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Schnurz-Egal Hauptsache billig

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Bild von der Seite: Schnurz-Egal.de (mit freundlicher Genehmigung) – Unbedingt die Packungsbeilage lesen!

Deutsches Rabattvertrag-system … sagt das meinen Schweizer Lesern etwas? Nein? Dann versuche ich das hier in Kürze zu erklären:

Es hört sich nach Sparen an, aber der einzige Gewinner bei der Sache ist die Krankenkasse. Die machen nämlich diese Rabattverträge mit den diversesten Generikafirmen. Sie schreiben dazu Wirkstoffe aus, die Firmen machen Angebote und das beste Angebot bekommt dann den Zuschlag. Fortan dürfen die Apotheken den Patienten bei diesen Wirkstoffen (egal was auf dem Rezept steht) nur noch genau das Präparat von der Firma abgeben, mit der deren Krankenkasse gerade aktuell einen Vertrag hat. Alles andere wird nicht vergütet (retaxiert) und teils muss der Patient zuzahlen. Wieviel die Krankenkassen daran sparen ist unbekannt, da die Verträge geheim sind. Es muss aber ziemlich lohnend sein, denn die Verträge (und damit die abzugebenden Wirkstoffe) wechseln ständig.

Dadurch entstehen dem Patienten ständige Wechsel wie die Tabletten heissen / aussehen / … und teils auch wirken.

Aber Pharmama, Du bist doch so für die Generika-Abgabe … weshalb bist Du da so gegen das Rabattsystem?

Ich BIN für Generika. Ich finde es auch gut, dass die günstiger sind als die Originale – unser Gesundheitssystem braucht es dass man da Geld sparen kann. ABER … muss man da derart Zwangsmässig eingreifen und vorschreiben, was noch genommen werden darf? Und dann noch die Krankenkasse? Die jetzt wirklich nicht wissen, was ein Austausch teils bedeuten kann (Bioverfügbarkeit, Austauschbarkeit, Einnehmbarkeit, Compliance etc?)

in der Schweiz sind jetzt anscheinend Bestrebungen im Gange, die in die gleiche Richtung gehen. Gesundheitsminister Alain Berset will einführen, dass nur noch das billigste Generikum von der Krankenkasse übernommen wird.

Wehret den Anfängen!

Dass das keine gute Idee ist, sieht man in Deutschland an den Rabattverträgen – die Apotheker müssen zum Abgeben des für die Kassen “richtigen” Produktes manchmal richtige Marathonläufe absolvieren, vor allem wenn das Medikament wieder mal nicht lieferbar ist.

Wenn man bei uns jetzt schweizweit nur noch ein (einziges) Generikum jeweils kassenpflichtig macht … dann gibt man diesem Hersteller faktisch das Monopol darauf. Nach einem anfänglichen Preiskampf dürfte das dann sehr schnell den Effekt haben, dass die anderen Hersteller (von Original und Generika) das Mittel gar nicht mehr herstellen – wofür auch? Für die paar, die das Geld haben das selber zu zahlen? Und wenn dann ein Lieferproblem auftritt bei dem einen Generikum … dann sitzen wir hier noch mehr auf dem Trockenen.

Aber auch wenn nicht … das billigste Generikum ist (das garantiere ich) nicht in Europa hergestellt worden. Schon jetzt weiss ich nicht mehr (und kann auch nicht nachschauen), woher denn die Medikamente genau kommen. In der Schweiz gibt es noch eine heimische Firma (Streuli), der Rest der Pharmafirmen sind internationale Mogule, die international herstellen lassen. Und heute ist es so: wenn es möglichst günstig sein muss, dann passiert das in Asien. Damit habe ich zunehmend Bedenken. Immer häufiger höre ich von Unregelmässigkeiten in der Qualitätssicherung, der Dokumentation und der Wirkstoffreinheit.

