Wie werden Apotheker im Film und Fernsehen porträtiert?

… Yup, so werden wir Apotheker im Film und Fernsehen präsentiert. :-(

Und das ist beileibe keine Ausnahme, wie ein Studienprojekt gefunden hat. Da gibt es noch einige mehr.

Die Daten zu der Untersuchung wurden inzwischen veröffentlicht.  Ein paar Auszüge:

Apotheker kommen in Film und Fernsehen nicht gut weg. Das mal vorweg.

Das gilt aber teils auch für Ärzte: während sie früher gerne als Kleinstadt-Helden dargestellt wurden, sind doch schon die Hälfte aller Darstellungen in den 80er und 90er Jahren negativ. Bei den Krankenschwestern gibt es einen Wechsel weg von der selbstaufopfernden Helferin zu mehr sinistren Charakteren – und in einem Drittel der Filme ist sie auf der Suche nach einer romantischen Affäre (Stereotypenbildung par Excellence).

Aber zu den Apothekern. Wichtige Rollen spielten sie in diesen Filmen:

  • The Pharmacist – von W.C. Fields (1933)
  • On Old California (1942) – das war John Wayne
  • It’s a wonderful Life (1946)
  • The Andy Griffith Show (1960-1967) – darüber hatte ich es schon hier.

Danach wird es … unschön. Einerseits gibt es kaum grosse Rollen für sie – dafür ist die Anzahl der Darstellungen allgemein steigend (zusammen mit den Filmen selber). Die Studie wollte schauen, wie die Apotheker in Film und Fernsehen porträtiert wurden in der Zeit zwischen Januar 1970 bis Juli 2013: positiv, neutral oder negativ?

213 Filme wurden gefunden mit 230 Auftritten von Apothekern.

  • Total Negativ: 144 (47 Kino, 97 Fernsehshows) = 62%
  • Total Neutral: 56 (19 Kino, 37 Fernsehshows) = 24%
  • Total Positiv: 30 (14 Kino, 16 Fernsehshows) = 14%

Apotheker werden demnach gerne so charakterisiert: Drogenhändler, Grossmaul, Faul, Arrogant, Opfer, übertritt persönliche Grenzen, Schwächling, Schnorrer, Psychotisch, übertritt Regeln, Bösewicht – aber auch: Hilfsbereit, Held (teils mit gemischten Motiven).

Der Apotheker wird als Medikations-Experte dargestellt, allerdings oft so, dass er das Wissen einsetzt für einen bösen Plan – oder aber sein Rat wird nicht ernst genommen.

9 Fernsehshows hatten einen Apotheker als Charakter mit einer Rolle, die wiederholt auftrat. Keine davon war weiblich.

8 von 60 Medizinischen Fernsehshows enthielten einen Apotheker. (Nur!) Nur in 2 davon, trat der Apotheker mehr als einmal auf.

Und dann eben die 62% negativen Darstellungen :-(

Das ist ziemlich enttäuschend – aber vielleicht auch eine Chance für die Zukunft: Wie wäre es mal zur Abwechslung mit einem wirklichen Apotheker-Helden? So schlecht stehen wir im Ansehen der Öffentlichkeit ja nicht da – sagt auch die jährliche Abstimmung von Readers Digest zu den vertrauenswürdigsten Berufen.

Damit das auch weiterhin so bleibt ist also ein bisschen mehr positive Öffentlichkeitsarbeit notwendig. Und (hoffentlich) ein paar realistischere und positive Charaktere im Film und Fernsehen. … vielleicht auch mal mit einer weiblichen Apothekerin? (Nur damit der aktuellen Situation etwas mehr Rechnung getragen ist).

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Und jetzt lehne ich mich einfach gemütlich zurück und warte. Nach all der Arbeit, die ich damit hatte – ihr glaubt gar nicht, wie …. Moment! ich wollte mich ja jetzt entspannen, da gehört nicht dazu, dass ich mich hier ausjammere. :-)

Verleitende Namen

Zu mir kommt die leicht irritierte Drogistin Sabine.

