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AblErglInerReung?

Also – nachdem Ihr ja so gut seid im Entziffern und Dechiffrieren von Rezepten, habe ich hier eine Aufgabe für Euch:

RPWAS

Die Auflösung eilt nicht – wie ihr seht ist das Originalrezept schon etwas älter … und die Frage nach “was denn da noch drauf steht?” kam ein Jahr nach dem Ausstellen des Rezeptes aus reinem Interesse.

Was oben steht kann ich noch so in etwa lesen: 1 Pari Gerät zur Miete (das braucht man zum Inhalieren zu Hause)

Und dann?

Wir haben den Arzt wegen dem dann nicht angerufen … aber irgendwie interessiert es mich jetzt doch. Vorschläge?

Freundschaftsrezepte

Auch Apotheker, Pharmaassistenten und sonstige in der Apotheke arbeitenden oder deren Familienangehörige müssen zum Bezug von rezeptpflichtigen Medikamenten ein Rezept bringen. Das hat Gründe. Auch als Mediziner man ist nicht gerade unbefangen, weshalb zum Beispiel stark davon abgeraten (noch nicht ganz verboten) wird, als Arzt seine eigenen Angehörigen zu behandeln.

Das macht Sinn, auch wenn jemand schon seit Jahren Bluthochdruck oder Diabetes hat und Medikamente dagegen nimmt. Auch bei chronischen Sachen ist eine gelegentliche Kontrolle nötig. Manches ändert sich. Und mal ehrlich: manchmal sind auch Familienangehörige nicht gerade sehr zuverlässig, wie sie ihre Medikamente nehmen.

So wie die betagte Mutter einer Kollegin, die sich zwar nicht wohl gefühlt hat, aber nie zum Arzt wollte … wahrscheinlich, weil sie dann eben die Diagnose bekommt. Sie hatte Altersdiabetes – und auch nachdem das klar war, wollte sie keine Medikamente nehmen. Das hat Auswirkungen … unter anderem auf ihre Sehkraft, weshalb sie dann schliesslich doch unter Protest zum Augenarzt ging. Meine Kollegin hat vorher mit ihm geredet und ihn vorgewarnt, und als der Arzt mit der Untersuchung fertig war, hat er zur Mutter gesagt:

„Ich habe gehört, sie wollen keine Medikamente nehmen gegen ihren Blutzucker. Das ist okay. Es ist Ihre Entscheidung. Sie haben jetzt noch etwa 10% der ursprünglichen Sehkraft, Wenn Sie nichts nehmen, dann sind Sie in einem, spätestens in 2 Jahren blind, dann brauchen Sie mich auch nicht mehr.“

Das hat die Mutter dann doch dazu gebracht, umzudenken. Sie bekam vom Haus-Arzt Tabletten verschrieben, die sie auch nahm … aber die Folgeuntersuchungen liess sie wieder ausfallen, weil sie nicht wollte, dass er ihr auch noch Spritzen verschreibt. Und ihr Blutzucker war wohl immer noch nicht okay.

Der Arzt hat schliesslich gesagt, dass er kein weiteres Rezept ausstellt, ohne sie zu sehen. Darauf ist sie zu einem Freund gegangen, der auch Arzt ist (ganz anderes Fachgebiet) und hat ihn um ein Rezept gebeten. Sie wisse ja, was sie brauche.

Der hat dann ein Rezept ausgestellt – und zwar grad für ein Jahr.

Als meine Kollegin das mitbekommen hat, ist sie sehr ärgerlich geworden und hat dem Arzt/Freund ihre Meinung gegeigt, was sie von derartig unprofessionellem Verhalten findet, jemandem ein Rezept auszustellen, den man nie untersucht hat – und dann grad für so lange, was effektiv verhindert, dass sie die nächste Zeit unter Ärztliche Kontrolle kommen würde… und dann hat sie ihn dazu gebracht das Dauerrezept in der Apotheke zu stornieren. :-)

Hoffen wir, sie geht jetzt wieder zu einem Arzt. Ich glaube meine Kollegin schleppt sie sonst selber hin …

Wie schreibt sich das?

rpwasistdas

Ein Computergeneriertes Rezept. Man sollte denken, dass da nicht viel falsch gehen kann. Werden die nicht mittels Listen, wo die Medikamente drauf sind und anklicken erstellt?

