Lausige Zeiten (plus Sampler)

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Nachdem ich letzte Woche wieder diverse Eltern in der Apotheke hatte, die etwas gegen Läuse suchten (und fanden), bin ich am Wochenende über gleich zwei interessante Informationen über Läuse gestossen, die wohl unter „nutzloses Wissen“ abzulegen sind, aber trotzdem lustig.

Wusstet ihr, dass Läuse während Jahrhunderten auf den neuen Hebriden (heute Vanuatu) als Bringer guter Gesundheit angesehen wurden … und deshalb jeder welche haben sollte?! Das Ganze beruhte auf der wiederholten (korrekten) Beobachtung, dass eine Person die krank war keine Läuse hatte … und auf dem daraus folgenden Fehlschluss. Tatsächlich ist das ein typischer Fall, wo Korrelation kein Kausalzusammenhang bedeutet. Die Läuse bringen keine Gesundheit, aber sie leben auf dem gesunden Menschen. Wenn er krank wird und die Körpertemperatur ansteigt, dann verlassen die Läuse (die ja ein sehr stabiles Mikroklima brauchen und beim Menschen nur auf den 2 cm über der Haut in den Haaren überleben) den Menschen.    Quelle: Darrell Huff, How to lie with statistics

Dann war da noch der Artikel über wunderschöne antike Kämme, die man aus den verschiedensten Geschichtsepochen hat … und von denen man eigentlich annahm, dass sie rein kosmetischen Zwecken dienten – wie dieser hier aus Frankreich und dem 16. Jahrhundert: Quelle Bild: wikimedia. public domain

kammlaus

Dank Thema oben seht ihr sicher schon von weitem die Ähnlichkeit mit den heute existierenden Lauskämmen: auf der einen Seite breit gezinkt zum Haare entwirren und auf der anderen sehr fein zum auskämmen der Läuse und Nissen.

Vor etwa 30 Jahren jedenfalls fanden der Parasitologe Kostas Mumcuoglu und Anthropologe Joseph Zias auf einem solchen Kamm aus dem ersten Jahrhundert, den sie auf der West Bank ausgegraben haben überaschenderweise in den feinen Zähnchen: 10 Kopfläuse und 27 Lauseier.  Und als sie weitere Kämme aus frischen Ausgrabungen im Judean Desert untersuchten, fanden sie auf 8 von 11 Kämmen Läuse, Eier oder beides. Das zeigt doch, wie lange Kopfläuse schon die Begleiter der Menschen sind.

Nicht, dass sie mir das sympatischer macht. Die Dinger sind lästig, es juckt, wenn man sie hat … und sie sind erstaunlich hartnäckig und kommen immer wieder. (Offenbar ist das also seit Jahrhunderten so 🙂 )

Mehr über Läuse:

In der Apotheke unbeliebte Sätze

Phantom-Läuse

Die Rückkehr der Läuse

Läuse – immer noch

Läuse und der Coiffeur

Da ‚unten‘

Parasiten bei der Familie Pharmama (ja, auch wir hatten schon Läuse)

Jetzt juckt es mich schon wieder

Per Anhalter durch die Packungsbeilage

Die falsche Anwendung (vom Lausmittel)

für nicht so helle Lämpchen: Petrol

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Sie dürfen mir das bringen.

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Telefon am frühen Nachmittag:

„Pharmama’s Apotheke, Pharmama, Grüetzi!“

der Stimme nach ältere Frau (ohne Begrüssung): „Sie sind die Apotheke, nicht?“

Pharmama: „Ja.“

Frau: „Und Sie sind die Apothekerin?“

Pharmama: „Ja.“

(Jetzt weiss ich schon, mit wem ich spreche, auch ohne, dass sie den Namen gesagt hat. Es ist eine immer sehr mürrische ältere Frau, die auch gelegentlich in die Apotheke kommt und im Normalfall nach etwas zum einreiben bei Schmerzen fragt. Und Muster. Die sind ganz wichtig. Es ist Frau Säuerlich.)

