Archiv für den Monat Dezember 2016

Vorwirkende Nebenwirkung?

Freitag nachmittag. Telefon. Eine Frau ruft an. Die Pharmaassistentin nimmt ab.

Nach ein paar Minuten reicht sie sie mir mit den Worten: „Sie glaubt mir nicht, dass man für Novalgin ein Rezept braucht.“

„Pharmama am Telefon?“

Frau: „Ja – ich weiss nicht, ob ihre Kollegin ihnen erzählt hat, um was es geht … ich habe mir vor 2 Monaten den Arm gebrochen, dann war ich dafür im Spital, wo sie operieren mussten. Das ist jetzt gut, jedenfalls haben sie mich nach Hause geschickt, ich habe aber immer noch Schmerzen. Zuhause habe ich noch Novalgin gefunden, das habe ich vor ein paar Jahren einmal bekommen … das ist aber noch gut, also habe ich das genommen. Jetzt kommt das Wochenende und ich habe Angst, dass sie nicht reichen. Ihre Kollegin will mir aber keine geben.“

Das hat sie nicht gesagt, erst mal nur dass es rezeptpflichtig ist. Aber … Detail … wegen dem muss ich ja jetzt mit ihr reden.

Pharmama: „Okay. Sie haben das also vor ein paar Jahren schon gehabt und vertragen?“

Frau: „Ja.“

Pharmama: „Was haben sie Ihnen im Spital für Schmerzmittel gegeben?“

Frau: „Gegen Ende auch Novalgin, glaube ich.“

Pharmama: „Und Sie haben bei der Entlassung kein Ausgangsrezept dafür bekommen?“

Frau: „Nein, ich habe ihnen gesagt, ich habe noch etwas zu Hause und die Idee war, dass ich bald danach zum Arzt gehen würde, aber das habe ich noch nicht geschafft. Und jetzt ist er sowieso nicht da.“

Pharmama: „Okay, ich denke am besten mache ich ihnen einen Vorbezug für die Novalgin und sie nehmen nach dem Wochenende mit dem Arzt Kontakt auf, damit er ein Rezept dafür ausstellt.“

Frau: „Die Packung kostet nur etwas über 5 Franken! Weshalb braucht das ein Rezept?!“

Pharmama: „Ah, aber der Preis eines Medikamentes hat keinen Zusammenhang mit seiner Wirkung. Das Novalgin ist rezeptpflichtig, weil es eine seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkung hat, auf die man achten muss. Agranulocytose. Das kann Blutbildveränderungen machen.“

Frau: „Oh, und wie äussert sich das?“

Pharmama: „In Hautproblemen und Übelkeit erst mal.“

Frau: „Oh. Ist mir vielleicht deshalb nicht so gut?“

Pharmama: „Seit wann ist ihnen nicht gut?“

Frau: „Seit heute morgen ist mir schwindelig und so.“

Pharmama: „Und seit wann nehmen Sie die Novalgin?“

Pharmama: „Seit heute mittag.“

(!) … ich brauche einen Moment, damit ich ruhig genug weiterreden kann. Nicht dass sie merkt, dass ich jetzt innerlich lache.

Pharmama: „Dann kommt das aber nicht vom Novalgin.“

Frau: „Nicht?“

Pharmama: „Nein, Nebenwirkungen treten erst auf, nachdem man das Medikament genommen hat.“

Frau: „Aha. Dann kann ich das also nehmen?“

Pharmama: „Ich denke ja. Ich mache ihnen also einen Vorbezug für eine kleine Packung und sie telefonieren am Montag mit dem Arzt und besorgen ein Rezept?“

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Umtausch / Retouren von Medikamenten (Sampler)

Öfters gestellte Frage: „Was ist eigentlich, wenn ich ein Medikament in der Apotheke bekommen habe, es dann aber doch nicht brauche – kann ich es dann zurückbringen?“

Für Medikamente, die auf Rezept abgegeben wurden ist die Gesetzgebung sehr deutlich: So steht es z.B. auch auf der Seite der Santesuisse (der Vereinigung der Krankenkassen):

Darf der Arzt/Apotheker ein Medikament, dass vom Patienten „ungebraucht“ retourniert wurde, dem Patienten voll in Rechnung stellen?

Nach erfolgter Abgabe weiss der Arzt/Apotheker in der Regel nicht, was mit dem Medikament in der Zwischenzeit geschehen ist. Es könnte schädlichen Einflüssen ausgesetzt worden sein (blieb beispielsweise lange an der Sonne liegen usw.). Aus Gründen der Qualitätssicherung darf daher ein solches Medikament nicht mehr zurückgenommen werden.

Das (ungebrauchte) Medikament wird dem Patienten voll in Rechnung gestellt. Ein Weiterverkauf ist nicht HMG (Heilmittelgesetz) – konform.

Also, das einzige, was ich mit so einem Medikament noch machen kann ist … es entsorgen.