Und wie passiert dann so etwas?

Patient: “Ich brauche dann wieder das Metacerox”

Praxisassistentin: “Wie schreibt sich das? Ich finde das nicht?”

Patient: “Na, so wie es sich ausspricht! 50 Milligramm. Ich hatte das bisher immer.”

Praxisasssistentin denkt sich: “Ach, ich füge das einfach als neue Zeile ein – die Apothekerin wird schon wissen, was gemeint ist.”

Ja – ich weiss. Aber ob der Arzt der das so unterschrieben hat das auch weiss?

Bonuspunkte für den, der mir in den Kommentaren das richtige Medikament nennen kann.

Wie nehme ich das jetzt?

Der Lehrling reicht mir das Telefon weiter für eine “pharmazeutische Frage”.

Am Telefon eine der Stimme nach ältere Frau:

“Halloo? Ich habe gestern von Ihnen ein Antibiotikum bekommen. Jetzt bin ich nicht sicher, wie ich das nehmen muss?”

Pharmama: “Wie war noch einmal der Name? Ich schaue rasch bei Ihnen im Dossier.”

Sie nennt mir Ihre Daten und ich rufe ihr Dossier auf.

Pharmama: “Ah – das Co-Amoxicillin, richtig?”

Frau: “Ja. Da steht auf der Etikette: Je 1 Tablette morgens und abends kurz vor dem Essen einnehmen. Für 7 Tage.”

So habe ich es auch bei mir festgehalten. Das ist unsere Übersetzung der Angaben des Arztes, die etwa so aussehen: 1-0-1 7d … und stimmt mit der im Beipackzettel empfohlenen Dosierung überein.

Pharmama: “Okay??”

(Ich verstehe das Problem noch nicht ganz)

Frau: “Heisst das, ich muss die 2 Tabletten nehmen und dann 7 Tage Pause machen?”

Pharmama: “Nein, das heisst, Sie nehmen während 7 Tagen jeden Tag morgens und abends je 1 Tablette.”

Frau: “Warum schreiben Sie das denn nicht so drauf. Ich finde das ‘für’ sehr irreführend!”

Oh. Und hier dachte ich, das wäre deutlich so. Gut, dass wir das klären konnten.

Hmmm, ich finde “während” auch schöner, aber ist das wirklich so unverständlich?

Die böse Apothekerin liess mich verhaften!?!

fakescript

Übersetzung:

Ich bin zu Walgreens gegangen um ein gefälschtes Rezept für Percocet einzulösen, nachdem ich Monatelang gefälschte Rezepte bei anderen Apotheken ohne Probleme eingelöst habe. Bei der seltenen Gelegenheit bei dem eine Apotheke es als gefälscht verdächtigt hat, war das Schlimmste dass sie mir gesagt haben, dass ich zurückkommen müsste, nachdem sie die Echtheit mit dem Arzt überprüft haben. Aber Walgreens hat es nicht ausgeführt oder mir gesagt, das ginge nicht, Nein, die hatten den Nerv mir zu sagen, es wäre in 30 Minuten bereit, so dass ich gewartet habe – dann haben sie die Polizei gerufen und ich wurde verhaftet! Ich musste ins Gefängnis und bekam 3 Jahre Bewährung und jetzt habe ich eine Vorstrafe. Wenn die das nicht ausführen wollten, hätte es gereicht wenn sie Nein gesagt haben, wie die anderen Apotheken, es war nicht nötig, mich zu verhaften! Es hatte ja keinen Effekt auf den Apotheker egal wie!

Hähähähähä. Sorry – hämisches Lachen wieder abstell’. Nein, da habe ich habe kein Mitleid mit ihr- Amerika hat ein riesiges Problem mit Opioidhaltigen Schmerzmitteln und davon abhängigen / sie missbrauchenden Leuten. Und ja, doch – selbst wenn das Mittel selber bezahlt wurde und das ausnahmsweise nicht auf der Strasse landet zum weiterverkaufen … der Apotheker macht sich bei der Abgabe auf ein gefälschtes Rezept auch strafbar … und die DEA – die Drogenvollzugs-Behörde, die in Amerika Vergehen mit Drogen verfolgt hat schon einige Arztpraxen und Apotheken geschlossen, weil die in ihren Augen zu viele opioide Schmerzmittel abgegeben haben. Das hat inzwischen direkten Einfluss auf die Erhältlichkeit von den Mitteln für die richtigen Schmerz-Patienten. So: Nein, es hat einen Effekt auf Apotheker und den Rest der Öffentlichkeit, wenn Rezepte (systematisch) gefälscht werden. Also: kein Mitleid, wenn das wirklich so passiert ist.

