Wieder da!

Wir sind wieder da!

Ich gehe ja sehr gerne in die Ferien (und geniesse es sehr), aber ich komme auch gerne wieder zurück.

Es war ein bisschen ein Kontrastprogramm, das Zurückkommen: In Port Elizabeth hatten wir noch warmes Wetter und Regen (das Wetter vorher war dagegen sehr gut), in Johannesburg hatten wir Gewitter und in Zürich Temperaturen um die Nullgradgrenze und Schnee!

Momentan bin ich super müde, v.a. weil ich im Flugzeug nicht schlafen kann, selbst auf einem Nachtflug nicht – was einerseits an der unbequemen Sitzposition und andererseits mit meiner latenten Flugangst zu tun hat. Sagte ich latent? Ich habe schon erwähnt, dass wir in Johannesburg Gewitter hatten – beim Abflug sind dann auch gleich 2 Blitze ins Flugzeug eingeschlagen. Ein Erlebnis, auf das ich gerne verzichten kann. genau wie auf das Geholper. Dabei hört man übrigens nur ein lautes „Tack!“ und es wird seeeehr hell. Gemacht hat es dem Flugzeug allerdings nichts und der Pilot hat anschliessend sehr nett erklärt, was da gerade passiert ist.

Junior war dagegen ein Musterkind was das Fliegen angeht. Kein kicken an den Vordersitz, kein Geschrei, das Essen blieb (mehrheitlich) auf dem Tablett und er hat alle jüngeren Frauen in der Umgebung angeflirtet. Er hat wenigstens auch ein bisschen was schlafen können … ich dagegen geh jetzt erst nochmal hinliegen.

Goldener Herbst

Ist das nicht ein Prachtsexemplar?

Im Herbst habe ich immer ein bisschen Fernweh nach Neuengland, weil ich dort einen Herbst gesehen habe, wie er sein sollte: mit blauem Himmel, grellbunten Bäumen wie Feuerwerk und Temperaturen, die zwar kühl, aber nicht kalt sind.

Dieses Jahr jedoch kann ich mich nicht gross beklagen: die Bäume sind fast so bunt wie dort und gelegentlich (so wie heute) zeigt sich auch die Sonne.

Zu blöd, dass ich den ganzen Tag arbeiten musste – da habe ich gar nichts von dem Wetter.

Für nächste Woche hoffe ich ja auf schlechtes Wetter (*Kopf einzieh*) – dann kann ich ohne das Gefühl zu haben, ich verpass was in die Ferien.

Ferienvorbereitungen

Im Moment bin ich an den (hoffentlich) letzten Sachen am schauen wegen unseren Ferien.

Da ich wieder ein paar Sachen via Internet gebucht habe (1 Hotel, 2 Campingplätze, 1 Lodge), muss ich halt selbst die Bestätigungen zusammensammeln – dafür habe ich auch einiges Geld gespart.

Das Reisebüro braucht es auch noch – aber inzwischen kann man soviel selber machen und meistens ist es günstiger. Dasselbe Hotel in Kapstadt kostet via Reisebüro 120 Franken mehr für 2 Nächte.

Dann habe ich erfolgreich ein Game Reserve (sowas wie ein Privat Park) gesucht, wo wir am Ende der Reise 2  Nächte etwas luxuriöser verbringen – vorher sind wir ja im Wohnmobil unterwegs. Sozusagen das „Zückerchen“ zum Abschluss. Etwas erschwert wurde die Suche natürlich dadurch, dass längst nicht alle Lodges auch Kleinkinder aufnehmen. Das kann ich schon begreifen – ich bin gespannt, wie Junior sich verhält, wenn wir die Tiere beobachten gehen.  …. Ich denke mal, ich nehme sicher das „Gstältli“ mit, um ihn festhalten zu können und der Nuggi als Schalldämpfer ist sicher auch eine gute Idee.

Auch was in Südafrika politisch so läuft, finde ich interessant. Ich habe da vor Jahren, als ich mit den Eltern dort war einen Comic gefunden, der sich auch immer wieder über die aktuelle Situation auslässt – manchmal erfährt man so mehr als über unsere Medien-:

ich präsentiere: „Madam and Eve“.

Es handelt sich dabei um einen Comic der auf noch herzige Weise die Probleme der weissen Madam, ihrer schwarzen Maid Eve (immer erfinderisch, was neue Einnahmequellen anbelangt) und der englischen Grossmutter (die natürlich ihren Gin and Tonic trinkt) in der heutigen Gesellschaft von Südafrika karikiert. Dabei sind sie topaktuell – im Moment z.B. mit den Rücktritten der Regierung.

