Apotheken aus aller Welt, 600: Saigon, Vietnam

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Danke vielmals an Lisa!:
Zu den Fotos: Du hast zwar schon einige Apotheken aus Vietnam, aus Saigon (Ho Chi Minh City) aber erst eine (wenn ich das richtig gesehen habe). Das interessante hier ist, dass man lange nach einer Apotheke suchen kann oder man sucht sich eine in der “Apothekenstrasse” aus. Da hat es wirklich eine Apotheke an der anderen. Das ist typisch Saigon: Es gibt die Schuhstrasse, die Velostrasse, die Waschmaschinenstrasse, etc. Ich habe einige der Apotheken fotografiert, keine Ahnung, wie viele es an der ganzen Strasse hat. Und wie die hier Geld verdienen können bzw. nach welchen Kriterien man die aussucht, weiss ich auch nicht. Vor den Apotheken hat es fast überall Security Personal. Innen arbeiten Frauen, aussen sitzen Männer (ach, die passen natürlich auf).
Prinzipiell sind die Apotheken, wie viele Läden hier allgemein, gegen aussen offen.
Und was rezeptpflichtig heisst, ist in Vietnam auch nicht so klar. Ich glaube, man bekommt fast alles. Frage “Hast du das gegoogelt?” – Antwort “Nein”. „Gut, dann bekommst du es“. Auch hat es eigentlich keine Apothekerinnen in den Apotheken, die leihen ihre Diplome der Apotheke aus und sind da, wenn eine (angekündigte) Kontrolle kommt. Sonst hat es, wenn es gut kommt, so etwas wie Pharma-Assistentinnen und dann auch einfach Verkäuferinnen.
Und: Nha Tuoc bedeutet Apotheke (Nha = Haus, Tuoc = Medizin) und Tay ist Westen. Nha Tuoc Tay also eine Apotheke, die westliche Medizin verkauft. Das sind zwar glaub fast alle Apotheken hier.
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Kiloweise Cannabis

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Apotheken sind zwangsweise „beliebte“ Anlaufstellen für Drogensüchtige und Abhängige – immerhin lagern wir (oder können bestellen) eine Menge der Stoffe und Mittel die halt nicht nur von wirklich bedürftigen Patienten gebraucht, sondern von Süchtigen missbraucht werden. Benzodiazepine, Z-Stoffe, Amphetamine und Vorläuferstoffe, Codein und allgemein Opiate wie in starken Schmerzmitteln, Cocain, Cannabis etc..  Um da dran zu kommen wird teils ziemlich Aufwand betrieben, Abfall nach weggeworfenen Medikamenten durchwühlt, Verwandte bestohlen, es werden Rezepte gefälscht oder alternativ Ärzte abgeklappert, Apotheken werden überfallen …

Die Suche nach dem nächsten Kick oder Zumindest dem Ausweichen der Entzugserscheinungen bestimmt bei manchen einen grossen Teil des Lebens und Denkens … Es scheint jedoch, als ob das negative Auswirkungen auf die Denkleistung hätte.

Hier eine Geschichte, die Leserin Nachtschattengewächs so passiert ist, und die sie hier mit uns teilt: Danke Dir!

Kurz zur Vorgeschichte. Ich bin ein Mensch mit chronischer Erkrankung und Schwerbehinderung und habe hier in Deutschland einen wunderbaren Arzt, der sehr für die legale medizinische Anwendung von Cannabispräparaten kämpft.
Ich habe bereits Sativex gehabt und Dronabinol. Aufgrund der nicht Finanzierung durch meine Krankenkasse und die schwierige Dosierung habe ich bei der Bundesopiumstelle des BfArM eine Ausnahmegenehmigung für Cannabisblüten beantragt.
Das ist ein sehr schwieriges und kompliziertes Verfahren. In Deutschland haben gerade mal rund 350 Menschen eine solche Genehmigung.
Unter Anderem muss im Antrag direkt eine Apotheke genannt werden, die die Blüten bestellen und verkaufen wird.
Da ich eine Stammapotheke in einer Großstadt habe, die schon immer mühelos andere Betäubungsmittelrezepte eingelöst hat und auch bei ungewöhnlichen Medikamenten zur Stelle ist, habe ich persönlich dort vorgesprochen.

