand für ihre Kollegin verschrieben?“

Mann: „Nein, das hat sie selber rausgesucht aus dem Internet. Ich soll ihr das mitbringen.“

Pharmama: „Es ist rezeptpflichtig, SO kann ich Ihnen das nicht geben.“

Mann: „Sie ist 60 und hat Chemie studiert …“

Pharmama: „Das ist interessant, aber das macht sie nicht zur Ärztin. Und die beiden Schmerzmittel würde ich nicht ohne Arztbesuch anwenden. Speziell nicht in ihrem Alter.“

Er liess sich dann überzeugen Ibuprofen zu nehmen – auch Schmerzstillend, entzündungshemmend und relativ stark. Und das darf ich abgeben.