Archiv für den Monat April 2016

Apotheken aus aller Welt, 680: Sibiu, Rumänien

Danke an Joel aus Luxemburg für diese musikalisch-schnuggelige Apotheke!

Ich hätte hier auch noch zwei Fotos von einer Apotheke. Ich habe sie breits vor 3 Jahren gemacht als ich dein Blog noch gar nicht kannte.
Sie befindet sich in Sibiu in Rumänien. Ich fand den Namen sehr Lustig.
Im Hinterzimmer der Apotheke wird die neue Abba Gruppe hochgezüchtet 😉

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Helikopter Bakterien

Der Patient gibt mir sein Rezept – eine klassische Kombination von 2 Antibiotika und einem Magensäureblocker.

Mann mit Rezept: „Hier ist mein Rezept, der Arzt hat es ausgestellt, weil ich einen Helikopter Pylori habe!“

Und jetzt bekomme ich das Bild vom Bakterium mit Helikopterflügeln nicht mehr aus dem Kopf …

Gemeint ist natürlich Helicobacter Pylori, ein Magenkeim, der auch Magengeschwüre mitverursacht.

Von Angebot und Nachfrage

„Haben Sie Essigessenz?“ fragt mich die etwa 50jährige Kundin in der Apotheke.

Pharmama: „Nein, aber ich könnte es Ihnen bestellen. Brauchen Sie weisse oder braune?“

Frau: „Keine Ahnung.“

Pharmama: „Für was ist brauchen Sie es denn?“

Frau: „Ich habe gelesen, dass das ein günstiges Mittel ist gegen Nagelpilz.“

Pharmama: „Das habe ich zwar noch nicht gehört, aber ich kann mir vorstellen, das geht – immerhin hat es in den Nagelstiften Milchsäure drin und man macht damit ja auch nur den Nagel für den Pilz unattraktiv … Nun, ich schätze, dann ist es egal: dafür können Sie beide nehmen.“

Ich hole den Katalog zum Chemikalien bestellen.

Pharmama: „Der weisse ist etwas günstiger, die Mindestbestellmenge ist 1 Liter. Das bekommen sie für etwa 15 Franken.“

Frau: „Was?! Aber ich brauche nie so viel. Und das soll günstig sein?“

(Also ich habe das nie behauptet …, aber es ist günstiger als die Nagelstifte für fast 40 Franken, die man sonst für das verwendet)

Pharmama: „Nun, ich kann es ihnen in ein kleineres Gefäss abfüllen, aber ich kann nicht weniger bestellen als einen Liter, also bleibt der Preis gleich.“

Frau: „Das verstehe ich nicht. Mehr als 50ml brauche ich sicher nicht – dann müsste das nur etwa 1 Franken kosten! So stand das auch in der Zeitschrift!“

Pharmama: „Ja – aber da ich die Essigessenz ansonsten nicht mehr brauchen werde (das ist die erste Anfrage, die ich dafür in 10 Jahren habe), kann ich das Ihnen nicht so verkaufen.“

Das wäre ein klassisches Verlustgeschäft.

„Und auch mit den 15 Franken ist es immer noch günstiger als die Stifte – die kosten zwischen 30 und 40 Franken.“

Frau: „Das ist nicht günstig! Dann nehme ich halt meinen normalen Essig!“

Nur zu, versuchen Sie das. Solange das nicht Balsamicoessig oder welcher mit Himbeergeschmack oder Kräutern drin ist …

Interessant übrigens: Essigessenz ist bei uns praktisch nicht bekannt – findet man aber in Deutschland in jedem Kaufhaus, zum Teil in 5l Packungen. Für was eigentlich?

Sie lassen mich nicht schlafen!

Ich mach mir ein wenig Sorgen wegen Urs. Inzwischen ist er schon eine Zeitlang da und durfte einige unserer Kunden kennenlernen, auch speziellere … und auch manche, die ich noch nie gesehen habe.

„Haben Sie mir etwas zum Schlafen?“ Fragt die Kundin mittleren Alters meinen Drogisten.