Und die Wirkung auf die Patienten selber? Ich kann mir hier noch (zusammen mit dem Patienten) die Generika selber aussuchen. Ich bemühe mich auch Generika an Lager zu halten – dabei spielt der Preis eine Rolle, aber auch Faktoren wie Einnehmbarkeit, Zuverlässigkeit der Firma, Bioverfügbarkeit im Vergleich zum Original etc. Wenn ich einmal einen Patienten vom Generikum überzeugen konnte, versuche ich auch nicht mehr zu wechseln. Gerade beim älteren Patienten hängt viel davon ab, ob er es richtig einnimmt dass die Tabletten wiedererkennbar das ist, was er bisher genommen hat. So jemanden (wie in Deutschland) alle paar Monate wieder davon überzeugen zu müssen, dass diese Tabletten, die jetzt ganz anders aussehen (weiss statt rosa, oval statt rund …) und ganz anders heissen jetzt das gleiche sein soll, wie das, was er bisher hatte und die er (bitte) gleich weiter nehmen soll – das ist schwierig. Manchmal unmöglich.

Darum: bitte nicht. BITTE NICHT!

Wer jetzt denkt, dass ich das nur wegen dem Geld schreibe, das ich als Apotheke bei so einer Änderung verliere, dem möchte ich 2 Sachen zum Bedenken geben: Der Teil, den ich an der Marge eines rezeptpflichtigen Medikamentes verdiene ist ziemlich klein – mehr bekomme ich durch die Pauschalen. Da ist es mir egal, ob es sich um ein Original oder ein Generikum handelt, ich bekomme gleich viel (finde ich auch sinnvoll).

Und für die Apotheke macht so eine Vorschrift die Lagerhaltung wesentlich einfacher und günstiger: Dann muss ich statt den 3 − 4 Generika nur noch ein einziges an Lager haben.

Trotzdem bin ich dagegen. Nicht wegen mir – wegen meinen Patienten. Ja – es ist nötig, dass der Anteil der abgegebenen Generika erhöht wird (und ich arbeite mit daran), aber das hier ist unsinnig und im Endeffekt gefährlich für unser Gesundheitssystem – wo die Ausgaben für die Medikamentenkosten 9.2% der Gesundheitskosten betragen (2014) … und deren Anteil in den letzten Jahren schon stetig gesunken ist! Wollt ihr nicht mal woanders ansetzen???

Apotheken aus aller Welt, 606: Basel, Schweiz

Da war  Mütze  schon (fast) wieder daheim: Danke auch für diese Bilder!

hier übrigens noch ein paar Bilder der Bahnhofsapotheke in Basel welche ich im Januar fotografiert habe.

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Wow, die hohe Decke!

Apotheken aus aller Welt, 598: Riehen, Schweiz

Danke an Suzanne auch für diese Apotheke:

Das Bild ist schon etwas älter – in Riehen wurde da ziemlich etwas an der Strasse gebaut. Das war sicher nicht toll für diese kleine Apotheke praktisch mitten in der Baustelle. Im selben Haus rechts das Blumengeschäft, links die Apotheke:

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Apotheken aus aller Welt, 597: Binningen, Schweiz

Einsendung von Suzanne:

Binningen liegt gleich bei Basel. Die Apotheke war geschlossen, da Sonntag … da kann der Herr auf der Treppe noch länger warten …

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He – das ist die St. Margarethen Apotheke, die habe ich auf Facebook schon gesehen.

Image und über sich selber lachen

Die Image-Werbespots des deutschen Apothekerverbandes sind draussen!

Hier erst mal einer:

Was meint ihr?

Keine Ahnung, ob das für das Image der Apotheken unterstützend ist, aber ich find’s extrem lustig :-) Nicht ganz die “Hilfe”, die er erwartet hat …

Und die Apothekerin kommt sympathisch rüber. Falls mein Buch mal verfilmt wird, darf sie mich gerne spielen. …

Mehr auf wir-sind-ihre-apotheken.de – den “Offline” finde ich den besten.

der da:

Wer jetzt denkt, das sei schräg, schaue sich mal den neuen an von den Schweizern. Läuft auch im Kino.

http://video.fadeout.ch/de/kinospot/durchfall/141111_av_long_1920x1080_10mbs_lay/?embed=1

(sorry, lässt sich nicht einbetten) Apotheken-Werbung ganz ohne Apotheke …

Apotheken aus aller Welt, 593: Basel, Schweiz

von turtle/David

hier habe ich zwei Fotos von der Sonnen-Apotheke an der Hegenheimerstrasse 36 in Basel. :)

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… er hat mir im übrigen glaubhaft versichert, dass der Unfall nichts mit der Apotheke zu tun hatte….

