Sprachentwicklung

Nachdem unser Junior eher zögerlich angefangen hat zu sprechen, holt er jetzt kräftig nach.

Unterwegs kommentiert er mit viel Freude, was ihm gerade auffällt: „Auto aabe“ (Ja, das Auto fährt in die Tiefgarage), „Dööt Wasser“ (im Brunnen nämlich), „Drämmli chunnt“ (Das Tram fährt vorbei), „Tüütaaa Papa“ (wenn Kuschelbär mit dem Feuerwehrauto unterwegs ist) und so weiter.

Auch oft: „Wasischdas?“ wenn er etwas sieht, wo er noch keinen Namen dafür hat.

Aber manchmal gibt er den Dingen auch gleich selber Namen.

So wie letzte Woche, als Kuschelbär für unseren neugemachten Balkon gleich 2 Schirme gekauft hat: einen grossen und einen kleinen. Als ich nach Hause kam, nimmt mich Junior an der Hand und sagt: „Chumm mit!“

Er bringt mich auf den Balkon und zeigt auf den installierten grossen Schirm und verkündet: „Baum!“

Ich muss lachen, sage: „Es sieht etwas aus wie ein Baum, gell Junior? Aber das nennt sich Schirm!“

Worauf er kurz rausgeht, dann mühsam den kleinen Schirm anschleppt und sagt: „Baby-Baum !!“

Ich musste mich setzen, ich hab so gelacht.

Das wäre eine Erklärung

Heute morgen sehe ich bei Junior das:

Ein Ausschlag. Und zwar nicht nur an den Armen, sondern auch an den Beinen, am Rumpf, wenig am Rücken und im Gesicht.

Ah. Ich denke, ich weiss jetzt, was Junior hat.

„Das 3-Tage-Fieber oder auch exanthema subitum kommt bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum Ende des 2. Lebensjahres sehr häufig vor. Die Kinder fiebern hoch, oft zwischen 39 und 40 Grad, auch darüber. Der Allgemeinzustand ist aber meist wenig beeinträchtigt und das hohe Fieber ist mit Fiebermitteln gut zu beherrschen. Husten und Schnupfen sind untypisch, ganz im Vordergrund steht das hohe Fieber. Nach drei manchmal auch vier Tagen entfiebert das Kind. Bei der Entfieberung tritt typischerweise dann ein Hautausschlag auf, der eng aneinanderstehende flächig und leicht erhabene Flecken, die teils ineinanderlaufen, zeigt. Dieser Ausschlag kann etwas jucken und die Kinder sind noch etwas quengelig, aber das Fieber bleibt verschwunden. Das exanthema subitum (3-Tage-Fieber) hat keine ganz klar definierte Inkubationszeit. Man spricht von 3-7 Tagen, manchmal sind es aber auch bis zu 17 Tagen. Die Ansteckungsgefahr ist nicht sehr groß, trotzdem kann die Infektion in Familien – sehr selten- gehäuft auftreten. Sie hinterlässt wahrscheinlich eine lebenslange Immunität.“

Quelle.

Dass er daneben noch über Kopfschmerzen geklagt hat, kann gut sein, ich hatte ja letzte Woche auch ein paarmal ziemlich üble. Fieber hat er seit etwa vorgestern keins mehr. Ich dachte ich habe gestern Abend auch schon den Anfang des Ausschlags gesehen.  Das wäre dann Juniors erste „richtige“ Kinderkrankheit.

Neu gebettet

Seit 3 Wochen hat  Junior ein grösseres Bett und letzte Woche haben wir für uns ein neues Bett gekauft – das ist nicht so spektakulär, dass es ein Foto wert wäre, aber mit 1.60m immerhin 20 cm breiter als das vorherige.

Luxus pur.

Das hier ist ein Foto von Juniors Zimmer. Kann mir jemand vielleicht erklären, wo das ganze Spielzeug herkommt? Ich wollte ja für ihn immer nur ein paar wenige, ausgesuchte, pädagogisch wertvolle Spielzeuge … und schaut Euch jetzt den ganzen Kram an! – und das ist das Zimmer im aufgeräumten Zustand.

Instant-Heilung

Nachdem uns Junior heute Nacht drei Mal aus dem Bett geholt hat und wieder beruhigt werden musste, damit er weiterschlief, war er heute Morgen dafür nicht aus dem Bett zu bringen.

Er schrie, wenn er den Kopf bewegte und hatte ziemlich Fieber.

