Archiv für den Monat August 2012

Unleserlich hoch 2

Das ist etwas für die Hieroglyphen-Jäger unter Euch:

2 Rezepte, für 2 Kinder. Je 3 Medikamente auf dem Rezept.

(zum Vergrössern aufs Bild klicken)

Will sich wer dran probieren?

 

Advertisements

Geschlechterverwirrung (die zweite)

Hmmm, schwierig.

Gestern fragt mich meine Mit-Apothekerin, was sie im Dossier unter „Ansprache“ und „Geschlecht“ bei einem speziellen Fall eingeben soll.

Sie hatte am morgen den Fall, dass zwei gut aussehende, anscheinend weibliche Personen in die Apotheke gekommen sind.

‚Anscheinend‘ schreibe ich, denn der Schein kann trügen.

Eine der beiden reicht meiner Kollegin das Rezept – für Cialis. (Das ist ein Potenzmittel – für Männer)

Ausgestellt auf sich.

Oookay. Doch keine Frau. Auch nicht unbedingt Transsexuell – Transgender vielleicht? Oder „nur“ Crossdresser?

Aber … wie / was gebe ich da im PC ein? Ganz offenbar hat er (sie?)  ja noch die Ausrüstung, die einen als Mann definiert und benutzt sie auch.

Und ich habe im System nur die Wahl zwischen der Anrede Herr / Frau respektive männlich / weiblich beim Geschlecht.

ein ähnliches Problem hatten wir schon einmal: siehe Geschlechterverwirrung. Da haben wir das gelassen, was noch auf der Krankenkassenkarte stand. Die haben wir aber in dem Fall nicht.

Gehe ich jetzt nach dem, was er/sie wohl gerne hätte? Oder nach den biologischen Gegebenheiten?

A oder … doch lieber A?

Nicht ganz sicher: Stilblüte oder Absicht oder … ?

 

Was denkt ihr?

Diätpillen

Dieses Jahr hat die FDA (die amerikanische Gesundheitsbehörde) schon die Zweite verschreibungspflichtige Diätpille zugelassen. Im Normalfall dauert es nicht lange, dann kommen die auch nach Europa.

Die beiden sind: Belviq™ (Lorcaserin) und Qsymia™ (Phentermin und Topiramat).  Beides Appetitzügler, eines ein Serotoninagonist und das andere ein Amphetamin, letzteres auch noch kombiniert mit einem Wirkstoff, der als Antiepileptikum verwendet wird.

Ich bin davon alles andere als begeistert. Auch die werden wohl den gleichen Weg gehen wie all die anderen Abnehm-Mittel, die wegen unakzeptabler Nebenwirkungen und Mortalitätsraten wieder vom Markt verschwunden sind.

Es wundert mich nicht, dass sie auf den Makt kommen – immerhin haben wir – und noch mehr die Amerikaner ein Problem mit Übergewicht und den gesundheitlichen Folgen davon.

Das kombiniert mit unserer „Ich will das jetzt“ Mentalität – einer  Gesellschaft, die dafür oft willig Pillen, Shakes und Mischungen schluckt, ohne sich darum zu kümmern, wie es um die Sicherheit des Produktes steht (das kann man an den tonneweise Bestellungen im Internet genau dieser Produkte sehen) oder das Gewicht langfristig durch Ernährungsumstellung abzubauen – wird auch diese Pillen zumindest Zeitweise zu einem Erfolgsprodukt werden lassen. Zumindest für die Vertriebsfirmen.

Die OTC Mittel, die es früher mal gab – wie z.Bsp. Adipex™ (Phentermin) waren Amphetamine – die wirken praktisch wie hohe Dosen Coffein: machen nervös (dann essen die meisten Leute nicht mehr so viel) und erhöhen den Blutdruck … und das bei jemandem der von der Konstitution her wahrscheinlich schon einen hohen Blutdruck hat. Dann braucht es wenig mehr – zum Beidpiel andere, ähnliche Medikamente oder Drogen oder auch nur viel Kaffee .. … die Leute landeten dann tatsächlich im Notfall … oder schlimmeren.

Das ist der Grund, warum sie nicht mehr frei verkäuflich sind.

Die letzten Produkte auf dem Markt wurden gut verkauft, auch wenn sie (jetzt) rezeptpflichtig waren und oft nicht von den Krankenkassen übernommen.

Reductil™ zum Beispiel (Sibutramin) – bis es wegen aufgetretenen Herzproblemen … und damit verbunden Neubewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnissen (das schlecht aussah) 2010 vom Markt gezogen wurde.

Oder Acomplia™ (Rimonabant) dessen Marktzulassung 2008 sistiert wurde. Das ist zwar für einmal ein anderer Ansatz, es ist ein Cannabinoid-Rezeptorantagonist, kein Amphetamin. Aber eine Reevaluation der bereits bekannten psychiatrischen Risiken (Depressionen und vermehrt Selbstmorde) liess auch hier das Nutzen-Risiko-Verhältnis ungünstig aussehen.

