Und heute brauche ich auch keinen Kaffee

Es ist ja (auch) mein freier Tag, darum will ich hier nur kurz was schreiben.

The Caffeine Click Test - How Caffeinated Are You?
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Das ist ein Test, wie viel Coffein man intus hat – respektive wie schnell man die Maus klicken kann innert einer bestimmten Zeit. Reiner Unsinn, natürlich.
Heute hatte ich noch gar keinen Kaffee und nur 2 Gläser Cola bis jetzt…

Dafür bin ich für einmal richtig, richtig ausgeschlafen, denn Junior hat die Nacht bei Oma und Opa verbracht, was ich und Kuschelbär natürlich ausgenützt haben. Erst Kino (Iron Man: gut!) und dann lange schlafen. Wunderbar.
Junior hat anscheinend auch gut geschlafen, nur Oma, die im selben Raum übernachtet hat (gegen meinen Rat) offenbar nicht ganz so.

Aber weil das so gut geklappt hat mit dem auswärts übernachten, haben wir vor, das in absehbarer Zeit zu wiederholen. Vorausgesetzt natürlich, Oma und Opa machen da auch mit … ich spende sonst auch den Kaffee am Morgen danach :-)

Eine seltene Begegnung

Letzte Woche, als es für einmal nicht geregnet hat, haben wir einen kleinen Familienausflug in einen nahen Park gemacht. Dabei sind wir auf dieses entzückende Kerlchen gestossen:

Ein Eichhörnchen! Und dabei ist mir aufgegangen wie lange ich schon keines mehr gesehen habe.
Ich erinnere mich daran, früher viele gesehen (und gefüttert) zu haben, aber seither? Nada. Liegt es daran, dass man als Erwachsener nicht mehr in Ruhe durch den Wald spaziert? Oder gibt es viel weniger davon als früher? Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die einheimischen rot-braunen Eichhörnchen immer mehr von fremden Arten verdrängt werden. Aber ehrlich gesagt habe ich auch von denen keine gesehen in den letzten Jahren.

Hier also ein klassisches, rotbraunes Hörnchen. Wir haben ihm sicher eine Viertelstunde nur zugesehen, wie es herumgehüpft ist und Essen gesucht hat. Junior hatte seine helle Freude, auch wenn wir ihn da im Kinderwagen festgeschnallt gelassen haben.

Im Moment ist sowieso jedes Tier toll, das er sieht. Er macht dann „Uiiiiuiiii“ und rennt, um die Katze, den Hund oder die Taube zu streicheln. Oder zu tätscheln. Oder halb draufzuliegen, wenn das Tier so gutmütig ist und noch nicht geflohen ist ….
Ich muss ihm unbedingt beibringen, dass nicht alle Tiere so lieb sind.

Tattoo – Körperschmuck oder … nicht?

So, Du willst Dir also ein Tattoo stechen lassen? Nein, nein, nicht unser Junior, bei dem wird es noch ein paar Jahre gehen, bis er damit kommt. Aber ein Freund hat sich mir letzthin anvertraut. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Tattoos, ABER ich finde man soll das vorher gut durchdacht haben. Das ist nicht etwas was sich auswächst oder abwäscht. Das bleibt.

Ich weiss noch, wie meine Mama reagiert hat, als sie meins sah: „Oh, und wie lang hält das?“ meine Antwort war etwas in Richtung von „Keine Ahnung was mein Verfalldatum ist“. (Gell, Mama?)

Also sollte man sich vorher ein paar Dinge überlegen:

Wieso will ich ein Tattoo? Wenn Du damit nur deine Eltern oder Umwelt schocken willst, überleg’s Dir noch mal. Inzwischen fallen Tattos nur noch unter „Körperschmuck“. In manchen Bevölkerungsgruppen sind bis zu 30% der Leute tätowiert. Wenn Du mir nicht glaubst, geh mal in die Badi. Mit einem Tattoo ist man also nichts „besonderes“ mehr.

Wo soll das Tattoo hin? -sprich: wie sichtbar soll es sein? Wenn Du vorhast mit Kunden zu arbeiten, solltest Du es besser an Orten haben, wo es von normaler Kleidung verdeckbar ist. Nicht auf den Händen, Unterarmen, Hals oder gar am Kopf*. Übrigens haben Kaderleute grösserer Firmen kaum Tattoos – auch nicht sichtbare.

