Archiv für den Monat September 2012

Time to say goodbye

Nicht für immer. Aber für die nächsten 2 Wochen bin ich ferienhalber abwesend … und dann ruht auch der Blog hier.

Für diejenigen, welche nicht ohne tägliche Dosis Pharmama auskommen empfehle ich dies hier:

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Was wir machen? Das:

Damit:

 Also: falls ihr zufällig auch unterwegs sind auf einem Kanal – winken!

Es könnte sein, dass wir es sind.

Ich verspreche auch zurückzuwinken 🙂

Auch die Werbung bekommt es nicht richtig hin …

Wenn es um Lutschtabletten geht hat man (im medizinischen Bereich) die Auswahl zwischen Lutschtabletten gegen Halsschmerzen ODER Lutschtabletten gegen Husten.

Bis jetzt habe ich noch keine gefunden, die wirklich gegen beides gleichzeitig sind … obwohl das noch gelegentlich verlangt wird. Offenbar denken aber nicht nur meine Kunden das, sondern auch die Werbung – oder vielleicht denken meine Kunden das *wegen* der Werbung?

Hier der Beweis:

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Das bekommt von mir ein abwertendes „Hummpf.“.

Unverständnis des Tages

Bei der Diskussion mit einer Schwangeren mit Husten:

Pharmama: „Es wäre besser, sie würden aufhören zu rauchen. Nicht nur wegen dem Husten, auch für das Baby.“

Frau: „Nein. Ich höre nicht auf zu rauchen, auch in der Schwangerschaft nicht. Dann hat man eine viel leichtere Geburt.“

Grrrrr. Wegen dem Sauerstoffmangel ist das Kind in der Entwicklung verzögert und hat ein leichteres Geburtsgewicht. Darum die „leichtere“ Geburt. Schön für die Mutter. Nicht schön für das Kind – das ausserdem danach auch eine viel höhere Wahrscheinlichkeit hat für Atemwegserkrankungen und Asthma.

Aber diese Vorzeigemama hat schon 2 Kinder – und so ich weiss hat zumindest das eine auch öfter mal eine Bronchitis. Es ist noch nicht ganz 5 – und darum „darf“ man noch nicht von Asthma reden.

Aber so eine Einstellung – ich finde sie unverantwortlich. Me first – und nach mir die Sintflut.

Rechtsdrehend, Linksdrehend, Verdrehend

Eine Frau kommt in die Apotheke mit einem Rezept. Auf dem Rezept: Optifen 800mg

Optifen ist das Generikum von Brufen … wie zum Beispiel Irfen (und etwa 20 andere) mit dem Wirkstoff Ibuprofen.

Unglücklicherweise gibt es aber das Optifen nicht in 800mg,

Pharmama: „Das Optifen gibt es leider nicht in dieser Dosierung, aber ich kann Ihnen Irfen 800mg geben – das ist dann dasselbe und in der richtigen Dosierung.“

Frau: „Nein, das möchte ich nicht. Ich soll unbedingt Optifen haben. Der Arzt hat mir erklärt, dass nur DAS Ibuprofen in linksdrehender Form drin hat und dass das besser ist als das rechtsdrehende in den normalen.“

Rechtsdrehend – linksdrehend, wer da an pendelnde Leute denkt liegt in dem Fall falsch.

Es gibt Wirkstoffe, die sind sogenannt chiral. Das heisst, sie sehen aus wie unsere Hände – sehr ähnlich, aber rechts und links sind nicht gleich wenn man sie übereinanderlegt, sie sehen aus wie Spiegelbilder.

Nun gibt es Wirkstoffe, wo man beide Formen im Gemisch benutzt und dann gibt es solche, wo man nur eine Form benutzt – oft in der Hoffnung, dass die dann zum Beispiel wirksamer sind, oder weinger Nebenwirkungen machen.

Beispiele dafür sind: Zyrtec (Cetirizin = Gemisch) und Xyzal (Levocetirizin)

Oder Antra (Omeprazol=Gemisch) und Nexium (Esomeprazol)

Oder Citalopram (Gemisch) und Cipralex (Escitalopram).

