Frage des Tages (3)

„Darf ich meinen Ventolin Aerosol – Spray ins Flugzeug mitnehmen?“

Was spricht dagegen?
Aerosol Sprays und Gasflaschen (auch so kleine) haben sie eventuell nicht so gerne im Flugzeug.

Was spricht dafür?
Weniger als 100ml Inhalt
Lebensnotwendiges Medikament
Kein Verbotener Inhaltsstoff

Das sagen die Vorschriften: Gefährliche Gegenstände im Passagiergepäck

Nicht-radioaktive medizinische oder kosmetische Artikel (einschliesslich Aerosole) wie Haarsprays, Parfüms, Kölnischwasser und alkoholhaltige Medikamente. Die Nettogesamtmenge aller oben erwähnten Artikel darf 2 kg oder 2 Liter und die Nettomenge jedes einzelnen Artikels 0.5 kg oder 0.5 Liter nicht überschreiten. Die Ventile von Aerosolen müssen durch Schutzkappen oder andere geeignete Mittel geschützt sein, um eine unbeabsichtigte Freisetzung des Inhalts zu verhindern (als aufgegebenes Gepäck und im Handgepäck möglich).

Demnach geht das also. Ich persönlich würde ja einen ziemlichen Aufstand machen, wenn man versuchen würde das Medikament, ohne das ich im Notfall ersticken könnte wegzunehmen.

Was ich aber schon gehört habe ist, dass in Aerosol-Dosen – mit Treibmittel, wie z.B. Haarspray durch den Druckunterschied im Laderaum des Flugzeugs – also im Gepäck- dann am Ende weniger „Gas“ in der Dose ist. Also würde ich den Ventolin DA (und die Reserve) besser im Handgepäck transportieren.

Medikamente auf Reisen

Grundsätzlich ist zu sagen, was in einem Land erlaubt ist, kann in einem anderen verboten sein.
Früher hatten wir in der Apotheke noch Listen für die Länder, die gibt es inzwischen nicht mehr – wahrscheinlich wechselt es einfach zu schnell.

Personen unter medikamentöser Behandlung sollten auf einer Reise ins Ausland ihre Medikamente mitnehmen und bestimmte Vorsichtsmassnahmen treffen:
Immer das Rezept mitnehmen … oder eine ärztliche Bescheinigung.
– Den Namen des Medikaments mit der internationalen Bezeichnung (DCI)  festhalten, um Verwechslungen auszuschliessen: Bestimmte Spezialitäten mit gleicher oder ähnlicher Bezeichnung können unterschiedlich zusammengesetzt sein!

Die Bestimmungen im Zielland müssen berücksichtigt werden, insbesondere im Bezug auf psychotrope Wirkstoffe. Bestimmte Substanzen wie z.B. Diazepam gelten als Betäubungsmittel und stehen unter Kontrolle. In manchen Ländern ist für die Einfuhr von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten eine Bewilligung nötig. Aufpassen muss man auch sonst mit starken Schmerzmitteln, Schlafmitteln, Beruhigungsmitteln oder sogar Verhütungsmitteln.

Es gibt auch Länder die sind so streng, dass es in unseren Augen schon fast willkürlich ist.

Zum Beispiel in den Arabischen Emiraten. Wer nach oder auch über Dubai fliegt, sollte sehr vorsichtig sein.
Im Internet findet sich eine Liste der dort verbotenen Medikamente.

Wer mit Medikamenten mit diesen Wirkstoffen angetroffen wird, macht sich des Drogenbesitzes strafbar und das bedeutet 4 Jahre Gefängnis. Man hört in diesem Zusammenhang wahre Horrorgeschichten, wie dem Schweizer, der wegen ein paar Krümeln Mohn vom Mohnbrötchen auf der Kleidung jetzt im Gefängnis sitzt.

Auf dieser Liste findet sich auch z.B. Abilify, das für Schizophrenie genommen wird, Dextromethorphan, ein „einfaches“ frei erhältliches Mittel gegen Husten, Antidepressiva und Parkinsonmittel, Mittel gegen Psychosen, Hormone, Aknemittel wie Roaccutan, das Grippemittel Tamiflu (!) … das fällt zwar nicht unter Drogen, so dass es nicht verboten ist, aber dafür sollte man (zwingend) eine Bescheinigung vom Arzt mitführen, dass man das braucht.