Die Apotheke war an diesem Abend recht leer. Vereinzelt wurden Kunden bedient. Ich schilderte mein Anliegen und gemeinsam besprachen der Apotheker und ich wie die Prozedur läuft.
Der Apotheker sprach mich mehrfach mit meinem Namen an, ich bin dort bekannt und die Apotheker sind sehr freundlich. Ich kaufte noch ein paar Medikamente und ging.
Wenige Tage später hatte ich einen Anruf meiner Apotheke auf dem Anrufbeantworter, dass ich wegen meiner fehlenden Bestellung besagten Apotheker anrufen möge. Zwar hatte ich etwas bestellt, ich wusste aber, dass dies zur Abholung bereit liegt.

Ich wusste nichts von einer neuen Bestellung. Ich rief meinen Apotheker an und sagte ihm, dass ich nichts von einer fehlenden Bestellung wisse.
Er erläuterte mir, die Apothekerin Frau X habe am Morgen einen Anruf von einer Frau meinname bekommen, die gefragt habe, ob die fehlenden 5 Kilo (sic!) Cannabis da wären und wann sie abgeholt werden könnten.

Ich war fassungslos. Die Apothekerin ist neu in der Apotheke, sie kannte meine Stimme nicht. Daher war sie sehr irritiert.

Niemand in meinem Umfeld weiß von der beantragten Ausnahmegenehmigung, ein dummer Scherz aus meinem Umfeld kann es daher nicht sein.
Mein medizinisches Umfeld weiß davon, würde so einen Unfug aber nicht treiben und weiß auch nicht, welche Apotheke mich „betreut“.

Ich kann mir nur vorstellen, dass ein süchtiger Mensch, der gerade harmlose Medikamente gekauft hat, mehrfach meinen Namen gehört und das Gespräch über den Bezug von Cannabisblüten mitbekommen hat.
Anschließend hat sie angerufen und gehofft, man würde ihr die Blüten bestellen und zur Abholung bereit legen.
Ganz offensichtlich hatte diese Person keine Ahnung wie eine solche Prozedur läuft.
Abgesehen davon, dass eine Genehmigung vorliegen muss und man sich sofern nicht lange bekannt stets ausweisen muss, braucht man auch ein BTM Rezept vom betreuenden Arzt und bekommt nur geringe Mengen Cannabis Blüten (abhängig vom durch den Arzt festgelegten Bedarf),
weshalb ich bei 5 kg wirklich schmunzeln musste.

Leider handelt es sich um eine hoch frequentierte Großstadtapotheke mit etlichen Mitarbeitern und hunderten Anrufen am Tag (alleine 4 Telefonisten sind mit den Telefonaten beschäftigt).
Apothekerin X hat sich leider nicht die genaue Uhrzeit gemerkt, so dass anhand des Einzelverbindungsnachweises nicht auf die Anruferin geschlossen werden kann.

Meine Apotheke und ich haben daraus gelernt. Eine Apotheke ist manchmal so (un)persönlich wie eine Bahnhofshalle.
Mein Apotheker und ich werden daher zukünftig bei Gesprächen über dieses heikle Medikament den Besprechungsraum aufsuchen.
Einen unangenehmen Nachgeschmack hinterlässt diese Geschichte dennoch.