Nun dann, jetzt also Serotoninagonisten, Amphetamine und Antiepileptika. Zum Abnehmen.

Seufz.

Nochmal: die Wunderpille gibt es nicht.

Den Blick kenne ich …

w9af0y tumbler Pictures, Images and Photos

… so schauen auch manche Kinder, die schon wissen, dass es in der Apotheke Traubenzucker gibt.

 

Herzklopfen oder: die verschwendete Viagra

Am Freitag hat ein Mann mit Rezept eine Packung Viagra in der Apotheke abgeholt.

Am Montag kommt er zurück wegen einem anderen Rezept und erwähnt dabei: „Hatte ich ein anstrengendes Wochenende!“.

Die Pharmaassistentin (die das am Freitag nicht mitbekommen hat) fragt unschuldig: „Warum denn?“

– und er:

„Freitag, nachdem ich mein Viagra genommen habe, ruft mich meine Freundin an und sagt, es ginge heute nicht, ihr Mann komme früher von der Geschäftsreise retour. Nicht nur, dass ich da eine ganze Tablette Viagra verschwendet habe … in der Nacht konnte ich kaum schlafen – ich habe jeden Herzschlag gespürt. Die ganze Nacht lang!“

Der arme Mann …

Apotheken aus aller Welt, 275: Newport, Pembrokshire / Sir Benfro, Wales

Die letzte Apotheke ist noch etwa 40 Kilometer weiter westlich in  in Newport, Pembrokeshire, auf walisisch Sir Benfro. Genau gegenüber ist ein Spar-Markt -Das Foto geht an den Shopblogger.

 

Das ist ja ein schnuggeliges Häuschen 🙂

Apotheken aus Aller Welt, 274: Carmarthen, Wales

Noch eine Apotheke von Matthias!

Im Süden von Wales bin ich zunächst in Carmarthen in der King Street fündig geworden.

„Dispensing Chemist“. Hört sich doch gut an 🙂 – gibt es auch solche, die nicht abgeben?

 

Wenn Männer einkaufen gehen (Rerun)

(Das ist ein Post, den ich ursprünglich im Mai 2008 gebracht habe – aus Zeitgründen gibt es halt eine „Wiederholung“ 🙂 )

Studien gemäss kaufen Männer ja viel zielgerichteter ein, als Frauen. Rein in den Laden, Produkte greifen, raus aus dem Laden.

Das mag so sein in Lebensmittelläden – und vielleicht noch mit dem Vorbehalt, dass sie eine Einkaufsliste haben (von der Frau gemacht), aber in der Apotheke/Drogerie staune ich manchmal.

Beispiel: Kommt ein Mann in die Apotheke „Also. Ich brauche 2 Sachen, das eine sind Vitamin C Tabletten“ … (ich gebe ihm welche), „und dann … was war das noch?“ …. langes Nachdenken. Hmmm.

„Etwas für’s Gedächtnis?“ scherze ich.

„Nein“.

Also fange ich mal an aufzuzählen: „Etwas gegen Schmerzen?“ – „Nein.“

Etwas gegen Schnupfen?“ – „Nein.“

„Etwas gegen …“

„Ich glaube, ich rufe besser meine Frau an.“

Nach einer Minute kommt er wieder zurück: „Etwas gegen Husten!“

Oje, denke ich, jetzt muss er seine Frau gleich nochmals anrufen um genauer nachzufragen … und sage: „Hat sie denn trockenen oder verschleimten Husten?“. Die Frage ist essentiell.

Sagt er: „Wieso sie? Ich brauche das Hustenmittel“ ….

(Und das weiss er nicht mehr??)…

Apotheken aus aller Welt, 273: Conwy, Wales

Und nochmals Mathias aus Wales:

Nur etwa eineinhalb Kilometer weiter südlich, im etwas größeren Städtchen Conwy habe ich noch eine für Dich fotografiert. Auch diese gehört wohl inzwischen zu einer Kette (Rowlands) und hat auch ihr eigenes Lieferfahrzeug.

Der ewig lebende Hamster

Eine Mutter mit einem um die 8 Jahre alten Mädchen kommt in die Apotheke. Meine Pharmaassistentin übernimmt das Rezept der Mutter.