Wohin mit alten Medikamenten?

Die Kurzfassung ist: Nie in die Toilette! Medikamente = Sonderabfall.

In der Schweiz kann man alte oder nicht mehr gebrauchte Medikamente in die Apotheke (oder Drogerie) zur fachgerechten Entsorgung zurückbringen. Der Service ist meist gratis, auch wenn wir dafür zahlen und die Pharmafirmen nichts dazu geben. Wir sortieren auch vor: Spritzen und andere biohazard Abfälle, Quecksilberhaltiges, Zytostatika, normale Medikamente. Chemikalien, Säuren, Basen, Öle …

Grössere Mengen Abfall (was nicht “haushaltsüblich” ist) muss man in die Sondermüll-Sammelstellen bringen. Info dazu findet sich auf Abfall.ch

In Deutschland gibt es keine einheitliche Regelung.  Seit 2009 sind Apotheken in Deutschland nicht mehr verpflichtet, Medikamente und Arzneimittel zurück zu nehmen. Ein Teil der Apotheken bietet die Rücknahme von Medikamenten auf freiwilliger Basis an.

Es gibt seit neuem aber eine Website, auf der man nachschauen kann, wie man seine Arzneimittel und Medikamente am besten entsorgen kann: Arzneimittelentsorgung Deutschland

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Was man aber nie, NIE (!) machen sollte: seine Medikamente via Toilette entsorgen.

Das ist leider immer noch gang und gäbe und schadet der Umwelt enorm! Das geht danach direkt ins Grundwasser und von da wieder in unsere Nahrung. Don’t do it!

Der Hausabfall und die Verbrennungsanlage ist dort eine Option, wo das hochtemperaturig genug verbrannt wird, wie es für Sondermüll nötig ist. (Siehe websites).

Apotheken in aller Welt, 579: Zürich, Schweiz

Ein paar weitere Apotheken von Maggy, die ein bisschen Regen-geplagt zu sein scheint auf ihren Ausflügen?

Diese Apotheke befindet sich auf der Bahnhofstraße in Zürich. Warum muss es eigentlich immer regnen, wenn ich Apotheken fotografieren möchte? Und warum gibt es auf dem Weg zum nächsten Laden, der Regenschirme verkauft, unzählige Apotheken aber nirgends Regenschirme?

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Noch eine Apotheke von der Bahnhofstraße in Zürich. Es ist eine Apotheke der Supermarktkette Coop.

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(P.s. von der Pharmama: die Amavita im ersten Bild und die vitality coop hier gehören zur selben Kette: Galenica).

Ja, es gibt noch eine Apotheke auf der Bahnhofstraße. (und es ist nicht einmal die letzte!)

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Das ist die letzte Apotheke auf der Bahnhofstraße von mir. Vielleicht gibt es ja noch ein paar mehr. Ich habe umgedreht, nachdem ich endlich ein Geschäft fand, das Regenschirme zu vernünftigen Preisen verkauft.

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Apotheken aus aller Welt, 556: Fribourg, Schweiz

Und noch ein Nachzügler von Celine:

Und dann fällt mir grad noch ein, dass ich vor ca. einem Monat ja noch ein Foto aus Fribourg mitgebracht habe: Strasse könnte Boulevard de Pérolles gewesen sein, jedenfalls nahe beim Bahnhof.

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Pille danach – bald ohne Rezept auch in Deutschland ?

So wie es aussieht, kommt die Pille danach nun doch auch zur Abgabe ohne ärztliches Rezept in die deutschen Apotheken. Das nach langem Hin- und Her und erbittertem Widerstand Seitens gewisser Leute in der Politik und (interessanterweise) auch manchem anderen.

Ich denke, viel von dem Widerstand beruht auf Fehlannahmen.

Vielleicht kann ich hier ja mit ein paar von diesen aufräumen.

