Ferienzeit … Reiseapothekenzeit

Die eine Frau diskutiert ernsthaft mit mir, dass das Malarone (Malariamedikament) für ihre Reise in 3 Wochen mit Ablaufdatum 2015 vorher „schlecht wird“ und weigert sich, das bis ein paar Tage vorher einzulösen … aber das Rezept lässt sie jetzt schon bei mir. Nun gut, Hauptsache (für mich), sie schützt sich dann auch vor der Malaria, wann sie die Mittel holt, ist mir eigentlich egal.

und

Die andere Frau ruft nach der Reise in Südamerika an und fragt, ob sie einen Teil der Medikamente, die sie vorher dafür gekauft hat und nicht gebraucht hat bei mir zurückgeben könnte. Ich muss ihr dann erklären, dass ich die Medikamente nur zum entsorgen zurücknehmen darf. Die dürfen nicht weiter verkauft werden – es ist ja auch nicht gegeben, unter was für Bedingungen die aufbewahrt wurden – ziemlich sicher nicht bei Raumtemperatur bei 25 Grad. Und Sie hätte sicher auch keine Freude, wenn ich ihr Medikamente, die schon mal unterwegs waren abgeben würde. – Das hat sie dann verstanden.

Geht etwas um?

Liebe besorgte Eltern von kranken Kindern in der Apotheke. Auch wenn ihr Liebling (schon) wieder etwas eingefangen hat, fragen Sie mich nicht „ob etwas umgeht“.

Die Antwort ist Ja. Es geht immer etwas um.

Wir sind umgeben von Viren für Erkältungen, Grippe, Magendarmproblemen und den verschiedensten Bakterien für noch ein paar Dinge mehr.

Ob ihr Kind das bekommt hängt aber nicht davon ab, ob etwas umgeht, sondern auch, wie fit es sonst ist, und ob es engeren Kontakt mit einem Erkrankten hatte – und je nachdem auch, ob es geimpft ist.

Und das kann ich nicht sagen.

Wieso haben Sie das Rezept nicht?

Kunde: „Ich hätte gerne die Blutdruckmedikamente von meinem Dauerrezept.“

Er gibt mir Name und Adresse.

Ich schaue bei uns im Computer.

"Tut mir leid, ihr Dauerrezept ist im Juni abgelaufen, sie müssen vom Arzt ein neues verlangen."

Kunde: "Aber ich habe ein neues Rezept bekommen. Warum haben sie es nicht?"

Pharmama: „Es tut mir leid, aber  … Ich sehe hier kein neues Rezept.“

Kunde: "Ach, Nein, das habe ich hier…“ – und zieht es aus der Tasche und reicht es mir.

Pharmama: Sprachlos – und macht sich an die Arbeit.

Alles Tropfen

Eine ältere Frau kommt in die Apotheke und will wissen, ob das für ihre Augen sehr schädlich sei: sie hat die Augentropfen mit den Vitamin D Tropfen verwechselt (den öligen) und die statt ins Essen ins Auge getropft … da hat sie kurzfristig nichts mehr sehen können, weil alles unscharf war.

Kann ich mir vorstellen – wer einmal Milch ins Auge bekommen hat, weiss, dass das eine ganze Zeitlang dauert, bis das wieder wird. Aber gefährlich ist es eher nicht.