Die Märchenapotheke (12)

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und der letzte der Serie … ausser Euch fällt noch einer ein?

Dem Biest alle Haare zu entfernen lässt es nicht unbedingt schöner aussehen. Finde ich.

apomaerchen4w
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Happy Halloween!

Der Vorspann der Simpsons wurde schon ein paarmal für spezielle Fälle angepasst. Für diesen Halloween hat Guillermo de Torro ein ziemlich ausführliches Werk geschaffen:

Wow.

Na – alle Referenzen erkannt? Filme, Schriftsteller und Figuren aus dem Horrormilieu tummeln sich hier.

Falls nicht (geht ja auch ziemlich schnell): hier nochmals, mit Erklärungen:

Wie stelle ich ein Rezept aus? Anno 1936 (6)

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Aus dem Buch Rezeptierkunde – Leitfaden zum Verschreiben und Anfertigen von Rezepten von Prof. Dr. Med T. Gordonoff

Heute befassen wir uns mit der Frage: wie komme ich auf die richtige Dosierung? Man bedenke, dass es damals noch kaum Fertige Spezialitäten gab – und dementsprechend auch keine Packungsbeilagen und Fachinformationen zum Medikament.

Der Arzt kann entsprechend der Indikation jede Arznei verschieden oft einnehmen lassen. Gewöhnlich pflegt man die Digitalis in Form eines Infusum 2-stündlich zu verabreichen. Brom wird bei der Epilepsiebehandlung auf den Tag verteilt gegeben.

Prof. Dr. Med T. Gordonoff

Fingerhut-Tee?! Brom?! Uiuiui.

Fingerhut fällt heute klar unter die Giftpflanzen – wegen der stark wirksamen Inhaltstoffe. 2 Blätter reichen für eine tödliche Vergiftung. Verwendet wurde der Fingerhut wegen der enthaltenen Herzglykoside gegen Herzschwäche und damit verbundene Ödeme sowie zur Senkung der Herzfrequenz. Die Dosierungen müssen aber sehr genau kontrolliert sein, da man wegen der geringen therapeutischen Breite rasch zu viel geben kann und dann wirkt er eben giftig. Bei der Gabe von Tee … der je nach Ziehdauer und verwendeten Pflanzenteilen sehr unterschiedliche Mengen Inhaltsstoffe haben kann ist das kaum gegeben. Aber das war der Vorläufer der späteren Digoxin Tabletten – die aber heute wegen Nebenwirkungen und besserer Alternativen auch kaum mehr verwendet werden.

Und Brom war früher sehr beliebt in Arzneimitteln, zum Beispiel als Kaliumbromid ind Narkose-Beruhigungs und Schlafmittel und es war das älteste Antiepileptikum. Heute ist es obsolet. Lies: Bitte NICHT mehr brauchen! Es führte vor allem, weil es zu hoch dosiert wurde häufig zu chronischen Bromvergiftungen mit Nervenschäden und Hautproblemen…

Will der Arzt die maximale Dosis von vornherein verabreichen, oder sie gar überschreiten, so muss er ein Ausrufezeichen bei der Dosis anbringen. Z.B.
Morphini hydrochlorici 0.04 (!).
Dabei muss die Menge auch noch in Worten ausgeschrieben werden. Der Apotheker weiss dann, dass der Arzt die grössere Menge verabreicht haben möchte und darf mit ruhigem Gewissen die Arznei abgeben. Die Verantwortung trägt in diesem Fall nur der Arzt.

Die Dosis maxima, d.h. die Dosis, die noch ohne Gefahrgegeben, aber nicht überschritten werden darf, liegt zwischen der Dosis therapeutica und der Dosis toxica. Man kennt noch die Dosis letalis minima und die Dosis letalis.
So z.B. ist die
Dosis medicinals für das Morphin. Hydrochl. 0,005 bis 0,01
Dosis maxima pro dosi 0,03!
Dosis medicinalis pro die 0.03
Dosis letalis minima 0,1
Dosis letalis oberhalb von 0,1
Das heisst, dass bei 0,1 eventuell schon der Exitus eintreten kann. Der Patient vermag aber möglicherweise davonzukommen. Der Arzt tut gut, mit möglichst kleinen Mengen anzufangen, so beim Morphin mit 0,005.

