noch eine Apotheke aus der Provence von Stephan:
Er ist sehr beschäftigt
Die Patientin (um die 50) kommt mit Rezept für Beruhigungsmittel,
Patientin: „Ich hätte gerne 3 Packungen“.
Pharmama: „Tut mir leid, aber der Arzt hat nur eine Packung aufgeschrieben. Zu 10 Stück. Das ist auch kein Dauerrezept.“
Patientin: „Ich brauche aber mehr davon.“
Pharmama: „Ich könnte den Arzt anrufen und fragen, ob ich mehr abgeben darf, oder ob er ein Dauerrezept daraus macht.“
Die Patientin nimmt mir das Rezept wieder aus der Hand:
„Nicht nötig – ich frage ihn selber. Er ist sehr beschäftigt.“
Hmmhmmm.
Nachmittag – nur etwa 4 Stunden später.
Die Pharmaassistentin bringt mir dasselbe Rezept.
Nur hat jetzt jemand mit einem anderen Kugelschreiber von Hand „Dauerrezept für 1 Jahr“ darüber geschrieben.
Sie schaut mich an. Ich schaue sie an und sage: „Das Rezept habe ich heute schon einmal gesehen. Sag ihr, es dauert einen Moment.“
Jetzt rufe ich den Arzt an. Der ist nicht so beschäftigt als dass ich nicht nachfragen und mich versichern kann, dass das wirklich nicht als Dauerrezept gedacht ist – und dass ich jetzt gar nichts abgeben, das Rezept einbehalten und sie gleich wieder zu ihm schicken soll.
Machen wir.
Bitte – einfach nicht so was. Ein Rezept selbst zu verändern fällt unter Urkundenfälschung und ist einerseits strafbar (wenn jemand den Aufwand der Anzeige auf sich nimmt) … und andererseits hat das direkte Konsequenzen in der Apotheke oder beim Arzt selber, der einen dann vielleicht auf einmal nicht mehr als Patient haben will. Ist ja schliesslich auch ein Vertrauensbruch.
Es war nicht nur die Tatsache, dass das Rezept so schnell zurückkam, die mich stutzig werden liess. Wir achten auf die Schrift, Kugelschreiberfarbe, bei Ausdrucken ob das mit bisherigen Rezepten übereinstimmt, die Unterschrift und … der Arzt hätte sicher gewusst, dass für das verschriebene Beruhigungsmittel Dauerrezepte nicht für 1 Jahr erlaubt sind.
Darauf einen Pan Galactic Gargle Blaster!
Keine Panik – aber heute ist der 25. Mai und damit Towel Day. Wer ihn verpasst hat (oder wer frustriert ist, weil er wie ich sein Handtuch nicht im Geschäft tragen konnte), dem empfehle ich seinen Frust in einem Pan Galactic Gargle Blaster (oder auch Donnergurgler) zu ertränken – ein Drink, dessen Effekt beschrieben wurde im Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“: „Als werde einem mit einem riesigen Goldbarren, der in Zitronenscheiben gehüllt ist, das Gehirn aus dem Kopf gedroschen““.
Das Originalrezept ist etwas schwierig zu reproduzieren, liest es sich doch wie folgt:
- Saft von einer Flasche von diesem Ol’ Janx Spirit.
- Schütte dazu eine Einheit vom Wasser der Meeres von Santraginus (oh, dieses Santranginische Meerwasser! Oh, diese Santragianischen Fische!!)
- Lass 3 Würfel Acturanischen Mega-gin in die Mischung schmelzen (die müssen richtig geeist sein, sonst geht das Benzen verloren).
- Lass 4 Liter Fallianisches Moor-Gas durch alles blubbern, als Andenken an all die glücklichen Wanderer die in den Mooren von Fallia an Vergnügen gestorben sind.
- Über den Rücken eines Silberlöffels lass eine Einheit von Galactischem Hyperminze-Extrakt fliessen, erinnernd an all diese starken Gerüche der dunklen Qalactinischen Zonen, subtil, süss und mystisch.