Urs: „Ja – hier drüben? Was ist denn das Problem? Können Sie nicht einschlafen?“

Frau: „Doch – nur werde ich dann DIE GANZE NACHT GEFOLTERT! Können Sie sich das vorstellen? Wie das ist? Nicht schlafen zu können weil … ich bin die Stimme Gottes – ein Medium … und dann kontaktieren mich auch auch manchmal Engel – aber die Verstorbenen, das sind die schlimmsten. Die lassen mir keine Ruhe! Am schlimmsten ist Marilyn. Wissen sie überhaupt, WAS FÜR EIN BIEST DIE IST? Gar nicht so nett, wie sie immer dargestellt wird! Und mit ihren ständigen Forderungen lässt sie mich nicht schlafen!“

Uh …

„Ja, sie und noch ein paar andere sind hinter mir her. Vielleicht liegt das daran, dass ich die Reinkarnation einer jüdischen Prinzessin bin … Ja, ich komme ursprünglich aus Israel … also nicht in diesem Leben, aber früher mal. Ich bin sogar einmal nach New York geflogen, extra um diesen bekannten Rabbi zu besuchen … und stellen sie sich vor – dann war er in den Ferien! Haben sie mir dann dort gesagt. DAS KANN DOCH NICHT SEIN!“

Ah …

„Ja, die wollten mich nicht empfangen! Dabei bin ich doch selber von da – und ich habe Kontakt mit dem KAISER VON CHINA und Peter .. und ich glaube sie können gar nicht verstehen, mit was ich mich da herumschlagen muss. Und jede Nacht! VERSTEHEN SIE! JEDE! Ich bin doch nicht verrückt Ich bin einfach sehr sensibel! Und sie reden ständig mit mir!“

Das hier ist übrigens die Kurzfassung. Tatsächlich hat die Frau etwa 10 Minuten auf ihn eingeredet, während der Zeit sie ihn nicht zu Wort kommen liess (nicht dass ich gewusst hätte, was ich dazu sagen sollte und er wohl auch nicht) und durch ihre Art samt ausuferndem herumfuchteln direkt vor dem Gesicht und gelegentlichem sehr laut-werden zog sie die Aufmerksamkeit diverser anderer Kunden und Patienten auf sich. Kopfschütteln, bedauernswerte Blicke in seine Richtung und fast erschrockene in ihre …

AU weja. Tatsächlich ich verstehe – aber wohl nicht das, was sie denkt. Psychotisch höchstwahrscheinlich. Und ja: wir hätten Medikamente, die da vielleicht helfen könnten … nur gehört sie definitiv zum Psychiater dafür.

Während ihrer Litanei hat sich Urs langsam in Richtung Ausgang zurückgezogen … und sie folgte ihm natürlich. Als sie (endlich) eine Pause macht, versucht er es:

Urs (sehr einfühlsam): „Ja, ich sehe, sie sind eine sehr sensible Person mit einem speziellen Problem. Leider … kann ich ihnen hier gar nicht helfen. Aber vielleicht hilft es, wenn sie mit jemandem … professionellen darüber reden?“

Und damit hat er sie praktisch sanft aber bestimmt nach draussen befördert.

Die sind nicht alle so – und er hat das ziemlich gut gemeistert, aber ich glaube ich muss ihn ein bisschen aufbauen gehen. Nach so etwas braucht er sicher etwas zum Luft ablassen. Ich hab‘ ja zum Glück den Blog dafür.

Update 2 zur Blogparade

Heute das zweite update zur Blogparade! Wer noch bis am 5. Mai mitmachen will, informiert sich hier.

Molly, Von der Uni an den Herd, beschreibt sehr lesenswert ihre Ideen, wie sie als Kind Afrika retten wollte – erst machte sie Pläne gegen den Hunger und als das scheiterte, hamsterte sie ihre Medikamente zusammen … um dann von der Apothekerin (aber offenbar nett) darüber aufgeklärt zu werden, dass das so keine allzu gute Idee ist. 🙂

Der kläui ist mit seinem Diabetes Typ 1 natürlich „guter“ Kunde von  Apotheken. Vor allem in einer Zeit, wo er wegen seltsamer Schmerzen diverses ausprobieren musste von verschiedenen Ärzten und die Apotheken immer gut geschaut haben von wegen Wechselwirkungen oder Ideen, was man noch versuchen kann.

Der Pflägermeister berichtet von einem Sanitäts-Einsatz und einem Notfall, der am Anfang nach keinem aussieht, sich nach seiner Intervention jedoch als grösseres Problem herausstellt … und schliesslich mit Hilfe der Krankenkhausapotheke doch noch gelöst werden kann. Toller Einsatz!

Und PTAchen vom Apothekentheater rebloggt eine Geschichte aus der Apotheke von einem seltsamen Besuch einer Dame, die nicht ohne Grund etwas „verloren“ wirkte. Gut gemacht! Kann ich da nur sagen.

weitere Beiträge wurden eingeschickt und von mir verbloggt – teils mit interessanten Folge-Diskussionen in den Kommentaren. Diese sind unten nachzulesen.

Mitmachen, Leute – noch ist (etwas) Zeit und ich bin gespannt auf weitere Beiträge!

 

Ich hab‘ da was im Auge!

Ohne Apotheke_r(3)

Andreas hat folgendes Erlebnis zur Blogparade beizutragen:

Ich bin seid etwa einem Jahr Brillenträger, freiwillig, keiner der gezwungen werden musste 😉 Da ich ab und an gerne auf Festivals gehe, dachte ich dass für diese Kontaktlinsen eine bessere Alternative wären. So eine Brille wird einem ja schon mal von der Nase gehauen im Gedränge vor den Bühnen.

Also ging es auf zum Optiker zur Beratung.
Die erste Erkenntnis war dass ich sehr trockene Augen habe, und daher spezielle Linsen bräuchte. Diese wurden mir dann als Tageslinsen zur Probe bestellt, kostenlos.

Als sie ankamen ging es zum Linsen-einlege-Kurs, damit ich lerne mit denen umzugehen.
Nach gefühlt 20 Stunden hatte ich endlich beide Linsen drin. Zwei unterschiedliche Hersteller um zu sehen welche ich besser vertrage. Ich sollte die Linsen noch mindestens 4 Stunden drin behalten, und bekam noch eine Packung von beiden kostenlos zum Zuhause Üben mit.

Ja … ich wurde darauf hingewiesen mit diesen nicht zu schlafen, aber aus irgend einem Grund bin ich Zuhause K.O. ins Bett gefallen.
Stunden später wieder aufgewacht. PANIK:“Was ist mit den Linsen?“ Sofort zum Spiegel im Bad und die erste Linse heraus genommen.
Das klappte wunderbar. Die zweite Linse jedoch wollte aufs Verrecken nicht raus kommen.
Der Optiker hatte an dem Nachmittag zu, die ganzen Augenärzte in der Gegend anscheinend auch. Also wohin?

Ab ins Klinikum. Dort die Ernüchterung, es ist kein Arzt anwesend der das machen könnte, und wir werden bloss dafür auch keinen unserer Augenärzte anrufen.
Schön sch… dachte ich mir. Auf dem Heimweg kam mir der Gedanke „Hey unsere Stammapotheke hat ja heute länger auf, vielleicht wissen die wo ich noch hin könnte?“
Gedacht getan, auf zur Apotheke.

Der Apotheker war erst mal ein wenig verblüfft dass man mir nicht helfen wollte im Krankenhaus. Wusste aber eine Lösung für mein Problem.
Die Linse war zu trocken, durch das schlafen. Also hab ich erst mal mein Auge mit einer Augenspülung eingeweicht bekommen.
Die Linse hab ich noch immer nicht heraus bekommen, aber es fühlte sich besser an als vorher.
Dann zückte er seine Wunderwaffe. Eine kleines Pümpelartiges Dingens mit Abstandhaltern und sonstigem, dass gemacht ist um Kontaktlinsen aus dem Auge
zu fischen.
Erst im Selbstversuch, klappte nicht, ich war zu zittrig.
Also hat er es versucht während ich mit einer Hand meine Augenlieder offen hielt.
Es hat beim ziehen ein wenig weh getan, aber weit weniger als das herum gewurste mit meinen Fingern. Die Linse kam endlich heraus!

