Den Dingen ihren Lauf lassen

Gestern in Tom’s Hinterzimmer gefunden:

Voltaire:

„Das Geheimnis der Medizin besteht darin,

den Patienten abzulenken,

während die Natur sich selbst hilft.“

Nachdem ich gestern arbeitshalber nicht dazu gekommen bin, darauf zu reagieren, dann halt jetzt:

Sooo falsch ist das Zitat sicher nicht.

Für das 18. Jahrhundert, wo man noch nicht gerade einen guten Einblick in die Vorgänge im Körper hatte, geschweige denn wirksame Medikamente sicher sehr zutreffend.  Man denke nur daran, dass Aspirin (eines der ältesten Medikamente) dieses Jahr gerade 111 Jahre alt geworden ist.

Und man sagt auch heute noch: eine Erkältung dauert unbehandelt 1 Woche. Eine medikamentös behandelte Erkältung dauert 7 Tage .

Es gibt immer noch eine Menge Krankheiten, bei denen wir nicht viel mehr tun können als die Symptome lindern und abwarten, bis es vorbei ist. Eben, zuschauen, wie die Natur ihren Lauf nimmt. Und den Patienten dabei ein bisschen zu unterhalten.

Bei anderen Krankheiten wäre nichts tun jedoch eine ausgesprochen schlechte Idee. Nehmen wir doch einmal Diabetes: der hohe Blutzucker wird auf die Dauer die Gefässe im ganzen Körper verstopfen und zu Blindheit, Nierenversagen und dem Verlust von Gliedmassen führen.

Dann denke ich bei jedem Zahnarztbesuch daran, wie gut es ist, dass wir heute wirksame Medikamente haben: ohne Lidocain-Spritze wäre die Wurzelbehandlung, der ich mich vor ein paar Jahren unterziehen musste wirklich kaum auszuhalten gewesen. Ja, ich bin ein Weichei was das angeht.

In dem Sinne: ein Danke an die Pharmakologie – und nicht nur, weil das mein Beruf ist.

Myst-eriöses Apartment

Oh Mann, ich wünschte das wäre meine Wohnung :-)

Falls Du das Computerspiel Myst kennst, brauche ich nicht zu erklären, wie dort ein Hinweis zum nächsten Rätsel führt, das wieder Hinweise gibt auf weitere Geheimnisse. Man folgt einer Spur. Denksport pur.

Ein Architekt in New York hat – ohne das Wissen der Familie, für die er das 8.3 Mio teure Apartment renovierte – etwas mehr getan, als nur die Wohnung schön einzurichten. Der Familienvater, der mit Frau und 4 Kindern dort einzog wollte, dass er ein Gedicht, das er selbst geschrieben hat irgendwo versteckt. Der Architekt hat aber eine Schatzsuche daraus gemacht. Unglaublich!

Bilder und Text hier in der New York Times.
Der Familie hat er nichts davon erzählt, offenbar hat er auch eine Menge auf eigene Rechnung, respektive mit Hilfe von Freunden gemacht. Erst 4 Monate nachdem die Familie eingezogen ist, entdeckte ein Schulfreund, der auf Besuch war den ersten Hinweis – auf der Heizungsverschalung im Kinderzimmer. Paneele, die sich öffnen lassen, Hinweise hinter Bildern, Worträtsel, Schlüssel, versteckte Geheimfächer in Möbeln und ein Buch mit einer hilfreichen Geschichte und versteckten Tips.

Oh, Wow.

Benenn die Droge!

Ein interessantes Fragespiel, das ich gefunden habe.
Man muss anhand der Hinweise und Effekte die Droge benennen (kann auch ein Medikament sein). 4 Hinweise pro Substanz, sie werden immer einfacher.

NameThatDrug.com
NameThatDrug.com – Identify The Drug

Das ist vielleicht eher was für Leute vom Fach (- oder aber von der Gasse), aber es hat ein paar tolle Hinweise samt Filmen und Beispielen, wie es sich verhält wenn man auf der Droge ist.

Weil die Seite aus Amerika ist, sind die genannten Medis natürlich amerikanische Markennamen. Es gibt sie allerdings alle auch in der Schweiz oder in Deutschland.
Ambien = Stilnox CR(ein Schlafmittel), Prozac = Fluctine (Antidepressivum), Vicodin = CoDafalgan (Schmerzmittel mit Codein), Ketamin = Ketalar (Narkosemittel), Ibuprofen = Brufen (Schmerzmittel), Oxycontin (langwirksames Schmerzmittel), Rohypnol (Schlafmittel, in Amerika illegal), Ritalin (Mittel gegen Hyperaktivität), Viagra (gegen Impotenz), Nitrous Oxide = Lachgas, Caffeine = Coffein, Nicotine = Nikotin, Botox = Botulinostoxin (gegen Falten)
Marijuana, PCP (Phencyclidine), Heroin, Cocain, Extasy, Crystall Meth, LSD (Lysergsäurederivat).

Anhängliche Kunden

Ich finde es toll, wenn Kunden zurückkommen und sagen, sie kommen gerne in die Apotheke weil xy da ist und weil xy drauskommt und immer so freundlich ist. Selbst so ein Kompliment zu bekommen ist immer ein gutes Gefühl.

Aber da gibt es auch die Schattenseite. Die Kunden, die wirklich NUR noch zu einem wollen, kann man noch tolerieren, wenn sie warten können (denn meistens sind sie ja nicht alleine in der Apotheke). Aber manchmal geht es wirklich zu weit. Da ist der (ältere) Verehrer, der der Drogistenlehrtochter Blumen bringt und von uns ihre Adresse haben will (sorry: nein!). Da ist die Kundin, die so lange mit einem über ihre Hunde reden will, dass die Mittagspause, die man eigentlich hätte, vorbei ist, wenn sie endlich geht.

Da ist es schwierig den professionellen Abstand zu wahren und den Leuten möglichst schonend beizubringen, dass man halt am arbeiten ist und noch andere Dinge zu tun hat.

Manchmal muss man etwas deutlicher werden.

Ich erinnere mich da an eine Pharmaassistentin, die mir erzählte, wie ein Drogenabhängiger in ihrer Lehre so eine Beziehung zu ihr entwickelt hat. Immer musste sie ihn bedienen, und als er herausgefunden hat, dass sie (wie in den meisten Apotheken) kleinere Verletzungen behandeln, kam er öfter mal mit kleinen Wunden um sich verarzten zu lassen von ihr. Das war besonders „creepy“, weil er sich die Wunden offensichtlich selbst zufügte.

Als er also wieder einmal kam, mit einer Reihe winziger Schnittwunden schnappte sich besagte Pharmaassistentin statt dem normalerweise verwendeten Wasserstoffperoxid die Flasche mit Alkohol 70%!

Ich sollte das vielleicht erläutern. Wasserstoffperoxid ist ein sanftes Desinfektionsmittel, Alkohol 70% dagegen brennt ziemlich, vor allem auf offenen Wunden wie die Kratzer mit denen der Drögeler so gerne kam.

Angeblich hat man ihn bis vorne im Laden schreien gehört.

Muss ich noch erwähnen, dass er danach nicht mehr so häufig auftauchte?