Archiv für den Monat Dezember 2013

Bis nächstes Jahr!

Pharmama meldet sich ab bis nächstes Jahr

(geht ja auch nicht mehr allzu lange 🙂

und wünscht:

Es guets Neuis – schönes Neujahr – Bonne année – Buon anno – Happy new year !

2014 …. Bist Du bereit dafür?

Das ist für den Magen!

Der Patient bekommt (auf Rezept) Flector Tabletten.

Ich lege sie ihm hin und will ihm gerade die Einnahme erklären, da greift der Patient nach den Packung und sagt …

Patient: „Ah, das ist für den Magen!“

Pharmama: „Ah, nicht wirklich, wie kommen Sie darauf?“

Es könnte ja sein, dass der Arzt ihm etwas anderes aufschreiben wollte als das Schmerzmittel (das Diclofenac enthält und nicht wirklich gut ist für den Magen), also frage ich besser nach.

Patient: „Da steht Magensaftresistente Tabletten auf der Packung.“

Oh, darum. Nein, für den Magen sind sie trotzdem nicht, aber die Tabletten wurden so gemacht, damit sie ganz durch den Magen kommen und der Wirkstoff erst im Darm abgegeben wird.

Ich finde es etwas ungeschickt angeschrieben. Für was es wirklich ist, steht zwar auch drauf, aber … welcher medizinische Laie weiss schon was Antiphlogistikum oder Analgetikum bedeutet? Bei Antirheumatikum kann man sich vielleicht noch denken, dass das gegen Rheuma ist, aber … weshalb schreibt man das nicht an mit Schmerz- und Entzündungshemmendes Mittel?

Über den Nocebo Effekt

 Nocebo ist sozusagen der böse Bruder vom Placebo.

Ihr wisst schon: wenn man vom Medikament eine Wirkung erwartet, dann tritt die auch eher ein. Genau so steht es aber mit den Nebenwirkungen.

Besonders mächtig ist sowohl der Placebo als auch der Noceboeffekt im Bereich der Schmerzen. Wird Kopfschmerz dem Patient als mögliche Nebenwirkung mitgeteilt, so steigt die Eintrittswahrscheinlichkeit mindestens um das Zweifache an.

Mit ein Grund, weshalb es keine gute Idee ist die Packungsbeilage mitsamt allen möglichen und eventuellen und noch so unwahrscheinlichen Nebenwirkungen vorher zu studieren. Also: schon, wie man es richtig anwendet, aber eben, die Nebenwirkungen würde ich grosszügig überlesen.

Wie eindrucksvoll der Effekt sein kann zeigte auch dieser bekannte Fall (nachzulesen auch hier):

Der depressive Patient Derek Adams nahm an eine Antidepressiva- Therapiestudie teil, als er beschloss zu sterben. Er schluckte alle verbliebenen 29 Tabletten. Und fiel in einen lebensbedrohlichen Zustand. In der Klinik griffen die Reanimationsmassnahmen nicht recht. Bis die Ärzte die Patientenakte entblindeten und sahen: der Patient hatte ein Placebo bekommen.

Das war tatsächlich so, dass sie seinen Blutdruck, der lebensbedrohlich abgefallen war nicht in den Griff bekamen … bis zu dem Moment, wo sie dem Patienten mitteilten, dass das Mittel, das er genommen hatte – keinen Wirkstoff enthielt.

Der menschliche Geist ist etwas wunderbares.

Kein Problem

Kundin in der Apotheke:

"Bitte geben sie mir ein Schmerzmittel ohne Penicillin drin, Da bin ich hochgradig allergisch drauf !"

Das könnte ich nicht mal, wenn ich wollte … Penicillin ist ein Antibiotikum und hat eine spezielle Struktur. Kreuzallergien gibt es nur mit Sachen mit ähnlicher Struktur – also andere Antibiotika wie zum Beispiel Cephalosporin oder Amoxicillin. Theoretisch noch gegen einige (Schimmel-)Pilze. Aber: keine andere Medikamente und also auch keine Schmerzmittel.

Kein Problem.

