Archiv für den Monat September 2016

Alles über Coffein (oder: was ihr nie so genau wissen wolltet)

Sash vom Blog gestern Nacht im Taxi ist an mich gelangt mit dieser Anfrage:

Wisst Ihr Apotheker_innen irgendwas über Koffein, was sonst niemand weiß?

Ich arbeite seit nun fast 8 Jahren in der Nachtschicht und da das natürlich auch so seine Tücken mit dem Schlafrhythmus hat, nehme ich regelmäßig Koffein zu mir. Da ich Kaffee aber eigentlich als Urlaubsgetränk mag und nicht so schnell an der Tanke, nehme ich stattdessen Koffeintabletten mit. Muss man auch nicht so oft aufs Klo, daran denken die meisten gar nicht. 😉

Ich habe drei Apotheken in Reichweite, hole mir die Tabletten mal hier und da, sicher in einer gewissen Regelmäßigkeit, aber keinesfalls irgendwie „verdächtig oft“. Zumal die Apotheker und Apothekerinnen hier offenbar selten lange arbeiten. Aber gut, weswegen ich frage:

So ziemlich jedes Mal, wenn ich eine Packung hole, setzen die Apotheker einen mehr als ernsten Blick auf und warnen mich eindringlich (!), ja nicht mehr als eine 200mg-Tablette alle 24 Stunden zu nehmen. Und bitte nicht falsch verstehen: Dass man Koffein überdosieren kann, weiß ich wohl. Nun ist es aber zum einen so, dass selbst die Packungsbeilage von zwei Tabletten pro Tag spricht, die aufgezählten Nebenwirkungen erstaunlich harmlos auf jemanden wirken, der schon mal andere Beipackzettel gelesen hat – und die Warnungen wirklich immer grotesker werden. Letzte Woche meinte ein Apotheker ernsthaft „Aber nich, dass Se irgendwann umfallen.“

Nun bin ich als Leser deines Blogs ja sensibilisiert und verstehe das mit der Beratungspflicht, mir  geht’s also nicht drum, dass es mich stört. Aber ich kenne niemanden in meinem Bekanntenkreis, der sich mit weniger als 1g Koffein durch den Tag wuselt, nur halt mit Kaffee. Und dass das langfristig vielleicht gesundheitlich suboptimal ist … kann sein, ich kenne da nun auch nicht alle Studien.

Soweit ich gesehen hab, ist Koffein in den Tabletten wirklich der einzig medizinische Wirkstoff und die Aufnahme erfolgt ja im Prinzip ebenso analog zu der von Kaffee: Also gibt es irgendeinen Grund, dass hier im Umkreis wirklich alle Apotheker und Apothekerinnen immer einen mitleidigen Blick ob meines baldigen Ablebens aufsetzen?

Na, dann will ich mal 🙂 Apothekerwissen über Coffein / Koffein :

Coffein ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Stimulantien, der das zentrale Nervensystem, die Atmung und den Herzkreislauf anregt und leistungsfördernd wirkt. Die Effekte beruhen auf dem Antagonismus an Adenosin-Rezeptoren. Coffein ist ein Naturstoff, der unter anderem im Kaffee, Kakao und im Schwarztee enthalten ist. Es wird hauptsächlich als Genussmittel gegen Müdigkeit eingenommen. Medizinisch wird Coffein zur Therapie der Frühgeborenenapnoe und in Kombination mit Schmerzmitteln gegen Kopfschmerzen verabreicht. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Unruhe, Reizbarkeit, Nervosität, Schlafstörungen, ein schneller Puls, Herzrhythmusstörungen und vermehrtes Wasserlassen. Coffein kann zu einer leichten Abhängigkeit führen. Quelle: Pharmawiki

Das war auch schon ziemlich das wichtigste darüber. In der Schweiz haben wir tatsächlich keine Coffeintabletten im Handel (ich dachte erst keine rezeptfreien, aber: nein: gar keine). Deshalb musste ich mich erst mal schlau machen.