Ob da die isolierte rechts- oder linksdrehende Form auch wirklich wirksamer oder unbedenklicher ist … lasse ich hier mal dahingestellt. Die Studien, die ich bis jetzt gesehen habe, zeigen nicht gerade enorme Unterschiede zum Gemisch. Oft ist es auch so, dass Firmen das als „Trick“ benutzen, um ein bewährtes Medikament, dessen Patent demnächst abläuft neu zuzulassen – und so weiterhin zu profitieren.

Aber zurück zum Ibuprofen… hier ist es so, dass die eigentlich wirksame Substanz im Körper die rechtsdrehende Form wäre. Wenn wir Ibuprofen aber als Gemisch oder als linksdrehendes einnehmen, dann wandelt unser Körper das problemlos in die rechtsdrehende Form um – etwa zu 50% … und das wirkt dann.

Was sie (oder der Arzt) also meinte war Dexibuprofen – das rechtsdrehende Ibuprofen. Das gibt es auch als Inhaltsstoff – zum Beispiel als Seractil. Dann muss man praktischerweise für dieselbe Wirkung nur die Hälfte des Wirkstoffes einnehmen – also statt 800 mg Ibuprofen nur noch 400 mg Dexibuprofen.

(seid ihr noch alle dabei oder war das schon zu viel Info?). Zurück zur Patientin.

Pharmama: „In dem Fall meinte der Arzt also das Dexibuprofen – das ist das rechstdrehende Ibuprofen. Er hat sich aber geirrt, denn das ist in Seractil enthalten, nicht in Optifen.“

Kundin: „Er hat mir aber gesagt Optifen.“

Pharmama: „Vielleicht hat er das richtige aufschreiben wollen, aber vergessen, wie es heisst. Soll ich ihn anrufen und nachfragen?“

Kundin: „Nein heute ist er nicht in der Praxis. Geben sie mir einfach das Optifen 800.“

Pharmama: „Das würde ich gerne, aber vom Optifen gibt es keine 800mg … und selbst wenn: beim richtigen Dexibuprofen entspricht 400mg der gleichen Wirkung.“

Sie hat das Rezept dann wieder mitgenommen um das selbst mit dem Arzt abzuklären.

Ich finde es zwar noch nett, hat der Arzt sich offenbar die Zeit genommen, ein bisschen über den Wirkstoff den er verschreibt und dessen Pharmakologie mit der Patientin zu reden … nur hat das in dem Fall nicht viel gebracht.

Ausser ziemlich viel Verwirrung offensichtlich.

Es geht hier nicht ums Recht-haben

Was ich wirklich mal wünschen würde, wäre ein Kurs, wie man mit ungerechtfertigten Reklamationen umgeht. Zum Beispiel wenn jemand wie Frau Mnemonik, im (wahrscheinlich) nicht-mehr-ganz-Anfangsstadien von Alzheimer behauptet, dass wir für sie Medikamente auf Rezept bei einer anderen Apotheke bestellt hätten. Die Apotheke hat sie jetzt angerufen, weil sie die Sachen nicht abholen gekommen ist. Sie habe NIE dort etwas bestellt, sie komme immer nur zu uns. Wir müssen das also gewesen sein.

Ich frage (mit Erlaubnis von Frau Mnemonik) in der anderen Apotheke telefonisch an. Die Apothekerin kennt die Kundin und die Situation gleich, ohne nachschauen zu müssen. Die Kundin hat offenbar schon ein paar Mal dort Sachen bestellt und dann durften sie die Bestellung wieder stornieren, weil sie es nicht abholen ging. Offenbar hat sie den Arzt dort in der Nähe.

Ich informiere Frau Mnemonik über das Telefongespräch und dass ich ihre Bestellungen dort habe stornieren lassen, sie sich also nicht weiter darum zu kümmern braucht.

Die Kundin hört mir gar nicht zu, als ich versuche es ihr zu erklären. Das einzige, was sie am Schluss sagt ist: „Es war also nicht meine Schuld!“

Es geht hier nicht um Schuld. Es geht auch nicht darum, wer „recht“ hat. Ihr Problem – und das ist mir klar – ist, dass ich sie „erwischt“ habe, dass sie etwas vergessen hat. Das ist ihr peinlich. Das kann sie nicht zugeben.

