Um das gleich vornewegzunehmen, uns geht’s gut hier in Khao Lak. Wir leiden zwar immer noch arg unter Jetlag und schlafen viel zu viel, aber wir genießen das warme Wetter, den Pool, das Meer und nicht zu vergessen das feine thailändische Essen.
Apropos Essen. Junior macht einen auf selbständig und bestellt gleich selbst. Zumindest versucht er es. Zum Glück verstehen ihn die Thailänder aber nicht, so dass er trotz insistieren (Glace! Das da! *zeig*!) doch keine Glace zum Abendessen bekommt…. Zumindest nicht als Hauptgericht.
Dafür holt er wenn er ausgetrunken hat selbst Nachschub. Das heisst, er schnappt sich das Glas und läuft damit zur Theke, wo er es hinstellt und erwartungsvoll guckt und sagt „noch eins!“ -und das klappt!
Von mir hat er das nicht – ich war zu schüchtern für so etwas. :)
Jedenfalls amüsiert uns das und lässt uns sein sonst alles andere als untadelige Verhalten am Tisch verdrängen … Ernsthaft: weiß jemand eine gute Methode, dass er am Tisch sitzenbleibt solange wir Essen? Nach jeweils ein paar Bissen springt er auf und will etwas anderes machen.
Hmpf. Zum Essen zwingen will ich ihn nicht … so fein es auch ist. Aber sitzenbleiben … Nur für eine Viertelstunde … Bitte?
Kategorie: Reisen
Ferienmedikation
Kunde (auf englisch): „Ich bin nur in den Ferien in der Schweiz, jetzt gehen meine Medikamente aus. Könnte ich ein paar von ihnen bekommen? Es sind die kleinen runden weissen.“
und das ist alles, was er wusste.
Keine Chance für die Apothekerin.
Also: wenn man in die Ferien geht, sollte man genügend von seiner Dauermedikation mitnehmen und eine Liste mit den Medikamentennamen oder noch besser den Inhaltsstoffen und Dosierungen entweder mitnehmen oder so hinterlegen, dass man drankommt. Sei das bei einem Bekannten oder -die modernere Variante – als mail auf seiner mailbox.
Denn dann kann ich zumindest nachschauen was es vergleichbares bei uns gibt.
Wieder da … fast.
So. Ja, wir sind wieder da. Heute morgen mit dem Flugzeug angekommen – nach einem schröcklichen Flug von Windhoek. Momentan liege ich noch etwas flach, darum hier nur die kurze Beschreibung warum.
Nachdem wir 3 Wochen Afrika problemlos überstanden haben, haben wir es geschafft uns am letzten Tag, am Abflughafen noch eine Lebensmittel-vergiftung zuzuziehen. (tiefe bedrohliche Stimme) „Es war das Sandwich!…“
Nicht weiterlesen, wer einen schwachen Magen hat.
Junior fing genau vor dem Flugzeug an zu kotzen – und wie! Anfangs hatte ich keine Ahnung was los war, es kam wie angeschossen und quer über Handgepäck und mich und …. Im Flugzeug bemühten wir uns mit vielen Papiertaschentüchern und Plastiksack um Schadensbekämpfung – und alles was die %&/*£! Flugbegleiterin meinte war: „Ist er ernsthaft krank? Dann müssen sie aussteigen.“ Na toll, werft uns noch aus dem Flugzeug, bloss weil es meinem Kind nicht hundert pro ist. Hilfe bekamen wir von ihnen gar nicht, auch nicht als es kurz danach dann mich auch noch erwischte – mit voller Kotztüte, leerem Magen und Übelkeit musste ich selbst quer durchs Flugzeug schwanken um die Tüte zu entsorgen: „Hier rein!“. Wenigstens wusste ich jetzt was es war, denn wir haben dasselbe Sandwich geteilt.
Irgendwie überstanden wir die Nacht – Junior konnte nur schluckweise etwas trinken und selbst das kam gelegentlich wieder hoch. Schon noch gut haben wir 2 Garnituren Ersatzwäsche im Handgepäck gehabt für ihn, aber knapp wurde es trotzdem. Ich sag nur: nehmt ein Handtuch mit! Das ist wirklich das praktischste Teil und dient als Decke und Auffänger zugleich …
Jedenfalls sind Junior und ich immer noch nicht auf dem Damm, darum gibt’s erst später mehr. Mehr Ferienerinnerungen – ja, es war wunderschön- und mehr aus der Apotheke. Morgen muss ich arbeiten, da sollte ich mich jetzt noch etwas auskurieren. Seit gestern hab ich nämlich nichts mehr gegessen ….
Mit der Schweinegrippe zurück aus dem Urlaub
Also mich wundert der sprunghafte Anstieg der Grippefälle in den letzten Tagen überhaupt nicht – all die Leute, die aus den Ferien zurückkommen … aus Ländern wie Spanien (Mallorca) und Amerika und Mexico, die viele Grippefälle habe. Da hat sich einer oder 2 angesteckt … und die sitzen natürlich (unvernünftigerweise) auch im Flugzeug nach Hause.