Natürlich kenne ich Coffein auch. Obwohl man es ohne Rezept bekommt und es ja auch in Nahrungs- oder besser Genussmitteln enthalten ist, kann es Wechselwirkungen mit Medikamenten machen: siehe hier https://pharmama.ch/2010/06/03/kaffee-coffein-und-medikamente/

Interessant ist dabei dass das ausgenützt wird: in Kombination mit Schmerzmitteln wirkt Coffein selber schmerzstillend: Also 50mg Coffein hat eine relative analgetische Wirkungsstärke von 1.3 bis 1.7 wenn man gleichzeitig Acetylsalicylsäure oder Paracetamol einnimmt.

Es erhöht aber auch die Abhängigkeitsgefahr von Substanzen: Schmerzmittel und Schnupfenmittel. Ephedrin im Speziellen, das ja auch von Bodybuildern eingesetzt wird, weil es die „Fettverbrennung“ steigern soll.

Wenn man schon Probleme hat wie Leberschäden, Herzrhythmusstörungen, Schilddrüsenproblemen und Angstsyndrom sollte man es wegen möglicher Verstärkung dieser Beschwerden nicht nehmen.

Dann hast Du ja nicht nur Nachtschicht, als Taxifahrer fährst Du ja viel Auto. Coffein gehört zu den Medikamenten, die … nicht unbedingt ideal sind beim Autofahren. Natürlich, es ist ein Stimulanz und man (Du) benutzt es zum wachhalten. Das ist so: Koffein macht zwar kurzfristig wacher, aber das funktioniert wirklich nur kurze Zeit. Zur Übermüdung kommt dann nach Wirkungsverlust noch dazu: Überschätzung, Gereiztheit. Die Leistung fällt auf ein noch niedrigeres Niveau als vorher. Das heisst: Koffein kann die Fahrtüchtigkeit tatsächlich auch einschränken. guckst Du hier: https://pharmama.ch/2015/09/07/nicht-mit-allen-medikamenten-ist-gut-auto-fahren/ und https://pharmama.ch/2015/08/07/wachbleiben-1/

Wegen der Dosierung:  50 mg Koffein wirken bei naiven (ungewohnten) Gebrauchern schon gegen Müdigkeitserscheinungen und 100 mg wirken leistungssteigernd.

Bei Überdosierung (ab 600mg?) kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen, zu Tremor (Zittern), Unruhe, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, schnellem Puls, Verwirrung und Angstzuständen.

Beschrieben habe ich selber mal so einen Fall, der im Spital gelandet ist hier: https://pharmama.ch/2012/02/04/trinken-sie/

Und dann natürlich noch das: Koffein kann selber bei regelmäßiger Zufuhr zu einer geringfügigen Abhängigkeit führen. Was es sicher macht ist ein Gewöhnungseffekt. Wer regelmässig Kaffe trinkt (oder Koffeintabletten zu sich nimmt), bei dem wirkt das nicht mehr gleich gut, wie bei demjenigen, der das nicht oft macht. Und wer das nach regelmässigem Gebrauch plötzlich absetzt kann Entzugserscheinungen bekommen wie Unruhe, Kopfschmerzen.

So finde ich, dass man auch mit den in Deutschland freiverkäuflichen Tabletten etwas aufpassen. 1 dieser Tabletten enthält 200mg.

Zur Relation: 1 Tasse Kaffee (oder ein kleiner Espresso) hat 40mg – das heisst mit einer Tabletten nimmst Du den Coffeingehalt von 5 Kaffees oder 5 Espressos ein. Damit das stimmt, was Du über Deine Freunde sagst (mit 1g Coffein pro Tag) , müssten sie also täglich 25 Tassen Kaffee oder Espresso oder 12 Dosen Red Bull trinken …

Die Apotheker haben also nicht ganz unrecht, wenn sie sich so auf die „Gefahren“ von Coffeintabletten hinweisen … oder? Und wenn Du willst dass das Coffein weiterhin so wirkt, wie bisher, gilt hier weniger ist mehr. Wahrscheinlich ist es so, dass Dein „regelmässiger“ Bezug trotz dem Besuch verschiedener Apotheken aufgefallen ist. Das ist gut möglich, vor allem, wenn sie (wie wir hier mit Codein) bei den Sachen mit Abhängigkeitspotential ein Auge auf die Bezüge(r) haben. Aber vielleicht bist Du auch einfach eine so auffällige Persönlichkeit … und sie wollen dich gerne noch länger als Kunden behalten 🙂

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Apotheken aus aller Welt, 698: Grasse, Frankreich

Danke an Steffi für diese feine Apotheke aus der Parfümstadt Grasse!