Um also ganz sicher zu sein, sollte man vielleicht frühzeitig bei den Botschaften der betreffenden Ländern anfragen. Die Kontaktadressen der ausländischen Vertretungen in der Schweiz können auf der Website des EDA abgerufen werden.

Über den Status der Erde

In Chile gab es ein grosses Erdbeben und anschliessend eine Tsunamiwarnung. Aber auch in Europa ist es nicht ruhig: neben dem Sturm in Portugal haben wir aktuell die Umweltverschmutzung von einer Ölraffinerie in Italien, Überflutungen in Spanien, Serbien und England; die Vulkane Stromboli und der Aetna sind aktiv, ausserdem sehe ich neu ein paar Erdbeben in Griechenland.

Wer interessiert daran ist, was auf der Welt vorgeht in Bezug auf Umwelteinflüsse aber auch durch Menschen verursachte Katastrophen und Epidemien findet das auf dieser Seite:

http://hisz.rsoe.hu/alertmap/index.php?smp=&lang=eng

Samt Kartenmaterial. Oft sind sie da sogar noch schneller als die Nachrichten.

Wir leben in einer sehr aktiven Umwelt – ich finde es spannend zu sehen, dass irgendetwas immer irgendwo ist. Und als Mensch kommt man sich da gleich ziemlich klein vor …

Anwendung

… und nicht die Zäpfchen in die Ohren und den Sirup in die Haare …

Wie man sieht, sind wir wieder zuhause. Der Rückflug war mit 12 Stunden seeeehr lange, dafür aber ruhig – was die Turbulenzen angeht, was Junior angeht … nun, den haben wir unterhalten (nochmals. so ein iPhone ist im Flugzeug ein wahres Wunderding).

Heute halt nur einen kleinen Comic …

und ich habe noch eine Menge zu tun mit aufräumen, waschen und Fotos sortieren :-)

Aaaarrrrgh!

Wer hätte das gedacht? Das Pulver, das ich zu der auf dem Wochenmarkt gekauften Grapefruit bekommen habe, ist nicht nur Rohzucker – sondern enthält grob pulverisierte trockene Chili!!
Scharf, scharf, scharf! (aber unerwartet gut).

Zu Besuch in einer thailändischen Apotheke

Gestern sind wir kurz in einer Apotheke in Khao Lak vorbei. Eigentlich weil ich eine neue Bürste brauche … aber mir ist jede Ausrede recht, um in den Ferien rasch eine lokale Apotheke zu besuchen.
Von denen hat es hier jede Menge. Die meisten bestehen nur aus einem längeren, Zimmergrossen Raum. An den Wänden Regale mit OTC Produkten und Pflegemitteln, ganz hinten dann die Glastheke mit den Apothekenpflichtigen Sachen. Kaum Schubladen.
Ich unterhalte mich etwas mit der Apothekerin, während ich die Bürste bezahle. Auch sie hat 5 Jahre studiert. Ich frage nach den in der Glastheke ausgestellten Medikamenten (unter anderem Diverse Kontrazeptiva und Kortisoncremen, ob das alles rezeptfrei ist. Ist es. „Eigentlich bekommt man fast alles ohne ein Rezept – außer Antidepressiva und Schmerzmittel mit Codein.“ sagt sie.
„Auch Antibiotika?“ – „Ja.“
„Dann hätte ich gerne ein Ciprofloxacin“ – das habe ich in den Ferien als Notfallmittel im Normalfall dabei, aber habe es diesmal vergessen. Ich bekomme es. 10 Tabletten aus einer Grosspackung, die sie mir aber bestens anschreibt. Packungsbeilage gibt es keine.

Günstiger als bei uns sind sie auch, trotzdem würde ich jedem empfehlen seine Medikamente, die man regelmäßig nimmt von zu Hause mitzunehmen – hier kommt es nämlich gelegentlich vor, dass sie gefälscht sind (zwar nicht so häufig wie in manch anderen Ländern, aber trotzdem…) und ich habe schon von einigen gehört, die abgelaufenes erhalten haben.
Aber wer etwas braucht, scheint auch in Thailand in der Apotheke gut aufgehoben zu sein :)

Das letzte Foto ist übrigens eine 200er Packung Tylenol.