Aber auch, wenn es sich nicht um Medikamente sondern um Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetik, medizinische Hilfsprodukte oder ähnliches handelt … ich bin einfach nicht dafür, alles einfach so umzutauschen, nur damit der Kunde zufrieden ist.

Natürlich ist die Kundenzufriedenheit wichtig … und wenn es einen triftigen Grund für die Retoure / den Umtausch gibt, dann mache ich das auch gerne. Darunter fallen z.B. Allergie gegen die Hautcreme, Defekte Produkte, das Verfalldatum ist zu knapp, das Produkt ist Verfallen verkauft worden (sollte zwar wirklich nicht passieren, aber … eben), manchmal auch noch: es wurde das falsche Produkt gekauft (und das alte ist ungeöffnet, sieht noch einigermassen aus und das ist nicht ewig und drei Tage her…), sogar wenn dem Kunden aktiv etwas empfohlen wurde und es nicht „das richtige“ war … das ist alles ok. Ausserdem sollte das Produkt auch nachgewiesen von uns sein … dazu gibt es Kassabons und die Preisetikette auf der Packung.

Und dann gibt es die Situationen, wo ich finde, dass ein Umtausch einfach nicht angebracht ist. Wenn man immer alles macht …das ist doch nur ein weiterer Schritt, dem Menschen die Eigenverantwortung abzusprechen. Ich meine … wenn das Problem eindeutig nicht bei mir oder dem Produkt selbst liegt, wieso soll ich und das Geschäft dann den finanziellen Verlust dafür tragen?

Also: kein Umtausch …

Wenn der Geschmack nicht so ganz ankommt – oder machen Sie das beim Käse im Supermarkt auch so?

Von Produkten, die vor über einem Jahr extra für den Kunden bestellt wurden und die man sonst nicht mal an Lager hat,

Wenn der Verfall angeblich zu kurz ist – wie lange nach dem Kauf? Oder das Produkt gar woanders gekauft wurde.

Dito vom Ferienmitbringsel – das verfallen ist

Oder von etwas, das man vom selbst-dispensierenden Arzt bekommen hat … – gehen Sie mal bei ihm fragen.

Von Hygieneartikel und ähnliches nicht weiterverwendbares – oder würden Sie das nachher kaufen wollen?

Häufig ist es auch gar nicht nötig – wenn es wieder eine Verwechslung von EXP und MFD ist.

oder das Produkt doch noch funktioniert, wie es soll

Manchmal kommt man sich wirklich vor, als denken die Leute man sei die Medikamentenvermietung.

Aber auch wenn es zum entsorgen ist … Wir bekommen gelegentlich interessante Sachen zurück, die nicht von uns stammen:

aus China

aus den USA

Einmal habe ich bei einem Patienten angerufen, weil ich wissen wollte, weshalb der Medikamentenabfall bei ihm so hoch ist- das war … lehrreich.

Von Werbung und Spenden

Weihnachtszeit ist immer auch die Zeit dankbar zu sein für das was wir haben und sich bewusst zu machen, dass es nicht alle so gut haben.

Ein kleines bisschen möchte ich deshalb weitergeben in Form von Spenden und dank der Werbung auf dem Blog (einer der Artikel ist noch ausstehend) bekommt deshalb diesmal die Aktion Medeor 90 Euro und die Organisation Save the children 100 Franken.

Wie schon die letzten Male: wer eine Organisation besonders unterstützenswert findet, darf sie in den Kommentaren posten. Eventuell beglücke ich die beim nächsten Mal.

Frohe Weihnachten miteinander!

xmaspharmama

Und plötzlich schneit es dicke Flocken

Und plötzlich schneit es dicke Flocken,
der Himmel ist noch nicht gestorben.
Vieles wurde trocken
und Werte gingen verloren.
Wünsche sind geblieben,
dass man vor allem dazulerne,
und dass lieben
man bitte nie verlerne.

(© M. B. Hermann)

Ich wünsche Euch allen da draussen und drinnen schöne Weihnachten!

Danke vielmals an Marion und Manuela für das überraschende Geschenk / für’s Wichteln.

Über Blutzucker, BZ-Geräte und Diabetespatienten (Sampler)

Diabetes nennt man es, wenn der Blutzucker krankhaft erhöht ist. Das hat Folgen, wenn man nichts macht: der Zucker verstopft auf Dauer die kleinen Gefässe, das führt zu Nierenproblemen, zu Sehstörungen bis zum Erblinden, zu sehr schlecht heilenden Wunden (bis zum Punkt, wo man das Bein abnehmen muss, da es zu schlecht durchblutet wird) und einer Vielzahl Probleme mehr.

Erhöhter Blutzucker wird vom Körper mittels Insulin gesenkt – dessen Entdeckung ist noch spannend zu lesen.