Das Original findet immer noch hier auf der Beurteilungs-Seite Consumeraffairs.com (ziemlich unten).

Da steht *was* auf dem Rezept?!?

Einsendung von Nici:

mit lieben Grüssen aus Basel – bei diesem Rezept sind uns fast die Augen aus den Höhlen gefallen😅

Zigarettenrp

Mmmmnnnnein. Eines von diesen Dingen bekommt man nicht in der Apotheke. Auch nicht, wenn das auf dem Rezept steht. Auch dann nicht, wenn auf dem Rezept noch ein Stempel vom Arzt mit “Sic” drauf ist. (Für Nicht-Apotheker: das bedeutet, der Arzt will das “So!” und nicht anders.)

Auf der anderen Seite: Es ist Neujahr. Vielleicht ergreift er grad die Möglichkeit und fasst ein paar gute Vorsätze?

Auf die Apotheke abwälzen (2)

Gastposting von Robert:

Unsere Apotheke inmitten von Selbstdispensierenden (SD) Ärzten hat in 50 m Entfernung einen Hautarzt. Rezepte sind äusserst selten, daher klingeln bei uns sofort die Alarmglocken, wenn dann mal eines kommt.

Heute ein Rezept mit Acetocaustin.

Das ist ein Mittel gegen Warzen, rezeptpflichtig, das aber von der Krankenkasse nicht übernommen wird.

Diskussion mit der Kundin: Warum wird das nicht bezahlt und warum hat mir das der Arzt aufgeschrieben…? usw.

Fazit:

Er hat das nicht in seinem Sortiment, da das auf der Negativ-Liste ist. Er gibt das ihr nicht selbst ab, weil er dann diskutieren muss und die Kundin es bezahlen muss. Eine Kasse in der Praxis ist dann schon zu aufwändig und es ist einfacher, wenn wir in der Apotheke das mit der Kundin diskutieren.

Ich habe der Kundin das so erklärt – sie war mit mir einig – unglaublich aber wahr. Sie wird ihn darauf ansprechen…….. hoffentlich.

Übrigens: in der Hand hatte sie 3 Produkte, die die Krankenkasse übernimmt, die hat sie direkt von dem Arzt bekommen, ohne Tasche…….

 

Und jetzt sage mir noch einmal jemand, was an der SD so Patientenfreundlich ist.

Ein Rezept ist kein Gutschein um etwas gratis zu bekommen

… oder: ein Einblick in das Schweizer Gesundheitssystem.

Die Frau bringt mir 3 Rezepte und 3 Kassabons.

Sie hat die Medikamente (nicht rezeptpflichtiges) ohne Rezept gekauft.

„Könnten Sie mir das Geld dafür zurück geben und das der Krankenkasse abrechnen?“

Hmm … ich mache das gelegentlich. Hauptsächlich dann, wenn ein Patient etwas gleich braucht und sowieso zum Arzt geht, dann kann er sich beim Arzt dafür ein Rezept ausstellen lassen. Aber bei frei verkäuflichen Sachen, wie die, die auf den Quittungen stehen empfehle ich das eigentlich niemandem, denn: Das Rezept ausstellen lassen kostet beim Arzt auch etwas. In den meisten Fällen lohnt sich das nicht wirklich. Und dann ist da noch die Sache mit der Franchise … aber dazu kommen wir noch.

Jetzt … sind aber 2 der 3 Kassabons nicht von unserer Apotheke.

Das mag ich dann gar nicht, denn das bedeutet hauptsächlich erst mal, dass ich da ausser der Arbeit gar nix dran habe.