Was wollte er dafür? Nur die 5€ für das Linsendingens weil er es gebraucht nicht weiter verkaufen kann.
Dafür bekam die ganze Apotheke am Nächsten Tag dann auch noch einen Kuchen von mir 🙂

Ohne meinen Apotheker, wer weiß, ich hätte die Linse heute noch drin.
Ok vermutlich nicht, am nächsten Tag hätte sich ein Arzt gefunden, aber das Ding noch 12 Stunden im Auge haben wäre gewiss nicht förderlich gewesen.

Das mit den trockenen Augen und Kontaktlinsen kenne ich … ich selber trage deshalb immer gerne meine Brille und praktisch ausschliesslich im feuchttropischen Klima (lies: Ferien) Kontaktlinsen. Rausnehmen finde ich übrigens einiges einfacher als reinmachen … 🙂 Aber am Anfang ist beides schwierig. Das Linsendingens kannte ich noch nicht – bei uns sind die offenbar nicht so geläufig, da bist Du grad an die richtige Apotheke geraten 🙂

Apotheken aus aller Welt, 679: Panama-City, Panama

Und die letzte Apotheke von Steffi aus Südamerika (die Karte füllt sich langsam!). Oh wie schön ist Panama, sag ich dazu nur:

Panama-City

Fehlerkorrektur

Ohne Apotheke_r(3)

Eingeschickt von einer ungenannt bleiben wollenden Leserin, ein Fall für die Blogparade:

ich möchte Dir von einem Erlebnis berichten, das ein Beispiel für guten Kundenservice und den Umgang mit Fehlern ist. Das Erlebnis fand übrigens in Deutschland statt. Nicht lange, nachdem die Pille/n danach freigegeben wurden zur Abgabe in der Apotheke.

Ich ging zu meiner Stammapotheke, bei der ich auch eine Art Kundenkarte habe, um mir die Pille danach zu besorgen. Im Beratungsgespräch sprachen wir auch darüber, dass ich zurzeit stille und dementsprechend lieber den Wirkstoff hätte, bei dem man nur acht Stunden nicht stillen darf. Ich zahlte, nahm die Packung und ging, um eine Kleinigkeit zu essen zu kaufen, weil man direkt vor der Einnahme etwas essen sollte. Als das erledigt war, setzte ich mich auf eine Bank – zufällig neben der Apotheke – und widmete mich der Packungsbeilage. Da kam die Apothekerin ganz aufgeregt und fragte mich, ob ich die Tablette schon genommen habe.
Sie hatte mir nämlich die falsche Pille danach gegeben, mit der ich eine Woche nicht hätte stillen dürfen. Sie hatte auch schon bei mir zu Hause angerufen und mir auf den Anrufbeantworter gesprochen (übrigens sehr vorbildlich ohne von der Pille danach zu sprechen). Als ich sie traf, wollte sie gerade mit dem Fahrrad losfahren, um mich vielleicht auf dem Weg nach Hause zu erwischen.

Weil ich als alter Packungsbeilagenleser den Fehler gemerkt hätte, war in diesem Fall der Fehler der Apothekerin nicht so tragisch, aber ich bin begeistert über den Einsatz, den sie gezeigt hat.

Ja – ausgezeichnete Reaktion. Einerseits selber den Fehler zu bemerken und andererseits in diesem Fall so schnell wie möglich zu reagieren um Folgen zu verhindern. Sehr schön auch, wie sie offenbar das Patientengeheimnis selbst in der Situation beim Reden auf den Anrufbeantworter gewahrt hat. So soll es sein.

Wer bei der Blogparade mitmachen möchte, liest hier nach wie’s geht … und kann dort auch schon einige Beiträge auf anderen Blogs lesen. Mitmachen ist noch bis zum 5. Mai möglich!

Apotheken aus aller Welt, 678: Sarapiqui und San Jose, Costa Rica

nochmals von Steffi aus Costa Rica, eine Apotheke unterwegs und eine in San Jose:

Costa-Rica-San-JoseCosta-Rica-zwischen-Sarapiqui-und-La-Fortuna

Verantwortungsabgabe (nicht ganz freiwillig)

Eine etwas traurige Geschichte.