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Das habe ich nicht gesagt.

Wenn Sie mir eine Frage stellen, aber Ihnen meine Antwort nicht gefällt und Sie einfach weiter auf mich einreden, als ob ich dann irgendwann einfach auf einmal das sagen würde, was Sie hören wollen …

Passiert viel zu häufig.

Und irgendwie immer im Zusammenhang mit Alkohol.

Nein. Wenn ich Ihnen sage, dass Sie das Schlafmittel nicht zusammen mit Alkohol nehmen sollen, dann ist das so. Auch nicht, wenn Sie dann anfangen das umzuformulieren: „Sie sagen also, das geht, auch wenn ich vorher nur etwas getrunken habe?“

Nein! Das sage ich nicht.

Apotheken aus aller Welt, 697: Bern, Schweiz

Im März haben wir uns Bern angeschaut und natürlich wieder mal ein paar ganz besonders schöne Apotheken gefunden.  Die eine oder andere gibts sicher schon auf Deinem Blog.
Schau einfach mal.
Danke Steffi – die sind tatsächlich alle brandneu für mich 🙂 Und die anderen beiden füge ich bei den schon gebrachten an.
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Dialoge aus der Apotheke / 4

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Patient: „Kann ich diese beiden Medikamente zusammen einnehmen?“

Apothekerin: „Lassen Sie mich zur Sicherheit nachschauen … … Ja. Das geht.“

Patient: „Oh gut – das mache ich nämlich schon seit 2 Monaten.“

Interessanterweise kommt das (bei uns) meist von Patienten, die die Medikamente nicht von uns haben – entweder von einer anderen Apotheke oder vom Arzt oder gar aus dem Internet.

Gut – wenn sie beide Medikamente von uns hätten, dann wäre das bei der Abgabe schon abgeklärt: wir führen ja Computerdossiers über die Abgabe rezeptpflichtiger Medikamente und man kann (zum Beispiel wenn er/sie eine Kundenkarte hat) da auch freiverkäufliche Sachen darüber nehmen und sieht dann auch beim Multimineralpräparat, dass das sich jetzt nicht mit dem neuen Antibiotikum verträgt.

Auch gut (finde ich), dass überhaupt gefragt wird … wenn es denn nicht meist nach der Tatsache ist – so wie oben.

Apotheken aus aller Welt, 696: Guangzhou, China

aus Guangzhou in Südchina habe ich Ihnen diese beiden Apothekenbilder mitgebracht.

Leider habe ich es meiner eigenen Schusseligkeit zu verdanken, dass ich die Apotheke im Shaolin Tempel nicht fotografierte. Ich sah das Hinweisschild wohl, indes mir fehlte der Geistesblitz.

Naja – vielleicht nächstes Mal? Danke, Dr. Pé!

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Bin ich denn die Krankenkassenangestellte?

„Sie müssen mir einen Vorbezug machen, mein Baby zahnt!“

Ja. Wow. Das machen Babies so. Die meisten sogar ohne Probleme, ein paar speicheln und kauen auf allem was sie in den Mund bekommen können herum und noch ein paar bekommen Rötungen, reagieren mit Unruhe und eventuell Fieber.

Wenn das Fieber ein Problem ist oder es wirklich Schmerzen haben sollte, habe ich etwas – Paracetamolzäpfchen kosten nicht mal 3 Franken die Packung.