Prof. Dr. Med T. Gordonoff

"Der Exitus" = "der Abgang" ist eine Bezeichnung für den (plötzlichen) Tod des Patienten.

Irgendjemand muss auch die letalen Dosen mal getestet haben. Im Buch sind Tabellen mit den therapeutischen und den Maximaldosen für die verschiedenen Wirkstoffe enthalten. Ziemlich übersichtliche Liste von 4 Seiten Länge …

Heute hat man nicht nur mehr Arzneistoffe, man weiss auch mehr über sie. Speziell die neuer entwickelten wurden und werden vor und nach Markteinführung genau untersucht. Wir kennen übliche Dosierungen und Maximal-Dosierungen, wir wissen, was bei Überdosierung passiert, kennen den / die Wege im Körper und auch wie sie wirken.

Letale Dosen findet man indirekt vielleicht noch bei den Chemikalien – heute allerdings in versteckter Form bei der Einteilung der Warnsymbole.

Aber was mir immer wieder auffällt ist meine eigene Reaktion, wenn ich die damals verwendeten Mittel sehe: Uh, ehrlich?! Etwas primitiv, nicht? Und manches wirklich gefährlich – heute weiss man es besser.

Aber ist das wirklich so? Gut, wir wissen besser Bescheid über manche der verwendeten Stoffe, haben viel gelernt, wie der Körper funktioniert und wo die Stoffe eingreifen. Nur: wie sehen wir das wohl in 70 Jahren? Vielleicht schauen wir dann auf manches heute verwendete gleich zurück.

Das Wissen ändert.

Das muss man sich immer vor Augen halten.

Wie stelle ich ein Rezept aus – anno 1936 (1) Einleitung

Wie stelle ich ein Rezept aus – anno 1936 (2) Zusammenarbeit mit Apotheken

Wie stelle ich ein Rezept aus – anno 1936 (3) – wie sieht das Rezept aus?

Wie stelle ich ein Rezept aus – anno 1936 (4) – Anwendung und lateinische Formulierung

Wie stelle ich ein Rezept aus – anno 1936 (5) – Dosierungsangaben und Aufschreiben von Arzneistoffen / Spezialitäten

Beurteilungs-Seiten für Ärzte und Apotheker (2)

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Was für die Ärzte gilt, gilt denke ich auch für die Apotheker. Es dürfte sehr schwer sein wirklich zu beurteilen, ob ein Apotheker gut ist.

Natürlich: Man kann beurteilen, was man sieht: Freundlichkeit der Mitarbeiter, Wartezeit, Verfügbarkeit der Medikamente, Lage, Präsentation der Produkte. Preisgestaltung.

Schwieriger wird es schon bei der Beratungsqualität. Wird gefragt nach anderen Medikamenten oder was schon versucht wurde? Nach Allergien und weiteren Problemen?

Oder mit dem, was im Hintergrund abläuft, wenn man mit einem Rezept kommt: Wie wird informiert und über was? Checkt der Apotheker Dosierung und Wechselwirkungen? Vielleicht muss wegen etwas beim Arzt nachgefragt werden. Wird das Medikament mit einem Generikum ausgetauscht? Muss etwas bestellt werden?

Viele (die meisten?) der Kunden heute scheint das kaum zu interessieren. Die sind froh, wenn sie so schnell wie möglich mit dem Medikament in der Hand wieder draussen sind.

Da spiegelt sich (meiner Meinung nach) auch in den Beurteilungen, die man über Apotheken im Internet findet.

von jameda.de habe ich ein paar (auffallendere schlechte) herausgepickt:

Warum hat die Apotheke keine Webseite. Das ist doch echt krass und hinterwäldlerisch.

Manche Mitarbeiter sind sehr unfreudlich. Apotheken Zeitungen gibt es nur auf verlangen. Wenn man nichts kauft sehr zögerlich.

