Archiv für den Monat März 2013

Ahh … Besser!

Schöne Ostern an alle!

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Apotheken aus aller Welt, 349: Gjilan, Kosovo

Eingesandt von Ulf (den ich jetzt einfach mal vorziehe)

Da ich mittlerweile in Sachen Aurela (siehe Link unten) gelegentlich im Kosovo bin, habe ich Dir zwei Apotheken aus Gjilan mitgebracht, eine größere und eine kleinere (davon gibt es viel mehr). Ein paar Infos: http://weblog.hundeiker.de/item-7220.html

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Mir reicht’s!

Mir reicht’s.

Ich hab genug *davon*: 7F572EA3-89D7-4E70-A1EB-0BE8AEFA02D8

und fliege ans (warme?) Meer 838C580C-8FDE-4F3D-891F-32C9E9345BC9

 

Ich melde mich. Bis später!

(Gifs hier gemacht)

Mundraub!

„Selber essen macht feiss!“

… Sagt die dicke Frau*, die mit der Mutter des Babies redet, beugt sich herab … und nimmt dem Baby den Baby-keks (den halb aufgeweichten) aus der Hand, um ihn sich selber in den Mund zu stopfen!

Das Baby fängt an zu weinen. Die Mutter und ich stehen nur da und uns bleibt der Mund offen stehen.

Ist das jetzt Selbsterkenntnis? Ist das einfach nur frech? Sollte man da irgendetwas sagen?

*Ja, mit einem geschätzten BMI von 35 oder mehr, sage auch ich *dick*.

Ostereierfärben mit Naturfarben

(Aus aktuellem Anlass): Allgemeine Anleitung zum Färben:

eiBevor die Eier gefärbt werden, sollten sie zuerst mit einem Abwaschmittel entfettet werden.

Die Eier können entweder direkt im Farbsud gekocht werden oder zuerst weich gekocht und anschliessend in die warme oder erkaltete Farbbrühe eingetaucht werden. Am besten einen alten Kochtopf nehmen.

Die Farbtöne können variiert werden, indem man die Eier unterschiedlich lange in der Brühe ziehen lässt, oder weisse und braune Eier wählt. Zusätze wie Alaun (Alumen) oder Pottasche (Kaliumcarbonat) – die bekommt man auch in der Apotheke- verstärken die Farbintensität (jeweils 1 Teelöffel pro Liter Wasser) .

Um Fingerabdrücke zu vermeiden, sollte man bis zum völligen Trocknen das Ei nur mit Gummihandschuhen oder einem Papiertuch berühren.

Anbei eine Auflistung der im Handel erhältlichen Drogen (Naturfarben) mit den entsprechenden Farbresultat – Angaben:

Blauholz (Campechianum lignum): blau-violett . intensiv!

Gelbholz (Citrinum lignum): hellgelb bis ockergelb – schwach.

Annattosamen (Orleanae semen): rötlich-gelb

Nussschalen (Juglandis nucis pericarpium): braun

Mischung grün: (Malvae arborea flos, Citrinum lignum): hell-dunkel olivgrün

Cochenille (Coccionella): rot-violett

Sandelholz rot (Santali rubrum lignum): rötlich

Matetee grün (Mate folium): grün

– Zwiebelschalen: braun

Achtung: – Rotholz (Fernambuci lignum): helles „Fraise“ bis intensiv altrosa gibt es nicht mehr, da es neu unter Naturschutz steht!

Quelle: Pharmavista.ch (modifiziert)

Sehr schöne Effekte erzielt man übrigens, wenn man kleine Blüten und Blätter sammelt und sie mit Hilfe von einem Nylonstrumpf am Ei platziert, bevor man sie färbt (dann allerdings die Eier besser vorkochen).

Hier findet man weitere natürliche Farben und Anregungen zum dekorieren.

Flattr mich

Versuchen wir also etwas neues: Flattr.

Sicher sind Dir schon die vielen Empfehlen-Buttons unter den Postings aufgefallen: Facebook, Twitter, Tumblr, Google+ – alles ist dabei. Jetzt gesellt sich also noch der Flattr-Button dazu – unter den Artikeln und rechts neben der Seite.

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Damit kannst Du meine Postings – und sogar den ganzen „Pharmama’s Blog“ – empfehlen und gleichzeitig meine Arbeit honorieren.