Dosette finde ich etwas unglaublich praktisches. Nicht, weil ich den Leuten nicht zutrauen würde, ihre Medikamente selber zu verwalten – Dosette kann man übrigens auch gut selber richten – aber bei mehr als 3 oder 4 Medikamenten, die man über den Tag verteilt nehmen muss, würde es auch für mich schwierig werden, da wirklich Einnahme-treu zu bleiben.

In der Apotheke richten wir Dosette für Leute, die damit auch Mühe haben – ab 3 Medikamenten regelmässig pro Woche können wir das der Krankenkasse verrechnen.

Wir haben einer Patientin – einer älteren herzigen, kleinen Dame – nennen wir sie Frau Seniorita – seit Jahren das Dosett gerichtet. Angefangen hat das auf ihren eigenen Wunsch, da sie selber merkte, dass sie immer mehr Mühe bekommt, ihre Medikamente richtig zu nehmen. Kein Wunder, sie hat etwa 8 verschiedene.

Wir haben dann alles eingefädelt und den Arzt kontaktiert, damit er ein Rezept dafür ausstellt und von da an haben wir ihr einmal in der Woche das Dosett vorbereitet.

Sie kam dann auch schön regelmässig – Anfangs beklagte sie sich noch ein bisschen, weil sie sich so „dumm“ vorkäme, da sie die Tabletten nicht mehr selber richtet. Sie ist definitiv nicht „dumm“, sie wird einfach nur auch älter und sie ist jemand, der die Dinge gerne selber in der Hand hat. Aber sie hat sich dann daran gewöhnt und ist immer offensichtlich gerne in die Apotheke gekommen um das Dosett abzuholen und ein bisschen mit uns zu reden.

Über die Zeit hat man schon gemerkt, dass das eine vernünftige Entscheidung war, dass wir ihre Medikamente richten: auch so vergass sie gelegentlich Tabletten, verwechselte Tage, wusste nicht mehr, für was ein Medikament das jetzt war. Noch nicht wirklich etwas tragisches – sie kam regelmässig zu uns und wir sortierten das so gut es ging aus und unterstützten sie dabei. Aber es wurde schlimmer. Der Arzt verschrieb ihr dann ein Mittel gegen Demenz, das wir neu einrichten mussten.

Schliesslich bekam sie eine Haushaltshilfe zur Unterstützung – und die meldete sich kaum eine Woche nach „Dienstantritt“, dass sie das Dosett richten wolle, da sie ja sonst keine Übersicht habe, was Frau Seniorita nehme und ihr ohne das auch nicht sagen könne, dass sie die Tabletten nehmen muss.

Ich fand das dann etwas kurios. Nicht nur, dass wir Frau Seniorita einen Plan mitgegeben haben mit all den Medikamentennamen und wann was im Dosett ist – sie hatten also alle Info – war die Haushilfe jeden Tag bei ihr und hätte so sicher die beste Einsicht, was und ob Frau Seniorita die Medikamente auch genommen hat.

Wir telefonierten ein paar Mal und ich versuchte ihr das so zu erklären, auch dass Frau Seniorita wohl gerne selbständig bleiben möchte und dass ihr regelmässiger Besuch bei uns ihr da doch noch mehr das Gefühl gäbe das zu sein, ausserdem kam sie so etwas raus – Das Abholen war ja auch nie das Problem, mehr dass einzelne Tabletten nicht genommen waren.

Beim nächsten Besuch von Frau Seniorita hörten wir, dass sie etwas niedergeschlagen war – die Haushaltshilfe nahm ihr viel Arbeit ab, was half, aber liess sie fast nichts mehr selber machen. Auch das Dosett abholen war schon ein Thema.