Es gibt 2 Arten von Diabetes: Typ 1: meist schon im Jugendalter auftretend, wobei die Insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse aus unbekannten Gründen, oder weil das fehlgeleitete Körpereigene Immunsystem sie kaputt macht zu Grunde gehen; Und Typ 2: der darauf beruht, dass der Körper nicht genug Insulin produzieren kann, zum Beispiel, weil die zu regulierende Masse zu gross ist oder als Alterserscheinung. Während Typ 1 zwingend Insulin von aussen zur Behandlung benötigt, kann man bei Typ 2 neben Insulin-anregenden Medikamenten durchaus noch etwas selber machen um das zu verhindern oder zu mindern.

Aufklärung darüber was Diabetes ist und was es anrichten kann, ist enorm wichtig. Das ist nicht alles nur eine abgekarterte Sache der Pharmafirmen, wie diese Frau hier gerne gedacht hätte: Die Blutzucker-Verschwörung:  Damit zusammenhängend: Früher war alles besser? Ein Fall aus meiner Familie.

Wenigstens das: Diabetes ist nicht ansteckend.

Diabetes-Patienten müssen eine gute Übersicht und Wissen um die Krankheit, ihre Körperfunktionen und die richtige Behandlung haben. Wenn das alles stimmt, können sie damit sehr gut leben. Im Alter wird das schwieriger, da ist es manchmal gut, wenn man sich Hilfe holt. Eine Rundumversorgung durch die Familie ist dabei aber meist nicht nötig.

Auch wenn es hilft, wenn die Familie mit unterstützt, gerade bei eher unwilligen Patienten, Freundschaftsrezepte sollte man trotzdem nicht ausstellen.

Die Erstinstruktion und wie man mit Gerät, Insulinpen etc. umgeht, passiert heute häufig in spezialisierten Kliniken oder Kursen. Das hat einen Grund.  Problematisches kurz vor Ladenschluss – Ich mache wenig Erstinstruktionen und dafür brauche ich einfach mehr Zeit!

Was war da noch? Weshalb ich jemanden mit einem Blutzuckergerät direkt ins Spital verwiesen habe.

Um zu wissen, wie hoch der Blutzucker ist und (entsprechend) wieviel Insulin man geben muss, oder zum schauen, dass die Behandlung mit Medikamenten genügend anschlägt, gibt es einige  Blutzuckermessgeräte (und dazu gehörige Teststreifen) : Wer die Wahl hat.

Wir haben gelegentlich Blutzuckermessgeräte zum gratis umtauschen. Leider gibt es da Leute, die sind einfach nur gierig.

Manchmal bekommt man das auch vom Arzt – dann soll der sich aber auch drum kümmern, wenn etwas nicht stimmt: Doch kein Umtausch.

Beratung zu den Blutzuckermessgeräten kann gelegentlich direkt komödiantisch sein. Und nicht immer ist das Gerät wirklich defekt, wie behauptet wird.

Von fehlerhaften Blutzuckermessgeräten. Die schaue ich mir an, ich mache auch eine Vergleichsmessung – es könnte aber etwas kosten, vor allem, wenn es nicht von uns ist.

Blutzucker-Messgeräte-Service: oder weshalb es doch besser sein kann, wenn man sein BZ-Gerät nicht direkt von der Firma bekommt.

Wenn das Gerät die Funktion verweigert – liegt’s eventuell an den Streifen.

Der Finger-pieck zum messen des Blutzuckers ist (noch) nötig, aber vielleicht nicht immer so oft. Wenn man das macht, sollte man die Nadel regelmässig wechseln. Das ist dann weniger schmerzhaft und es verhindert Vernarbungen.

Wir helfen Diabetes-Patienten bei ihrer Behandlung, allerdings lasse ich mich ungern unter Druck setzen, vor allem wenn der Blutzucker aus eigener Unterlassung Im Moment ausser Kontrolle ist.

Bei einer Unterzuckerung gibt es bei uns Traubenzucker. Oder ein Glas Wasser mit etwas Zucker drin. Ich finde es richtig, dass man etwas macht. Nicht wie hier: hätte da der Apotheker nicht helfen müssen?

(Disclaimer: Ja, ich weiss, das ist hier nur sehr grob zusammengefasst und es gäbe darüber noch viel mehr zu schreiben und zu wissen. Ich bewundere die Patienten, die mit Diabetes leben, die sich um ihren Körper so viel mehr kümmern (müssen) als wir, bei denen das alles so wunderbar und ohne unser zutun abläuft. Das braucht Motivation und Einsatz und das täglich. Hier ein kleines Hoch auf Euch!)

Dialoge aus der Apotheke / 12

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Kunde: „Ich möchte gerne mit dem Chef reden. Sie wissen schon: dem Mann.“

Apotheke denkt: „Das ist der Lehrling …“

Nicht gerade aktuell, da Urs kein Lehrling ist, aber … hatten wir auch schon. Öfter. Da ist es offenbar noch nicht angekommen, dass heute etwas andere Zeiten sind. Es sind zwar immer noch viele Chefs Männer, auch in der Apotheke (und Drogerie), aber das scheint eher eine aussterbende Spezies zu sein. Frauen übernehmen im Gesundheitssystem inzwischen so ziemlich jede Rolle – und das ist gar nicht schlecht. Beispiel: Ärztinnen. Laut einer Studie haben deren Patienten die (etwas) bessere Überlebenschance. Das mag an deren etwas anderen Herangehensweise an ein Problem liegen … oder an besserer Kommunikation. Interessant.