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Flattr ist ein sogenanntes Micro-Bezahlsystem auf freiwilliger Basis. Jeder, der ein Benutzerprofil besitzt, kann dort monatlich einen Geldbetrag in beliebiger Höhe (ab zwei Euro) einzahlen – ähnlich einer Prepaidkarte beim Handy. Dann surft man durch’s Internet und klickt bei allen Inhalten, die einem gefallen und die man unterstützen möchte, auf den Flattr-Button. Am Monatsende wird der eingezahlte Betrag durch die Anzahl der von Ihnen geflattr’ten Artikel geteilt und gleichmäßig aufgeteilt. Flattr ist also eine Art freiwilliges Spendensystem.

Ich bin gespannt, ob – und was – das bringt. Die Zeit wird’s zeigen.

Ich freue mich aber über jeden freiwilligen Beitrag – jeder Klick auf den Flattr-Knopf motiviert und unterstützt mich noch mehr darin, hier so weiter zu machen!

Was darf es denn sein?

Wenn Sie ein Medikamente von ihrem Dauerrezept wiederholen müssen:

(Oder auch sonst, wenn sie in der Apotheke über Medikamente reden):

Optimale Methode, das Medikament zu bezeichnen: „Aspirin cardio“, „das Generikum vom Sortis“, „meine Verhütungspille“

Sub-optimal, aber immer noch akzeptabel: „Meine Schlaftablette“, „Mein Blutdruckmittel“, „Ato.. Atro…vas..atin?“

Unakzeptabel: „das einzige Mittel das sie bei mir im Computer haben“ (es ist nie nur eines), „Das Medikament, das mein Neurologe gefaxt hat – (gefolgt von) Oh, ich weiss seinen Namen nicht mehr …“, „Das Mittel für’s Herz“ (gegen den hohen Blutdruck? Das Antiarrhythmikum? das Cholesterinmitel? Der Blutverdünner?)

Da könnte ich schreien: „die rote Pille, von der ich keine mehr habe.“ „Die, die ich täglich nehme“, „Eine von den weissen, runden“ …

Milchallergie oder Milch-unverträglichkeit?

Ein Mann kommt in die Apotheke: „Ein Lacdigest bitte – für meine Milchallergie.“

… jetzt… eine Menge Leute nennen das so, aber Lacdigest benutzt man bei Lactasemangel, dem Enzym, das man zum Spalten des Milchzuckers braucht  und die äussert sich als sogenannte Lactoseunverträglichkeit. Man kann also den Milchzucker nicht richtig abbauen und das gibt dann Blähungen und Krämpfe.
Eine Milchallergie dagegen wäre eine richtige Allergie gegen die Proteine in der Milch, die kann sich ähnlich äussern, macht aber auch oft mehr Probleme wie Hautausschlag etc.

Pharmama: „Was passiert denn, wenn sie Milch zu sich nehmen?“

Mann: „Dann bekomme ich eine geschwollene Zunge.“

Hoppla.
Also eine richtige Allergie – da hilft das Lacdigest nichts.

Bei einer richtigen Allergie bildet der Körper Immunglobuline gegenden Verursacher (hier die Milchproteine) und das gibt dann Reaktionen wie Hautausschläge, Schwellungen im Atmungstrakt: Nase zu, Schnupfen, Niesen, Zuschwellen der Atemwege, Asthmaanfälle – aber auch Verdauungsbeschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe … im schlimmsten Fall: Kreislaufkollaps wegen Blutdruckabfall.

Pharmama: „Dann sollten Sie Milchprodukte komplett meiden und ein Mittel gegen Allergien nehmen. Das ist in dem Fall sicher besser.“

Problem: Milcheiweisse sind noch oft in Fertigprodukten versteckt.

2. Problem: Man kann übrigens durchaus auch beides gleichzeitig haben.

Aber wenn man keine Milchprodukte mehr nimmt -löst sich das wohl auch.

 

Was haben Sie denn?

Nein, manchmal müssen wir die Frage nicht mal stellen, ein Blick auf’s Rezept genügt und schon weiss man einiges mehr.

Frau mit Norfloxacin 400mg 1-0-1 6 Stück – das ist eine einfache Blasenentzündung

Clarithromycin, Co-Amoxicillin und Omeprazol in Kombination? – Sie versuchen den Magenkeim loszuwerden, der ihr Magengeschwür verursacht hat. Helikobakter pylori.

Feniallerg Tropfen und  Tannohermal Schüttelmixtur für ein Kind? Klassischer Fall von Windpocken.

Methylergometrin Tropfen und starke Schmerzmittel bei einer … eher jungen sehr schlanken Frau? Wahrscheinlich eine Abtreibung (speziell, wenn man eine Klinik in der Nähe hat).