Frau Säuerlich: „Oh. Gut. Haben Sie Heparinsalbe?“

Pharmama: „Ja, haben wir. Als Salbe oder Gel. Für was brauchen Sie es?“

Frau: „Ich bin gefallen und habe ein blaues Auge. Heparinsalbe ist doch gut dafür, oder?“

Pharmama: „Wenn Sie es nur um das Auge herum anwenden, geht das. Aber … haben Sie das unter beiden Augen, oder nur an einem? Ich frage, weil …“ (Ja, weil ich abklären will, ob da beim Sturz nicht mehr passiert ist. Auch Schädelbruch macht „Veilchen“artige Blutergüsse unter den Augen. Aber sie unterbricht mich.)

Frau Säuerlich: „Das ist schon okay, ich hatte das früher schon einmal. Wieviel kostet die?“

Ich sage es ihr. Es sind etwa 12 Franken.

Frau Säuerlich : „Hmpf. Könnten Sie sie mir bringen?“

Pharmama: „Ja, nachdem die Bestellung heute mittag gemacht ist, kann ich den Lehrling schicken. Etwa 4 Uhr?“

Frau Säuerlich: „Hmm, nein, das geht ja nicht, da habe ich einen Termin bei Doktor Hauser“ (Der etwa 50m Luftlinie von uns praktiziert?!)

Frau Säuerlich: „Könnten Sie das nicht vorher zum Arzt bringen, dass ich das gleich mitnehmen kann?“

Pharmama: „Äh – nein, Sie müssen das bei Erhalt bezahlen. Das macht der Arzt sicher nicht.“

Frau Säuerlich: „Ach, das geht nicht? Ja – was machen wir denn dann?“

Pharmama: „Ich kann es ihnen später bringen lassen – 5 Uhr?“

Frau Säuerlich: „Wenn ich nicht da bin, legen Sie es mir einfach in den Briefkasten.“

Pharmama: „Nein, denn Sie müssen es noch bezahlen. Wir machen es so: wir rufen vorher an und schauen, dass Sie dann sicher zu Hause sind.“

Frau Säuerlich: „Na, dann halt.“

Pharmama: „Wie war genau der Name? Und die Adresse?“ (Merke: sie hat mir das immer noch nicht gesagt … aber das tut sie jetzt.)

Ich lege die Heparin-Salbe bereit und informiere den Lehrling (Andrea) über die Auslieferung. Die ist alles andere als begeistert, auch weil sie die Kundin kennt. Wir haben ihr auch schon Sachen gebracht.

„Ich leg’ noch ein Muster von einer Schmerz-Salbe dazu.“ Meint sie

„Da hat sie sicher Freude.“ Sage ich.

„Hmmm. Bei ihr weiss man das nie so genau.“

Sie hat die Heparinsalbe am Nachmittag dann bringen „dürfen“.

… to be continued.

Junior und das Schulsystem

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Junior hat Freitag sein Zeugnis bekommen.

Und ich bin ziemlich zufrieden. Erstmal, dass er befördert worden ist (ins 4. Schuljahr heisst das) und dann, dass es keine ungenügenden Noten hat. Wirklich super ist es auch nicht – keine 6er wo es Noten gibt, aber zwei „erweiterte Anforderungen erfüllt“ – in Sport und Französisch (?!) was etwa einer 5 entspricht. (Ah ja: in Schweiz: 6 die beste Note, 1 die mieseste).

Mathe nervt etwas – da hat er eine 4. Es nervt nicht wegen der 4, sondern weil ich weiss, dass er es besser könnte – man sieht das an der Reihe 6er, die er bei den Malreihen hingelegt hat. Alles was es brauchte war ein bisschen Motivation. In dem Fall war die Motivation, dass ich versprach eine kostenpflichtige Episode in Minecraft Storymode herunterzuladen, wenn er da alle Noten über 5 hat. Er hatte. Dass das trotzdem nur für eine 4 gereicht hat, liegt an den ersten Prüfungen, die er hatte. Die hat er nämlich grossartig versiebt. Und aus den döfsten Gründen.

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In der ersten Prüfung hat er die erste Seite gelöst (und zwar recht gut)… und die zweite war einfach leer. Gab eine 3. Ich habe ihn dann gefragt, was da passiert ist, ob er die zweite Seite einfach übersehen hat? Hat er nicht, ansonsten druckste er aber nur herum. Erst später habe ich vom Lehrer gehört, dass er mitten in der Prüfung seine „Auszeit-Karte“ eingesetzt hat. Anscheinend haben sie die, damit der Schüler selber eine Pause nehmen kann, wenn er will (einzulösen maximal einmal pro Tag) … und er wollte das – mitten in der Prüfung.

In der zweiten Prüfung war wieder nur ein Teil ausgefüllt – diesmal aber eher die Aufgaben gegen Ende. Wieso? Weil der Schulfreund vom Junior gemeint hat, es sei am besten, wenn man mit den schwierigen Aufgaben anfängt! Ganz offensichtlich keine gute Strategie.

Jetzt könnte man ja sagen, dass das irgendwo bewundernswert ist, dass er sich da so gar nicht vom Schulsystem stressen lässt … allerdings liegt das nur daran, dass ihm das einfach nicht bewusst war. Danach haben wir mit Junior geredet, was denn eine Prüfung so bedeutet (zum Beispiel, ob man ins nächste Schuljahr kommt oder sitzenbleibt) und ein paar Strategien, um Prüfungen gut zu bestehen: Fragen der Reihe nach durchgehen, die leichten dabei zuerst machen, was man nicht gleich kann, kann man verschieben – oh und üben vorher. Das mit dem üben braucht noch etwas Unterstützung, aber zeigt Wirkung (siehe Französisch).

Ich will ihn damit nicht stressen, aber wenn er nicht in eine Privatschule soll ist es das System, mit dem wir arbeiten müssen. Und es geht, auch wenn es nicht einfach ist. Junior gehört  zu den sehr aktiven und leicht ablenkbaren Kindern (schon immer). Tatsächlich hat er seit letztem Jahr die POS Diagnose (das gibt es nur für die Schweiz und steht im ADHS Themenbereich). Ganz offensichtlich schaffen wir und er es aber bisher (auch ohne Medikamente) mit etwas Unterstützung – und deshalb bin ich umso mehr stolz auf ihn!

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Kollegen verleugnen

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Gestern habe ich meinen Arbeitskollegen Urs verleugnet. Und es tut mir so gar nicht leid 🙂

Anruf – mal wieder, von einem mit hörbar indischem Akzent englisch redenden Mann.

Die Drogistin hatte ihn erst dran, sie reicht ihn mir mit den Worten:

„Er möchte ‚the Pharmacist‘!“

Immer ein Highlight. Also nehme ich ihr den Hörer ab und melde mich.

„Oh. Hello. Could you give me Mister (Apotheker-der-schon-seit-über-10Jahren-nicht-mehr-hier-arbeitet).?“

„No, Sorry, Mister (Apotheker-der-schon-seit-über-10Jahren-nicht-mehr-hier-arbeitet) does not work here anymore. I am the pharmacist, can I help you?“

„Do you have any other men working in the pharmacy?“

„No.“

Das ist … nicht ganz gelogen. Urs ist Drogist.

„No?“

„No!“

Keine Ahnung warum er einen Mann „braucht“. Was die Leute wollen ist im Normalfall irgendwelche Aktien verkaufen … und dass wir daran kein Interesse haben, kann ich ihnen auch sagen. Dafür brauche ich nicht noch Urs zu belästigen.

Er hat dann auch noch aufgehängt ohne sich anständig zu verabschieden. Soll ich das jetzt frauenfeindlich finden, oder dankbar sein?

 

Ein sehr genaues Rezept

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rpzugenau

Ein Rezept vom letzten Monat. Sehr nett finde ich, wie der Arzt nicht nur das Geburtsdatum sondern auch das Gewicht des Kindes aufgeschrieben hat – das erleichtert einem doch sehr, die Dosis zu kontrollieren.

Trotzdem gibt das noch etwas zu rechnen. Die Packungsbeilage von Algifor Sirup sagt:

Die übliche tägliche Dosierung beträgt 20 bis 30 mg Ibuprofen pro kg Körpergewicht, aufgeteilt in 3–4 Dosen, ohne 30 mg pro kg Körpergewicht zu überschreiten.

Das heisst 30 (mg) x 32.9 (kg KG) = 987 mg

in 5ml Algifor Sirup sind 100mg enthalten,

das heisst in 16.5ml (3-Satz): 330mg. Das sind (x3) 990mg pro Tag – damit sind wir bei der empfohlenen (oberen) Dosis. Ziemlich genau sogar.

Und jetzt kommt mein Problem: Wie misst der Patient (respektive die Eltern) das ab? Die Algifor Packung, die die Krankenkasse bezahlt kommt nämlich nur mit einem Dosierlöffel, der 5ml und 2.5ml abmessen kann:

Für die Dosierung ist der Packung ein Doppel-Messlöffel beigefügt; der kleinere Löffel entspricht 2,5 ml (= 50 mg Ibuprofen), der grössere entspricht 5 ml (= 100 mg Ibuprofen).

Da kann der Arzt (und ich) noch so genau rechnen … abmessen lässt sich damit nur 15ml (3 grosse Löffel) oder 17.5ml (3 grosse plus ein kleiner Löffel) …

Natürlich muss das nicht so genau sein – das Kind kommt mit 15ml wahrscheinlich genau so gut aus … aber mache das mal den Eltern klar. Inzwischen habe ich mir Dosierspritzen angeschafft für diese Fälle (die auch bei Antibiotikasirup vorkommen) und die ich mit abgebe. Die kosten nur 50 Rappen und sind wiederverwendbar.

Aber ich frage mich immer noch: weshalb konnten sie das nicht grad der Packung beifügen? Ist so ein Löffel wirklich eine derartige Ersparnis?

Verzeichnung statt Verschreibung

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rpgezeichnet

Ich denke, ich weiss, was der Arzt will … 🙂

Ja, das ist auf ein Rezept gemalt … und ohne Patientenname, aber es wird ja sowieso nicht von der Krankenkasse übernommen und so weiss ich wenigstens, was er will. Er hat’s gut getroffen, oder?

Danke an Fabienne für das Rezept-Bild!

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Was sagt man denn da?

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Beunruhigter Kunde kommt und erzählt eine gewundene Geschichte über die langwierige Nasennebenhöhlenentzündung, die er im letzten Jahr hatte. Dann fragt er, ob er wohl Krebs habe und falls ja, ob es etwas gibt, das er dagegen ohne Rezept bekommen kann.

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Was macht die Selbstdispensation? – Sampler

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Selbstdispensation nennt man das, wenn der Arzt die Medikamente grad selber verkauft – statt nur die Diagnose zu stellen und etwas auszusuchen.  Vom Arzt und manchem Befürworter als „patientenfreundlich“ angewiesen hat das ein paar nicht so nette „Nebenwirkungen“:

Die Folgen der Selbstdispensation – Eine Übersicht.

Und ein paar eigen-Erfahrungen aus der Apotheke:

Nicht ganz so Patientenfreundlich –  Vergessen etwas mitzugeben? Bitte kommen sie wieder in die Praxis, damit wir das verkaufen können.

Zusammenbruch der Zusammenarbeit – wenn der Arzt den Apotheker nur noch als Konkurrent sehen kann.

Ich bin kein Lückenbüsser! – Wenn ich mal wieder einen Patienten nur deshalb in der Apotheke stehen habe, weil der Arzt mal wieder in den Ferien ist und ihm die Medikamente ausgegangen sind.

So fühle ich mich in der Lückenbüsserfunktion. (Cartoon)

Ärzte umgehen das Selbstdispensationsverbot – nicht in allen Kantonen ist SD erlaubt, aber manche Ärzte umgehen das, indem sie einer Versandapotheke Patienten zuschaufeln. – verboten!

Dosettiges – wir dürfen dem Patienten neu ein Dosett erstellen, das macht die Versandapotheke nicht, die der Arzt empfohlen hat.

War das nicht ein Argument für die Selbstdispenation? – Wenn der SD Arzt etwas nicht an Lager hat, muss der Patient zu ihm zurückkommen das abholen gehen.

Eine falsche Arztabrechnung – Das Medikament wurde doppelt abgerechnet.