Man kann viel sagen über die Schweinegrippe – schlimm scheint sie bisher nicht zu sein, aber seeeehr ansteckend. Ein, zwei kranke Leute im Flugzeug und die stecken dann gleich 10, 20 oder noch mehr an.
Und ganz toll finde ich, wenn diese frisch erkrankten dann in der Apotheke stehen – Leute, wenn ihr schon den starken Verdacht habt, dass ihr euch mit der Schweinegrippe angesteckt habt: BLEIBT ZUHAUSE!
Ruft, wenn ihr es schlimm habt, den Arzt an, fragt einen Nachbarn oder Freund, dass er Euch die nötigen Medikamente besorgt – wir bringen sie auch vorbei, falls ihr niemanden findet – aber STEHT BITTE NICHT HUSTEND UND OHNE MASKE IN DER APOTHEKE! ( Ja, dafür sind die Masken da: für Euch, die Kranken, damit sich die anderen nicht an euch anstecken.)
Das gibt nur noch mehr Erkrankungen – und darunter meine Mitarbeiter, die ich noch dringend benötige, wenn es wirklich so übel werden sollte mit den Ansteckungen wie befürchtet.
Übrigens: Masken sind (wieder mal) ausverkauft. Die nächste Lieferung der normalen Masken erwarten wir im August und die der FFP2 (der dichteren) irgendwann im September. Uncool, ich weiss – aber man sagt ja schon seit Jahren, dass man zuhause welche haben soll.
Und Tamiflu? Davon hat es genug, aber es gilt immer noch das übliche: das nimmt man nur ein, wenn man es hat – mit Komplikationen (also in den meisten Fällen ist es nicht nötig).
Interessanterweise gibt es jetzt nicht mehr nur 1 Art Tamiflu, sondern (wow, wo kommen die auf einmal her?) gleich 4 Varianten, einschliesslich Suspension für Kinder.
Die ‚Pille danach‘ auf Vorrat
Ferienzeit ist Reisezeit und auch wenn ich dafür bin, vorbereitet zu gehen, kann man es auch etwas übertreiben:
Junge Frau: „Ich brauche die Pille danach. Ich gehe nämlich auf Afrika in die Ferien und für den Fall …“
Pharmama: „Ich kann ihnen die Pille danach nicht geben. Gesetzlich gesehen dürfen wir sie erst nach einem Vorfall abgeben. Die ist für „danach“ gedacht und nicht um sie auf Vorrat mitzunehmen!“
Frau: „Aber … was soll ich denn tun, wenn das Kondom reisst oder so? Ich meine, mitten in Afrika kann ich nicht einfach in die Apotheke die Pille holen gehen!“
Pharmama: „Für den Fall dass .. und ich hoffe wirklich, das kommt nicht vor … gibt es auch später noch Möglichkeiten, wenn sie nach den Ferien wieder zurück sind.“
Frau: „Aber ….“
Pharmama: „Wenn sie die Pille danach wirklich auf Vorrat mitnehmen wollen, gehen sie doch zum Frauenarzt und lassen sie sich verschreiben. Dann gebe ich sie ihnen ab.“
(Ausser Zeitmässig ist das kein grösserer Aufwand, da wir ja auch für die Pille danach eine Beratungstaxe verlangen – ein Geldverlust wäre das nicht für sie.)
Also ich denke, wer bereit ist die Pille danach zu nehmen, kann, –falls Kondom reissen würde und falls es gerade die fruchtbaren Tage gewesen wären und falls sie wirklich schwanger würde … nach den Ferien zum Frauenarzt. Es gibt immer noch die wirkliche Abtreibungspille.
Aber das sind ein bisschen viele „Falls“.
Au ja, sie war sauer – aber wie viel Sicherheitsnetz braucht sie denn? Früher gab es das ja auch nicht?
Und am liebsten hätte ich sie noch gefragt, ob sie denn nicht grad die HIV Expositionsprophylaxe mitnehmen will – denn wenn das Kondom reisst … ist eine mögliche Schwangerschaft nur die Hälfte des Problems.
Ferienzeit -Reisezeit
Ferienzeit ist Reisezeit … und in der Apotheke kann ich an manchen Rezepten (und Einkaufslisten) erkennen, dass die Leute in die Ferien gehen – und die Reiseapotheke aufstocken.
Das *seufz“ hier bedeutet: Ich würde auch gerne! Aber bei uns dauert es noch ein Weilchen.
Reiseberatung in der Apotheke mache ich übrigens sehr gerne. Wir haben dafür ein Programm namens Tropimed, aber falls es jemanden interessiert: hier findet man sehr gute, aktuelle und fachlich fundierte Info: www.safetravel.ch (auf Deutsch und Französisch).
Und wo geht’s bei Euch nächstens hin? Wir sparen und planen für Namibia/Botswana