Imigran Nasenspray und sie sieht wirklich unfit aus? – oh, je, ein akuter Migräneanfall.

Flagyl 500mg 4er Pack  2 Packungen zu 2g aufs Mal – Partnerbehandlung. Hmmm. Trichomonaden? Unbedingt auch dem Partner eine Packung mitbringen

Antibiotikum und Vaginaltabletten gegen Pilzinfektion – die Frau weiss schon, dass sie nach dem Antibiotikum häufig einen Pilz bekommt.

Valaciclovir bei einer jungen Frau: eher Herpes genitalis. Valaciclovir bei einer älteren Frau: eher Gürtelrose.

Das soll jetzt niemanden beunruhigen, dass wir das so wissen. Es ist ja auch gut, wenn uns die Diagnose bekannt ist – als zweite Kontrolle, ob die Medikation auch die richtige ist – und so können wir auch besser dazu beraten. Keine Angst, auch *das* Wissen bleibt bei uns.

Nur Pandas sehen gut aus mit dunklen Augenringen …

Oder?

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Quelle

Demnach brauche ich mehr Schlaf – oder ich schminke mich als Panda …

Wie entsteht ein offenes Bein?

„Grrr…“ denke ich, als ich diese ältere Kundin wiedersehe. Das ist zugegeben nicht meine normale Reaktion auf Kunden. Aber diese spezielle Kundin … sie hat mich am letzten Montag oder Dienstag nach Verbandszeug für ihre Wunde gefragt.
Um sie mir zu zeigen hat sie sich hingesetzt, die Schuhe abgezogen, die Socken etwas runtergekrempelt und das Pflaster, das sie drübergepappt hat abgezogen.
Die Wunde war etwa 20-Rappenstückgross, rund und süferte. Die Stelle ist typisch für problematische Wunden: so genannt ‚offenes Bein‘

Pharmama: „Wie lange haben sie die schon?“

Frau: „Ein paar Tage.“

Pharmama: „Okay. Sie müssen diese Wunde sehr gut pflegen, damit sie nicht chronisch wird.“

Ich habe ihr eine gute Wundsalbe und Verband empfohlen – aber sie wollte das dann nicht, weil zu teuer.
Was auch immer ich ihr gezeigt habe, war in irgendeiner Form nicht richtig: Material, Preis – ausserdem das Pflaster zu klein …

Pharmama: „Das hat schon die richtige Grösse, so gross ist die offene Stelle auch nicht“ – und das wäre noch ein günstigeres gewesen …

Frau: „Nein, das reicht sicher nicht … wissen sie was? Ich lasse mir vom Arzt etwas aufschreiben, der findet sicher das richtige.“

Dafür „durfte“ ich ihr die Wunde am Bein verbinden mit unserem Material – das brauche ich eigentlich vor allem für akute Sachen gedacht, aber – je nun. Ich denke, ich verlange heute bei ihr auch nichts dafür, wenn der Preis das Problem ist.
Ich habe das gereinigt, Desinfiziert, so gut ich konnte, nicht-klebende Gaze draufgemacht und alles mit Mepore abgedeckt.

Pharmama: „Sie müssen das gut pflegen – sonst gibt das ein offenes Bein. Es sieht jetzt schon nicht sehr gut aus. Sie brauchen Verbandsmaterial und sie müssen den Verband regelmässig wechseln – so alle 1, 2 Tage.“

„Ja, ja“ – sagt sie „Ich gehe heute Mittag noch zum Arzt, der kann mir dann ja Sachen aufschreiben dafür.“

Nun gut. Aber …Sie kam nicht mehr – bis jetzt.

Jetzt ist Samstag. 5 Tage nach Ihrem letzten Besuch.

Steht vor mir und fragt: „Ich kann erst am Montag zum Arzt, könnten Sie mir nochmal den Verband wechseln, ich gebe ihnen auch etwas dafür?“

Was macht man nicht alles.
Ein Blick auf ihr Bein … das ist noch derselbe Verband den ich drauf gemacht habe!

Pharmama: „Ich habe doch gesagt, Sie müssen das regelmässig wechseln und drauf acht geben? Das ist ja immer noch der Verband, den ich drauf gemacht habe?!“

Mal sehen, wie es drunter aussieht …. bäääh.
Erwartungsgemäss unschön. Die Wunde hat wieder gesüfert, klebriges Sekret bedeckt die Unterseite der Gaze … und es riecht. Wobei ich nicht weiss, ob das jetzt von der Wunde oder von den Socken kommt. Sind das auch immer noch dieselben Socken? Fast kommt es mir so vor.