Wie man es sich nicht mit der Apothekerin verdirbt

Gut, die Festtage sind fast vorbei – aber wir haben ja demnächst Sylvester und Neujahr … und falls nicht dann, vielleicht könnt Ihr die Ratschläge sonst einmal brauchen 🙂

Angenommen, Du bist auf einer Party und die attraktive junge Frau antwortet auf die Frage nach der Beschäftigung, sie sei Apothekerin … Ehrlich, es gibt da draussen tonnenweise hübsche und junge Apothekerinnen – ich persönlich zähle mich nicht dazu, also zu Apothekerinnen natürlich schon, aber jung bin ich schon länger nicht mehr und hübsch … hmm. Ansichtssache.

Aber zurück zum Thema. Was sollte man auf jeden Fall nicht sagen, ausser man will es sich mit der Apothekerin vertun?

(Das gilt natürlich auch für Apotheker – nur ist die männliche Variante auf dem Weg in die Extraktion scheint mir manchmal).

– Alles in Richtung dass Sie nicht Medizin studiert hat. Also: „War der Numerus Klausus zu hoch?“ Oder „Das war sicher einfacher als Medizin“ oder „Ah, eine verhinderte Ärztin!“…. Die Frau hat Pharmazie studiert, weil sie es wollte, nicht weil sie musste, es einfacher war oder sonst ein Ersatz. Wenn sie hätte Medizin studieren wollen, dann hätte sie das.

– Auch nett: „Man studiert um Apothekerin zu werden?“ Oder „Ah, dann sind sie Verkäuferin?“– zeigt eine Menge Ignoranz …aber je nach anderen menschlichen Qualitäten werden solche Aussagen auch freundlich korrigiert. Man(n) kann ja nicht alles wissen.

– Unschön: „Ich habe da einen Ausschlag, was könnte das sein?“„Oh, gut, ich habe da eine Frage wegen meinem Abführmittel“ oder gar die ganze Krankheitsgeschichte von der Geburt bis zum jetztigen Zeitpunkt zu erzählen. Patienten empfangen wir in der Apotheke. Auf einer Party etc. haben wir gerne andere Sozialkontakte.

– Jegliche Andeutungen, dass man in der Apotheke ja Zugang zu einer Menge „gutem Stoff“ und anderen netten Sachen habe und ob man nicht vielleicht … Nein. Einfach: Nein.

– Blöde Bemerkungen und Fragen wegen den Preisen. Die Apothekerin macht die Preise im Normalfall nicht selber und Bemerkungen von wegen „Apothekerpreise“ sind schon allein deshalb unfair ihr gegenüber. Sie kann auch nichts für die Arbeitsweisen ihrer Kollegen und –innen an anderen Orten oder an ihrem Arbeitsplatz. Sich also negativ darüber auszulassen ist eher kontraproduktiv.

Stattdessen könnte man zeigen, dass man doch schon etwas mehr Ahnung hat über die Anforderungen des Berufes (sollte ein Klacks für Euch sein nach der Lektüre dieses Blogs), sich mitfühlend zeigen über die langen Zeiten, die man auf den Beinen verbringen muss, die teils seltsamen Arbeitszeiten (Notdienste etc.) und das amüsante Verhalten mancher … Kunden. Vielleicht auch im eigenen Beruf, denn das ist sicher: interessante Begegnungen gibt es fast überall.

 

xmaspharmama

Rauchzeichen

Gestern haben wir in der Apotheke ein Elsa Kissen – das wir zum testen vermieten – zurückbekommen. Es war nur eine Nacht draussen. Und Kollegin Donna, die es aus der Hülle schälte (die wird nach jedem vermieten gewaschen, auch wenn es nur ein Tag ist) bemerkte wie sehr die Hülle – und das Kissen selber auch – nach Zigarettenrauch stank.

Brrr.

Ich habe Hoffnung, dass das nach nur einer Nacht im Rauch mit genügend Auslüften und vielleicht etwas Febreze wieder so rausgeht, dass wir es weiter brauchen können.

 

Gut, ich weiss, ich bin empfindlich auf Zigarettenrauch – und die Episode erinnert mich an das Telefon … das ich für etwa 1 Woche hatte, bevor es der erboste junge Mann wieder zurückgenommen hat.

Das war nämlich so.

Das war kurz nach dem Studium und ich, damals noch nicht Pharm-Mama, sondern eher Pharma-Me gerade ohne Freund. Nach einem Abstecher in Online-Dating Sites (einem Experiment, das ich nicht wiederholen möchte), hat meine Grosscousine mich mit einem Bekannten in meinem Alter verkuppelt. Nennen wir ihn Patrick.

