Der Ball ist rund …

… und ein Spiel dauert 90 Minuten. Soviel ist klar.

Ich verfolge die EM ja hauptsächlich von zuhause vom Fernseher mit – gezwungenermassen könnte man sagen, da Kuschelbär die Fernbedienung gepachtet zu haben scheint. Das ist aber nicht so schlimm, denn eigentlich finde ich es doch ganz interessant.

Trotzdem habe ich da noch ein paar offene Fragen:

Woran liegt es ….

… dass beim Fernsehen jeder Ballwechsel lautstark kommentiert und kritisiert werden muss? (Und zwar so lautstark, dass Junior es 2 Zimmer weiter sicher auch mitbekommt)

… dass es bei der einen Mannschaft (die man unterstützt) immer als Foul gesehen wird …

… dass dasselbe bei der gegnerischen Mannschaft auf jeden Fall eine Schwalbe gewesen ist?

… dass immer wenn ein Spieler in Grossaufnahme gezeigt wird, dieser garantiert gleich auf den Rasen spuckt? (Igitt)

… dass der Schiri blind zu sein scheint und taub, dass er die lautstarken Kommentare und Zurufe von all den Zuschauern nicht hört?

… dass es nur bei der gegnerischen Mannschaft ein „Offside“ gibt, aber nicht bei der eigenen?

… dass der Goalie immer Schuld ist, wenn es ein Tor gibt – ok, immerhin hat er ihn durchgelassen?

… dass die Mannschaft, die „besser gespielt hat“ nicht unbedingt auch die Mannschaft ist, die gewonnen hat?

Bewerbungen: wie und wie nicht

Mit etwas Glück haben wir unsere neue Mitarbeiterin gefunden. Es war wieder ziemlich ein Weg dorthin, v.a. sich durch die Bewerbungen zu lesen.

Dabei sind mir ein paar Sachen aufgefallen:

Wenn Du eine Bewerbung schreibst, wäre es von Vorteil, das Schreiben an die Person zu richten, die für die Bewerbung zuständig ist. Den Namen des Chefs oder des Geschäftes falsch zu schreiben (hatten wir 3x) ist nicht optimal. Ganz schlecht ist es, einen vollkommen anderen Namen dort bei der Anrede stehen zu haben (z.B. weil das von der letzten Bewerbung mit Copy/Paste übernommen wurde).

Arbeitszeugnisse sind wichtig. Wenn ein Arbeitszeugnis fehlt, kann das auch schon etwas aussagen (meistens nichts gutes). Übrigens kann man Arbeits- und Zwischenzeugnisse auch noch Jahre später vom (Ex-) Arbeitsgeber verlangen.

Zeugnisnoten sind relativ. Es muss nicht immer überall eine 5 oder eine 6 sein. Genügend ist ok, ungenügend nicht. Es ist oft auch so, dass Schulnoten und die Anwendung in der Praxis recht auseinanderklaffen. Das wissen wir. Das ist einer der Gründe weshalb wir Probetage machen, wo wir den Bewerber bei der Interaktion mit Kunden und Team anschauen.

Schulzeugnisse sind auch noch interessant wegen dem Punkt „Absenzen“.  Gibt es welche? Viele? Wieso? Schlecht sind viele unentschuldigte Absenzen. Da fragen wir zumindest nach, was sie bedeuten. Krank? Unlust? Böser Lehrer?

Referenzen: Wenn man eine Referenz angibt, sollte man sich sicher sein, dass diese Leute auch zufrieden mit einem waren. Ernsthaft, wenn einem gekündigt wurde, ist es eventuell keine gute Idee den ehemaligen Chef als Referenz anzugeben (selbst wenn er nicht sagen darf, warum einem gekündet wurde).

Ausländische Bewerber: Ich bin gerne bereit, auch jemanden aus Deutschland oder Frankreich oder einem anderen Land einzustellen, solange er eine anerkannte Ausbildung, Zulassung und Arbeitserlaubnis hat – und am Besten schon Erfahrung in einer schweizerischen Apotheke. In meiner kleinen Apotheke habe ich einfach nicht die Zeit jemanden von der Pike auf anzulernen. Ich brauche jetzt vollwertigen Ersatz für meine Mitarbeiterin. Das ist auch der Grund, warum ich bei Bewerbungen Leute mit Erfahrung in der Schweiz bevorzuge. Sorry.

Aktuelles Foto: Ich finde das gehört einfach bei einer Bewerbung dazu, damit man sich ein bisschen ein besseres Bild von der Bewerberin/dem Bewerber machen kann. Nur aufgrund eines Bildes habe ich noch niemanden abgelehnt. Ehrlich

Ist Patriotismus eigentlich ansteckend?

So wie’s aussieht schon. Die einzige andere Erklärung, wäre noch, dass die Schweizerfahnen einen Weg gefunden haben, sich ungeschlechtlich zu vermehren – nächtliche Zellteilung vielleicht?

Jedenfalls werden es immer mehr.

Heute habe ich auf meinem 20 Minütigen Arbeitsweg 28 gezählt (Girlanden ausgenommen)!  Normalerweise sind es maximal 2.

Morgen fängt also die EM an.

Ich kann nicht sagen, dass ich vollends begeistert bin, speziell weil das ausgetüftelte „Verkehrskonzept“ mir einen Riesenumweg auferlegt. Grrrr. Und dabei musste ich schon heute abend einer Horde betrunkener Fans ausweichen. Das kann ja lustig werden. (Haben wir in der Apotheke genug Alka Seltzer an Lager?).

