Die Zähne zeigen

Was macht man mit dem Kunden, der in der Drogerie bei jeder passenden -und unpassenden- Gelegenheit seine Dritten Zähne aus dem Mund nimmt und auf die Theke legt.

Zum Beispiel gestern: „Ich brauche eine neue Prothesenzahnbürste. Für diese hier“

*Klatsch* – liegen sie wieder auf dem Tisch.

(Igitt)

Gewissenlos

Kunde in der Drogerie: „Ich bräuchte etwas Chloroform.“

Drogistin: „Entschuldigen sie, aber nach dem neuem Chemikaliengesetz ist die Abgabe verboten.“

Kunde: „Gut, dann halt Äther.“

Drogistin: „Dasselbe gilt auch dafür.“

Kunde: „Aber … was nehme ich denn? Mein Kanarienvogel ist alt und krank und ich wollte ihn abtun.“

Drogistin: „Ah, vielleicht bringen sie ihn zum Tierarzt?“

Kunde (ärgerlich): „Genau den wollte ich mir sparen. Gut, wenn sie es mir nicht geben wollen, machen wir es halt auf die alte Methode und ertränken ihn. Und sie sind schuld dran!“

Abgang.

Die Drogistin hatte für den Rest des Tages ein schlechtes Gewissen.

… manche Leute sollten einfach keine Tiere halten.

Schwamm drüber!

„Hast Du Schwämme?“ fragt mich die burschikos gekleidete, etwas stämmigere Frau – und ich muss zugeben, ich bin etwas vor den Kopf gestossen. Im Normalfall redet man in der Schweiz Leute die man nicht kennt mit „Sie“ an, nicht mit Du. Das Du ist entweder sehr persönlich oder – wenn ich die Person eben nicht kenne- herablassend bis fast beleidigend.

Jedenfalls lasse ich mir erst mal nichts anmerken und bringe sie zu unseren Badeschwämmen: „Wir haben diese hier. Die hier (zeige) sind natürliche Meeresschwämme und die hier sind die künstlichen“.

Frau: „Oh, ich meine nicht Schwämme zum waschen, ich meine solche für die Periode.“

Pharmama: „Schwämme statt Tampon? Ich habe da mal etwas darüber gelesen, aber ich wusste nicht, dass man die heute noch braucht.“

Frau: „Sowas. Ich dachte ihr hättet die. Jetzt muss ich wohl doch wieder in einen Sexshop. … Aber danke vielmal für die Beratung – streicht mir über den Arm. Du bist ja ganz nett.“

Pharmama: Sprachlos ob soviel Nähe.

Frau: „Na dann bis bald mal! Tschüss!“

Hinter mir kichernd die halbe Belegschaft: „Sag mal – hat die gerade versucht dich anzumachen?“

Das war fast eine Karikatur von einer Lesbe  (entschuldigt den harten Ausdruck)– also sooo habe ich mir das nicht vorgestellt.

Ich glaub ich brauch jetzt auch einen Schwamm – zum waschen.

Ich habe nichts gegen homosexuelle Leute. Ich hab nur was dagegen plump angemacht zu werden, egal von welchem Geschlecht!

Im Doppelpack günstiger

Der Kunde kommt mit 2 einzelnen Packungen Zahnpasta zur Kasse.

Es sind zwei gleiche Tuben, also weise ich ihn auf die Doppelpackung hin – die einiges günstiger ist.

Er reagiert genervt: Das hier ist das, was ich will! Versuchen sie nicht mich zu etwas anderem zu überreden!“

Ok, dann halt nicht.

Aber es ist wirklich günstiger … und auch nichts anderes, denn wir kaufen auch nur die Doppelpackungen ein und nehmen sie auseinander, falls jemand nur eine einzelne Tube will.

Zuviel Info

Kundin: „Ich hätte gerne das hier.“ (legt eine Engelstatue auf den Ladentisch)

Drogistin: Danke. Das macht –“

Kundin: „Sie brauchen nicht zu wissen, wo das Geld dafür herkommt!“

Drogistin: „Oh, ok, also es kostet …“

Kundin: „Ich bekomme IV.“

Drogistin: „Es kostet fünfund…“

Kundin: „Und es geht sie überhaupt nichts an, warum!“

Drogistin: „Fünfunddrei…“

Kundin: „Ich hatte einen Unfall und hab mir das Bein gebrochen.“

Drogistin: …

Kundin: „Möchten sie wissen, warum ich das kaufe?“

Drogistin: „Äh, nein, das ist schon ok.“

Kundin:Weil ich Engel sammle!“


Schnupperlehre machen

Vor ein paar Tagen (es könnte auch länger her gewesen sein), standen vor unserem Geschäft 3 Jugendliche. Nichts ungewöhnliches, aber ihr Verhalten fiel mir auf. Immer wieder Blicke werfend hiengen sie vor dem Laden herum und redeten miteinander. Nachdem sie kurz die Kindereisenbahn benutzt und für nicht tauglich befunden haben, kamen sie dann herein, auf dem direkten Weg zur jüngsten Angestellten. „Kann man bei Ihnen eine Schnupperlehre machen?“ fragte einer der drei, während die anderen nur grinsend daneben standen.

„Moment bitte, ich hole rasch die Chefin der Drogerie“.

Die kam dann auch und fragte: „Was genau möchten Sie denn?“

Schüler: „Na, eine Schnupperlehre machen.“

Drogistin: „In was?“

Schüler: „Naja, ist egal. Kann man das bei ihnen hier machen?“

Drogistin: „Nein.“

Abgang der drei.

Dazu muss ich ein paar Dinge erklären. Wir nehmen Lehrlinge an. Wir haben praktisch jedem Lehr-Jahr eine/n und bilden so in jedem Jahr 2-4 gleichzeitig aus. Wir machen dementsprechend auch Schnupperlehren.

Jetzt werden manche schreien: „Warum hat sie denn ‚Nein’ gesagt? Gerade in der heutigen Zeit, wo so wenig Lehrplätze vorhanden sind?“

Ja, genau. Und sollten diese Lehrplätze nicht an die Leute vergeben werden, die den Beruf dann auch wirklich machen möchten? Die ernsthaft Interesse daran haben?

Schnupperlehren sind gut zum schauen, ob so ein Beruf auch wirklich etwas für einen ist. Aber Ahnung, was der Beruf so in etwa beinhaltet, sollte man schon vorher haben. Ansonsten ist das reine Zeitverschwendung – auch für das Lehrgeschäft.

Darum die Ablehnung.

Ich kann den Schülern da draussen nur raten: wenn ihr eine Lehrstelle sucht oder eine Schnupperlehre:

  • Zeigt richtiges Interesse.
  • Informiert euch über den Beruf und was damit verbunden ist. Eine Drogistin ist z.B. nicht nur eine Verkäuferin. Es gibt auch Unterschiede zwischen Drogistin und Pharmaassistentin. Neben der Arbeit im Geschäft gehört auch die Schule dazu. (Wer alles in einer Apotheke/Drogerie arbeitet: siehe hier)
  • und wenn ihr einen Vorstellungstermin bekommen habt oder eine Schnupperlehre oder eine Lehre: Zeigt Einsatz, strengt Euch an. Es liegt in Eurem eigenen Interesse.