Aber dafür … rufe ich nicht den Arzt an (kostet 80 Rappen), verlange dass er ein Rezept ausstellt (kurze Telefonische Beanspruchung: das verrechnet er der Mutter oder der Krankenkasse dann mit mindestens CHF 8.60), uns das per Fax schickt (80 Rappen), ich gebe das alles bei uns im Computer ein, UND muss das wahrscheinlich auch noch selber mit der Krankenkasse abrechnen (Arbeitszeit, einschicken etc.). Nur damit die Krankenkasse das dann – weil der selber zu bezahlende Anteil (die Franchise) nicht erreicht ist- wieder der Patientin in Rechnung stellt (auch wieder Arbeitsaufwand, diesmal von der Krankenkassenangestellten und Porto).

Aber Fieber war nicht mal das Problem – sie wollte dringend homöopathische Zahnungskügeli.

Okay – das zahlt die Krankenkasse gar nicht. Rezept oder nicht Rezept. Noch ein Grund weniger, dass ich dafür den Arzt anrufe und eines verlange. Auch wenn das mit 12 Franken teurer ist. Eine Krankenkasse ist eine Versicherung und keine Bank – und ich bin keine Angestellte der Krankenkasse sondern eine medizinische Fachperson.

Und wenn ich denke, wie lange das gebraucht hat, der anspruchsvollen Mutter das zu erklären, weshalb sie das selber kaufen kann (und muss, wenn sie es will), dass auch im Gesundheitssystem nichts „gratis“ ist und der Aufwand hier in keinem Verhältnis steht zu dem was rauskommt (Am Ende bezahlt sie es dann ja trotzdem selber) …  Puh.

Ein schönes Wochenende Euch, liebe Leser! Nützt Eure Frei-Zeit sinnvoll, wenn ihr nicht arbeiten müsst.

Apotheken aus aller Welt, 695: Beer, England

Danke an wortschnittchen für diesen Fund:

für Ihre Foto-Sammlung „Apotheken aus aller Welt“ sende ich Ihnen ein Bild aus meinem schon etwas länger zurück liegenden England-Urlaub. Es stammt aus dem hübschen Küstenort in Devonshire namens Beer. Beer trägt somit dort stark zur Heilung bei.

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Demenz und Gedächtnisprobleme in der Apotheke (Sampler)

Im Alter leider immer häufiger auftretend: Gedächtnisprobleme und Demenz. Tatsächlich hat einer unserer Dozenten einmal gemeint, dass wir eine annähernd 50% „Chance“ hätten im Alter eine Demenzerkrankung zu bekommen. Alzheimer ist nur eine davon. Allen gemeinsam ist ein Verlust der Verstandesfähigkeit, Verschlechterung des Gedächtnisses … und damit zunehmend Probleme im Alltag selbständig zurechtzukommen.

Das sind beunruhigende Aussichten … und wegen der Häufigkeit, mit der das auftritt, haben wir in der Apotheke häufig einen (unschönen) Logenplatz, bei dem wir mitbekommen, wie es bei manchen Patienten und Kunden abwärts geht und wie andere damit zu kämpfen haben.

Die betroffenen Personen selber reagieren sehr unterschiedlich auf diese Entwicklung. Es kann sein, dass das fast unbemerkt von der betroffenen Person fortschreitet, aber wenn man beginnt, das zu bemerken reagieren die Leute (laut eigener Erfahrung) häufig erst mal damit, die „Schuld“ dafür bei der Umgebung zu suchen, weil etwas nicht mehr so ist / oder so geht wie bisher. Während andere durchgehend freundlich bleiben  – selbst bei zunehmender Verwirrung, machen einige Persönlichkeitsveränderungen durch und werde aggressiv gegenüber Umgebung und teils eigenem Partner.

Hier auf dem Blog habe ich schon über so Begegnungen geschrieben. Einmal querbeet:

Es gäbe ja Mittel für das Gedächtnis

Rätselaufgabe in der Apotheke

Geduldsprobe mit Beruhigungsmitteln

Weshalb haben Sie mir das verkauft? – Oder: Das habe ich ja schon zu Hause, das sollten Sie doch wissen!