Eine Antwort – an den deutschen Arzt und Befürworter der SD auch in Deutschland

Den Apothekern eine Stimme geben – vor der Abstimmung des Kantons Aargau, wo die SD schliesslich abgelehnt wurde.

„Miteinander statt gegeneinander“ Pro Zusammenarbeit Arzt und Apotheke, die Aktion in AG

Freie Wahl der Apotheke – Wenn der Arzt den Patient nötigen will, die Medikamente bei ihm zu beziehen, weil er sonst als Patient nicht rentabel sei für ihn.

Doch kein Umtausch – nein, wenn sie das vom Arzt bekommen haben, dann fragen sie auch ihn danach.

Wie praktisch das ist, wenn der Arzt die Medikamente gleich mitgibt. Aber das heisst nicht, dass sie auch genommen werden.

Beratung für lau – und der SD Arzt profitiert.

So sieht das Rezept eines SD-Arztes aus – ja, man sieht, dass der nicht viele davon braucht (1992?)

Soll ich die Tabletten zurückbringen? Nur EIN Hinweis, dass die Lagerhaltung beim Arzt suboptimal ist.

Auf die Apotheke Abwälzen (Teil 2) -der Arzt überlässt der Apotheke nur noch das zum abgeben (und diskutieren mit dem Patienten), was er nicht hat und die Kasse nicht übernimmt.

Fragen Sie dort – Abwälzen Teil 3. Ich darf dann nur noch das Spritzenmaterial abgeben und instruieren?

SD Nebenwirkungen – auch für das jetzt nötige Schmerzmittel muss man in die Praxis, weil die das lieber selber verkaufen.

Die Selbstdispensation in den Medien

Füllhöhe technisch bedingt …

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Kundenreklamation:

„Die Augentropfflasche ist nicht voll. Da kann nicht die ganze Dosis drin sein! Geben sie mir eine andere!“

Die sind alle nur halb gefüllt, wie ich ihm zeigen konnte. Offenbar müssen die Pharmafirmen da nächstens auch eine Warnung draufschreiben, wie sie schon auf Lebensmitteln wie zum Beispiel Müesli draufsteht: Füllhöhe technisch bedingt ...

 

Das halbe Rezept

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Weil wir so einen „langsamen“ Sonntag haben …ich zu nichts gescheiterem komme, heute mal ein Repost vom 5.Oktober 2009

Der Patient kommt mit einem halben Rezept in die Apotheke. Ja, einem halben Rezept: der obere Teil ist abgeschnitten.

Auf dem Teil, den er mir hinhält steht:

„… Tbl XXX Stck, 1-0-0.

Unterschrift und Stempel Dr. Irgendwas“

Kunde: „Ich brauche die hier.“

Apothekerin: „Oookee, aber wo ist der Rest des Rezeptes?“

(Was fehlt ist mindestens der Rezeptkopf samt Name und Geburtsdatum des Patienten – das Rezept könnte für sonstwen sein.)

Kunde: „Das ist das Rezept“

Apothekerin: „Nein, das ist nur der untere Teil, was ist mit dem oberen passiert?“

Kunde: „Den habe ich abgeschnitten. Da standen noch andere Medikamente drauf, die ich im Moment nicht brauche und ich wollte das für später aufbewahren.“

Ein halbes Rezept, für wenn man nur halb-krank ist?!?

Also für alle, die das nicht wissen: ein Rezept ist ein Dokument, eine Urkunde. Die darf man nicht eigenhändig verändern oder ergänzen und auch kürzen ist keine gute Idee. Ausserdem muss ich vor der Abgabe den Patienten identifizieren … also ob das Rezept auch für ihn ist … und das geht nicht, wenn der Teil mit dem Namen nicht mehr da ist.

Wer nicht alle Medikamente braucht, kann das einfach sagen, bei uns werden sie im Computer dann zwar eingegeben, aber mit Abgabemenge „0“ … und falls man sie später doch braucht, kann man das später (hier in der CH bis maximal 1 Jahr später) in der Apotheke einfach sagen.

In dem Fall haben wir die Sache, sobald er den anderen Teil nachgereicht hat, einfach mit Klebstreifen gerichtet.