Das muss sie auch gar nicht. Mir ist wichtiger, dass die Situation bereinigt ist. Natürlich behalte ich ihr Problem im Hinterkopf – für Zukünftiges, weil das bei ihr wohl mehr an Hilfe brauchen wird, damit Bestellungen nicht vergessen gehen oder nicht mehr klar ist, für was etwas ist und wie es angewendet wird.

Dementsprechend bleibt mir jetzt nicht viel mehr als zuzustimmen und ihr zu versichern, dass alles in Ordnung ist.

Oder wie soll man sonst damit umgehen?

Das Mittel ist für … wie bitte?

Ein Mittel, das man bei uns nie sehen wird:

Die Werbung stammt aus Thailand – wo sie wirklich verrückt sind nach Hautbleichenden Sachen. Tatsächlich ist es schon fast schwierig, dort etwas zu bekommen, wo nichts bleichendes drin ist. Ich weiss das, ich hab’s auch schon versucht. Nicht nur in Hautcremes und Bodylotion, auch in Deos, Duschmitteln etc. Nun also auch das: ein Intimwasch-Mittel zum bleichen der Vagina. Und beworben wird das mit einem 80 Millionen-Baht Budget (CHF 2.4 Millionen) im Fernsehen, im Radio und in Printmedien.

Muss das sein?

Meiner Meinung nach nicht. Genauso wenig wie das:

*Das* ist das unrealistische Schönheitsideal für Europäer, das uns die diesjährige Bademode-kampagne vorgestellt hat.

 

Alle Patienten lügen (rerun)

(rerun vom 17. Januar 2009)

„Everybody lies.“

Dr. House

Offensichtlich ist nicht nur der oberzynische Dr. House der Meinung, dass Patienten ihre Ärzte anlügen, sondern auch etwa 2/3 der Mediziner in Deutschland, wie es sich bei einer Umfrage herausstellte. Ich vermute mal auch in der Schweiz ist die Situation ähnlich.

Ich selbst hatte ja auch schon die Situation, dass der Arzt der Patientin partout nicht glauben wollte, dass sie keinen Alkohol trinkt – die Leberwerte waren schlecht.

Ich bin überzeugt, dass die Patienten den Ärzten nicht alles sagen. Es liegt in der Natur des Menschen Dinge, die ihn selbst betreffen, zu beschönigen und negatives auszulassen oder gar zu schwindeln, wenn jemand anderes / autoritärereres / der Arzt sie nach den Lebensumständen fragt.

Sagst Du dem Arzt denn die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit, wenn er Dich fragt, wie es denn ums Essen und wie es um Deine körperliche Fitness steht? Zum Beispiel:

– Wie ist das mit den 5x Früchten und Gemüse pro Tag? „Jaja, ich esse abwechslungsreich …“ (also eigentlich ernähre ich mich abwechselnd von Pizza und Hamburgern …)

– und trinken? Trinkst Du auch Deine 2-3 l Wasser täglich? „Ich bemühe mich ….“ (aber meistens klappt das nicht)

– Nimmst Du die Treppe statt dem Lift?… „Ääähhh… klar.“ (so einmal im Monat).

Dasselbe gilt auch für die Einnahme von Medikamenten: Nimmst Du sie wirklich regelmässig?

Es kommt natürlich vor, dass man mal eine Tablette vergisst – das ist meistens auch nicht so tragisch und kein Grund zu lügen. Aber wenn man das Medikament nicht (mehr) nimmt, dann ist es wichtig, dass der Arzt das auch weiss. Ansonsten denkt er nämlich das Medikament wirke nicht und sucht -vergebens- nach einem Grund für den Therapieversager, macht eine Menge Abklärungen, steigert die Dosis – dann nimmt man es erst recht nicht … und das Grundproblem löst man dadurch auch nicht.

Im Endeffekt stört man mit Lügen beim Arzt das Vertrauensverhältnis Arzt -Patient. V.a. wenn der Arzt schliesslich herausfindet, dass man ihn angelogen hat … und man gefährdet dadurch seine Gesundheit.

Kurze Frage an meine Feed-Leser

… funktioniert der Feed bei Euch, wie er soll? Also: kommen die Artikel an?

Seit ein paar Tagen zeigt der „Zähler“ immer „0“, aber ich bekomme die Feeds noch – ihr auch?