Unserer Tochter wurde es unterwegs schlecht. Sie suchte die Engel-Apotheke auf. Ihr wurde das teuerste Produkt, Vomex A Drag.,6,75 EUR verkauft + kein Generika angeboten. Nachdem die Tochter zu Hause war, fragte ich telef. in besagter Apotheke nach einem Generika für Vomex. Im Internet gibt es 12! die günstiger sind. Man hatte nur Vomacur, im Internet zw. 1,54-3,83 EUR! vor Ort. Erst dann erzählte ich was vorgefallen war. Man reagierte ziemlich "pampig" und wenig verständnisvoll. Es arbeiten anscheinend nicht nur Engel in dieser Apotheke! Die Betreuung d. Tochter in der Apotheke war gut

Warum meint der Inhaber dieses Ladens, er könne seine Kunden veräppeln, ohne Konsequenzen? Ich fürchte, die älteren Damen und Herren, die zu Ärzten in der Nachbarschaft gehen, wollen oder können nicht weiter laufen. Die Lage hält die Apotheke am Leben. Anders kann ich es mir angesichts der bodenlosen Unfreundlichkeit und Inkompetenz nicht erklären. Er behauptete, mein Medikament sei nicht mehr erhältlich und verkaufte mir stattdessen ein doppelt so teures mit falscher Dosis.

Wie man sieht ist es interessant, auf was da Wert gelegt wird: Eine gute Apotheke hat demnach eine Website, freundliche Mitarbeiter, schmeisst einem die Apotheken-Zeitung nach und verkauft nur das günstigste Produkt, das man an Lager hat (und selbst das ist nicht immer optimal).

Ein paar Beurteilungen zeigen aber auch Probleme auf:

Viele Mitarbeiter wuseln wegen Mangel an Kunden durch den Verkaufsraum. Der Chef nimmt einem jungen Mitarbeiter die Beratung aus der Hand. Das fand ich unmöglich! Die Apothekenumschau war nicht mehr vorrätig! Die Beratung war aufdringlich. ASS+C wurde als preiswert bezeichnet. In Wirklichkeit aber 1,30 € teurer als eine Apotheke in der Nähe.

Ich denke (aber ich weiss es nicht), dass der Chef da vielleicht eingreifen musste, weil der 'junge Mitarbeiter' etwas nicht wusste / etwas falsch gesagt hat. Da habe ich auch schon eingegriffen. Gut … es kommt immer auch darauf an, wie man so etwas macht.

Manches finde ich – wenn das denn so stimmt, was da steht – kaum zu erklären:

Die Beratung ist sehr gut, dennoch war dies mein erster und letzter Besuch in dieser Apotheke. Warum möchte ich erklären :
Mein Hausarzt stellte mir 2 Rezepte aus, ein Antibiotikum und ein Schmerzmittel. In der Apotheke wurde dann noch ein drittes Medikament (Sinupret forte dragees 20 St) dazugelegt, nach welchem ich aber nicht verlangt hatte. Da ich durch eine starke Grippe auch geistig sehr angeschlagen war, habe ich bei dem unverlangten Medikament nicht weiter nachgefragt und es mit bezahlt (dürften so zwischen 5 und 7 Euro von den 13 Euro Gesamtkosten ausgemacht haben).

Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand das machen würde – einfach ungefragt und unkommentiert ein Medikament mehr dazu zu verkaufen. Noch dazu bei einem geistig angeschlagenen Patienten 🙂 Natürlich kann man Zusatzempfehlungen machen. Aber das Einverständnis ob, gibt der Patient. Immerhin kauft der das – oder eben nicht.

Und dann gibt es die ganz abstrusen Sachen:

ich war mit dem Personal und der Beratung immer sehr zufrieden. Dann kam es zu einem sehr miesen Versuch mich zu betrügen. Ich gab zwei Rezepte mit fünf verschiedenen Tabletten ab und bekam die Auskunft diese Produkte sind nicht auf Lager und ich könne sie am Nachmittag abgeholt werden, dies kam schon öfter vor und es gab nie Probleme. Ich verliess ohne Tabletten mit einem Abholschein die Apotheke. Am Nachmittag bei der Abholung wurde mir nur ein Produkt gegeben. Auf meine Frage was mit dem Rest sei wurde mir mitgeteilt diese hätte ich am Vormittag erhalten. Nach heftigen Protesten meinerseits wollte man die Sache prüfen und kam nach wenigen Minuten zu dem Ergebnis mir wurden die Tabletten ausgehändigt. Seltsamerweise ist die Angestellte die mich vormittag bediente im Hinterzimmer verschwunden und nicht mehr aufgetaucht. Jetzt wurden meine Proteste heftiger und es fielen auch die Worte Betrüger. Daraufhin wurde mir mit Polizei gedroht und ich sagte sehr gut, ich bitte darum, dann könnte ich den Betrug zur Anzeige bringen. In Anwesenheit der Polizei wurden mir alle Tabletten mit der Auflage eines Hausverbotes ausgehändigt. Dieses Hausverbot war absolut überflüssig, da ich ein Geschäft, welches mit solchen Mitteln arbeitet sowieso nicht mehr betreten würde.