Die Haushilfe blieb hartnäckig. Mir ist schon klar, dass das für sie auch ein Zusatzverdienst ist – Dosette richten kann man auch als Haushaltshilfe verrechnen. Schliesslich überzeugte sie den Arzt davon, dass Frau Seniorita nicht mehr dazu imstande sei, für ihre Medikamente selber zu sorgen, dass sie Anzeichen von Depressionen zeige und praktisch nicht mehr aus dem Haus ginge und sie als Haushaltshilfe von jetzt an auch die Dosette richten sollte, dann hätte sie das alles im Griff – Frau Seniorita wurde nicht mehr dazu befragt.

Also haben wir (widerstrebend und leicht unglücklich) nach Anweisung des Arztes alle Medikamente und Unterlagen dazu weitergegeben. An die Haushaltshilfe, denn Frau Seniorita haben wir seitdem nicht mehr gesehen. Dass sie noch lebt, weiss ich nur, weil die Haushaltshilfe gelegentlich die Medikamente bei uns holt.

Ich finds traurig. Und irgendwie vermisse ich die wöchentlichen kleinen Unterhaltungen mit Frau Seniorita.

Apotheken aus aller Welt, 677: La Fortuna, Costa Rica

Danke an Steffi für die nächsten Apotheken:
anbei nochmal ein paar Apotheken von unserer Reise durch Mittelamerika.
Diesmal Costa Rica – Teil 1. Flughafen + La Fortuna.
Costa-Rica-Flughafen
La Fortuna:
Costa-Rica-La-Fortuna-2Costa-Rica-La-Fortuna
Für Flughafenapotheken könnte ich fast ein eigenes Kapitel eröffnen. Die hier ist süss übersichtlich.

Wie muss ich die Tabletten nehmen?

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Beitrag zur Blogparade von Sarah:

Vor einer Woche bekam ich vom Zahnarzt das erste Mal Seractil (forte) verschrieben und habe das Rezept gleich in der nächsten Apoteke, an der ich vorbei kam eingelöst. Die Apothekerin war sehr freundlich, klebte mir ein Zettelchen auf die Packung, auf dem sie die Dosierung mit 1-0-1 bezeichnete. Nebenbei hat sie mir noch erklärt was das heißt (eine Morgens, eine Abends, auch wenn ich da selber dahinter gekommen wäre) und das ich am Besten vorher immer etwas essen sollte, weil die Tabletten auf den Magen gehen.

So weit so gut, eine Woche später bekam ich von meinem Zahnarzt wieder ein Rezept von Seractil (forte) und ich ging wieder zur selben Apotheke, weil sie gleich daneben liegt. Diesmal bediente mich ein (ebefalls sehr freundlicher) Mann, der mich auch gleich fragte ob ich diese Tabletten schonmal hatte. Aus Reflex habe ich darauf ’nein‘ geantwortet (denn ich hatte mir den Namen nicht gemerkt), die Packung am Tresen aber dann gleich wiedererkannt. Das war mir peinlich, also beschloss ich nichts zu sagen und mir die Einnahmeinstruktionen nochmal anzuhören. Im Gegensatz zur Dame von letzter Woche hieß es diesmal nur „2x täglich maximal“ und „ein Glas Wasser dazu“ sollte ich schon trinken. Vielleicht hätte ich an der Stelle nachfragen sollen, aber frisch vom Zahnarzt mit langsam pochender Backe habe ich auch das verdrängt.

Jetzt wundere ich mich natürlich was die bessere Empfehlung ist. Vorsichtshalber bleibe ich aber dabei vorher etwas zu essen und bin froh das ich beim ersten Mal Seractil die Info mit dem Essen bekommen habe.

Ich persönlich würde ja kein Medikament mit 1-0-1 oder ähnlichem anschreiben. So schreiben das wohl die Ärzte auf, allerdings sollte man das Patienten-verständlich übersetzen … und am besten nicht nur sagen, sondern aufschreiben. Auch das mit vor oder nach dem Essen gehört auf die Etikette – vor allem, wenn es wichtig ist. Bei diesen … nicht so, also okay.
Das Kompendium bei uns (und der Beipackzettel) sagt dazu:
Seractil Filmtabletten werden unzerkaut mit etwas Flüssigkeit zu den Mahlzeiten eingenommen.
und weiter unten: Falls eine rasche Wirkung am Morgen erforderlich ist, können Sie die erste Dosis morgens auf nüchternen Magen einnehmen. Die folgenden Dosen sollten entweder zu oder nach den Mahlzeiten eingenommen werden.