Frau: „Das sieht doch schon viel besser aus, nicht?“

Pharmama: „Nein, das tut es nicht. Und es sieht so aus, als sei die Wunde noch etwas grösser geworden.“

Frau: „Ach nein, das ist schon gut so…“

Pharmama: „Das ist nicht gut so. Und jetzt müssen sie damit unbedingt zum Arzt. Ich hoffe, sie gehen auch wirklich am Montag!“

Für die 2 Franken, die sie mir für den Verbandwechsel gegeben hat, hätte sie zumindest schon Pflaster zum Wechseln bekommen. Nur dass das jetzt nicht mehr ausreicht. So wie es jetzt aussieht, wird sie Spezialmaterial brauchen. Das war am falschen Ende gespart.

Ich habe die Packungsbeilage gelesen …

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Okay, das hatte ich so noch nicht, aber zumindest eine Frau hat mich einmal gefragt, ob das Mittel überhaupt wirkt. Sie merke gar nichts, weder Wirkung noch irgendwelche Nebenwirkung. Gut, bei einem Cholesterinsenker erwarte ich auch nicht, dass man selber etwas „spürt“ – da ist die Wirkung höchstens im Blut messbar und zeigt sich (hoffentlich) darin, dass sie keinen Herzinfarkt bekommt – also eigentlich ist das Nicht-spüren ja gut 🙂

Was ich gestern dagegen hatte war: „Ich habe die Packungsbeilage gelesen und diese Augentropfen haben zu viele Nebenwirkungen. Ich will sie doch nicht.“

„Sie wissen aber, das das Tropfen sind gegen zu hohen Augeninnendruck? Im schlimmsten Fall kann das unbehandelt zu Erblindung führen.“

„Aber diese Tropfen will ich nicht nehmen!“

„In dem Fall würde ich vorschlagen, dass sie den Arzt nach einer Alternative fragen.“

(Nicht, dass ich denke, dass bei anderen weniger drinsteht bei den Nebenwirkungen …..)

Das Leben – und das Kleingedruckte

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Leben*
Nur für eine begrenzte Zeit erhältlich. Limit 1 (eines) pro Person. Regeln können ohne Vorwarnung geändert werden. Wird geliefert „wie es ist“ und ohne jegliche Garantien. Nicht übertragbar und in der alleinigen Verantwortung des Empfängers. Bei Gebrauch und Missbrauch können Beschädigungen auftreten. Zusätzliche Teile werden separat verkauft. Die Laufzeit kann variieren. Untersteht allen möglichen Gebühren und Taxen. Es gelten die üblichen Bestimmungen. Andere Einschränkungen kommen vor.

Wahr wahr. Trotzdem ist es das wert.

 

Ausserhalb der Öffnungszeiten

Meine Apotheke öffnet um 8 Uhr.

An diesem Morgen steht ein Kunde schon vor dem Eingang, als ich die Türe aufschliesse um hineinzugehen und schaut mich ärgerlich an.

Ein paar Minuten später ist es 8 Uhr und ich öffne die Türe für die Kundschaft. Die Pharmaassistentin installiert die Kassen fertig und stellt die Schütte raus. Ich empfange den Kunden.

Kunde: „Ich komme, mein Medikament abholen.“

Pharmama: „Haben Sie es gestern bestellt? Wie ist der Name?“

Kunde: „Nein, es ist gefaxt worden vom Arzt“

Ich finde das Rezept auf dem Fax. Es wurde gestern abend nach 19 Uhr gefaxt, wenn ich dem Zeitstempel darauf vertrauen kann.

Pharmama: „Ich kann es ihnen gleich bereit machen.“

Kunde: „Warum ist es noch nicht fertig?“

Pharmama: „Weil es erst nach unserem Ladenschluss gestern herein kam?“

Kunde: „Der Arzt hat gesagt, sie hätten es bereit, wenn ich komme!“

Pharmama: „Nun, heute Nacht war ich nicht hier*. Aber ich mache ihnen das gerne jetzt bereit.“

Kunde (vorwurfsvoll): „Und was haben sie gemacht, seit Sie geöffnet haben?“

Pharmama: (meint der das ernst?): „Mit Ihnen diskutieren?“

* und meinen Heinzelmännchen habe ich schon für’s Wochenende frei gegeben …

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