Für eine Stammkundin, die das woanders holen musste, weil wir zu dem Zeitpunkt geschlossen hatten (selten, wir haben echt lange Öffnungszeiten), würde ich das machen. Aber … die Frau ist noch nicht mal bei uns im Computer erfasst. Sie hatte noch nie ein Rezept bei uns, keine Kundenkarte oder ähnliches.

Ich könnte jetzt sperren, aber ich bin ja nett und kundenfreundlich.

„Haben Sie mir die Krankenkassenkarte?“ frage ich

„Weshalb?“

„Nun, wenn Sie wollen, dass ich Ihnen dafür das Geld zurückgebe und das via die Krankenkasse abrechne, dann brauche ich die dafür.“

Sie fängt an in ihrem Portmone zu suchen und findet nichts.

„Sie könnten natürlich auch einfach die Quittungen an die entsprechenden Rezepte hängen und das so selber der Krankenkasse einsenden. Dann bekommen sie auch ihr Geld dafür zurück.“

Die Frau verzieht das Gesicht. „Ich weiss noch nicht einmal, ob ich die Franchise erreicht habe“ meint sie.

Die Franchise ist der Teil, den man erst mal selber bezahlt. Sie ist frei wählbar bei Vertragsantritt und erst ab erreichen der Franchise zahlt die Krankenkasse die Medikamente oder Untersuchungen / Behandlungen.

Pharmama: „Nun, wenn Sie sie nicht erreicht haben, dann bekommen Sie, wenn ich das der Krankenkasse einschicke, wieder eine Rechnung von der Krankenkasse dafür. Wenn Sie es selber einschicken, wird es zusammengerechnet und Sie bekommen gegebenenfalls das Geld zurück.“

Das ist – in meinen Augen – unnötiger Ping-Pong und genau die Art Bürokratischer Aufwand, der vermeidbar wäre.

Frau: „Ich weiss nicht, wie man das macht, selber einschicken.“

Pharmama: „Oh, das ist einfach: Sie packen einfach die Rezepte zusammen mit den Quittungen in ein Couvert mit der Adresse der Krankenkasse drauf und schreiben eine kurze Notiz mit Ihrem Namen und vielleicht noch ihrer Versichertennummer dazu.“

Frau: „Das ist mir zu aufwändig. Machen Sie das.“

Pharmama: „Dann brauche ich jetzt die Krankenkassenkarte.“

Frau: „Ich habe sie nicht dabei – ich gehe rasch meinem Mann telefonieren.“

Und geht, noch bevor ich ihr sagen kann, dass sie nicht nur den Kassen-Namen, sondern die 21stellige Nummer braucht, die drauf ist.

Es geht nicht lange, dann kommt sie zurück.

Frau: „Es ist die Assura.“

Oookayyy … dann brauche ich die Nummer gar nicht ….

Pharmama: „Diese Krankenkasse hat keinen Vertrag mit den Apotheken. Ich kann also nicht direkt mit der Krankenkasse abrechnen. Da bleibt ihnen nichts übrig als die Rezepte und die Quittungen so, wie ich gesagt habe selber einzuschicken.”

Frau: „Aber man hat mir gesagt, dass das geht mit dem Geld zurück und dass Sie das direkt mit der Krankenkasse abrechnen!“

Pharmama: „Im Normalfall ist das auch so. Aber: es gibt Ausnahmen bei den Krankenkassen. Das ist eine davon. Dasselbe gilt für die Intras, die Supra, die Compact …“

Die Frau verzieht noch mehr das Gesicht, packt ihre Rezepte und Quittungen zusammen und geht wieder.

Ja, sieht so aus, als wäre ich wieder die Böse. Wenn sie mir nicht glaubt, kann sie es ja noch in den anderen beiden Apotheken versuchen, wo sie die anderen Quittungen her hat.

Fällt mir auf, dass ich gar nicht so weit gekommen bin, sie auf das Problem hinzuweisen.

Und dann ist noch die Frage, ob sie auch eine Zusatzversicherung hat, denn nicht alle Medikamente (speziell wenn sie frei erhältlich sind) werden von der Grundversicherung übernommen.

Die war nicht alt, die Frau. Und Schweizerin. Und trotzdem keine Ahnung von unserem Gesundheitssystem und keine wirkliche Übersicht über ihre eigenen Ausgaben oder Leistungen der Kasse.