Sabine: „Da ist eine Kundin und die will Vitamin B17. Ich kenne das nicht. Sie meint, ich hätte keine Ahnung und ich soll die Apothekerin fragen und ich soll schauen, ob wir das bestellen können.“

Oh weh.

Pharmama: „Das ist kein Vitamin, das ist nur eine Fantasiebezeichnung, die man etwas gegeben hat, damit es nach etwas gesundem tönt.

Tatsächlich ist das nicht einmal etwas gesundes – das ist … warte (ich zermarter mir das Gehirn) etwas mit Blausäure. Kommt natürlich vor in Aprikosenkernen und so.

Den Namen, den ich gesucht habe ist Amygdalin. Der „Wirkstoff“ Blausäure –  ist toxisch. Zuviel und man macht eine Cyanidvergiftung – das heisst, es verbindet sich mit dem dreiwertigen Eisen in den Körperzellen … stärker als das Sauerstoffatom, das dort hingehört und das schädigt natürlich die Zellatmung – die Zellen sterben. Kleinere Mengen können wir in der Leber noch entgiften, aber schon 50mg Cyanid-freisetzende Blausäure ist tödlich.

Wegen genau dem Problem ist das auch nicht zugelassen. Es existiert kein Fertigarzneimittel und bei Zubereitungen gibt es strenge Vorschriften.

Die Leute, die das unbedingt nehmen wollen, weichen dann darauf aus Aprikosenkernen oder bitteren Mandeln zu kaufen.

Experten raten aber auch hier wegen dem Gift drin, maximal 1-2 Aprikosenkerne am Tag zu verzehren oder vorsorglich ganz auf solche Produkte zu verzichten.

Amygdalin wird deshalb als Vitamin B17 bezeichnet, da ein Mangel im Ausbruch einer Krebserkrankung resultieren würde. Das ist ein Konjunktiv – da ist gar nichts bewiesen. Amygdalin ist weder als Arzneimittel zugelassen, noch spielt es in der menschlichen Ernährung als Vitamin eine Rolle.

Da kann ich sie nur enttäuschen und ihr abraten.

Auch wenn sie dann denkt, auch ich hätte auch keine Ahnung.

Wie wird man eine gute Apothekerin?

Frischer weisser Schurz und den Kopf voll von theoretischem Wissen – so stehen neue Apotheker in der Apotheke. – Bald ist es wieder soweit, die Abschlussprüfungen des hiesigen Jahrgangs sind bald fertig, dann fängt für einige Apotheker/innen die Arbeitswelt an.

Apotheker zu sein und fertig ist anders als die Arbeit im Praktikumsjahr. Auf einmal kann man sich nicht mehr hinter jemandem anderen verstecken – man hat niemanden mehr, der für einen hinsteht und die problematischen Fälle ausbügelt und Lösungen beschliesst. Auf einmal arbeitet man alleine.

Wahrscheinlich ist man nicht darauf vorbereitet. Als Neuling ist man das eigentlich nie. Ich war es sicher auch nicht.

Als ich hier in der Apotheke anfing, hatte ich einen Probetag hinter mir (eine Woche zurückliegend) und das war’s dann. Denn am Tag als ich eingeführt werden sollte, meinte mein Chef – „Ich fühle mich nicht so gut, ich denke, ich gehe nach Hause. Du machst das schon.“

Und weg war er. Krank zu Hause.

Und da stand ich. Allein. Mit der ganzen Verantwortung nur noch auf meinen Schultern.

Kein Sicherheitsnetz mehr.

Ich hab’s überlebt. Mich mit Hilfe der anderen Mitarbeiter ins Geschäft eingearbeitet – und ein paar Tage später dann doch noch eine richtige Einführung bekommen.