Patrick war nett. Seine Freundin hat sich noch nicht allzu lange vorher von ihm getrennt und er war ziemlich enthusiastisch. Wir haben uns ein paar Mal getroffen (Essen auswärts, Kino, Essen bei mir)– da stieg bei mir in der Wohnung mein Telefon aus. Ich bin noch nicht dazu gekommen, ein neues zu besorgen, als ich das erwähnte – da hat er mir ein altes von sich gegeben, das er selber von seinen Eltern geerbt hat. Ist ja auch unpraktisch, wenn man nicht erreichbar ist, nur weil das Telefon fehlt und ein Handy hatte ich damals noch nicht.

Jedenfalls … das Telefon stank nach Zigarettenrauch. Und Wie! Und es war knatsche-Nikotin-gelb (Ursprungsfarbe wohl hellgrau)… von den Jahren, die es in einer Wohnung stand, in der man wohl wegen dem Rauch kaum von einem Ende zum andern sehen konnte. Das war das Bild, das sich mir bei dem Telefon aufdrängte. Aber … es war ein Telefon. Und es war ein Geschenk … und – wie sagt man? – einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Also habe ich mich brav bedankt – und hatte wieder ein Telefon.

Auch wenn das Teil dermassen stank, dass man die Ausdünste fast sehen konnte. Da half alles Reinigen nichts. Meiner Telefon-Unlust half das auch nicht unbedingt.

Item. Lange hatte ich es nicht.

Ein paar Tage später wollte Patrick sich wieder mit mir verabreden – doch an dem Abend hatte ich anderes vor. Ich bin nicht einmal mehr sicher was, aber es war etwas, das ich mit einem meiner Freunde unternommen habe. Ich bin nämlich der Meinung, dass man auch mit neuem (Boy-)Friend seine alten Kollegen und Freunde nicht vernachlässigen sollte.

Also habe ich ihm freundlich gesagt: „An dem Abend nicht.“ … und war aus, als er auf einen Überraschungsbesuch vorbei schauen wollte.

Skandal!

Wahrscheinlich hat er das so verstanden, dass ich alleine zu Hause sitzen würde … die perfekte Gelegenheit vorbeizukommen und mich mit Blumen und so zu überraschen.

Nur war ich eben nicht da. Ich schätze ich war entweder grillen im Schrebergarten mit ein paar Leuten oder dabei zu versuchen meinen Mediziner-Kollegen in Half-Life um die Ecke zu bringen.

Patrick verstand das überhaupt nicht. Ü-ber-haupt nicht.

Dass ich einen Abend nicht mit ihm abmachen würde und stattdessen mit anderen (anderen!), wahrscheinlich auch noch Männern (!) unterwegs war.

Jedenfalls hat das sein Ego dermassen beeinträchtigt, dass er mir per sofort die Freundschaft kündete – und auch sein Telefon wieder zurück nahm.

Darüber war ich nicht mal so unglücklich. Eigentlich … über beides nicht.

Aber der Zigarettengestank … ja, gestern musste ich an das Telefon und damit auch an ihn denken.

Amüsanter Versprecher

Patient: "Ich hätte gerne das Anthrax vom Rezept."

Atarax. Wenn der Arzt ihnen Anthrax aufgeschrieben hätte, wären Sie jetzt wohl nicht mehr hier.

Aber es ist so: Medikamentennamen sind schwierig. Sieht man auch hier:

Medikamentennamen sind schwierig (1)

Medikamentennamen sind schwierig (2)

Medikamentennamen sind schwierig (3)

Medikamentennamen sind schwierig (4)

Medikamentennamen sind schwierig (5)

Medikamentennamen sind schwierig (6)

Alptraumhaftes

Letztens hatten wir ein Treffen der ehemaligen Studienkolleginnen.

Nein, das war nicht Alptraumhaft. Das war tatsächlich sehr nett und es war auch interessant all' die Leute wieder zu sehen und zu reden.

Speziell: ich bin nicht die einzige, die auch noch Jahre (Jahrzehnte) nach den Prüfungen gelegentlich Alpträume darüber hat.

So im Sinne von: Morgen / in ein paar Stunden ist Prüfung und ich kann den Stoff nicht (oder nicht mehr):

Ihr lacht jetzt vielleicht. Nach all der Zeit. Ich habe heute kaum noch Prüfungen (gar nicht, kann ich nicht sagen) aber offenbar war das doch etwas …traumatisierend.