Da sie dafür vom Arzt Rezepte hat ausstellen lassen, wird sie dafür auch zahlen, der Arzt schickt einfach eine Rechnung später – also hat sie mehr Ausgaben gemacht als nötig / sinnvoll. Und vom Aufwand mal ganz abgesehen …

Ich weiss ja schon, was ich habe!

Morgens in der Apotheke:

Mann: „Meine Freundin wurde gerade mit Chlamydien* diagnostiziert und hat vom Arzt Antibiotika verschrieben bekommen. Können Sie mir eines geben? Ich weiss ja schon, was ich habe.“

Pharmama: „Das mag so sein, aber Antibiotika brauchen in der Schweiz ein Rezept.“

Mann: “Was meinen sie mit – ich bräuchte ein Rezept? Ich weiss ja, was ich haben muss … und es ist ja nicht so als würde das abhängig machen!“

Pharmama: „Nein. Trotzdem brauche ich ein Rezept vom Arzt, wenn ich ein Antibiotikum abgebe.“

Mann: „Ich will einfach kein Geld ausgeben für den Arzt!“

(Ah, daher weht der Wind.)

Pharmama: „Nun, dann könnten Sie noch ihre Freundin fragen, wo sie das Rezept eingelöst hat – eventuell hat der Arzt eine Partnerbehandlung aufgeschrieben, dann kann das über das Rezept ihrer Freundin laufen.“

Mann: „Wir sind nicht mehr zusammen.“

Pharmama: „…..“

 

  • sexuell übertragbare Krankheit.

Compliance-Hilfe und Unterstützung aus der Apotheke

Unter Compliance versteht man das richtige “befolgen” der Therapie – also zum Beispiel, die verschriebenen Medikamente richtig anzuwenden / einzunehmen. Heute sprechen wir zwar lieber von Adhärenz … aber eigentlich bedeutet es dasselbe.

Ich bringe hier mal ein  (klassisches) Beispiel, wie die Apotheke das beim Patienten unterstützen kann.

Das Spital faxt ein Rezept für einen Patienten:

  • Diovan 80 mg 1-0-0
  • Symfona 2-0-2
  • Amlodipin 10mg 1-0-0
  • Zeller Schlaf 0-0-0-2
  • Zolpidem 0-0-0-1/2
  • Wellbutrin 150mg 0-0-2
  • BelocZok 50 1-0-0
  • Metfin 1-1-1
  • Dosette

Das Dosett ist ein Wochendosiersystem – ein Mittel, womit man seine Tabletten vorbereiten kann. Damit hat man die bessere Übersicht … was sicher keine schlechte Idee ist, bei der Menge Tabletten. Die Dosierungen stehen hier dahinter: die Zahlen bedeuten, wieviel man “morgens-mittags-abends-vor dem Schlafen” nehmen soll.

Er nimmt – nach dem Rezept so viele Tabletten/Kapseln:

  • Morgens 6
  • Mittags 1
  • Abends 5
  • Vor dem Schlafen 2 ½

= Total 14 ½ Tabletten pro Tag

!

Das Dosett ist sicher eine Hilfe für den nach dem Spitalaufenthalt häufig etwas überforderten Patienten – und in der Apotheke kann ich ihn noch mehr unterstützen, indem ich ihm anbiete, dass ich das Dosett wöchentlich für ihn richte. Ab 3 Medikamenten in der Woche regelmässig zu nehmen, übernimmt die Kosten dafür sogar die Krankenkasse.

Aber … Bevor ich da anfange das rauszusuchen und abzufüllen … da kann man doch noch etwas vereinfachen?

Aus Diovan 80 und Amlodipin 10 mache das Kombinationspräparat Exforge 10/80 – spare 1 Tablette

Aus Symfona mache Symfona forte 1-0-1, spare je 1 Kapsel morgens und 1 abends

Aus Zeller Schlaf mache Redormin 500 – das ist dasselbe, aber geht dann auch über die Grundversicherung und 1 Tablette der 500 entspricht 2 Tabletten zu 250mg – noch eine Tablette gespart.

Aus Wellbutrin 150 mache Wellbutrin 300 – 0-0-1, abends je 1 Tablette gespart

Aus BelocZok mache MetoZerok – das Generikum. Spart zwar keine Tablette, aber etwas Geld.