Life, uh … finds a way

Finde ich doch erstaunlich, dass ich heute noch einer erwachsenen Frau erklären muss, dass „herausziehen“ keine adäquate Verhütungsmethode ist und sie trotzdem schwanger werden kann.

Eigentlich war sie ja nur hier, um von mir als medizinische Fachperson die Bestätigung zu holen, dass sie die Pille danach in dem Fall nicht braucht. Nur … die konnte ich ihr nicht geben.

Nachdem ich ihr also dreimal erklärt habe, dass auch in den sogenannten Lusttropfen schon Sperma drin sein kann und dass sie (bei einigermassen regelmässigem Zyklus) sich gerade in der kritischen Phase des Zyklus befindet Und sie nicht verhütet hat (nochmals: herauziehen zählt nicht als verhüten), Und auch wenn das bisher gut gegangen ist (keine Ahnung, weshalb sie dieses Mal die Bestätigung braucht) … habe ich sie vor die einfache Wahl gestellt:

„Es ist ihre Entscheidung. Wenn Sie ganz sicher nicht schwanger werden möchten, dann empfehle ich ihnen die Pille danach.“

Danach hatten wir dann das normale Pille danach Gespräch und sie hat die Pille danach bekommen und genommen.

Wobei ich noch anmerken möchte, im Zweifelsfall gebe ich auch kurz nach der Periode die Pille danach – ich halte mich da an Dr. Ian Malcolm aus Jurassic Park (gespielt von Jeff Goldblum): „Life finds a way “*. …

Immer gern erinnere ich mich da an die Geschichte des Frauenarztes in der einen Weiterbildung: Frau mit Status nach Entfernung wegen Zysten mit nur noch einem Eierstock (auf der linken Seite) und einer Eileiter (auf der rechten Seite) … eigentlich hat man ihr gesagt, da sei es unmöglich, dass sie noch schwanger wird. Nun … stellt sich heraus, dass die Eileiter ziemlich beweglich sind im Körper und bei der richtigen chemischen Anregung (nach Eisprung) auf die Suche nach dem Ei gehen. Ja – sie wurde schwanger. In dem Fall war das eine freudige Überraschung – die Frauen, die zu mir in die Apotheke kommen, wollen das wohl eher nicht.

* Aus Jurassic Park (Film):

Dr Ian Malcolm: „John, the kind of control you’re attempting simply is… it’s not possible. If there is one thing the history of evolution has taught us it’s that life will not be contained. Life breaks free, it expands to new territories and crashes through barriers, painfully, maybe even dangerously, but, uh… well, there it is.“

John Hammond: [sardonically] „There it is.“

Henry Wu: „You’re implying that a group composed entirely of female animals will… breed?“

Dr. Ian Malcoml: „No. I’m, I’m simply saying that life, uh… finds a way.“

Wollt ihr mehr lesen über die Pille danach in (Pharmamas) Apotheke?:

Die Hanf(apo)theke?!

Die (anonym bleiben wollende) Apothekerin aus Basel hat mir zwei Bilder geschickt, die ich hier in einem Bild kombiniert habe:

hanftheke

Nicht so gut zu sehen, aber im Bild links steht im Schaufenster „hanfapotheke“ und im Bild rechts nur noch „hanftheke“.

Dazu schreibt sie:

Wir waren sehr überrascht, als Ende September in der Nähe ein Laden eröffnet wurde, der sich selber als Hanfapotheke bezeichnete. Eine Apotheke? Noch eine? – Bei uns hat es doch schon einige in der Stadt.

Die Neueröffnung ging quer durch die Presse: Heute öffnet die erste Hanfapotheke in Basel, titelt das Likemag,   Hanf-Apotheke die bz Basel   und die 20 Minuten schrieb: In Basel hat am Dienstag die erste Hanf-Apotheke der Stadt ihre Tore geöffnet. Und wir standen da und staunten: Apotheke? Aber das musste wohl so sein. Überall stand zu lesen, dass das eine Apotheke ist. Mit Apothekern die da arbeiten?