Ich weiss jedenfalls, was ich auf dem Flugplatz in Jo’burg auf dem Rückweg kaufen werde …

Welcher Spray?

Kunde kommt ziemlich aufgewühlt in die Apotheke: „Sterbe ich jetzt, wenn ich versehentlich das hier benutzt habe, statt meinem normalen Mundspray?“

„Das hier“ war einer dieser Sprays, die man in Toiletten an die Wand kleben kann und die dann bei Betätigung den Raum zuduften (Airwick oder so).

Nach einem Telefon mit dem Tox Zentrum (die das ziemlich lustig fand), konnte ich dem Patienten sagen dass nein, solange er es nicht inhaliert, ihm nichts passieren wird.

….

Irgendwie erinnert mich das an das Ferienerlebnis, wo mein Papa in einer Lodge in Südafrika statt des Mückensprays (essentiell wenn man draussen essen will)  den Raumduft erwischt hat.

Er fand das riecht besser als der andere – ich bin sicher, die Mücken waren derselben Meinung!

(Wir sind unter dem Tisch gelegen vor Lachen, als wir das rausgefunden haben).

….

Das folgende Bild stammt aus der Apotheke: eine Kundin brachte ihren Nasenspray – weil sie „nichts herausbekommt“. Als ich ihn auspacke, sehe ich sofort wieso: der Sprayaufsatz fehlt komplett. (Siehe Bild: rechts ein normaler Nasenspray, links ihrer).

Wie es dazu gekommen ist, konnte ich aber nicht herausfinden – den Spray hat sie offenbar schon eine Zeitlang zuhause (er ist auch nicht von uns gekauft, wir haben nur noch die neuen ohne Konservierungsmittel an Lager). Vielleicht war es ein Produktionsfehler, oder sie hat den Aufsatz irgendwie abmontiert und verloren.

Das „Fail“ also: „Versager“ stammt von einer Website, die sich darauf spezialisiert hat, derartiges zu sammeln. Das ist recht amüsant zum anschauen. Da sieht man auch brennende Feuerwehrautos und unsinnige Schilder.

Massage

So. Das war jetzt so richtig schön entspannend.

Kuschelbär hat mir eine Massagestunde bei seinem Massagetherapeuten geschenkt und Junior war mit seinen Grosseltern in der Zwischenzeit im Park.

Ich bin mir nie sicher, ob das jetzt Masseurin oder Massagistin heisst. Eines von beiden ist glaube ich, eine Umschreibung für, äh, Dienste sexueller Natur. Nur welches?

Aber dort wo Kuschelbär üblicherweise geht, erübrigt sich das. Es handelt sich beim massierenden nämlich um einen älteren „Er“. Er ist sogar dergestalt zertifiziert, dass man die Massagen der Krankenkasse in Rechnung stellen kann.

Das ist noch gut, denn während ich nur ab und zu eine Massage haben gehe, geht Kuschelbär wegen seinem Rücken regelmässig. Seit er nicht mehr reitet, hat er nämlich immer wieder Probleme mit der Rückenmuskulatur gehabt. Mit einer Massage alle 2 Wochen ist er jetzt aber stabil und zufrieden.

Das Foto kommt von unseren letzten Ferien in Thailand. Es ist der Ausblick, den man von der Massagebank hat.

Unter anderem gehen wir auch darum so gerne dorthin, weil man in den Spas so wunderbare thailändische Massagen bekommt. Stundenlang. Und das wesentlich günstiger, als hier.

Zum Vergleich: für die 90 Franken, die eine 1 stündige Massage hier kostet, kann ich dort eine 3 stündige Behandlung mit Fussreflexzonenmassage, Thai Massage und Rückenbehandlung mit heissem Kräuterbeutel haben, die der hiesigen Qualität in nichts nachsteht. Die Massagen am Strand wären noch günstiger, sind aber von der Qualität her nicht dasselbe.

Und was das optische angeht, die Freude am Detail … darin sind die Thailänder kaum zu schlagen. … siehe Bild.