Ich habe nie Alpträume, dass ich nackt einen Vortrag halten müsste, mein „klassischer“ Alptraum ist entweder das Szenario oben … oder aber die Situation, dass ich unterwegs bin (Bus, Zug; Flugzeug etc.) und meine Sachen zusammensammeln muss, die (aus irgendeinem Grund) nicht bei mir, sondern überall verteilt sind. Also: Buch, Brille, Portemonnaie, Jacke, Tasche, Schuhe, Kappe, Stifte, was auch immer … und ich muss doch gleich jetzt raus! Und ich habe immer noch nicht alles! Und … In den neueren Versionen ist es nicht nur mein Zeug, das ich zusammensammeln muss, sondern häufig noch das vom Junior. Noch mehr! 🙂

Ja.

Das sind also „meine“ Alpträume.

Traut sich jemand, von seinen zu schreiben?

Kurz und deutlich

Kleine Gesundheitsdurchsage:

Ventolin Asthmaspray ist nicht dafür gedacht, dass man es vor dem Joint benutzt um ein „besseres High“ zu bekommen!

Ist sie’s?

Jedesmal wenn ich in der Schweiz in eine Apotheke gehe muss ich an dich denken. Heute in einer Berner Apotheke hab ich auch die Apothekerin angestarrt und auf irgendein "Erkennungszeichen" gehofft 😉 😀

Leserin

Au nein, macht das nicht!

Ich kann mir vorstellen, wie seltsam sich die angestarrte Apothekerin wohl fühlt 🙂

Nun, ich war's nicht. Und wenn ich's wäre, würde ich versuchen, mir nichts anmerken zu lassen.

Ich denke auch häufig, ihr wärt wirklich enttäuscht, wenn ihr mich "live" sehen würdet. Ich bin nicht speziell – ehrlich. Ich falle nicht auf, ich werde kaum mal lauter, kleide mich wie die anderen auch und fühle mich auch nicht als Berühmtheit.

Und wenn mich ein Kunde anstarren würde in der Apotheke, würde ich wahrscheinlich zuerst denken "Habe ich was im Gesicht?" und gefolgt von: "Kennt die mich von irgendwo? (Hilfe – woher?)" aber bisher kaum: "Das ist bestimmt ein Leser meines Blogs …"

Wobei … jetzt … oh. Nein, lieber nicht. Okay?

Es gibt keine dummen Fragen …

Es gibt keine dummen Fragen. Aber es gibt Leute, die fragen nur, damit gefragt ist. Scheint mir jedenfalls so. Beispiel?

Die Pharmaassistentin (PA) berät eine Kundin. Ich höre mit halbem Ohr zu.

Kundin: „Was ist der Unterschied zwischen diesen?“ (legt verschiedene Schmerzmittel mit Ibuprofen auf die Theke)

PA: „Sie haben alle den selben Wirkstoff, es sind einfach unterschiedliche Hersteller.“

Kundin: „Warum ist dieses hier günstiger als das da?“

… Ich bekomme selber einen Kunden und kann darum nicht weiter zuhören, aber als ich fertig bin – etwa 10 Minuten später, ist die PA immer noch an derselben Frau.

„He, und was ist das?“ Zeigt das Fläschchen Betadine, das sie mitgebracht hat.

PA: (ich merke, dass sie langsam genervt ist): „Das ist ein Desinfektionsmittel für Wunden.“

Kundin: „Kann ich das auch in den Mund machen oder schlucken?“

PA: „Nein, es ist nicht für die Anwendung für Schleimhäute gedacht und auch nicht zum einnehmen.“

Kundin: „Dann ist es nicht gegen Bakterien? Ich habe eine Infektion.“

PA: „Wenn sie das im Mund anwenden oder einnehmen, könnte es ihnen schlecht werden.“

Kundin: „Und was könnte sonst noch passieren?“

Die PA zählt ein paar Dinge auf

Kundin: „Ach, ich rufe einfach beim ToxZentrum an und frage die. Haben eigentlich Kleider einen Einfluss auf Zahnschmerzen?“

PA: “Was?“

Kundin: „Kleider – unterschiedliche Kleider.“

PA: „Ja … vielleicht.“ (ich glaube im Moment will sie sie nur noch loswerden)