Wie sieht das Tattoo an mir in 10 Jahren aus? In 20? In 30? Ja, auch Du wirst älter. Das bedeutet einerseits, dass man das Tattoo besser nicht an Stellen platzierst, wo die Haut rasch runzelig wird oder zu hängen anfängt und andererseits, dass Du auch dann noch mit dem Motiv leben muss. Willst Du wirklich noch mit einer Comicfigur am Busenansatz herumlaufen, wenn Du 50 bist?

Im Zusammenhang mit dem Motiv ein paar Überlegungen mehr:

Von Schriftzügen würde ich grundsätzlich abraten. Freundinnen können zu Exfreundinnen werden… auch wenn man sich noch so sicher ist, dass es ewig hält.

Chinesische / arabische / hebräische Schriftzeichen: ok, darüber lässt sich streiten. Ich würde einfach probieren wirklich sicher zu sein über deren Bedeutung. Und auch hier passieren Schreibfehler …

Symbole sollten auch gut überlegt werden, v.a. wenn sie verschiedene Bedeutungen haben können oder wenn sie die Zugehörigkeit zu einer Gruppe anzeigen. In 10 Jahren sieht ein Pentagramm vielleicht nicht mehr Soooo cool aus (auch wenn Du jetzt auf gothic stehst).

Eine gute Übersicht und mögliche Vorlagen finden sich hier.

Falls Du etwas Zeit hast, google mal „regrettable tattoo“. So findet man eine Menge Beispiele von Leuten, die sich die Gedanken wahrscheinlich nicht so wirklich gemacht haben.

Wenn Du unsicher bist, male Dir das Tatto doch einfach mal auf, oder probier’s mit Henna.

Also werde ich meinem Jungen sagen, wenn er damit kommt: „Kein Problem … sobald Du 18 bist … und Dir das alles gut überlegt hast– dann kannst Du Dir eines machen lassen. Klar.“

(Und ich hoffe, es bleibt dann auch nur bei einem, … kleinen, …. wohlüberlegten).

*Ehrlich, es gibt kaum etwas irritierenderes als jemand, der ein Tattoo auf der Stirne hat. Man kann der Person nur mit Mühe in die Augen sehen, wenn etwas so ablenkt. Wir haben einen Kunden mit so einem Gesichtsschmuck. Er ist sehr freundlich, aber … eben.

Kampf dem plötzlichen Kindstod

Inspiriert vom vorletzten Post habe ich letzte Nacht viel über den plötzlichen Kindstod nachgedacht. Junior ist ja schon bald 1  1/2 Jahre alt. Das Risiko hat ziemlich abgenommen, aber ganz über den Berg ist er erst mit 2 Jahren (manche meinen sogar 3 Jahre).

Man sagt immer, man kann nichts gegen den plötzlichen Kindstod tun. Das stimmt. Aber man kann zumindest das Risiko dazu so sehr minimieren wie möglich.

Offenbar hängt der plötzliche Kindstod damit zusammen, dass das Atemzentrum des Babys nicht ganz ausgereift ist. Das Kind kann dabei im Schlaf plötzlich aufhören zu atmen und wacht dann nicht auf. Also muss man alles verhindern, was die Atmung einschränkt.

Konkret heisst das:

Das Baby soll in Rückenlage schlafen – dann bleiben die Atemwege frei.*

Benutze für das Babybett einen Schlafsack – keine Decken oder Kopfkissen.

Die Schlafzimmertemperatur im Winter darf 17-18 °C betragen. Wenn das Baby zu kalt hat, wird es das melden, nicht aber wenn es zu warm hat, dann schläft es einfach weiter. Das bedeutet: auch im Sommer nicht zu dick einpacken!

Mit diesen 3 einfachen Methoden senkt man die Wahrscheinlichkeit um über 70%!

Zusätzlich:

Halte das Babybett so frei wie möglich: keine Nuscheli, keine grossen Stofftiere, keine Lammfellunterlagen

Rauche nicht in der Nähe ihres Babies. Tu es ausserhalb der Wohnung, oder noch besser: hör doch ihm zuliebe auf.

Still Dein Baby mindestens 6 Monate, das gibt ihm ein gesundes Immunsystem

Geh mindestes einmal täglich mit dem Baby nach draussen, auch wenn es kalt ist oder regnet. Richtig angezogen ist das kein Problem und die frische Luft ist gut für die Immunabwehr.

Nuggis sind besser als der Daumen. Anscheinend wirken sie auch leicht präventiv auf den plötzlichen Kindstod.**

Lass das Kinderbett in den ersten Monaten im Elternzimmer.

Meine persönliche Bemerkungen:

* das mit der Rückenlage funktioniert grossartig … bis das Baby gelernt hat, sich selbst zu drehen. Ab dann schläft es so, wie es es für am angenehmsten hält!