- Lass einen Zahn einen Algolischen Sonnentigers hineinfallen. Sieh zu wie er sich auflöst und und dabei die Feuer der Angolanischen Sonne tief ins Herz des Drinks bringt.
- Streu etwas Zamphour darüber
- Gib eine Olive dazu
- Trink … aber … sehr vorsichtig
Vielleicht versucht man es mit einer irdischen Variante, (zu finden hier) es gibt einige.
Der hier gefällt mir am besten (vor allem, weil das sicher optisch der am nächsten kommende ist):
In ein grosses Glas gibt man
- 1 oz Traubensaft
- 2 oz Anananssaft
- 1 oz ZitronenVodka
- 1 oz Hot Cinnamon Schnapps
dazu einen glühenden Eiswürfel (die findet man online – oder, wenn man Disneyland besucht gibt’s die in diversen Bars zum Drink dazu: die leuchten dank Batterie und LED, manche wechseln auch noch die Farben.)
- dazu 2 oz Sprite
- 4 oz Mineralwasser mit viel Kohlensäure (Gas)
oben sollte noch etwa 1 cm frei sein bis zum Glasrand.
Dann gibt man dazu ein Stück Trockeneis (das dürfte etwas schwierig aufzutreiben sein, aber falls: Cool!)
Voilà: glühender, sprudelnder, Moorgas-dampfender Drink. Leicht süss dazu (mag ich). Sobald es ausgeblubbert hat kann man ihn geniessen.
…
Nur noch zu den LED Eiswürfeln, das wollte ich mal demonstrieren :-)
Schöne Pfingsten!

Bei uns im Garten blühen (genau rechtzeitig) die Pfingstrosen. Und es ist erstaunlicherweise immer noch schön. Habe ich schon mal gesagt, dass ich den Garten genieße?
Heute übrigens mit … Handtuch!
Apotheken aus aller Welt, 610, Avignon und La Tour D’Aiges, Frankreich
Von Stefan:
ich war die letzten zwei Wochen im Urlaub in der Provence. Auf unseren Touren durch die Städte in der Umgebung habe ich ab und zu Bilder von Apotheken gemacht.
- Danke Dir! Das passt zum heutigen Tag, zumindest für mich – wir haben früher öfter im Frühling Ferien in der Provence gemacht. Das war allerdings noch vor der Blog-Zeit, weshalb ich keine Apotheken-Fotos von dort habe.
Glücksspiel mit der Gesundheit
Immer mehr versuchen via Internet an (rezeptpflichtige) Medikamente zu kommen. Die Gründe dafür sind vielfältig: manchen ist es zu peinlich dafür vorher zum Arzt zu gehen, oder sie wollen sparen: Geld oder Zeit. Dass das arg auf Kosten der Gesundheit gehen kann, scheinen immer noch viele nicht zu wissen.
Eigentlich sollte einem ja die eigene Vernunft sagen, dass da etwas nicht stimmen kann, wenn man einfach so (und soviel man will) rezeptpflichtige Medikamente ohne Arztrezept zu „Schnäppchenpreisen“ per Knopfdruck bestellen kann. Aber … die Menge der am Zoll dann beschlagnahmten und untersuchten Produkte zeigt, dass das nicht so ist.
Geschätzte 95% der abgefangenen Medikamente sind Fälschungen. Und die können echt alles enthalten. Als Beispiel dieses Bild (von Pfizer, via Dr. Schweim) von Ponstan Tabletten:
Hier mal: keinerlei Wirkstoff, stattdessen Borsäure, gefärbt mit gelber Strassenfarbe (bleihaltig) und Überzug mit Fussbodenwachs. Fein. Wie gesagt, da kann alles drin sein – auch Wirkstoffe, die man wegen übler Nebenwirkungen ausser Handel genommen hat, manchmal auch gar nichts, manchmal tatsächlich der richtige Wirkstoff – nur in der falschen Dosierung … deshalb nenne ich es ein Glücksspiel mit der Gesundheit.
Der österreicherische Apothekerverband hat aktuell dazu auf facebook eine Aktion laufen, die man verfolgen kann: Fakes don’t care (But we do).