 

Aber ich habe hier ein paar Tipps für die frischen Pharmazeuten:

Das Studium der Pharmazie gibt einem ein Diplom, aber es bringt einem nicht wirklich bei, wie man ein Apotheker wird. Man ist nicht fertig mir lernen, nur weil man den Abschluss in der Tasche hat. Eigentlich … fängt man erst richtig an. Im Studium wird einem alles in schwarz/weiss beigebracht. Das ist aber nicht so, tatsächlich gibt es eine Menge graue Abstufungen. Was für die eine Person funktioniert, missrät bei der nächsten völlig. Es gibt keine Patentlösungen, die bei allen Situationen klappen. Wenn man das versteht, ist man schon sehr weit. Wer flexibel ist, wird nicht gebrochen.

Lass Dir Zeit. Entgegen dem, was manche zu denken scheinen, geht es nicht darum Rezepte so rasch wie möglich auszuführen. Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst um es korrekt zu machen – bei jedem einzelnen Rezept. Mit der Übung geht es schneller – aber noch einmal: das Ziel ist richtig und nicht schnellstens.

Du bist nicht besser als andere, nur weil Du jetzt eventuell mehr verdienst. Es mag sein, dass Du alle möglichen Fakten und Statistiken im Gedächtnis hast, jede Art Behandlung für alle Krankheiten aufsagen kannst, aber gegenüber der eingesessenen Apothekerin, die Patienten hat, die man fast nur als Fans bezeichnen kann, hast Du nichts voraus. Sie kümmert sich um sie. Und sie wird deshalb zurückgeliebt.

Eine überhebliche Einstellung bringt einen nirgendwohin. Nur weil man einen weissen Schurz anhat, macht das einen nicht besser als andere. Oder weiser. Tatsächlich werden die Leute Deine ältere Pharmaassistentin lieber um Rat fragen … jedenfalls, bis man selber ein paar Jahre zugelegt hat. Wenn man jung und weiblich ist, gilt das noch viel mehr, als wenn man jung und männlich ist. Da muss man drüber wegkommen. Das ist nicht persönlich gemeint. Das ist einfach so.

Schau die Leute anders an. Man sieht im Normalfall das, was man sehen will. Wenn man sich antrainiert, etwas Gutes in jedem zu finden, wird man den Leuten auch einfacher verzeihen, wenn sie einen enttäuschen und – wichtiger, sie werden dir verzeihen, wenn du sie enttäuscht.

Du hast kein Recht unhöflich zu sein. Nie. Bis zu dem Moment, wo Du deinen eigenen Lohn zahlst, wirst Du immer jemanden haben, dem Du Rechenschaft schuldest und Unhöflichkeit wird von Deinen Vorgesetzten nicht verteidigt, sogar wenn sie vielleicht gerechtfertigt war.

Es ist nie die Nachricht, die schlecht ankommt bei den Leuten, es ist normalerweise, wie man es sagt. Effektive Kommunikation ist ein Kurs, wo sich die Weiterbildung lohnt. Rede nicht an jemanden heran, rede mit ihm. Es ist okay zu sagen, „Wenn ich sie richtig verstehe, dann …“ . wenn sie denken, Du verstehst sie, dann hast Du die halbe Schlacht gewonnen. Es ist wichtig, zu empathisiseren. Wenn Dein Kunde der Überzeugung ist, dass Du auf seiner Seite bist, wird er Dir weniger Probleme machen. Zum Beispiel: es hört niemand gerne, dass der Arzt immer noch nicht das Rezept geschickt hat. Da kann man durchaus sagen: „Ich verstehe, dass sie das ärgert! Uns macht es auch verrückt, wenn wir schon 2 x angerufen haben und trotzdem nichts passiert. Vielleicht rufen sie einmal an, schliesslich sind sie ja der Patient.“

Sei deinen Kunden ein Freund.