Der Patient scheint mir tatsächlich etwas sehr aggressiv. Da hätte der Chef / die Chefin deeskalierend eingreifen müssen. Wobei … ich weiss ja auch nicht, was der Patient da wollte. Er hat (alle) Medikamente bekommen. Wahrscheinlich nach einer Entschuldigung, dass da etwas schiefgelaufen war. Dann (?) hat er angefangen noch mehr zu protestieren und die Angestellten als Betrüger zu betiteln …

Wieso?

Sowas hat meist mehr als nur die eine Seite. Nur dass man die andere nie hört / sieht.

Die Märchenapotheke (11)

Okay, das hier ist genau genommen nicht von einem Märchen – aber es könnte auch eines sein: Alice im Wunderland.

Und man fragt sich als Apotheker unbewusst: Was mag in den Tropfen / in den Pillen wohl drin sein? „Trink mich“ … „Iss mich“

??

Und dann die seltsamen Wirkungen … oder war das alles sowieso nur eine Nebenwirkung?

apomaerchen10w

Beurteilungs-Seiten für Ärzte und Apotheker

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Doktor-Beurteilungs-Seiten haben ja einen ziemlichen Boom erlebt.

Ich frage mich allerdings immer noch, wie sinnvoll die sind.

Ich denke, die Leute, mit der grössten Motivation eine Beurteilung zu schreiben sind nicht diejenigen, die speziell glücklich sind. Das könnte man natürlich auch auf anderes verallgemeinern, das beurteilt wird: Restaurants zum Beispiel oder Hotels. Aber bei Restaurants können wir zumindest beurteilen, ob wir das Essen mochten oder nicht. Mit der Behandlung durch Ärzte ist das etwas schwieriger.

Normalerweise kann man nicht wirklich sagen, ob so ein Arzt gute Medizin betreibt, den richtigen Behandlungsplan verfolgt, die besten Medikamente verschreibt …

Jeder wird krank, jeder stirbt irgendwann einmal an etwas. Vielleicht hat der Arzt geholfen, vielleicht hat der Arzt auch geschadet … ich glaube nicht, dass die Patienten das immer wissen. Vielleicht hat der Arzt alles richtig gemacht und trotzdem war das Ergebnis nicht gut. Vielleicht hat der Arzt alles falsch gemacht und das Problem ist von selbst weggegangen.

Und was bewerten die Seiten sonst? Sachen wie die Wartezeit. Ob das Personal freundlich war. Ob der Arzt freundlich war. Was es zu lesen gab im Wartezimmer. Natürlich, all das ist auch wichtig irgendwo. Und wenn ich wählen kann hätte ich natürlich gerne einen freundlichen Arzt mit kompetentem Personal und würde nicht gerne 2 Stunden im Wartezimmer sitzen. Aber … manches von dem liegt nicht unbedingt unter der Kontrolle des Arztes – zum Beispiel in Spitälern oder Gemeinschaftspraxen … und all das ist irgendwie sekundär zum wahren Wert des Arztes: die richtige Diagnose zu stellen und den besten Weg zur Behandlung zu finden. Ich persönlich als Patient hätte wahrscheinlich lieber den brillianten, sorgfältigen, up-to-date Arzt, der absolut unfreundlich ist als den netten aber inkompetenten Idioten.

Ich sollte noch anfügen dass ich glaube, dass die meisten Ärzte wahrscheinlich wirklich in Ordnung sind. Speziell, wenn wir mit Problemen kommen, die … einfacher sind. Aber wir kommen nicht immer mit simplen Dingen wie einer Erkältung oder einer Blasenentzündung. Und für die komplizierteren Situationen hätte ich lieber den arroganten Arzt, der weiss was er tut. Natürlich hätte ich es lieber, wenn er nicht arrogant ist, aber … lieber das als das ich sterbe an … sagen wir Legionellen.

Natürlich ist das kein totales Argument gegen online-Beurteilungs-Seiten. Und … je mehr Info desto besser. Richtig? Man sollte nur nicht alles glauben, was man liest.