Der Blick schrieb zum Thema (und was sie verkaufen): Aus rechtlichen Gründen verkaufen sie noch keine Hanf-Arzneimittel, sondern Cannabis-Wirkstoffe, Hanf-Extrakte, Lebensmittel und Kosmetika. … Das geänderte Betäubungsmittelgesetz erlaubt es seit 2011, Cannabis medizinisch zu nutzen. Bisher erhielten aber nur zwei Apotheker landesweit die Erlaubnis, Cannabis als Arzneimittel an Schmerz­patienten zu verkaufen. …

in der bz steht: Ganz im Gegensatz zu den früheren Hanf-Shops im Schmuddel-Look setzen die beiden Apotheken gezielt auf ein besonders sauberes Erscheinungsbild …Es handelt sich um Industriehanf-Sorten, die speziell auf einen hohen Gehalt an Cannabidiol gezüchtet wurden. Dieser nicht psychoaktive Wirkstoff ist in der Schweiz absolut legal. … Die Wichtigkeit des Namens «Hanf-Apotheke» bestätigen auch die beiden Geschäftsführer. Damit werde eine zukunftsweisende Botschaft transportiert. Zudem verhelfe er den Hanf-Produkten aus der «Bob-Marley-Ecke», wie Kaymaz sagt. Die Verwendung des Begriffs Hanfapotheke sei gemäss eigenen rechtlichen Abklärungen noch nicht geschützt.

in der 20 Minuten: Dem Cannabis-Konsum gegenüber sind die Apotheker durchaus positiv eingestellt. Wir sind für eine Öffnung des Marktes.

Wir lesen nur „Apotheke“, „Apotheker“, „medizinische Nutzung“ …. und sind verwirrt. Genauso wie die Patienten, die uns danach fragen kommen, was wir davon halten.

Obwohl wir es auch begrüssen, dass die Wirkung von Cannabis erforscht wird und es bei medizinischen Beschwerden eingesetzt werden kann (am besten in kontrollierter Qualität und legal) – dieser Laden ist keine Apotheke und benutzt die Bezeichnung nur um das gute Image, das wir haben für sich zu nutzen. Und das ist so schlicht illegal.

Die Bezeichnung „Apotheke“ und „Apotheker“ ist geschützt. Apotheker sind Pharmazeuten, die als Fachkräfte zur Abgabe von Arzneimitteln berechtigt sind. Apotheken sind Orte, wo Medikamente abgegeben werden – sie dürfen nur von einem Apotheker geführt werden und müssen einer Vielzahl gesetzlicher Vorschriften entsprechen. – da kann man nicht einfach hingehen und seinen Hanfladen „Hanfapotheke“ nennen … und das dann quer durch die Presse ziehen, die das natürlich mit Gusto aufnimmt. Auch dann nicht, wenn sie auf ihrer Website Samuel Büechi, einen Apotheker und Pharmafirmengründer als Berater angeben und schreiben, sie haben die Verwendung des Namens rechtlich abgeklärt …

Wir haben darauf beim Gesundheitsamt nachgefragt, denen das schon bekannt, war. Die konnten uns aber „wegen des laufenden Verfahrens“ keine Auskunft geben, ausser dass sie da schon dran seien.

Scheint so, als wäre dem so, denn inzwischen (Ende November), hat der Laden seinen Namen geändert. Aus der „Hanfapotheke“ ist eine „Hanftheke“ geworden. Auf der Website und manchen Artikeln haben sie die Bezeichnung „Apotheke“ und die Erläuterungen dazu auch entfernt. Gut so. Aber ihr Ziel haben sie wohl auch so erreicht: viel Aufmerksamkeit in der Presse. Viel mehr, als sie es als „normaler“ Hanfladen hätten erwarten können.

Besucht aponette!

Sie bloggt jetzt selber auf aponettesplauderei. Geht sie mal besuchen!

Es freut mich immer, wenn ich andere bloggende Apotheker finde – in dem Fall aus Deutschland, wo es doch etwas anders läuft als hier. Ihr kennt sie vielleicht schon aus den Kommentaren hier. Auf ihrem frischen Blog finden sich schon einige Beiträge – und auch eine Idee für ein selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk, das sich auch jetzt noch super umsetzen lässt: Senf! Bringt mich direkt auf Ideen …

Danke Apotheke!

Wir nehmen sie als selbstverständlich hin …

Da hat die Apotheken-Umschau in Deutschland doch einen wirklich schönen Spot geliefert!

Apotheken aus aller Welt, 720: Jáchymov, Tschechien

Als langjährige und bisher stille Mitleserin freut es mich, dass ich mich heute mal mit „was Gehaltvollem“ zu Wort melden kann: Fotos der Apotheke Lékárna Šalvěj in Jáchymov im tschechischen Erzgebirge.

Danke an „Ms Hühnerschreck“ aka Bianca!

apotheke_jachymov

Direkt neben dem Kino? Das würde mir gefallen.

Nothilfe in der Kälte

Es ist morgens früh, Winter, bitterkalt und noch dunkel als ich mit dem Velo unterwegs zur Arbeit bin.

Ich komme dabei durch eine Strasse am Rand des Industriegebiets. Die Gegend ist abgelegen, aber gelegentlich fährt auch ein Bus hier durch. Im Moment bin ich jedoch ziemlich alleine unterwegs.

Da … liegt ein Mensch mitten auf der Strasse. Auf dem Rücken, Blick in den Himmel.