So verbrachten wir den Vormittag zwischen Bett und Sofa. Er lief keinen Schritt, machte immer wieder „Aua!, Aua!“ wenn ich ihn bewegte, fing an zu weinen und trank und ass kaum was.

Das kenne ich so nicht von ihm. Im Normalfall ist er ein Wirbelwind mit grossem Bewegungsdrang – da beunruhigt es mich doch sehr, wenn er nur so herumhängt.

Algifor Sirup hilft anscheinend auch nur nicht.

Was könnte es sein? Erkältet ist er nicht, nicht das kleinste Schniefeln. Offensichtlich macht ihm aber der Kopf weh – hat er Migräne wie ich? Aber da passt das Fieber nicht rein. Die Zähne sind’s diesmal glaub’ auch nicht: da sind schon alle da die da sein sollen. Also: Mittelohrentzündung? Meningitis?… Manchmal ist das Fachwissen auch von Nachteil!

Mir gefällt das dermassen nicht, dass ich ihn dann um 2 Uhr, als es nicht besser wird, sondern eher schlimmer zum Kinderarzt anmelde. Zum Glück können wir um 4 Uhr hin. Junior verbringt die Zeit im Bett.

Der Arzt ist nicht weit entfernt, aber diesmal muss ich Junior hintragen, weil er immer noch nicht laufen will / kann.

Und beim Arzt? Hüpft er von der Liege, will sich absolut nicht anschauen lassen, rennt im Praxiszimmer umher… -das ist toll, sag Du dem Arzt dann mal: „Seit heute Morgen liegt er nur in der Gegend herum und weint bei jeder Bewegung.“

Jedenfalls komme ich mir vor wie die überbesorgte Gluckern-Mutter, v.a weil der Arzt nichts findet: die Ohren sind frei und gut belüftet, der Hals nicht rot, die Lungen auch ok.

„Wahrscheinlich Spannungskopfschmerzen und eine anfangende Erkältung.“ so die Diagnose.

Und wer läuft den ganzen Weg nach Hause und hat auf einmal praktisch gar nichts mehr?

Junior natürlich.

In Memoriam: Kiki

Bevor hier irgendwelchen falschen Eindrücke entstehen: Kiki war unsere Katze. Sie ist jetzt schon ein paar Jahre tot, aber damals habe ich – wahrscheinlich um es zu verarbeiten – eine Gedenkrede geschrieben.

Kiki hatte es zu Beginn Ihres Lebens recht schwer. Sie wurde im Wald aufgegriffen, kam ins Tierheim und dann einjährig, zu uns. Wir beschlossen ihren Geburtstag auf den 13. Mai zu legen. Aus den Gründen, weil Sie schwarz ist, der 13. Mai ein Jahr vorher ein Freitag war und ausserdem Vollmond. Wie man unschwer erkennt, der beste Start für’s Leben.

Auch bei uns hatte sie es anfangs wohl nicht einfach. Da waren v.a. die nach der letzten Katze etwas überzogenen Erwartungen zu überwinden…. doch mit Ihrer offensichtlichen Liebenswürdigkeit und speziellem Charme schaffte sie auch das.

Tatsächlich hat sie nie jemanden gekratzt oder gebissen– wenn man von den vielen kleinen Tieren absieht, die sie uns immer mit Freude gebracht hat. Dies wohl aus dem Grund, um uns zu zeigen, was für Geschmacksrichtungen sie gerne hätte, denn im Fressen war sie immer etwas heikel. Aber leider gibt es weder von Whiskas, noch von Sheba die Geschmacksrichtungen „Maus“, „Amsel“ oder „Goldfisch“, und auch in Spezialitätenläden haben wir noch nichts mit „Frosch“ oder gar „Wellensittich“ gefunden.

Man kann sagen, dass sie eher naiv war. Böse Zungen behaupteten, dass, wäre sie ein Mensch, sie garantiert eine Blondine wäre.

Anfangs glaubten wir sogar, dass Sie nicht imstande wäre, den Mechanismus einer einfachen Katzentüre zu begreifen. Obwohl wir sie ein paarmal als Demonstration „durchschoben“, blieb sie immer vor der angelehnten Katzentür sitzen. Deshalb hielten wir, als gute „Katzeneltern“ die Türe mit Wäscheklammern ständig offen. So lange, bis Reklamationen von den Nachbarn kamen, weil Kiki deren Katzen im Haus innen das Fressen wegass. Dies stritten wir anfangs aus obengenannten Gründen hartnäckig ab, die Beweislast wurde aber schliesslich zu drückend. Wir liessen dann die Wäscheklammern weg – und voilà! Offenbar hat sie doch noch etwas gelernt (und wir auch).