Steinzeit Diät oder: der Neanderthaler in uns

Gelegentlich hört man von Diäten oder Behandlungen, die darauf beruhen, dass man es macht, „wie unsere alten Vorfahren“, wie die Steinzeitmenschen oder ähnliches. Und das soll dann speziell gesund sein.

Ich wage zu widersprechen. Von dem wenigen, was uns aus dieser Zeit überliefert ist, gehört, dass diese Frühmenschen nicht gerade sehr alt wurden. Mit 35 war man schon ein Methusalem. Die meisten starben vorher.

Das Essen war oft auch nicht abwechslungsreich (v.a. im Winter), so dass Mangelerscheinungen an der Tagesordnung lagen. Frauen wurden sehr früh schwanger und starben oft daran, direkt oder weil es den Körper doch recht auslaugt.

Diese Frühzeitmenschen entwickelten kaum Krebs oder Alzheimer oder Parkinson – dazu wurden sie einfach nicht alt genug! Daraus abzuleiten, dass ihre Lebensart gesünder war ist … äh, kurzsichtig.

Ich möchte noch anmerken, dass natürlich eine Vielzahl der heutigen Krankheiten ihre Ursachen in falscher Ernährung haben: zu viel Zucker, Fett, leere Kalorien, fördern das Übergewicht und damit verbunden Kreislauferkrankungen und Diabetes. Trotzdem haben wir heute mehr als früher Gelegenheit und Möglichkeit gesund zu leben und -auch deswegen- sehr alt zu werden.

Das Foto ist übrigens nicht von einem Neanderthaler Schädel – und ja, ich bin mir bewusst, dass die Neanderthaler wohl nicht zu unseren Vorfahren gehörten, sondern eine der (vielen?) Sackgassen der Evolution darstellt, aber es tönt einfach gut :-) – sondern von einem Homo Heidelbergensis. Aufgenommen wurde das Bild in Karlsruhe, wo Kuschelbär und ich letztes Wochenende an einem „Reisende-Treffen“ teilgenommen haben.

Eine sehr schöne Stadt ist das übrigens.

Kinder schlafen überall

Kinder haben meist keine Probleme mit dem Schlafen. Sie schlafen wenn sie müde sind, da ist es ziemlich egal, ob nebendran eine Fasnachtsclique im vollen Schwung vorbeispaziert, oder man bei Freunden an einer lauten Party sitzt.

Das Problematischte ist eher das Einschlafen. Es gibt Kinder die können das überall und jederzeit, selbst mitten in einer Beschäftigung.

Unser Junior gehört eher nicht dazu. Wenn er etwas macht, dann mit vollem Einsatz. Problematisch wird das dann, “wenn er den Punkt nicht findet“. Das ist dann der Fall, wenn er so müde ist, dass er nicht mehr einschlafen kann. Klingt paradox, aber ist so.

Solche Kinder sind dann überdreht, extrem quengelig und schreien wegen dem geringsten Anlass. Junior torkelt dann durch die Gegend wie ein betrunkener Flipperball. Da hilft nur eins: Junior nehmen und ins Bett stecken.

Und  dann schläft er …

hier noch eine lustige Zusammenstellung schlafender Kinder:

Dreck ist gesund!

Wir leben in einer Zeit, die den Putzfimmel hat. Alles hat porentief rein und hygienisch zu sein. Klinisch sauber. Bakterienfrei. Die Werbung suggeriert uns, dass man offenbar sogar die Fussböden desinfizieren muss.

Dabei ist das alles gar nicht gesund. Mal ganz abgesehen davon, dass wir mit jedem Desinfektionsmitteleinsatz nur noch mehr Desinfektionsmittel-resistente Bakterien selektieren, also die, die uns dann irgendwann am ehesten Probleme machen, ist es auch für unser Immunsystem gar nicht gut, wenn wir alle Erreger von ihm fernhalten. Denn unser Immunsystem braucht Training. Vor allem das der Kinder.

Haben sie sich einmal gefragt, warum es heute immer mehr Allergien gibt? Einer der Gründe ist unsere superhygienische Umwelt – und dass unser untrainiertes Immunsystem verrückt spielt, wenn es dann einmal mit einem „Allergen“ (und das kann letztlich fast alles sein) in Kontakt kommt. Studien haben gezeigt, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen viel weniger Allergien haben, als Kinder, die in der Stadt aufwachsen. Dabei (oder eben: weil) haben sie täglich Kontakt mit so vielen Sachen, die häufig Allergien machen: Tierhaare, Gräserpollen, Staubmilben, Kuhmilch …

Also lautet auch die Empfehlung meines ehemaligen Immunologie-Professors: Lasst die Kinder Dreck essen! Lasst sie Dinge in den Mund nehmen, bringt ihnen aus den Ferien Sachen mit, zum ablutschen: Muscheln, Steine, Rinde, das alles trainiert das Immunsystem.

Natürlich habe ich das bei Junior befolgt. Abgesehen von gelegentlichem Durchfall – und auch das nie schlimm, hat er keine negativen Folgen davongetragen. Und klar, ALLES lasse ich ihn auch nicht in den Mund nehmen, das hat Grenzen. Zigarettenstummel sind zum Beispiel ein grosses NeinNEIN.

Tagesheime und andere Orte, wo Kinder zusammenkommen, sind auch gut in dem Sinne, dass das Immunsystem trainiert wird. Man (ja, ich auch) mag sich ja beklagen, dass die Kinder oft krank nach Hause kommen, weil sie den neusten Käfer der umgeht, dort aufgelesen haben. Aber das sind häufig Krankheiten die jährlich umgehen. Wenn sie es jetzt nicht durchmachen, dann später, im Kindergarten oder der Schule.