Oh. Ja – das auch als Wink mit dem Zaunpfahl an andere Apotheken, bei dem (und auch manch anderem Medikament) spezielle Sorgfalt walten zu lassen. Das hätte anders ausgehen können. Die Geschichte ist ja amüsant … hauptsächlich wegen der dilettantischen Vorgehensweise. Es erinnert mich an diese „Urban legend“, nachzulesen auch auf snopes :

In another memorable case, Duncan said, a doctor received a phone call from a pharmacist trying to confirm a suspicious prescription for morphine.
The doctor said, „Well, I’m a pediatrician. I don’t prescribe morphine. How did you know it was a fake?“ Duncan said.
And the pharmacist said, „It’s for M-O-F-E-E-N, and it says: One kilo. Use as needed.“

Apotheken aus aller Welt, 599: Engstingen, Deutschland

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hier ein Foto der Alb- Apotheke in Engstingen
(auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg)

Danke an den Einen Muck für diese Apotheke – meine Autokorrektur besteht darauf, den Ort Engstirnigen zu nennen … ich hoffe doch nicht :-/

Alb_Apotheke

Mama-Tricks

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Junge Mutter in der Apotheke: „Wie bekomme ich mein einmonatiges Kind dazu stillzuhalten, damit ich ihm Nasentropfen geben kann?“

Und in dem Alter geht das noch … lustiger wird es mit 3 Jährigen, wenn sie gar nicht wollen.

Aber ich habe einen Tipp: Wenn das die isotonischen Salzlösungen sind (so wie Naaprep, Triomer et.) – und die braucht man noch häufig, nicht nur für die Nase zum eintropfen / ausspülen bei Erkältung, die helfen auch indirekt oft gegen Husten, der bei so kleinen Kindern oft durch Schleim, der aus der Nase hinten in den Rachen läuft verursacht ist, und man kann sie brauchen zum reinigen der Augen bei anfangenden Augenproblemen. Ein wahres Multitalent – wenn man es dann anwenden kann.

Also bei diesen Salzlösungen, die oft in „Ampullenform“ kommen, weil sie nicht konserviert sind: erst ein paar Tropfen dem Kleinkind in den Mund geben. Das schmeckt salzig – und salzig mögen die meisten sehr. Dann sind sie so damit beschäftigt, dass man problemlos den Rest in die Nase etc. träufeln kann.

Hat bei unserem gut funktioniert und auch von anderen gibt es gute Rückmeldungen.

Habt ihr sonst noch einen funktionierenden Trick?

Bäh, Zäpfchen!

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Dem Patienten der die Anwendung seiner Zäpfchen erklärt bekommen hat, ist das zu gruusig – darum … hat er sie offenbar doch eingenommen.

Und jetzt beschwert er sich über den Geschmack und die Grösse …

Für was brauche ich das in der Apotheke? – mit Lösung

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Ein kleines, feines schwarzes Tuch, ca. 10 auf 10 Zentimeter.

Weiss jemand von Euch, für was ich das in der Apotheke brauche?

(Die Apotheker unter Euch halten sich jetzt vornehm zurück, die wissen das ziemlich sicher.)

Und hier kommt die Antwort:

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Es ist kein Putztuch … aber irgendwo schon ein Staubfänger …

Ich brauche das bei der Instruktion von den Turbuhalern (sei das jetzt Symbicort, Pulmicort etc.). Die benötigen Asthmatiker zum inhalieren – als Grundbehandlung. Sie enthalten ein sehr feines Pulver, das in der Lunge dann entzündungshemmend wirkt. Die Anwendung ist einfach … trotzdem gibt es immer wieder Leute, die zurückkommen, wie die Frau letzte Woche, die mir „gestand“, dass sie jetzt schon zwei Mal in der anderen Apotheke, wo sie es bekommen hat, eine Einführung in den Gebrauch bekommen hat, sie es aber immer noch nicht „richtig“ mache …

Ich habe es ihr noch einmal gezeigt und dabei gesehen, dass sie das schon alles richtig macht. Aber: das Problem das viele Leute (und sie auch) dabei haben ist dieses: Das Pulver das da drin ist, ist so fein … die spüren nichts bei der Inhalation. Der Gedanke ist da: wenn ich nichts spüre, dann mache ich da etwas falsch Oder das Gerät ist leer. Leer kann es aber nicht sein (ich höre noch das Pulver, wenn ich schüttle), Ergo …

Was man hört ist das Trocknungspulver. Wie viel noch drin ist, sieht man bei en Turbuhalern am Zähler, den sie haben.