Eine weitere herausragende Eigenschaft dieser aussergewöhnlichen Katze war ihre Gesprächigkeit. In den langen Jahren, die wir schon mit Katzen (eigenen und anderen) zu tun hatten, ist uns keine untergekommen, die „beredter“ war.

Nicht nur, dass sie immer antwortete, wenn man sie etwas fragte (was sie allerdings genau maute?, denn ein miiau war es eigentlich nie), sie MUSSTE das letzte Wort haben, sie begrüsste einen immer und kündete lautstark an, wenn sie nach Hause kam – die ganze Treppe hinauf. Besuchern konnte man dann erklären, dass dies a) unsere Katze war und sie b) NICHT am verhungern ist, auch wenn sich das vielleicht so anhört.

Dass Kiki eine schwarze Katze war, wurde eingangs erwähnt. Ganz richtig ist das jedoch nicht. Einerseits wegen dem kleinen weissen Fleck vorne am Hals, andererseits weil sie im Sommer – braun wurde. Je mehr Sonne, desto bräuner.

Ihre Farbe hinderte sie nicht daran, gelegentlich selbst einfach Pech zu haben. Einmal fiel sie in die noch volle Badewanne, die jemand nicht abgelassen hatte. Wahrscheinlich hat sie wieder versucht vom Wasserhahn zu trinken….

Bis dorthin wussten wir gar nicht, wie dünn eine nasse Katze aussehen kann. Die (lautstarken) Vorwürfe ihrerseits liessen natürlich auch nicht auf sich warten.

Ein andermal, in den Ferien in Südfrankreich, erschrak sie sich bei einer Nahaufnahme mit dem Fotoapparat dermassen ab dem Zoomgeräusch, dass sie uns erst demonstrierte, wie sehr diese Katzengstältlein halten, wenn es drauf ankommt –nämlich gar nicht- und dann, wie elegant eine Katze über einen 2 Meter Zaun setzen kann – und wie unelegant wir davor kapitulieren. Hinter dem Zaun war ein Wald, den durchforsteten wir die nächsten 2 Tage. Endlich einmal eine Möglichkeit sein Schulfranzösisch anzubringen: „Je cherche mon chat, elle est noir“…

Zurück kam sie dann in der darauffolgenden Nacht von alleine. Aber wahrscheinlich nur darum so früh, weil es schüttete wie aus Kübeln. Ansonsten hätte sie „Ihre“ Ferien sicher mehr genossen.

Leider kam sie nicht allein zurück, sondern, wie sich am nächsten Tag herausstellte mit 18 kleinen Besuchern : Zecken.

Später, als die Reisen ausgedehnter wurden, konnten wir sie nicht mehr so mitnehmen. Aber als ziemlich eigenständige Katze überstand sie die Zeit „allein zu Hause“ ganz gut, wenn man von der kurzen Phase des „Misstrauens“ vorher (was sollen jetzt diese Koffer wieder?) und des „Beleidigtseins“ nachher absieht. Aber bald übernahm wieder ihre gewohnte Liebevolle Seite und dann konnte Sie stundenlang schnurrend neben einem sitzen und sich kraulen lassen. Aber immer NEBEN einem, nie auf dem Schoss.

Papa war Ihr „Alphatierchen“, das bedeutet v.a. dass er sie füttern durfte und sie ihn regelmässig am Sonntag-Morgen weckte, wenn er mal nicht so früh aufstand.

War Kiki anfangs sehr scheu und Fremden gegenüber eher Misstrauisch eingestellt, so wurde sie mit den Jahren doch offener und liess sich nicht nur von Familienmitgliedern anfassen, sondern auch von Freunden der Familie, die ob derart unerwarteter Zuneigung meist sehr erfreut waren und es mit Streicheleinheiten dankten.

Kiki als eigentlichen „Mittelpunkt“ bei solchen Treffen zu bezeichnen ist daher sicher nicht falsch, auch wenn man ihre akustischen Beiträge bedenkt…

Man mag einwenden, dass sie von uns zu sehr verwöhnt wurde mit „Rähmlein“, „Quärklein“ (auch Katzenglace genannt) und, und, und, aber mit Ihrer einfachen Art hat sie ja auch uns „verwöhnt“.

Kiki war uns eine wunderbare Katze. Mit 15 Jahren hat sie auch ein gutes Alter erreicht und sie hat sicherlich viel und auch Gutes erlebt.

Sie wird uns fehlen.