Kinga Freesprit

Ich möchte Dir die Geschichte einer erstaunlichen Person erzählen. Ihr Name war Kinga Choszcz, aber besser bekannt war sie als Kinga Freespirit. Und ein Freigeist war sie! Sie wäre heute so alt wie ich, doch sie hat einen ganz anderen Weg gewählt. Nicht den von sicherer Ausbildung und Job. Kinga reiste gerne, wie ich auch. Sie war am liebsten auf eigene Faust unterwegs (auch mit ihrem Freund Chopin). Und weil sie nur wenig Geld hatte, reiste sie als Backpacker, als Rucksacktourist. Sie verliess sich auf sich selbst und auf die Güte und Grosszügigkeit der Menschen, die sie traf. Sie machte Autostop, reiste, indem sie Gelegenheitsjobs annahm, auf Schiffen arbeitete und übernachtete oft im Freien oder bei Menschen, die sie am Tag vorher noch nicht einmal kannte. Sie hatte ein unglaubliches Vertrauen in die Menschen und einen ungebrochenen Optimismus. Und sie wurde darin nicht enttäuscht.

Diese winzige Frau reiste zusammen mit ihrem Freund Chopin in 5 Jahren um die Erde. Sie starteten mit nur ein paar Hundert Dollar und dem Flugticket nach New York. Von dort aus reisten sie durch Kanada, die USA, Mexico, ganz Zentral-Amerika bis Panama, Kolumbien, Venezuela, Brasilien, Bolivien, Peru, Chile, Argentinien, dann mit dem Flugzeug nach Neuseeland, als Jacht-Crew nach Australien, gelegentlich arbeitend, dann weiter nach Asien: Taiwan, wo sie Kindern als Lehrer Englisch beibrachten, dann Japan, mit dem Frachtschiff auf Russland, China, Vietnam, Kambodgia, Thailand, Singapur, Malaysia, Laos, wieder China, Tibet, Nepal, Indien. Usw. usw.  Info und ein paar ihrer grossartigen Fotos über diese unglaubliche Reise findet man hier: http://www.hitchhiketheworld.com/

Über diese Reise hat sie ein Buch geschrieben; „Led by destiny“, das sie nach Ihrer Rückkehr vertrieb. Natürlich um Geld zu verdienen für die nächste Reise: Ihr grosser Traum Afrika!

Auf diese Reise konnte Ihr Freund Chopin nicht mitkommen (er hatte inzwischen einen Job). Das hielt sie  nicht auf.

Mit der Fähre setzte sie nach Morocco über. Von dort aus trampte sie durch Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger, Gambia, Senegal, Guinea Bissao, Guinea, Sierra Leone, Elfenbeinküste nach Ghana.

Sie erlebte vieles auf dieser Reise, auch gefährliche Zwischenfälle blieben nicht aus, aber immer fand sie mit ihrem Optimismus und Anpassungsfähigkeit und dank der Hilfe anderer Wege um weiterzukommen. Sie erfüllte sich ihren Traum, auf einem weissen Kamel zu reisen… und mehr.

Sie half aber unterwegs auch den Menschen, die noch viel ärmer waren als sie. In Ghana kaufte sie ein Kind frei, versorgte ein halbes Dorf mit Schulmaterial. Sie war ebenso gütig wie freundlich.

Aber dann wurde sie krank. Malaria.

Ihre spontane Art und ihre Grundeinstellung, dieses „was auch immer kommt, ich nehme es an und mache das Beste daraus“ erwies sich dafür als schlechte Einstellung. Denn sie hat es versäumt Malaria-Prophylaxe einzunehmen, oder Medikamente mitzunehmen, fü

r den Fall, dass sie es bekam. Sie bekam Hirn-Malaria, das heisst, die Malaria Erreger gingen durch die Blut-Hirn Schranke. Das ist ausgesprochen schlecht. Und das in einem Land, in dem die Gesundheitsversorgung alles andere als optimal war. Sie fiel ins Koma. 5 Tage später, am 9. Juni 2006 starb sie in einem Militärkrankenhaus in Ghana. Unter Beisein ihres Freundes und betrauert von den Leuten, die ihre Reise durch ihre emails verfolgten (mich einbegriffen).

Ich bin heute noch traurig – und etwas wütend. Denn diese wunderbare Person lebt nicht mehr – und das wäre relativ einfach zu verhindern gewesen. Es war ihre eigene Entscheidung keine Malariamedikamente mitzunehmen.

Bitte, bitte: wenn Du in ein Malariagebiet gehst: dann nimm die richtigen Medikamente mit und ein!

Ich hoffe, es geht Dir gut dort, wo immer Du jetzt reist, Kinga!

P.S: Ihr Engagement für Ghana und Afrika geht weiter. Ihre Eltern und Chopin haben eine Stiftung ins Leben gerufen.