Basteln mit Junior: Regenbogen-Reis

Rainbow-Rice, Regenbogen-Reis. Darauf bin ich beim Surfen gestossen und ich wusste: Das will ich mit Junior auch machen. Das Projekt ist auch etwas für kleinere Kinder, die Zutaten ungiftig und das ganze super-einfach. Das braucht es:

  • 6 Tassen Trockenreis
  • 6 Ziplock Tüten
  • Lebensmittelfarben: Gelb, Rot, Blau
  • Essig

In jede Ziplock Tasche mache man eine Tasse Reis.

In einem Gefäss daneben mischt man 2 Teelöffel Essig mit Lebensmittel-Farbe (mehr oder weniger, je nach gewünschter Intensität).

Dabei kann man auch schön ein bisschen Farbenlehre unterbringen:

  • Gelb und Rot gibt Orange
  • Gelb und Blau gibt Grün
  • Blau und Rot gibt Violett

Die Farb-Essig-Mischung gibt man zum Reis in die Tüten, schliesst sie gut (!) und überlässt Junior die Schwerarbeit, die Farben gut unterzumischen.

Danach sollte es etwa so aussehen:


Auf Backpapier ausgebreitet trocknet das ganze danach rasch an der Sonne (1 Tag maximal)

Und was macht man jetzt mit dem hübschen, bunten Reis?

Kleinkinder können das verwenden um den Tastsinn zu schulen – man kann in der Reismischung kleine Gegenstände verstecken, die sie heraussuchen müssen. Grössere Kinder können mit Leim und Reis farbige Bilder kreieren. Oder man kann es schichtenweise (wie Sand) in hübsche Gefässe abfüllen und die als Dekoration brauchen.

Das steht jetzt bei uns im Badezimmer. Mir gefällt es sehr!

Gehört in der Apotheke

Gestern gehört:

„Mein Vater nimmt eine gastronomische Menge Medikamente!“

Hat sie gemeint Astronomisch? Irgendwie … passt aber „gastro“ auch, bedeutet das doch „Magen“. Und es gibt Leute, die müssen tatsächlich so viele nehmen, dass es schon fast eine Mahlzeit ist. 😦

Wie überfordere ich den Lehrling?

Mann in der Apotheke – ohne Vorwarnung und mit Tränen in den Augen:

„Was soll ich machen? Mein Hund ist gestorben?!?“

Gut, dass fände ich je nach Tagesform auch nicht einfach. Aber sie hat das gut gemeistert. Er wollte ja auch nicht etwas – ausser etwas reden.

Schwierige Fragen am Telefon (rerun)

Älterer Patient am Telefon: „Kann ich den Apotheker sprechen?“

Pharmama: „Am Telefon.“

Patient: „Sehen sie, letzte Woche hatte ich einen echt üblen Husten…“

Pharmama: „Ja“

Patient: „Also haben sie mir diese Tabletten gegeben…“

Pharmama: „Ja – und?“

Patient: „Ja, sie nennen sich A … M … O … X…“

Pharmama: „Amoxicillin, ja. Und?“

Patient: Ja und ich nehme sie seit gestern…“

Pharmama: „Ja?“

Patient: „Und der Arzt hat gesagt ich soll sie für eine Woche nehmen.“

Pharmama: „Ja. Wo liegt denn das Problem?“

Patient: „Eigentlich will ich nur wissen .. ich gehe an eine Hochzeit dieses Wochenende…“

Pharmama: „Ja?“

Patient: „Soll ich da gehen?“

Pharmama: „Was genau meinen sie?“

Patient: „Na, ob ich gesund genug bin da teilzunehmen?“

Pharmama: „Das kommt ganz darauf an, wie sie sich fühlen. (?)“

Patient: „Ja, aber wenn ich nicht gehen kann, dann muss ich meinen Freund anrufen, der mich sonst abholen gekommen wäre.“

Pharmama: „Wenn sie sich wohl genug fühlen, dann können sie gehen, wenn nicht, dann gehen sie nicht.“

Patient: „Ja, aber was ich frage ist: Denken sie das wird wieder gut sein dann?“

Pharmama: „Nun, der Arzt hat ihnen Antibiotika für eine Woche aufgeschrieben, die müssen sie fertig machen egal, ob sie auf die Hochzeit gehen oder nicht. Und ob sie da gehen, das ist dann ihre Entscheidung.“

Patient: „Ja, ja, aber was ich frage ist: macht mich diese Medizin noch vor der Hochzeit gesund?“

….