Um diese Leute also davon zu überzeugen, dass sie es richtig machen und dass auch wirklich etwas kommt, nimmt man dieses feine schwarze Tuch bei der Inhalation zwischen Turbuhaler und Mund. Das weisse Pulver sieht man danach auf dem schwarzen Tuch ganz gut (siehe Bild oben).

Also das ist es: ein Demogerät zur Inhalation 🙂

Danke für’s mitmachen und die interessanten Vorschläge (Globuli sortieren? Läuse zählen? Verband für Blutphobiker 😉  !

Bingbong

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Spätabends. Zeit zum schliessen und meine Pharmaassistentin räumt das Strassenschild hinein, fährt die Computer nach unten, räumt die Kassen nach hinten … Normalerweise helfe ich ihr dabei, aber heute bin ich noch an einem wichtigen Telefon im Büro.

„Ich mach das Licht aus!“ sagt sie und schliesst auch die Türe. Nur zu, nicht ab – denn in ein paar Minuten gehen wir sowieso beide raus.

„In Ordnung!“ rufe ich – „ich bin noch ein paar Minuten hier am Telefon“

Sie geht nach hinten, sich umziehen.

„Bingbong!“ macht es nach kurzer Zeit.

Das ist die Türe.

Ich schaue um die Bürotür herum nach vorne in den dunklen Laden und sehe nur knapp die Türe noch zuschwingen, aber sonst niemanden.

Seltsam. Meine Kollegin wird doch nicht gehen ohne mir noch mal ‚Tschüss’ zu sagen? Ich bin immer noch am Telefon, momentan in der Warteschleife.

Da höre ich meine Pharmaassistentin:

„Hallo?!? Wir haben geschlossen!“

… (die Antwort höre ich nicht, nur wieder sie)

„Nein. Jetzt kann ich ihnen nichts mehr verkaufen. Die Kassen sind weggeschlossen, die Computer unten …“

…(unverständliches von weiter weg)

„Nein! Auch „nur kurz“ nicht. Es geht jetzt nicht. Morgen wieder. Bitte gehen Sie!“

„Bingbong.“

Sie kommt zu mir ins Büro.

„Hast Du das mitbekommen? Die ist in den stockdunklen Laden gelaufen, fast noch über den Strassensteller gestolpert, den ich extra hinter der Tür platziert habe. Hat sich in Ruhe umgeschaut und als ich aufgetaucht bin, umgezogen, in Strassenkleidern … wollte sie eine Nachtcreme ….“

Wir schütteln beide den Kopf. Leute.

Aber von jetzt an wird die Türe ganz geschlossen. Schon vorher.

Rundumversorgt

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Mit Freude darf ich heute einen Gastbeitrag von Dr. Friederike Bischof präsentieren. Sie ist Ärztin und später Referentin im Gesundheitssystem, vielseitig engagiert und interessiert und hat auch schon selber Bücher geschrieben – besucht sie auf ihrer Website: http://www.friederike-bischof.de. Die Geschichte hat sie mir auf einen Aufruf (schon eine Zeitlang her) geschickt – und sie ist einfach zu gut, sie Euch vorzuenthalten.

