Zwar ein Film von und für Deutschland – aber die Info ist auf die Schweiz übertragbar. 1:1
Kategorie: Internet
In Dangered Species
Böse! :-)
Würden Apotheker Generika kaufen?
Warum kauft jemand Aspirin® oder Panadol® (oder Dolormin® etc.) wenn es praktisch immer eine günstigere Packung mit dem gleichen Wirkstoff – ein Generikum gibt?
Matthew Gentzkow, ein Ökonom an der Universität von Chicago versuchte genau diese Frage zu beantworten.
Seine Hypothese: Vielleicht kaufen die Leute nur deshalb Markennamen (hierzulande gerne Original-Medikament genannt), weil sie einfach nicht wissen, dass das Generikum praktisch dasselbe ist.
Und er hatte auch eine Idee, wie: Schauen wir doch einmal, was die Leute, die sich damit auskennen kaufen.
Also: Kaufen Ärzte, Krankenschwestern und Apotheker eher das Aspirin statt dem ASS der Firma XY oder kaufen sie Acetalgin statt Panadol?
Dazu haben sie Daten von über 66 Millionen Einkaufstrips angeschaut in Bezug auf Kopfschmerz-Mittel (von denen es in Amerika auch sehr viele gibt) und gefunden: Ja, Pflegepersonal, Ärzte und Apotheker kaufen viel weniger Markennamen-Medikamente als der gewöhnliche Konsument.
Apotheker zum Beispiel kauften zu 90% Generika – verglichen mit etwa 70% in der normalen Bevölkerung.
Originalstudie zu finden hier: Do Pharmacists Buy Bayer? Sophisticated Shoppes and the Brand Premium.
Weshalb kaufen die Leute Markennamen?
Ich kenne ein paar Antworten dafür aus der Apotheke.
Da war zum Beispiel der Mann, der mir erklärt hat, er will nicht, dass seine Frau denkt, sie sei ihm nicht das „bessere“ Medikament wert. (!)
Eine andere Antwort war: „Kennen sie den Spruch ‚Never change a winning team’?“
Und natürlich: „Ja, aber beim Aspirin weiss ich, dass ich das vertrage und das wirkt. Beim ASS weiss ich das nicht.“
Oder einfach: „Ich nehme das, was ich kenne.“
Generalisierend: Wir kaufen Original-Medikamente, weil uns die Information fehlt. Und geben lieber etwas mehr Geld aus, als herauszufinden, was was ist. Und natürlich werden wir darin auch beeinflusst durch die Werbung – für die Markenprodukte. Es gibt sogar eine Studie, die Hinweise darauf zeigt, dass die Werbung den Placebo-Effekt (und damit die Wirkung) der Medikamente erhöht.
Wären also alle so gut informiert wie die Apotheker, würde der Anteil Originalmedikamente stark fallen. Das gilt meiner Meinung nach auch für die rezeptpflichtigen Medikamente.
…
P.S: In Amerika ist der Name „Aspirin“ nicht geschützt (da war so eine Geschichte im 1. Weltkrieg), weshalb das Original in Amerika „Bayer Aspirin“ heisst – und andere zum Beispiel CVS Aspirin etc.
I found a fun way to
Clevere Colgate Werbung für Zahnseide
Ziemlich clevere Werbung für Zahnseide: (von Colgate – in Brasilien)
Euch ist garantiert auch das Essen, das noch zwischen den Zähnen hängt aufgefallen.
Aber …
ist Euch auch aufgefallen, dass …
die Frau im ersten Bild 6 Finger hat an der Hand?
die Hand im zweiten Bild offenbar zu keinem gehört?
dem Mann im dritten Bild ein Ohr fehlt?
Nein?
mir Anfangs auch nicht. Die Nahrungsreste zwischen den Zähnen haben mich zu sehr abgelenkt. Das ist übrigens Absicht und kein Photoshop Disaster, wie die Beschreibung auf dem roten Pfeil zeigt.
Clever – auch wenn mein Zahnarzt sagt, dass diese kleinen Bürstchen besser sind als Zahnseide.
Helfer im Unglück: Apotheke
In Italien bekommen 2 Apothekerinnen den Verdienstorden des Gesundheitsministeriums für ihren Einsatz bei der Havarie der Costa Concordia.
Man erinnere sich: das Kreuzfahrschiff lief auf einen Felsen vor der Mittelmeerinsel Giglio, schlug leck und ging mit Schlagseite auf Grund. Das Unglück geschah nach Ladenschluss der Apotheke nach 21.30 Uhr – dass es Probleme mit dem Schiff gab, wurde bald darauf sichtbar, als es anfing sich zu neigen und die Passagiere in das zu dem Zeitpunkt etwa 15 Grad kalte Mittelmeer sprangen und aufgelöst im Ort erschienen. Die Apothekerinnen der Apotheke, die die einzige im Ort ist und eine von nur dreien auf der ganzen Insel riefen ihre Angestellten und eröffneten die Apotheke wieder.
Schnell hatte sie den eingeflogenen Notfallärzten signalisiert, dass sie die Menschen mit Arzneimitteln versorgen könne. „Wir gaben in erster Linie Beruhigungsmittel und Schmerzmittel ab“, so Celli.
Die Notfallversorgung ging aber über die Arzneimittelabgabe hinaus: Die beiden Apothekerinnen versorgten mehrere Kinder mit Wunden. „Es gab auch einige chronisch Kranke, die beispielsweise Insulin brauchten oder den Blutzuckerspiegel messen mussten.“
Von den 3200 Passagieren der Costa Concordia starben 30, 2 werden immer noch vermisst, 30 wurden verletzt. Wer genaueres lesen will, kann das hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Costa_Concordia
Am morgen war die Apotheke fast leergeräumt – die Passagiere wurden von der Insel geflogen und es kehrte wieder Ruhe ein.
Tolle Leistung!
Die Apothekerin allerdings nimmt es professionell: (Toll!)
„Es ist klar, dass ein Pharmazeut in einer solchen Situation den Menschen helfen will. Das hätte jeder andere Heilberufler auch getan. Die Auszeichnung ist somit auch eine Auszeichnung für die Apotheke als solches.“