Die Pille danach ist kein Schwangerschaftsabbruch. Sowohl die Norlevo als auch die Ella one (Ellapristol) sind wirkungslos, wenn die Befruchtung der Eizelle stattgefunden hat. Sie greift früher in das Geschehen ein,

Zu den „erzwungenen Beratungsgesprächen“ kann ich nur sagen: Das sind keine Smarties (richtig!) das sind Medikamente, Hormone und hochwirksam. Die Anwendung sollte erfolgen, nachdem abgeklärt wurde, ob sie Erstens: Angebracht ist (wirklich notwendig) und Zweitens: Möglich ist (keine Gegenanzeigen, andere Erkrankungen, Wechselwirkungen etc.).

Das macht bisher der Arzt – und später halt der Apotheker oder der Arzt. Man kann sich aussuchen, was man will, aber „nachgeworfen“ bekommen sollte man sie nie. Das gilt in meinen Augen noch für eine Menge anderer Medikamente. Das ist keine Schikane.

Dabei geht es auch auf gar keinen Fall darum, die Patientin in ihrer Entscheidung zu beeinflussen. Die Artikel, die da von Belehrung reden, oder dass wir vom „Schutz des ungeborenen Lebens“ sprechen müssen könnten nicht mehr falsch liegen. Mal abgesehen davon, dass die Pille danach-Patientin noch gar nicht schwanger ist … sie will nur (nachträglich) verhindern, dass sie es wird.

In der Schweiz ist die Pille danach seit Jahren in der Apotheke ohne Rezept erhältlich: Nach so einem Beratungsgespräch zwischen der Apothekerin und der Frau, die die Pille danach wünscht.

Ich habe davon schon viele durchgeführt. Das ist uns Apothekerinnen auch nicht peinlich, das gehört zu unseren Aufgaben: Die Patienten über die richtige Anwendung der Medikamente zu beraten.

Dieses Beratungsgespräch dauert wenige Minuten, wird anhand eines vom Apothekerverein herausgegebenen (und den neuen Begebenheiten angepassten) Fragebogens geführt – und zwar nicht im Verkaufsraum, sondern im Beratungsraum. Das gebietet das Patientengeheimnis und ich habe noch nie gesehen oder gehört, dass das anders gemacht wird.

Dabei wird abgeklärt, ob die Patientin mündig ist (auch unter 16 Jahren möglich),

Wie lange der ungeschützte Geschlechtsverkehr her ist (die Pille danach kann nur innerhalb einer bestimmten Zeitspanne angewendet werden),

Ob und weshalb der Geschlechtsverkehr ungeschützt war (Kondom gerissen, Pille vergessen, keine Verhütung … mit den entsprechenden Tipps gegebenenfalls)

Wo im Zyklus sich die Patientin befindet (braucht es die Pille danach wirklich?)

Ob die Patientin schon schwanger sein könnte (keine Gegenanzeige beim Norlevo, aber ein Grund zum Frauenarzt zu gehen)

Wie es mit Vorerkrankungen aussieht (spezifisch: Eileiterschwangerschaft und Eileiterentzündung)

Wie es aktuell mit Erkrankungen aussieht (Durchfall?)

Ob andere Medikamente genommen werden (Gibt es mögliche Wechselwirkungen, kann die Pille danach richtig wirken?)

Ob Allergien bestehen (spezifisch gegen Hormonpräparate)

Im Zweifel kann man einen Schwangerschaftstest machen lassen oder die Patientin an den Frauenärztlichen Notfall oder die Familienplanungsstelle weiter schicken.

Ist alles okay, wird die Pille danach gleich in der Apotheke eingenommen. „Auf Vorrat“ gibt es die Pille danach nicht.

Man muss über die weitere Verhütung informieren (Die Ella One vermindert zum Beispiel die Wirkung der normalen Pille!)

Falls nötig kann man an der Stelle noch auf die Übertragung von Geschlechtskrankheiten hinweisen – dass man schwanger werden kann ist nicht der einzige Effekt von ungeschütztem Geschlechtsverkehr.

Man weist die Patientin auf die möglichen Nebenwirkungen hin, gibt ihr ein Informationsblatt mit.

Das war es.