Ich betreute eine Anfang siebzigjährige Patientin mit diabetischem Ulcus plantaris in der Klinik. (Das ist eine offene, schlecht heilende Wunde an der Fußsohle, häufig wegen Durchblutungsstörungen nach schlecht oder nicht behandeltem hohen Blutzucker). Das ist eine ziemlich langwierige Angelegenheit. Die Patientin wollte unbedingt entlassen werden, die Familie versprach, sich zu kümmern und die Oma zu pflegen. Sie bekam also eine entsprechende Schuhversorgung mit Entlastung und strenge Anweisungen, der Hausarzt wusste Bescheid, jede Woche sollte eine Wundkontrolle in der Klinikambulanz durchgeführt werden. Die Schwiegertochter – eine Krankenschwester in der Familienpause – konnte und wollte den Verbandwechsel übernehmen und sich um die  Insulintherapie kümmern. Zunächst lief alles gut und vollkommen nach Plan – bei den wöchentlichen Kontrollen in der Ambulanz heilte die Wunde schön zu, der Blutzucker war super eingestellt. Aber als das Ulcus plantaris ganz abgeheilt und die Behandlung somit beendet war, wurde die Patientin wenige Tage später notfallmäßig mit einer großen Läsion an derselben Stelle wieder auf meiner Station eingeliefert.

Was war passiert?

Die Oma wohnte allein, jedoch nur ein paar Straßen weiter vom Sohn entfernt. Zu der Familie des Sohnes gehörten noch zwei Kinder im schulpflichtigen Alter. Die Familie hatte die poststationäre Betreuung wirklich vorbildlich organisiert. Die Schwiegertochter brachte morgens die Kinder in die Schule, fuhr zu der Patientin, half ihr beim Aufstehen und Waschen, verband die Wunde neu, maß den Blutzucker, setzte die Insulinspritze, richtete die Tabletten, machte das Frühstück (natürlich diabetikergerecht), las ihr aus der Zeitung vor, versorgte den Haushalt, ging einkaufen, machte alles gründlich sauber, wusch die Wäsche, bügelte und kochte das Mittagessen. Die Kinder kamen aus der Schule direkt zur Oma, wo die Familie dann gemeinsam zu Mittag aß. Dann half die Schwiegertochter der Patientin, sich über Mittag hinzulegen, machte schnell den Abwasch und fuhr heim, um sich um ihren eigenen Haushalt zu kümmern.

Der Sohn hatte extra schon um 6 Uhr früh angefangen zu arbeiten, so dass er ab 15:00 Uhr die Betreuung der Mutter übernehmen konnte. Er fuhr direkt von der Arbeit zu ihr hin, half ihr nach dem Mittagsschlaf aufstehen und kutschierte sie anschließend herum: in die Ambulanz, zum Hausarzt, in die Apotheke, zur Krankengymnastik und zum Kaffeekränzchen mit ihren Freundinnen, diese waren natürlich begeistert über den braven Sohn, der sich so um seine alte Mutter kümmerte. Dann brachte er seine Mutter zu sich nach Hause, wo sie sich mit den Kindern beschäftigte, die Schwiegertochter kontrollierte wieder den Blutzucker, setzte die Insulinspritze, hatte die Abend-Tabletten bereit, und die Familie aß gemeinsam zu Abend. Nach der Gute-Nacht-Geschichte, die die Oma vorlesen durfte, sahen die Erwachsenen zusammen fern. Muss ich extra erwähnen, dass natürlich die Oma das Programm bestimmte? Zwischen 22 und 23 Uhr brachte der Sohn seine Mutter nach Hause und ins Bett und sorgte dafür, dass sie alles hatte, was sie über Nacht brauchte.

Eine perfekte Rundum-Versorgung also. Für die Patientin war dieses Arrangement natürlich der Himmel auf Erden – früher hatten weder der Sohn noch die restliche Familie viel Zeit für sie gehabt, es reichte grade mal zum obligatorischen Sonntagsbesuch. Ansonsten war die Familie mit sich selbst beschäftigt und die Oma außen vor. Als dann die Wunde zugeheilt und damit das Ende dieser Idylle absehbar war … nahm die Patientin ihre Nagelschere und schnitt das Loch wieder auf. Wegen der diabetischen Polyneuropathie (Nervenschäden) verspürte sie ja keinerlei Schmerzen.

Da sieht man es wieder – die beste medizinische Versorgung hat keinen Erfolg, wenn der Patient nicht mitmacht. Und manchmal hat der Patient (aus seiner Sicht) wirklich gute Gründe, die medizinische Behandlung zu sabotieren.