Pharmama: „Ich weiss es nicht.“

Soll ich ihm jetzt sagen, ob er an der Hochzeit teilnehmen soll? Da der Arzt ihn nicht ins Spital gesteckt hat, wird der Husten nicht ansteckender sein, als anderes auch. Dementsprechend kommt es nur auf ihn an, ob er gehen will oder nicht. (Tönt nach: eher nicht).

Generikum gefällig?

In der Schweiz ist es so, dass es, wenn es für ein Medikament, ein (einiges) günstigeres Medikament gibt, man für das verschriebene 20% Selbstbehalt zahlt, statt den normalen 10%.

Wenn ein Patient also so eines auf Rezept hat, wird er von uns in die Richtung informiert: „Von dem Medikament existiert ein günstigeres Generikum. Darf ich ihnen das abgeben? Es ist gleichwertig wie das aufgeschriebene und sie zahlen weniger Selbstbehalt.“

und was bekommen wir zu hören?

Einige Male: „Ja? Oh, gut, gerne.“

Aber mindestens so häufig:

  • „Nein, ich will das, was der Arzt verordnet hat.“
  • „Nein, ich will das richtige Medikament!“
  • „Welches ist besser?“ (Keines, gleichwertig bedeutet nicht anders)
  • „Nein, ich vertrage keine Generika.“ (Sicher. Nicht.)
  • „Nein, ich bin allergisch gegen Generika!“ (alle ? Blödsinn)
  • „Nein, das letzte Generikum habe ich auch nicht vertragen.“
  • „Ist das auch sicher dasselbe?“

Der Kommentar hier, auf den ich beim Rezepte kontrollieren gestossen bin, hat mich zum lachen gebracht:

Wahrscheinlich hält eher sie selber nichts von Generika – und dass die Apothekerin, die das aufschreibt so auch vermutet, sieht man am smiley dahinter.

Wenn der Arzt nicht will, dass etwas ersetzt wird, kann er nämlich auf’s Rezept schreiben: „sic“ oder besser „aus medizinischen Gründen nicht ersetzen“ – und dann steht bei uns im PC „Substitution abgelehnt durch Arzt“.

Auch wir in der Apotheke haben die Möglichkeit Substitutionen abzulehnen – zum Beispiel bei kritischen Wirkstoffen. Dann kann auch ich einen Austausch ablehnen. Dann ist es im Sinne des Patienten. Wenn ich allerdings frage und ein Generikum anbiete, dann geht das im Normalfall ohne Probleme.

Mehr Infos zu Generika:

Generika – eine Betrachtung (1)

Generika – eine Betrachtung (2)

Generika – eine Betrachtung (3)

Reine Verschwendung?

Der Arzt verschreibt dem Patienten Lisinopril 40mg Tabletten. Ein paar Tage später reklamiert der Patient beim Arzt, dass die Tabletten „seiner Speiseröhre weh tun“. Offensichtlich hat er die Packungsbeilage gelesen, da steht nämlich drin, dass es Magenbeschwerden wie Sodbrennen auslösen kann.

Jedenfalls schreibt der Arzt ihm ein neues Rezept – für Lisinopril 20 mg, das er uns in die Apotheke faxt.

Weil wir sehen, dass der Patient erst vor ein paar Tagen eine Packung zu 40mg bezogen hat, denken wir, dass er wohl intelligent genug ist, sie einfach zu teilen (was bei denen problemlos geht), bis sie ihm ausgehen. Darum nehmen wir das neue Rezept einfach ins Patientendossier auf, führen es aber nicht aus.

Am nächsten Tag steht der Patient in der Apotheke. Wir erklären ihm das mit dem Tablettenteilen, dass er dann die richtige Dosierung hat, die Tabletten kleiner sind und seine Speiseröhre sicher. Er will aber eine neue Packung. Gleich.

Ok. Kann er haben.

Ich finde das ist trotzdem eine nette Verschwendung von Resourcen und Geld.

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