 

Aus meinen Erfahrungen (und der Apotheker/innen) die ich kenne, kann ich auch ein paar Dinge zu den „Auswirkungen“ der rezeptfrei erhältlichen Pille danach sagen:

Es wird immer ein paar Frauen geben, die unvernünftig mit sich und ihrer Sexualität umgehen. Trotzdem sind das wirklich sehr wenige hier und die Ausnahme und nicht die Regel. Die meisten Frauen, die zu einem Pille danach Gespräch kommen, sind vernünftige und um sich besorgte Individuen, deren Anliegen verständlich ist.

 

Und jetzt kommt das Aber: Aber bei uns in der Schweiz ist es auch so, dass die Pille (oder sonstige normale Kontrazeption, also Verhütung) nicht von den Krankenkassen übernommen wird. Auch nicht für unter 20jährige. Das selbe gilt für die Pille danach. Die gibt es nicht gratis, sondern sie kostet. Das Beratungsgespräch ist im Preis enthalten.

Da sie frei verkäuflich ist kann die Apothekerin gegebenenfalls (bei finanziell sehr schlecht dastehenden Personen) noch etwas am Preis drehen – aber gratis abgegeben wird sie nicht. Den Arztbesuch dazu hätte man übrigens auch bezahlt – und das wäre insgesamt wohl sogar etwas teurer.

Trotz all dem gibt es bei uns nicht mehr Schwangerschaftsabbrüche oder Jugendschwangerschaften als in anderen Ländern. Tatsächlich hat die Schweiz eine der niedrigsten Abbruchraten im internationalen Vergleich. Das hat sich auch nach Einführung der Pille danach (die auch kein Abbruch ist: siehe oben) nicht geändert.

 

Ich weiss nicht, wie das in Deutschland gehandhabt werden wird / soll.

Dort wird ja die normale Kontrazeption von der Krankenkasse übernommen (werden die dann dort #wiesmarties geschluckt deswegen? Ich denke auch nicht).

Auf jeden Fall sollte die Arbeit des Apothekers (die Beratung – die notwendig ist und nicht ganz unaufwändig, auch wenn sie nicht Stunden dauert) mit vergütet werden. Oder sogar separat.

Nicht unbedingt als „Hürde“ – obwohl es vielleicht manche von denen, die dann denken, sie nehmen lieber das als die normale Verhütung … doch zum Denken anregt.

Immerhin ist es für die Frauen auch der geringere Aufwand – wenn man daran denkt, wie schwierig das sein kann, zur richtigen Zeit (und Ort) einen Arzt aufzutreiben, der einen empfängt und es dann verschreibt … und dann muss man das doch in der Apotheke holen gehen. Das sollte es doch wert sein.

Aber, wie gesagt: Deutschland. Nicht die Schweiz.

Gratulation jedoch schon mal, dass ihr so weit gekommen sind!

Apotheken aus aller Welt, 530 : Brig, Schweiz

ich machte mit meinem jüngeren Bruder wieder mal eine grossartige Schweiz-Rundreise mit der Bahn – Abfahrt um 4:45, wieder zu Hause um 21 Uhr, unterwegs gerade mal so zwei Stunden lang Aufenthalte in Gossau, Gais und und Brig. Langweilig wird es uns da nicht, wir haben ja “Beaver Gang” und Gesprächsstoff dabei, und nicht zuletzt sind wir beide Eisenbahnfreaks.
Und so habe ich für dich, deinen Blog und seine Leser diese Apotheke in Brig aufgeschnappt… wegen einer dummen Kameraeinstellung ist das Bild leider etwas körnig. ISO 3200 halt…

Danke, lieber turtle of doom/David, die nehme ich auch so. Schweizer Apotheken habe ich ja noch nicht so viele …

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Was kann ein Apotheker?

… und wann braucht es einen Arzt? Das ist das Thema des dosis, einem Heft des Schweizer Apothekervereins, bei dem der Kantonsarzt von Bern, Dr. Jan von Overbeck zur Sprache kommt – und dabei schön zeigt, dass Apotheker und Ärzte sich nicht allgemein gegenseitig bekriegen, wie es einem die Presse momentan suggerieren will. Er schreibt (wie ich auch) Zusammenarbeit gross:

in der Grundversorgung haben beide Berufsgruppen absolut Interesse, zusammenzuarbeiten, denn ihre Tätigkeiten ergänzen sich gegenseitig. Auch für die Gesellschaft ist es von Vorteil, wenn sie zusammenarbeiten, denn es gibt zu wenige Hausärzte. Apotheker sind am nächsten an unserem Beruf. Sie können problemlos die Erstabklärung übernehmen. So können wir gemeinsam die Lücken in der Grundversorgung schliessen.