Unglaublich, was einem in dem kurzen Moment, bis man dann wirklich bei ihm ist alles durchs Gehirn schiesst:

„Oh, Nein! Ist der Tot? Was mache ich denn jetzt? Ich muss die Sanität anrufen! Ich komme bestimmt zu spät zur Arbeit. Wie war noch die Reihenfolge? „Gabi“ gibt’s ja nicht mehr …“

Ich fahre mein Velo zur Seite und steige neben ihm ab.

„Hallo?!“ rufe ich

Er murmelt etwas unverständliches.

Hah! Er ist nicht bewusstlos!

Wie ich mich über ihn beuge, fährt ein Auto auf der anderen Seite heran und bleibt stehen. Ein Mann steigt aus und kommt auch herüber.

Mann: „Kann ich helfen?“

Pharmama: „Ich denke schon. Moment.“

zum Bodenlieger (BL): „Hallo? Können sie mich hören?“

BL: „Jaaaa…“

Oh gut! – er ist ansprechbar.

Pharmama: „Was ist passiert?“

BL: „Ich weiss nicht … ich bin umgefallen?“

Pharmama: „Wissen Sie wie?“

BL: „Nein – meine Beine … sie haben einfach weggeknickt.“

Pharmama: „Tut ihnen etwas weh?“

BL: „Mein Kopf – sehr. Ich habe ihn angeschlagen, glaube ich, aber ich weiss es nicht mehr…“

Pharmama: „Sonst noch etwas? Spüren sie das?“ Ich nehme seine Hand. Sie ist kalt.

BL: „Ja. Aber mir ist kalt.“

Pharmama: „Können Sie aufstehen?“

Er rührt sich, sinkt aber wieder zurück.

BL: „Nein. Mein Kopf tut zu weh.“

Er riecht … ich weiss nicht, es könnte etwas alkoholisches sein. Er wirkt auch sehr benommen.

Pharmama: „Haben Sie etwas genommen? Alkohol?“

BL: „Nein.“

Pharmama: „Nehmen Sie irgendwelche Medikamente?“ – typische Frage für einen Apotheker, ich weiss, aber im Moment versuche ich herauszufinden, an was es liegt, dass er hier … liegt. Im Kalten. Mitten auf der Strasse.

BL: „Ja, für mein Herz.“

Das finde ich jetzt suboptimal. Herzinfarkt? Hirnschlag? Kreislaufkollaps? die möglichen Ursachen listen sich auf.

Ich zum Mann neben mir: „Haben Sie ein Handy? Rufen Sie doch bitte die Sanität!“

Mann: „Okay … wie ist da noch die Nummer?“

Pharmama: „112 und sagen Sie … ach, lassen sie, ich mach das – Oh. Da kommt der Bus.“

Mein Mit-Helfer stellt sich schützend vor die Person auf die Strasse, der Bus hält.

Ich rufe an. Das grösste Problem war, denen am anderen Ende zu erklären, wo wir denn sind. Ich fahre täglich hier durch … und habe keine Ahnung, wie die Strasse heisst. Am Ende habe ich den Busfahrer, der ausgestiegen ist ans Telefon gelassen, das zu erklären, während ich weiter nach dem Mann schaue.

Der Busfahrer mit unglücklichem Blick auf den Mann, der immer noch auf der Strasse liegt: „Und jetzt?“

Pharmama: „Wenn Sie mir helfen, können wir ihn vielleicht vorsichtig aufs Trottoir tragen.“

Das empfehle ich im Normalfall nicht – besser ist es, man lässt die verletzte Person liegen, bis professionelle Hilfe kommt, aber … der Mann ist nicht von sehr hoch gefallen – er hat ausser Kopfschmerzen keine anderen Schmerzen, spürt seine Arme und Beine … und er liegt wirklich ungeschickt. Auch wenn jetzt – Dank Bus- kaum mehr die Gefahr besteht, dass uns jemand überfährt.

Mit Hilfe der beiden Männer klappt das umlagern ohne Probleme.

Ich bleibe neben dem Mann und rede ein bisschen mit ihm – Alter? Name?

Die nächsten die eintreffen ist die Polizei – noch vor der Sanität. Sie entlassen den Busfahrer, der weiterfährt.

Die beiden Polizisten kauern sich zum Mann, stellen ihm essentiell die selben Fragen wie ich, dann greifen sie ihm in die Jacke – wohl auf der Suche nach einem Portmonee und ID. Zuerst aber finden sie gleich 3 iPhones mit kaputtem Glas.

Seltsam. Hat hier aber nichts zum Thema zu tun.

Dann kommt die Sanität, die den Mann einpackt und mitnimmt.

Und ich darf wieder weiter.

Ich komme tatsächlich noch rechtzeitig zur Arbeit.

Unspektakulär, ich weiss. Irgendwie aber ziehe ich so Situationen an. Da war der Mann im Beet und die Reanimation beim Gemüse. Schon von daher bin ich froh, dass ich – auch wenn ich es bisher nicht gebraucht habe – weiss, wie eine Reanimation geht und auch sonst, so in etwa, was ich machen muss. Das kann ich wirklich jedem empfehlen zu lernen. Es gibt fast nichts unangenehmeres, als hilflos dabei zu stehen.