Das gilt übrigens für alle so Beurteilungs-Seiten, auch über Hotels …

Die Märchenapotheke (10)

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Der Wolf hätte besser gleich noch etwas gegen Magenschmerzen mitgenommen:

„Was rumpelt und pumpelt
In meinem Bauch herum?
Ich meinte, es wären sechs Geisselein,
Doch sind’s lauter Wackerstein.“

apomaerchen7w

Medikamenten-Dosierung für Hunde

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Gelegentlich sehen wir in der Apotheke Rezepte von Tierärzten für Tiere. Hunde und Katzen hauptsächlich, gelegentlich auch für Vögel. Hauptsächlich, wenn der Tierarzt ein Medikament aufschreibt, das eigentlich für einen Menschen gedacht ist und es dann … umwidmet.

Ich muss zugeben – was die Dosierung da angeht, muss ich mich voll darauf verlassen, dass der Tierarzt weiss, was er tut, denn ich kenne mich nicht aus, was den Metabolismus von Tieren angeht. Ganz sicher sind Dosen für Menschen nicht einfach eins zu eins und nur auf das Körpergewicht bezogen anpassbar.

In Amerika ist ein Apotheker jetzt bei so einem Fall gebüsst worden.

Es ging um einen Hund, eine sehr hohe Valium-Dosierung auf dem Rezept vom Tierarzt und um eine besorgte Tierhalterin.

Der Hund war Roo, ein 6 Jahr alter etwa 48 kg schwerer Chesapeake Bay Retriever, der eine Operation am Knie hatte.

Weil er nach der Operation sehr unruhig war und sich nicht schonte, verschrieb ihm der Tierarzt Diazepam. Die Tierklinik hatte keine Tabletten, die gross genug waren für einen Hund seiner Grösse, darum wurde das Rezept an eine Apotheke gefaxt, die die Hundehalterin ausgesucht hat.

Das Rezept war für 60 Stück 10mg Tabletten Diazepam. Mit der Dosierung 2 bis 4 Tabletten aufs Mal zu geben, alle 8 bis 12 Stunden, nach Bedarf.

Als der Apotheker dazu kam das Rezept auszuführen, fiel ihm die hohe Dosis auf.

Zum Vergleich: Beim Erwachsenen Menschen nimmt man initial 5-10mg, täglich maximal 20 mg. Die Einzeldosis soll nicht über 10mg liegen.

Wir reden hier also von einer Einzeldosis, die doppelt bis 4 x so hoch ist und von einer Tagesdosis, die maximal 8 x so hoch ist, wie empfohlen.

Der Apotheker versuchte den verschreibenden Arzt zu erreichen, der ist aber inzwischen in den Feierabend gegangen und die Tierklinik geschlossen.

Als die Tierhalterin das Medikament abholen kommt, weist der Apotheker sie auf die hohe Dosis hin: „Der Apotheker hat mir gesagt, die Dosis sei zu hoch. Tatsächlich hoch genug um einen Menschen umzubringen. Ich war verwirrt und verängstigt und habe ihn gefragt, was ich tun soll? Er hat mir gesagt, ich solle die Tabletten vierteln und meinem Hund nur je ¼ Tablette geben.“

Das hat sie dann – was beim Hund dann keinen Effekt hatte: die Dosis war zu tief.

Sie war durch die Aussage des Apothekers so beunruhigt, dass sie – sogar nachdem sie noch einmal beim Tierarzt nachgefragt hat nicht die eigentlich verschriebene Dosis gegeben hat.

Mit dem Ergebnis, dass der Hund sein operiertes Bein nicht schonte, das dann nicht gut verheilt ist und der Hund weitere Operationen brauchte.

Deshalb hat sie den Apotheker angezeigt. Vor allem, weil er sich, wie sie sagte: uneinsichtig und reuelos zeigte.