Es geht im Artikel um das neue Heilmittelgesetz, wonach Apotheker das Recht bekommen sollen, mehr bisher rezeptpflichtige Medikamente abzugeben.

Ja, der Apotheker müsste gewisse medizinische Beschwerden tragieren und die entsprechende Medikation selbständig abgeben können. In Notfallsituationen ist das schon der Fall. Zur Zeit darf die akute Harnweginfektion im Notfall vom Apotheker diagnostiziert und behandelt werden, aber nicht während der normalen Arbeitszeiten, was ein klarer Widerspruch ist.

Er spricht hier die Abgabe rezeptpflichtiger Medikamente “in begründeten Ausnahmefällen” an .. darüber habe ich schon ein paar Mal geschrieben. Wir dürfen das. Und bevor ich den Aufschrei aus Deutschland höre, noch rasch der Nachsatz: wir können das auch. Wir haben Ausbildung und Weiterbildungen dafür besucht. Dr. Jan von Overbeck hatte offenbar die Gelegenheit an solchen Weiterbildungen dabei zu sein – er hat im Rahmen von netCare (das ist das Projekt hier) mit den Apotheken gearbeitet.

Natürlich hat das Grenzen, die er (wie ich) sieht:

Es ist genau wie bei uns Medizinern: Man muss die eigenen Grenzen kennen. Ein Kardiologe wird auch keine Magenspiegelung machen. Die Grenzen für den Apotheker liegen nicht unbedingt nur bei bestimmten Medikamenten, sondern im jeweiligen medizinischen Fall. Ein Apotheker kann eine junge und gesunde Person mit banalen Symptomen triagieren und die entsprechenden Medikamente abgeben. Wenn aber jemand mit Komplikationsrisiken wie Diabetes oder Herzinsuffizienz wegen der gleichen Beschwerden kommt, braucht es klar Abklärungen durch den Arzt – das Gleiche gilt natürlich auch für primär komplizierte Fälle. Apotheker, die die entsprechende Ausbildung und Erfahrung haben, sind durchaus in der Lage abzuklären, ob sie selber ein Medikament abgeben können oder den Patienten zum Arzt schicken müssen. Die Verantwortung liegt dann beim Apotheker.

Und sehr schön finde ich auch dies:

Wenn wir höhere Durchimpfungsraten erreichen wollen, müssen wir die Apotheker involvieren – mit einer Zusatzausbildung, die bereits jetzt viele haben, sind sie für diese Aufgabe absolut qualifiziert.

Au ja, bitte! Wenn es wieder eine Pandemie gibt – wir wollen dafür vorbereitet sein und mit den Ärzten arbeiten.

Originalquelle dosis 9.2014 Nr. 66 zu finden hier bei pharmasuisse.

Kleines Hallo an einen deutschen Arzt …

Einen der vielen, die in der Schweiz arbeiten:

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Es “muss” ein deutscher Arzt sein, der das Rezept ausgestellt hat. Das erkenne ich an der N1 …
Allerdings muss ich hier zugeben, dass ich damit nichts anfangen kann. Welche Grösse soll das sein? Hierzulande schreibt man die Anzahl g dazu … oder lässt die Grössenangabe ganz sein (dann ist es automatisch die kleinste Grösse) oder schreibt dazu “grosse OP”

Aber das macht nicht viel – der Rest stimmt wunderbar – schreibt doch (endlich) einmal ein Arzt den Inhaltsstoff auf, statt einen Markennamen. Das dürfte wirklich öfter vorkommen. Und die Dosierung ist auch genau angegeben. Toll!

Von dem her: wink! Lieber Arzt: mach weiter so! Egal woher Du kommst.

Apotheken aus aller Welt, 486: Bern, Schweiz

und nochmals von turtle of doom:

Apotheke-Bern