Rede mit Deinen Patienten. Das ist der gute Teil des Jobs. Natürlich gibt es darunter welche, die einen verärgern (manchmal auch absichtlich), langweilen oder schocken. Aber am Ende des Tages ist das der Teil der Arbeit, der einem am meisten zurückgibt. Versuch es, auch wenn Du (wie ich) eher zu den introvertierten Leuten gehörst.

Stell Fragen statt Dinge anzunehmen. In der Apotheke geht es oft um die Gesundheit – und damit auch um das Leben der Menschen. Dinge anzunehmen statt sie zu erfragen und damit zu wissen kann sehr negative Auswirkungen haben. Also frag beim Arzt nach, wenn etwas unleserlich oder eine Dosierung unklar ist. Frag den Patienten, ob er weiss, wie man etwas nehmen muss und erkläre es ihm noch einmal, selbst wenn er es schon hatte.

Deine Pharmaassistentinnen sind deine rechte Hand und dein Lebensretter. Sie können deine Arbeit einfach machen oder schwerer. Natürlich gibt es welche, die besser sind als andere, aber arbeite mal ein paar Stunden ganz alleine – dann weißt Du, was Du an ihnen hast. Nur weil sie kein Diplom haben, heisst das nicht, dass sie nicht auch wertvoll sind.

Lerne von Deinen Fehlern. Obwohl man von uns nahezu Perfektion verlangt, sind Apotheker doch auch Menschen und wir machen Fehler, wie jeder andere auch. Ich selber habe einige Fehler gemacht, falsches Medikament gelesen, falsche Dosis angeschrieben und manches falsch eingeschätzt. Wichtig ist, dass man wirklich von den Fehlern lernt und sie nicht wiederholt – wo möglich.

Involviere Dich in den Zukunft deines Berufes und halte Dich informiert, was um Dich herum passiert. Das Gesundheitswesen ändert sich schnell – und es gibt Sachen, die man machen kann, damit man am Schluss nicht nur das ausführende Opfer ist. Du entscheidest mit, wohin der Apothekerberuf gehen wird. Also ist es wichtig beim Apothekerverein Mitglied zu werden – und vielleicht auch in anderen involvierten Organisationen.

Wenn du etwas sagst, dann halte es. Versprich nicht jemandem etwas und mach es dann nicht. Und wenn du es nicht durchziehen kannst, dann solltest Du besser alles versucht haben, bevor du aufgibst. Wenn Du etwas nicht tun konntest für einen Patienten, dann sollte er wissen, dass Du dein Bestes gegeben hast.

Hab Spass. Natürlich ist die Arbeit anstrengend – auf so ziemlich allen Ebenen, aber es gibt immer wieder Möglichkieten bei der Arbeit Spass zu haben. Mit den Kollegen zu scherzen. Ausserhalb etwas zu unternehmen. Ergreife die.

 

Das sollte es etwa sein. Deine Patienten mögen nicht so gut zu dir sein, wie Du zu ihnen, aber wenn Du Haltung bewahrst, realistische Erwartungen hast, Deine Grenzen lernst und Dich anständig benimmst, und Dich um sie kümmerst – dann bist Du eine gute Apothekerin. Und das ist ein sowohl fordernder als auch lohnender Beruf.

So wie die momentan wieder Telefonwerbung für Krankenkassenwechsel machen …

… ist das fast die beste Werbung für eine Einheitskrankenkasse.

Liebe Krankenkassen: DAS NERVT!

Noch mehr, wenn man weiss, dass das gar nicht mehr erlaubt ist. Die Frau hat dann auch rasch wieder aufgehängt, als ich ihr das gesagt habe und gefragt habe, für wen sie denn anruft. Mein Kuschelbär hatte gestern mehr Mühe die eine wieder loszuwerden. Er ist aber auch zu lieb.

(Nein, ich bin nicht für eine Einheitskrankenkasse – auch wenn das mit der Werbung dann prompt aufhören würde).