** Nuggis sind auch gut  … aber eine Qual, bis das Baby gelernt hat den verlorenen Nuggi nachts selber wieder zu finden und sich reinzustecken. Solche die Nachts leuchten, helfen dabei.

Das Schlimmste …

Ich habe vor ein paar Tagen etwas gehört, was mich mehr mitgenommen hat, als ich wohl zeigen möchte.

In unserer Nachbarschaft hat eine Frau im Geburtshaus ihr Baby zur Welt gebracht. Die Geburt verlief problemlos und die neue Familie konnte ein paar Stunden später nach Hause.

1 Tag später ist das Baby tot.

Ich weiss das kommt vor, aber es ist so unfair. 9 Monate lang trägt man das Baby aus, bringt es unter Schmerzen zur Welt und ist einfach glücklich, dass es da ist. Und dann stirbt es. Einfach so.

Es war nicht einmal der plötzliche Kindstod.  Anscheinend hat sich herausgestellt, dass das Baby einen unentdeckten Herzfehler hatte. Weder der Ultraschall in der Schwangerschaft noch das Abhören nach der Geburt hat etwas gezeigt.

Obwohl mein Innerstes davor zurückschreckt, kann ich mir vorstellen, wie die Frau sich fühlen muss. Ich glaube jede Mutter kann das.  Und jede denkt wohl wie ich: „Bitte nicht meines!“

Mir fehlen einfach die Worte – und ich denke es gibt auch nichts, was diese Frau im Moment hören kann, das es ihr besser geht.

Was hat der Papst mit den Apotheken zu tun?

Auf den ersten Blick nicht viel. Dennoch hat er vor nicht allzu langer Zeit versucht Einfluss zu nehmen, indem er die Apotheker dazu aufgerufen hat, „gewissenhafte Bedenken“ an den Tag zu legen, wenn es um die Abgabe von Produkten geht, die „unmoralische Ziele haben“. Dazu zählt er Produkte zur Abtreibung und Sterbehilfe … und ganz sicher auch alles, was der Verhütung dient, denn der katholischen Kirche nach ist Sex ja hauptsächlich dazu da, sich fortzupflanzen.
Also keine Kondome, keine Verhütungspille und keine ‚Pille danach’ mehr durch die gläubigen Apotheker?

Etwas was bei uns unmöglich scheint, in Amerika, das einiges fundamentalistischer ist, jedoch (leider) schon gang und gäbe ist.
„Sorry, die Pille bekommen sie von mir nicht, das geht gegen meine religiösen Ansichten“.

Ich finde das geht einfach nicht. Wenn man nicht Beruf und Religion nicht trennen kann, dann sollte man sich einen anderen Job suchen – oder gar nicht erst diesen wählen. Wir sollten nicht unsere persönlichen religiösen oder moralischen Ansichten anderen Leuten aufzwingen.

Was würden sie sagen, wenn sie in die Metzgerei gingen und ein Schinkli im Teig verlangen und der Metzger sagt: „Tut mir leid, ich kann ihnen das nicht geben, das geht gegen meine religiöse Überzeugung“. (Die Voraussetzung ist natürlich, dass das eine normale Metzgerei ist und nicht eine koschere).

Dasselbe gilt für Männer, die Kondome kaufen, oder Frauen, die die Pille nehmen, oder abtreiben. Soll ich als Apothekerin ihnen meine (oder die des Papstes) Ansichten und Entscheidungen aufdrücken? Im Endeffekt ist es ihre Entscheidung, und sie müssen damit Leben. Kinder sind keine leichte Entscheidung und ich bin der Meinung, da wir die Wahl haben, ob wir welche wollen, dürfen wir auch wählen – im Endeffekt profitieren auch die Kinder davon, wenn die Mutter sich entscheidet zu warten, bis die Umstände gut sind.

Zur Info: ich bin katholisch erzogen worden. Ich war sogar mal Ministrantin (das sind die Messediener in den netten weissen Kutten, die Kerzen anzünden, Weihrauch schwenken und dem Pfarrer die Hände waschen) – das hat mich aber nicht davon abgehalten einen Freund zu haben und die Pille zu nehmen – was an sich schon ein Grund gewesen wäre mich zu exkommunizieren. Ich halte viel von persönlicher Freiheit und Vernunft … und darum werde ich mich von derartig irrationalen Aussagen eines Religionsoberhauptes nicht beeinflussen lassen in meiner Berufsausübung – so wie die anderen Apotheker in der Schweiz auch nicht (hoffentlich).