Jetzt sieht der Medikamentenplan so aus:

  • Exforge 10/80 1-0-0
  • Symfona forte 1-0-1
  • Redormin 500 0-0-0-1
  • Zolpidem 0-0-0-1/2
  • Wellbutrin 300 0-0-1
  • Meto Zerok 50 1-0-0
  • Metfin 1-1-1

Ergebnis:

  • Morgens 4 Tabletten
  • Mittags 1
  • Abends 3
  • Vor dem Schlafen 1 ½

= Total 9 ½ Tabletten pro Tag – immer noch genug, aber überschaubarer.

 

Aber bevor ich das mache, frage ich erst beim Arzt an, ob das aus irgendeinem Grund nicht geht – respektive, ich informiere ihn mit der ‘Bitte um Rückruf, falls nicht’ und dann frage ich noch den Patienten, denn der muss auch informiert sein.

Von beiden habe ich das Okay dafür bekommen. :-)

 

Feierabend!

Such einen aus.

Nicht sicher, wer mein “Lieblings”-Kunde gestern war – 3 Minuten, bevor wir schliessen.

Bewerber Nr 1: der Typ, der mich anrief um mir zu erklären, dass er nur 10 bis 15 Minuten entfernt ist und ich JA NICHT schliesse, bevor er sein Medikament abgeholt hat. Das Rezept hat er dabei – Ich habe ihn dann in die Bahnhofapotheke geschickt, die länger offen hat.

Oder Bewerber Nr. 2, der mich am Telefon mit Nr. 1 sieht und wild gestikuliert, weil ich jetzt noch seinem Arzt anrufen soll um ein Rezept für ihn zu bestellen.

3 Minuten vor Schluss spät abends.

Der hat zu. Das kann ich ihnen garantieren. Gehen Sie in den Notfall ins Spital, wenn es so eilig ist.

Noch nicht

Patientin in der Apotheke: “Ich habe meinen Arzt gestern Abend angerufen und auf den Anrufbeantworter geredet (also nach 5 Uhr) und er hat nicht zurückgerufen (jetzt ist es 8.15 Uhr morgens), können Sie schauen, ob er ein Rezept hierhergefaxt hat?”

Danke auch, Doktor.

Auch nicht mehr ganz druckfrisch, der Fax, aber ich wollte ihn hier trotzdem zeigen. Der Arzt schickt das nachdem wir in seinen Ferien für den Patienten einen Vorbezug gemacht haben.

rpdanke

 

Sehr nett! Danke auch!

Wunsch-Rezepte

rpnifedipin

Rezept (wie man sieht schon eine Weile her) – Computergeneriert, also lesbar, aber das ist schon das beste, was ich darüber sagen kann.

Erst mal war der Patient auf dem Rezept nicht identisch mit dem, der das dann eigentlich bekommen sollte, dann fehlen die Dosierungen  (die handschriftliche Ergänzungen sind von mir nach dem Telefonat)

Und was ist mit dem Nifedipin? – Das Mittel, das über Gefässerweiterung gegen hohen Blutdruck wirkt, gibt es bei uns in 20, 30, 40 und 60 mg … und alles Retard-Tabletten. Die sollte man nicht teilen.

Antwort vom Arzt: “Die Patientin hat das gewünscht, sie hatte das anscheinend schon einmal. Ich habe einfach aufgeschrieben, was sie mir gesagt hat.”

Hmm, offenbar sind die Medikamente, die der Arzt heute aufschreibt reines Wunschkonzert?

Ich habe das dann in Absprache mit dem Arzt nicht abgegeben. Er war sowieso nur der Ersatzarzt für ihren, der dort in den Ferien war und weder er noch wir hatten Unterlagen, dass sie das überhaupt schon einmal bekommen hat und in welcher Dosierung.

Ich vermute, dass sie es irgendwann einmal für die Akutbehandlung einer “Hypertonien Krise”, also eines plötzlichen sehr hohen Blutdrucks bekommen hat. Sie hat auch (andere) Blutdruckmedikamente und momentan ist der Blutdruck unter Kontrolle. Das muss also warten, bis ihr Hausarzt zurück ist.