Bei der Untersuchung sagte der Apotheker: „Ich habe nicht genug Resourcen um die Dosis für einen Hund zu berechnen. Die Resourcen in meiner Apotheke befassen sich alle mit der Dosierung für Menschen. … die Patientin hat mich gefragt, was die Nebenwirkungen dieses Medikamentes seien. Ich habe ihr gesagt, dass für einen Menschen die Dosis sehr hoch wäre und dass sie sich so bald als Möglich an den Arzt wenden soll um sich zu versichern, dass sie dem Hund die richtige Dosis gibt. In der Zwischenzeit soll sie sich an die aufgeschriebene Dosierung halten.“

Was auch immer gesagt wurde – und wie es ankam … der Apotheker bekam vom Board of Pharmacy einen Eintrag ins Leumundzeugnis (notice of correction) – aber keine weiteren Strafen, auch weil er bisher keine negative Vorgeschichte hatte und inzwischen auch Korrekturmassnahmen eingeleitet … wie für die Apotheke ein Buch über Dosierung bei Tieren anzuschaffen.

Der Apotheker bestätigt auch, dass sie in der Schule oder durch ihre Vorgesetzten keine Ausbildung erhalten in Veterinär-Pharmakologie. „Niemand hat das“ sagt er. Und fügt hinzu: „Ich rate den Schulen an, dass sie damit anfangen.“

Quelle: http://news.vin.com/VINNews.aspx?articleId=28582​

Wieso, Weshalb, Warum

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Samstag war … Samstag. Ein etwas seltsamer Samstag allerdings. Vor allem viel mehr Leute, die etwas rezeptpflichtiges haben wollten, ohne dass sie (im Moment zumindest) ein Rezept dafür haben. Manches davon kam mit einer begreiflichen Erklärung und war für etwas, wo es Sinn machte … anderes eher nicht. Entscheidungen, Entscheidungen.

Und nicht alle waren mit dem negativen Bescheid, dass das noch warten kann zufrieden.

Aber es hat mich dazu animiert, mal eine Liste aufzustellen, was ich schon alles als Erklärung gehört habe. Die (sorry) abstrusesten Erklärungen und Ausreden bekommt man meist von Medikamenten zu hören, die das Potential haben abhängig zu machen. Meist genau aus dem Grund: weil die Leute abhängig davon sind.

Gründe, warum Sie einen Vorbezug für ihr Beruhigungs-/Schlafmittel brauchen:

Sie haben es verloren.

Jemand hat es Ihnen gestohlen.

Ihr eigenes Kind hat es gestohlen. (derartiges hört man nie von anderen Medikamenten).

Sie gehen in die Ferien, wo es das nicht gibt.

Sie trauen den Medikamenten im Ferienland nicht, sonst würden Sie sie dort kaufen, dort sind sie ohne Rezept und erst noch günstiger.

Sie haben es im Tram/Flugzeug/Taxi/Restaurant liegen lassen.

Weil Sie es sowieso selber zahlen. (Das macht gar keinen Unterschied)

Weil demnächst Pfingsten/Ostern/Weihnachten/Ramadan ist.

Weil Sie gerade eben schlechte Nachrichten bekommen haben und es wirklich, wirklich brauchen.

Weil „das geht Sie gar nichts an“ als Begründung ausreichen sollte.

Weil, obwohl der Arzt aufgeschrieben hat, sie sollen EINES pro Tag nehmen, Sie zwei nehmen, denn ZWEI müssen besser sein. Mehr ist immer besser, nicht?

Weil ich Ihnen das geben muss, weil Sie Sich sonst bei meinen Vorgesetzten/ Arbeitgeber beklagen.

Weil der Arzt gesagt habe, das sei okay. (Das glaube ich, sobald der Arzt mir das sagt. Meist mit einem Rezept).

Weil der Arzt, (der nicht erreicht werden kann) gesagt hat, das sei okay und ich muss Sie einfach beim Wort nehmen.

Weil Sie gerne etwas Vorrat zuhause haben – für den Fall, dass es nächsten Monat nicht mehr erhältlich ist.

Sie brauchen sie eigentlich gar nicht, Sie wollen einfach nicht noch einmal herkommen müssen nächste Woche.

Es ist Ihnen ausgegangen, weil Sie es mit ihrem Partner geteilt haben

Der Hund hat den Rest der Tabletten gefressen.

Weil Sie mit irgendeiner einigermassen glaubhaften Erklärung aufwarten müssen – auch ihnen selber gegenüber, weil Sie Sich nicht zugeben können, dass auch Sie davon abhängig geworden sind.

Die Märchenapotheke (9)

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Zwerge sind „kleinwüchsig“ – allerdings habe ich keine Ahnung, ob die auf menschliche Wachstumshormone ansprechen würden.

apomaerchen9w