Das Problem der mangelnden Compliance ist so alt wie die Medizin selber. Schon Hippokrates soll gesagt haben: „Der Arzt muss sich immer bewusst sein, dass Patienten oft lügen, wenn man sie fragt, welche Medizin sie schon genommen haben.“

So … schockierend die Handlung der Patientin ist, so menschlich verständlich ist das auch. Wenn auch nicht wirklich nett ihren Kindern gegenüber …

Hallo Du! (Ja, DU :-)

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Dieser Blog hat nächstens wieder Geburtstag – am 1. April (kein Scherz) wird er 7 Jahre alt. Zeit für mich eine kleine Bestandsaufnahme zu machen – und ein grosser Bestandteil dieses Blogs sind die Leser. Ehrlich, ich hätte nie gedacht, dass mein Geschreibe soviele – auch regelmässige- Leser anziehen würde. Und ohne Euch und Euer Feedback hätte ich wahrscheinlich schon lange wieder aufgehört. Danke Euch allen!

Darum: Dieser Post ist für Dich, lieber Leser! Das ist der Moment, wo Du mir einfach mal „Hallo“ sagen kannst, auch wenn Du sonst nicht mitdiskutierst oder kommentierst – und zeigen, dass Du auch hier bist.

rubberduck

Vielleicht sagst Du auch ein bisschen mehr als Hallo … ich bin ja furchtbar neugierig: Was machst Du so? Wo kommst Du her? – wie kommt jemand aus Nepal (ja, da sitzt jemand am Computer oder am Smartphone und liest tatsächlich hier mit?), Thailand, den USA, Russland oder Kolumbien – der anderen Seite der Erde auf diesen Blog? Vielleicht aber wohnst Du auch bei mir um die Ecke – und ahnst nicht mal etwas davon 🙂

Wie hast Du hierhergefunden? Surfst Du von zu Hause, der Uni oder von der Arbeit? – Wenn Du das natürlich nicht sagen kannst, verstehe ich das auch, sag einfach was Du sagen kannst! Und falls Du hier gar nix sagen kannst: mich erreicht man direkt unter pharmama08(at)gmail.com

In dem Sinn: „Hallo lieber Leser!“

Equal Rites – Rezension

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Der Titel „Equal Rites“ ist ein Wortspiel – nicht nur gleiche Riten (wie Einweihungsriten) sondern auch gleiche Rechte. Und darum geht’s dann irgendwo auch in diesem Buch, dem dritten in der Discworld Reihe.

Ich wünschte, ich hätte mit dem hier angefangen. Durch die ersten beiden habe ich mich (trotz gelegentlichem Amüsement ob den Ideen) mehr gequält. Sie waren etwas langatmig, aber zu gut geschrieben, als dass ich sie einfach weglegen konnte, hatten die Ideen, aber irgendwo kam es einfach nicht in Schwung. Und ich wurde mit den Figuren nicht wirklich warm.

Dieses Buch von Terry Pratchett spielt zwar auch in Discworld – wo die Erde wirklich eine Scheibe ist, die von 4 Elefanten getragen auf dem Rücken der riesigen Schildkröte A’Tuin durch das Weltall zieht – aber es ist eine in sich abgeschlossene Geschichte.

Auf der Discworld ist Magie etwas normales. Es gibt Magier und Hexen. Beide bearbeiten jedoch unterschiedliche Äste der Magie. Während die Zauberer mit den entsprechenden Talenten und der Macht, die ihnen mit dem Zaubererstab übertragen wird, auf die unsichtbare Universität gehen um ihr Werk zu lernen, gehen Hexen bei anderen Hexen in die Lehre. Das war schon immer so. Das ist auch ein „respektabler Beruf für eine Frau“: Hexe. Aber was, wenn ein Zauberer versehentlich (und unwiederbringlich) seine Macht an ein weibliches Kind weitergibt? Probleme für alle! Das ist.

Eine Frau kann kein Zauberer sein.

Oder?