Aber auch wenn man die Übersicht hat, was bezogen wird, heisst das nicht, dass da nichts falsch zu machen ist.

Schleichend fängt es an. Irgendwann aber wird es für die Umgebung deutlich.

Es geht hier nicht ums Recht-haben. Aber jetzt mache ich mir etwas Sorgen.

Unbeabsichtigte Überdosierung: kann auch dadurch passieren, wenn man vergisst, dass man es schon genommen hat.

Verantwortungsabgabe, nicht ganz freiwillig –Dosette sind eine Möglichkeit der Unterstützung aus der Apotheke.

Habe ich auch alles? Ja. Habe ich wirklich alles. Ja?

Nicht mehr so nett – und alles neue Leute?

Im diesem Fall war die Demenz zumindest teils aktiv selbergemacht: Alkoholismus. Das macht es nicht einfacher, hier Hausverbot zu erteilen.

Was tun? Wenn es jemanden Bekannten trifft.

Das Leben ist manchmal wirklich unfair.

und (am Rande passend): Intelligente Werbung

Ich freu mich schon auf die ganzen „Aluminium ist böse“ Diskussionen

Das Thema hatten wir hier schon einmal: Aluminium in Deos. Nach dem Artikel in der 20 Minuten – und sicher auch in anderen Zeitschriften, wird das bestimmt Reaktionen geben: Aluminium in Deos kann definitiv zu Krebs führen.

Ah ja. Da hat die PR-Agentur, die die Vorlage dafür geliefert hat ja ganze Arbeit geleistet. Vielleicht sollte man aber nicht nur einen Blick in den mitgelieferten Pressetext werfen, sondern auch noch in die Studie selber. Aus dem Abstract:

long-term exposure to concentrations of aluminium—in the form of aluminium chloride (AlCl3)—in the range of those measured in the human breast, transform normal murine mammary gland (NMuMG) epithelial cells in vitro as revealed by the soft agar assay. Subcutaneous injections into three different mouse strains with decreasing immunodeficiency, namely, NOD SCID gamma (NSG), NOD SCID or nude mice, revealed that untreated NMuMG cells form tumors and metastasize, to a limited extent, in the highly immunodeficient and natural killer (NK) cell deficient NSG strain, but not in the less permissive and NK cell competent NOD SCID or nude strains. In contrast, NMuMG cells transformed in vitro by AlCl3 form large tumors and metastasize in all three mouse models.

Also: Man hat Brust-Zellen von Mäusen gezüchtet in Vitro, auf Agar-Platten. Dann hat man die über lange Zeit (6 – 8 Monate) direkt Aluminiumchlorid-Konzentrationen von 100 μM ausgesetzt. Konzentrationen, die laut Abstract auch schon in menschlicher Brust gemessen wurden … Für mich ist aber in der Studie schwierig herauszufinden, was sie da als „normal range“ deklarieren? Bei bisherigen Studien wurden jedenfalls keine Unterschiede der Konzentrationen im Gewebe bei Frauen mit Brustkrebs und ohne Brustkrebs gefunden – was eigentlich gegen einen Zusammenhang spricht. Aber zurück zur Studie: Diese Zellen wurden dann, nachdem man in ihnen Veränderungen des Erbgutes festgestellt hat (also Mutationen) in 3 spezifische Mäusezuchtlinien gespritzt, die unterschiedliche Immundefizite aufweisen. Sowohl bei den Mäusen denen unbehandelten Brust-Zellen gespritzt wurde, als auch bei den mit AlCl3 behandelten Mäusen traten Tumore auf. Bei den unbehandelten Zellen aber nur in einer der drei Zuchtlinien (der mit der höchsten Form der Immunschwäche). Bei den behandelten Brust-Zellen in allen 3 Zuchtlinien.