Kommt also darauf an, ob du damit Magenprobleme hast. Wenn Du möchtest, dass sie schnell wirken nimm sie vor dem Essen, wenn du Probleme hast mit dem Magen damit. Als Schmerzmittel sollte man sie nur nehmen, wenn man sie braucht, deshalb in dem Fall „maximal“.

Zu schreiben: 2 x täglich ist auch nicht ideal – dann weiss man nicht sicher, wann. Theoretisch gibt es dann immer welche, die das in zu geringem Abstand nehmen. Ideal wäre: morgens und Abends, oder: im Abstand von ca. 12 Stunden

Genug trinken dazu, ist immer schön zu sagen – damit die Tablette nicht im Hals steckenbleibt. Grad bei (sauren) Schmerztabletten ungeschickt.

Also: ich hätte da drauf geschrieben: Bei Schmerzen. morgens und abends je 1 Tablette einnehmen. Und dazu gesagt wie (nicht teilen, genug Trinken, nach dem Essen, falls das Probleme gibt).

Aber … es gibt halt verschiedene Varianten :-), manche besser, manche schlechter.

Apotheken in aller Welt, 159: Wien, Österreich

Ein Update für diese Apotheke von Chrischane!

am Wochenende habe ich diese schöne Apotheke in Wien entdeckt und habe gleich Fotos gemacht. Als ich dann nachgeschaut habe, war die Apotheke natürlich schn im Blog dokumentiert, das Foto zeigt das wirklich schöne Haus leider nicht in seine ganzen Schönheit. Der Namensgebende Storche ist sehr wohl zu sehen. Wirklich schön!
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Danke an Klaus von http://www.slimstars.com der uns dies schickt:

wir lassen Apotheken-Schaufenster für unsere „slimstars“ dekorieren. Ein Foto von einer der ältesten Apotheken in der Wiener Altstadt „Apotheke zum weissen Storch“.

Vom Hauslieferservice

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Von Sylvia aus einer Grosstadt in Deutschland ein Beitrag zur Blogparade.

Vor etwa zehn Jahren ist meine Oma leider schwer an Krebs erkrankt und dann leider auch daran gestorben. Die letzten Monate hatte sie starke Schmerzen. Da ich noch studiert habe und daher oft zeitlich flexibel war, habe ich sie oft zum Arzt und zur Chemotherapie begleitet. Und sie bekam auch Schmerzmedikamente, die ein spezielles Betäubungsmittel- Rezept benötigen.

Einen Tag ging es ihr nach dem Arzt so schlecht (sie selbst sagte „Heute geht es mir aber schlecht“ – und das bei jemanden der nie klagt!), dass ich sie erst nach Hause gebracht habe. Ich bin dann mit dem BTM Rezept alleine zur Apotheke gelaufen. Dort war das benötigte Medikament nicht vorrätig, wurde aber bestellt. Die Apothekerin hat kurz gefragt, für wen das ist. Ich habe ihr gesagt für meine Oma Frau H (steht ja auch auf dem Rezept, aber ich kann gut verstehen, dass sie da nachfragen). Den Nachmittag konnte ich es aber leider nicht abholen, da ich zur Uni musste und sagte es ihr auch. Und auch, dass die erste Dosis heute Abend benötigt wird. Da hat die Apothekerin gesagt, kein Problem, das bringe ich ihrer Oma nachher vorbei!
– hat auch super geklappt. Für den Service bin ich echt dankbar gewesen. Sie ist noch öfter mit Medikamenten bei meiner Oma vorbeigekommen – das hat uns viele Wege erspart

Hauslieferdienst gehört zwar fast zum Standardservice, aber es ist doch wichtig und richtig, das mal wieder in Gedächtnis zu rufen, wie gut das ist, speziell in so Fällen wie hier.
Habt Ihr schon einmal etwas direkt von der Apotheke nach Hause geliefert bekommen? Weshalb?
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