Apotheken aus aller Welt, 719: Langeoog, Deutschland

Danke an Luisa – und das kann bei Inselapotheken gelegentlich passieren …

Bin bei einem Ausflug über die Inselapotheke in Langeoog gestolpert. Irgendwie ist das Schild süß. Leider war die Apotheke schon zu.

inselapolangegoog

das Discounter-Gesundheitssystem?

Danke an die Einsender, die mich auf diesen Artikel aufmerksam gemacht haben. Auch wenn das sensationell aufgemacht ist, der Artikel der Migros selber ist da realistischer. Es geht darum, dass die Migros und die Zur Rose kooperieren und nächstes Jahr zusammen (erst mal eine?) Apotheke in einem Kaufhaus in Bern integrieren. Auch wenn das jetzt aufgebauscht wird und manche schon wieder jubeln, dass dann die bösen hohen Apotheken-Preise fallen … die Zur Rose ist nicht der Retter der Patienten. Tatsächlich ist die bei mir ziemlich unten durch – um Gewinn zu machen operieren sie häufig an der Grenze zur Illegalität … und teils darüber hinaus, einfach um Tatsachen zu schaffen und auch zu sehen, wie weit sie gehen können.

Die Zur Rose Apotheke wurde 1993 von Ärzten als Ärztegrossist für die selbstdispensierenden Ärzte gegründet und beliefert seit 2001 als Versandapotheke auch Privatpatienten, obwohl der Versand von Medikamenten in der Schweiz laut Heilmittelgesetz eigentlich grundsätzlich verboten ist … oder anders gesagt: nur mit sehr definierten Ausnahmen erlaubt. 2004 expandierte sie nach Deutschland, inzwischen operieren sie nach der Übernahme der holländischen Versandapotheke DocMorris europaweit. Sie ist in den Jahren schon mehrfach negativ aufgefallen– vor allem den Apotheken.

Die Zur Rose belieferte nicht nur Ärzte in Kantonen, wo die Selbstdispensation erlaubt ist (also wo die Ärzte selber Medikamente verkaufen, eine Ausnahme die die Schweiz hat), sondern hat mit einigen Ärzten sonst Kooperationen und Verträge geschlossen, nach denen diese Ärzte, die der zur Rose Versandapotheke Patienten und Rezepte zuschleusen direkt vom so erzielten Umsatz profitieren. Riecht nach Korruption – und diese Praxis wurde vom Bundesgericht schliesslich verboten, da damit praktisch das Selbstdispensationsverbot ausgehebelt wurde und auch die freie Wahl des Leistungserbringers (in dem Fall der Apotheke) eingeschränkt wurde.

Ebenso verboten wurde der Zur Rose der Versand von nicht-rezeptpflichtigen Medikamenten, wenn nicht schon ein Rezept dafür ausgestellt wurde. Das Bundesgericht sagt hier deutlich: ein ärztliches Rezept braucht vorher direkten Kontakt zwischen Patient und Arzt. Die von der zur Rose praktizierte Ferndiagnose, die erst nach Eingang der Bestellung erfolgte (mittels online-Formular) stellt einen Verstoss gegen die ärztliche Sorgfaltspflicht dar. So ist das hierzulande … aber es gibt ja noch das Ausland.

Im Ausland ist die Zur Rose ebenfalls als Versandapotheke tätig. Nach der Expansion nach Deutschland haben sie 2012 die DocMorris Versandapotheke mit Sitz in den Niederlanden für 25 Millionen Euro gekauft. Dieses Jahr haben sie es (mit wer weiss welchen Methoden) durchgebracht, dass der Europäische Gerichtshof ihnen erlaubt hat für Deutsche Patienten Rabatte (und geldwerte Anreize) auch auf den Bezug rezeptpflichtiger Medikamente anzubieten – wohingegen deutsche Apotheken das vom Gesetz her nicht dürfen (!). Man will ja eigentlich nicht Anreize schaffen, dass die Patienten unnötig / vermehrt Medikamente bestellen. Die Begründung für dieses Skandalurteil, das die deutschen Vor-Ort Apotheken benachteiligt und (wenn keine Lösung gefunden wird) zu einem Apothekensterben führen wird, ist mehr als zynisch: Angeblich besitzen die Vor-Ort Apotheken ja den diskriminierenden Vorteil, dass sie im Gegensatz zur Versandapotheke beraten können … das sollte reichen, das auszugleichen.