Zugegeben, das ist beunruhigend, auch wenn man sich folgendes vor Augen führt:

  • solche Zell-zuchten bestehen aus Zellen, die sich praktisch unendlich teilen können und unsterblich sind … fast selber schon Krebs-artig. Die Veränderungen im Erbgut traten nach 14-16 Wochen kontinuierlicher Exposition und etwa 42 Zellteilungen (poulation doublings) auf. Wir sehen also wirklich erstmals Mutationen bei speziellen Mäuse-Zellen wenn sie ständig in Aluminiumlösung liegen. Dass Aluminium auf Zellen mutagen wirken kann konnte bisher nicht nachgewiesen werden – bei Bakterien hat man es schon versucht und nicht geschafft. Beim Mensch haben sie in bisherigen Studien keinen Zusammenhang finden können zwischen Aluminiumexposition in Deos und Brustkrebs.
  • Dann haben sie für den Test  jeder Maus 5 Millionen mutierte Zellen subcutan gespritzt (sehr viel) – und es waren 5 Mäuse pro Zuchtlinie je für Kontrolle und Verum. Das ist sehr wenig, Fast zu wenig, als das man das wirklich Studie nennen darf.

So ziehen denn auch die Studienmacher diesen Schluss:

Für aussagekräftige Beweise des Karzinogenen Potentials von Aluminium braucht es epidemiologische Studien in Menschen und in vivo Experimente wo das Aluminium direkt auf die Haut der Mäuse aufgetragen wird. …

Das ist weit von der Aussage der Boulevard-Zeitungen entfernt, die schreien (und schreiben), dass Aluminiumhaltige Deos definitiv Krebs verursachen! Aber schon der Pressetext der PR Agentur ist sehr … voreingenommen.

Apotheken aus aller Welt, 693: Porto, Portugal

Von Tim kommen diese Apotheken: Danke!

Ich war die letzten beiden Wochen in Porto (Portugal) im Urlaub und habe auch eine Apotheke für Sie. Anlässlich zu Ostern war die Apotheke leider geschlossen, aber man erkennt den festlichen Anlass an den vielen Ostereiern…

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Lehrmittel

Das unten ist ein (kleiner) Auszug aus einer Matheprüfung, die Junior letztens versiebt hat.

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Beim durchgehen mit ihm musste ich allerdings zugeben: Frage B (oben) kann ich auch nicht lösen. Und bei noch genauerem hinsehen des Frageblattes frage ich mich ernsthaft: Ist das die Art Lehrmittel, mit der er lernen muss? Sowas finde ich nicht wirklich akzeptabel.

Apotheken aus aller Welt, 692: Curacao

Steffi aus München schickt diese Apotheke in Curacao von ihrer Kreuzfahrt – die lieben ja bunte Apotheken in Curacao 🙂

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Fragen, die ich (so) nicht beantworten kann

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Kann ich nicht beantworten:

Alles was anfängt mit:

Wann wird mein Arzt …?

(Fragen Sie Ihren Arzt. Ich kann nicht in ihn hineinsehen und es ist ihr Arzt, nicht meiner).

Warum hat mein Arzt …?

(Nochmals: Fragen Sie Ihren Arzt. Ich habe Ideen, weshalb das sein könnte, aber wirklich wissen tu ich es nicht.)

Wieviel zahlt mir die Versicherung …?

(Kommt drauf an: Wie sind Sie versichert? Wie hoch ist Ihre Franchise (der Teil, den Sie erst mal selber zahlen müssen?) Wieviel von dem haben Sie dieses Jahr schon aufgebraucht? Ich kann Ihnen sagen, wieviel das Medikament kostet, nicht unbedingt alles, was die Versicherung daran übernimmt)

Ist es günstiger in …?

(Umm- vielleicht, vielleicht auch nicht. Fragen Sie dort nach und vergessen Sie nicht mit einzubeziehen, dass da noch andere Kosten dazukommen: Arbeitszeit das nachzuschauen, Weggeld, Porto, wasauchimmer. Ich kann Ihnen nur sagen, was es hier kostet.)

Hat eine andere Apotheke …?

(Ich kann nicht in den Lagerbestand anderer Apotheken hineinschauen. Da muss ich genau so anfragen, wie Sie.)

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