Kundin: „Danke!“

Pharmazeuten-Eid

Analog dem Hippokratischen Eid der Ärzte (der übrigens so nicht mehr gebraucht wird), gibt es – zumindest in Amerika – auch einen Eid für Pharmazeuten:

At this time, I vow to devote my professional life to the service of all humankind through the professionof pharmacy.I will consider the welfare of humanity and relief of human suffering my primary concerns. I will apply my knowledge, experience, and skills to the best of my ability to assure optimal drug therapy outcomes for the patients I serve. I will keep abreast of developments and maintain professional competency in my profession of pharmacy. I will maintain the highest principles of moral, ethical and legal conduct. I will embrace and advocate change in the profession of pharmacy that improves patient care. I take these vows voluntarily with the full realization of the responsibility with which I am entrusted by the public.

Pharmacist Oath

Übersetzt:

Hier und jetzt schwöre ich, mein professionelles Leben in den Dienst der gesamten Menschheit zu stellen durch den Beruf des Apothekers. Ich werde das Wohlergehen der Menschheit und die Linderung menschlichen Leidens zu meiner Priorität machen. Ich werde mein Wissen, meine Erfahrung und meine Begabung nach meinem besten Fähigkeiten anwenden um eine optimale Therapie mit Medikamenten für die Patienten zu gewährleisten. Ich werde mich über Entwicklungen auf dem laufenden halten und eine hohe berufliche Kompetenz in der Apotheke aufrechterhalten. Ich werde die höchsten Prinzipien der Moral, Ethik und des Gesetzes anwenden. Ich werde Änderungen im pharmazeutischen Beruf welche die Patientenbetreuung verbessern annehmen und unterstützen. Ich spreche diesen Eid freiwillig und in vollem Wissen um die Verantwortung die mir von der Öffentlichkeit auferlegt wird.

Gerne wird der Ethik-Eid auf den Abschluss-Zeremonien gesprochen, bei der die frischgebackenen Pharmazeuten auch den eigenen weissen Schurz bekommen.

Sowas gibt es bei uns leider nicht – ich habe "bloss" mein Diplom (respektive ein provisorisch ausgestelltes) bekommen und einen warmen Händedruck, sowie ein Abschlussessen.

Aber ich würde das obige unterschreiben.

Perfekt für mich

Herr Tswerg ist wieder da. Er macht immer … grenzwertige Komplimente an unsere jungen, weiblichen Mitarbeiter und heute hat er sich Lehrling Minnie als Opfer ausgesucht.

Zuerst komplimentiert er sie über ihre Stimme, die er schon am Telefon gehört habe.

Ein paar Mal. Ich muss in der Zwischenzeit weg, anderes machen.

Als ich zurückkomme ist er immer noch dran.

„Wie gross sind Sie?“

Minnie :“Eins siebzig“

Herr Tswerg: „1 m 70? Das passt ja, ich bin 1. 75! Das ist perfekt. Und Sie sind so hübsch und am Telefon haben Sie eine so hübsche Stimme!“

Perfekt? Für was bitte?

Er hängt immer noch an der Theke herum, und ich merke, wie Minnie sich unbehaglich fühlt. Der Typ ist ihr unheimlich – mal abgesehen von etwa 3 mal so alt wie sie und versucht ganz offensichtlich, sich an sie ran zu machen.

„Wie heissen Sie denn zum Vornamen?“ fragt er

„Das … will ich Ihnen lieber nicht sagen.“

Herr Tswerg (unbeeindruckt): „Auf ihrem Namensschild steht M. Wander. Dann nenne ich Sie einfach Martina!“

Minnie: „Also mir ist es lieber, wenn wir bei den Nachnamen bleiben …“

Höchste Zeit, etwas zu tun.

… Also lasse ich das Telefon läuten (Anruf vom Handy hinten), dann gehe ich nach vorne und sage zu Minnie: „Du hast ein Telefon von deinem Freund.“

Erst ein verwirrter Blick – dann ich lauter: „Ich habe es hinten auf Pause gestellt, er wartet!“

Dankbar verschwindet sie nach hinten.

Nicht dass ich denke, dass das reicht um ihn abzuschrecken. Auch das nicht, dass ich ihm sage, dass er auch von mir nicht ihren Vornamen bekommt und gefälligst (Bitte, Danke) beim Sie zu bleiben habe.

Der kommt wieder.

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