Die Migros – einer der beiden grossen Kauflädenketten in der Schweiz vor allem für Lebensmittel – versucht seit Jahren in das „Geschäft“ mit den Medikamenten einzusteigen. Ihre bisherigen Vorstösse gingen vor allem in die Richtung Medikamente und Arzneimittel ins eigene Sortiment aufzunehmen. Zum Glück sieht bei uns auch die Politik ein, dass Zustände wie in Amerika – wo es alles, was nicht rezeptpflichtig ist im Supermarkt gibt – nicht gerade der Gesundheit zuträglich sind. Ein Aspirin oder ein Paracetamol mag ja harmlos scheinen … aber ist es nicht! Die Verkäuferin kann (mangels Wissen) auch weder Wechselwirkungen abklären noch ob es überhaupt das richtige Medikament ist. Die Migros als Rezeptsammelstelle zu etablieren (auch durch die Zur Rose Apotheke) hat sich nicht so bewährt – Nun nimmt sich die Migros also Coop zum Vorbild und will die Apotheken in ihre Läden integrieren. Coop hat das System mit Coop Vitality schon länger. Ihr Vertragspartner ist dabei die Galenika Gruppe, ein Medikamenten-Grosshändler, der ausserdem noch die Amavita Apotheken betreibt und vor ein paar Jahren auch noch die Sunstore-Apotheken-Kette aufgekauft hat. Das ist also nichts wahnsinnig neues.

Dass da manche Krankenkassen schon Jubeln von wegen Sparen an den Medikamenten, sollte den Patienten vielleicht auch in dem Sinn zu denken geben: da werden manche Krankenkassen das als Anlass nehmen, exklusive Verträge mit diesen Discount-Apotheken abschliessen … und die Patienten dann zwingen (Versicherungsmodell) dort ihre Medikamente zu holen, oder es halt in der Apotheke bezahlen zu müssen. Analoges gibt es schon in der Kombination Assura Krankenkasse und Sunstore-Apotheken.

Von daher bin ich … mässig beunruhigt. Natürlich freut mich die Konkurrenz gar nicht, vor allem in dieser Kombination: Kaufhaus-Versandapotheke (beide mit hauptsächlich Blick auf kaufmännische Werte anstatt der gesundheitlichen oder sozialen). Eine Apotheke ist heute keine Geldgrube mehr, wie manche denken. Auch nicht in schon bestehenden Läden an gut frequentierten Stellen (denn auf dem Land wird man die sicher nicht finden). Aber da hinter der Kooperation viel Geld steckt, werden sie die Auflagen wohl erfüllen können … denn … es ist nicht so einfach eine Apotheke aufzumachen. Da gibt es eine Menge Auflagen und Gesetze, die erfüllt werden müssen. Da reicht es nicht, einfach eine Ecke im Kaufhaus dafür bereitzustellen. Es gibt bauliche Vorschriften, man braucht ein QMS System, womit unter anderem die korrekte Lagerhaltung kontrolliert wird, man muss am Notdienstturnus teilnehmen, es braucht qualifizierte Angestellte – namentlich Apotheker rund um die Uhr … und ich (persönlich) würde nicht für die arbeiten wollen.

Fabian Vaucher, der Präsident des schweizerischen Apothekerverbandes nimmt das auch sehr gelassen. Er vertraut darauf, dass unsere hochwertige Arbeit als Service-Dienstleister in der Öffentlichkeit die Geiz-ist-Geil-Mentalität schlägt.

Aber es zeigt (einmal mehr), wie sehr das Gesundheitssystem im Umbruch ist.

Passend dazu höre ich von Urs, dass unter den Drogisten fast Krieg ausgebrochen ist, als bekannt wurde, dass der Drogistenverband die Drogerie-Kette Müller in den Verband aufnimmt. Die ursprünglich aus Deutschland stammende Drogerie-Kette (die übrigens Partner der zur Rose Apotheke ist!) ist bekannt dafür, dass sie auf Fachpersonal (in dem Fall: Drogisten) weitmöglichst verzichtet und mit günstigen Verkäufern und geeignetem Einkaufsverhalten (die Masse macht’s und hier auch noch via Einkauf in Deutschland) als Discounter ihren Umsatz generiert. Unter den Voraussetzungen wollen viele Drogisten Drogerie Müller nicht als Mitglied des Drogistenverbandes sehen – auch wenn so (einiges) Geld durch Mitgliederbeiträge herein kommt.

Ich sollte hier für die deutschen Leser erklären, dass man in der Schweiz unter einer Drogerie ein von (ausgebildeten) Drogisten geführtes Fachgeschäft für Gesundheit und Schönheit versteht, das Wert auf eine fachkundige Beratung legt. Es gibt viele Heilmittel in Drogerien zu kaufen, nicht nur Produkte für die Schönheit. An vielen Orten kooperieren Drogerien und Apotheken heute deshalb – das Sortiment ergänzt sich – und das meist problemlos. Nun … wenigstens scheint bei uns das mit den Rezept-Pick-Up-Stellen, wo die Drogerikette dm in Deutschland mit der Zur Rose kooperiert  nicht mehr zu kommen.

Aber: die Discounter drängen ins Gesundheitssystem. Von allen Seiten.

Manche Wirtschaftler und diejenigen, die nur aufs Geld-sparen sehen freut das vielleicht. Ich finde das sehr kurzsichtig gedacht. Mir gefällt das gar nicht.

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