Als ich mit meiner Kundin fertig bin, frage ich das Mädchen, das bis dahin brav gewartet hat: „Willst Du ein Traubenzucker?“

Mädchen: „Au ja!“

Pharmama: „Das ist aber toll, dass Du Deine Mama begleitest.“

Kind: „Ja, wir sind beim Arzt gewesen, der hat uns etwas aufgeschrieben. Für Mama. Nicht für den Hamster.“

Pharmama: „Also geht es dem Hamster gut?“

Mädchen: „Ja, jetzt wieder. Eine Zeitlang war er gar nicht so fit, aber jetzt geht es wieder gut! Und morgen feiern wir seinen Siebten Geburtstag!“

Pharmama: „Sieben? Wow.“

Das überrascht mich jetzt doch sehr, ich selber hatte ja keinen Hamster sondern Meerschweinchen und später eine Katze, aber so ich weiss, werden normale Hamster vielleicht 3 bis 4 Jahre alt, Goldhamster etwas älter.

Also frage ich sie: „Ist das denn so ein grösserer Hamster?“

Mädchen: „Nein, der ist ganz klein – passt noch gut in meine Hand.“

Jetzt bin ich doch etwas irritiert, aber als ich den Mund öffne, um etwas zu sagen, sehe ich den Blick der Mutter auf mir, die gleichzeitig leicht den Kopf schüttelt.

Ich schliesse den Mund wieder, lächle und meine: „Dann sag’ ihm morgen auch meine besten Wünsche, ja?“

Die Mutter gibt mir ein stummes „Danke“ und die beiden gehen wieder.

Auch Haustiere sterben. Und häufig gehören diese Haustiere den Kindern der Familie – respektive, diese sind für sie verantwortlich. Umso stärker trifft es die dann.

Das gehört in meinen Augen zu den Lebenserfahrungen. Trotzdem verstehe ich natürlich auch die Eltern, die das den Kindern vielleicht nicht ganz so hart machen wollen.

Ich würde meinem Junior z.B. noch keinen Hamster geben – v.a. nachdem ich gehört habe, dass die übliche Lebenserwartung von denen bei 1-2 Jahren liegt … da weiss man schon, was kommt.

Aber wenn ich von Hamstern höre, die 5, 7, 10 Jahre gelebt haben … Ich weiss schon, was diese Eltern gemacht haben … das tote Tier unauffällig mit einem neuen ersetzt. Wer kann schon einen Hamster (oder Goldfische) vom anderen unterscheiden, wenn sie nicht gerade eine Auffälligkeit haben?

Aber: was, wenn die Kinder das dann einmal herausfinden?

Wobei … ich habe eine Kollegin, die hat auch so ein lang-lebendes Tier gehabt – und glaubt da nicht an Manipulation. Na – wer weiss? Methusalem-Tiere gibt es gelegentlich sicher auch …

(Nachtrag: habe zufällig das Bild gefunden und das alte ersetzt – ich finde das passt!)

Apotheken aus aller Welt, 272: Deganwy, Wales

 

Danke vielmals an Mathias, für die nächsten Apotheken!

ich war in den letzten Wochen viel unterwegs und habe Dir diesmal eine ganze Reihe von Apotheken mitgebracht.
Die erste Apotheke ist in Deganwy, einem kleinen Ort ganz im Norden von Wales. Dort wird hauptsächlich walisisch gesprochen — dementsprechend ist auch alles zweisprachig beschriftet.

 

Sowas.

Ich glaube, die Frau, der ich gestern das Rückgeld für die Aspirin gegeben habe, benötigt noch ein paar andere Medikamente.

Oder was hat sie für einen Grund mich anzuschreien, nur weil ich ihr die Münzen nicht mit der Zahl nach oben hingelegt habe?

o_O

Metall – los?

Ein häufiger vorkommender Fall: der Patient mit Rezept zahlt selber – er bekommt sein Rezept zurück (gestempelt und mit dem Preis drauf) und er bekommt seine Quittung.

Stanely Bostitch Stapler

Stanely Bostitch Stapler (Photo credit: Wikipedia)

Bisher habe ich die Quittung gleich mit Bostitch ans Rezept geheftet  -für meine deutschen Leser: das ist ein Tacker, für meine Österreichischen: ihr nennt das glaub eine Klammermaschiene?. Das braucht wenig Material und so geht die Quittung am wenigsten verloren, denn immerhin braucht der Kunde die für die Abrechnung mit der Krankenkasse.

Jetzt sagt mir eine Kundin, sie bekommt von der Kasse, wenn sie die Rezepte so einschickt, immer einen bösen Brief retour, dass man an die Rezepte kein Metall anbringen soll, das störe ihren Ablauf.

Büroklammern

Büroklammern (Photo credit: Gunnar Ries)

Kein Metall? Dann fallen auch Büroklammern weg. Klebestreifen ist super-unpraktisch und ganz ohne … ist die Gefahr recht gross, dass man die Quittung verliert.

(Vielleicht ist das aber auch der Sinn der Sache?)

Jedenfalls, Frage an meine Mit-Apotheker, Pharmaassistenten und auch an die betroffenen Krankenkassen-Kunden:

Was macht ihr?

%d Bloggern gefällt das: