Archiv für den Monat März 2012

Unfreiwillig komisch (4)

Es ist absolut korrekt …  trotzdem finde ich die Formulierung lustig:

vielleicht bin ich auch einfach nur überarbeitet – wenn ich müde bin, finde ich noch vieles amüsant …

Unfreiwillig komisch (3) – Scherzmittel?

Unfreiwillig komisch (2) – Elefantenhaut-Puder?

Unfreiwillig komisch  (1) – Kinder mit Erdbeergeschmack?

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Name, bitte

Mindestens zwei Mal pro Woche:

Kunde: „Ich habe ein Rezept hier.“

Pharmama: „Wie ist der Nachname?“

Kunde: „Markus.“

Pharmama: „Hmm, ich habe hier niemanden mit diesem Nachnamen. Schreibt sich das mit K oder mit C?“

Kunde: „Oh, es ist Huber.“

Apotheken in aller Welt, 214: Landsberg am Lech, Deutschland

Danke an Matthias!

Noch eine Apotheke für deine Sammlung, dieses mal aus Landsberg am Lech.

Oh, das ist aber eine tolle Hausfassade! Aber die Apotheke hat kein Kreuz und kein „A“ … vielleicht ist das wie bei uns und man darf an gewisse denkmalgeschützte Gebäude nichts neues anhängen.

Auf der Sperrliste

Eine Frau telefoniert und fragt: „Haben Sie Seresta forte an Lager?“

Da das immer mal wieder Lieferprobleme hat (und inzwischen gar nicht mehr erhältlich ist, aber das ist jetzt schon eine Weile her), schicke ich sie in die Wartemusik und schaue im Computer. Und wenn ich schon dran bin schaue ich auch grad mal, ob sie schon Kundin bei uns ist. Ich schaue also in ihr Computerdossier – ja, da ist eines- und da steht gross:

Achtung! Gesperrt für Benzodiazepine. Gefälschte Rezepte im 2010 und 2011.

Also zurück ans Telefon.

Pharmama: „Tut mir leid, aber selbst wenn sie ein Rezept haben, bekommen sie das nicht von uns. Sie sind gesperrt worden.“

Frau: „Was?! Warum?“

Pharmama: (Ah, wenn sie schon so fragt ….: „Der Arzt hat gemeldet, dass sie Rezepte für Benzodiazepine gefälscht haben – und sie haben offenbar bei anderen Apotheken versucht das zu bekommen.“

Frau: „Aber ich versuche das selber abzubauen!“

Ja, klar. Aber bevor ihr zu fest Mitleid mit ihr bekommt: auf der Sperrliste steht auch, welcher Arzt jetzt für ihre Therapie verantwortlich ist und in welcher (einen) Apotheke sie ihre Benzodiazepine noch bekommt. Das ist natürlich eine Einschränkung (auch in der Lebensqualität), die sie aber nur deshalb bekommen hat, weil sie in mehreren Fällen gezeigt hat, dass sie eben nicht verantwortungsvoll mit ihren Medikamenten umgehen kann. Jetzt musste sie die Verantwortung abgeben.

Aber sie kann natürlich immer noch abbauen – einfach in Zusammenarbeit mit der Apotheke, wo sie jetzt gehen muss. … Nicht dass ich ihr das abnehme, ansonsten würde sie kaum versuchen wieder woanders an (mehr) Tabletten zu kommen.

Apotheken in aller Welt, 213: Lanzarote, Spanien

Besten Dank an Simone aus Franken:

Ich wollte mich an den Apotheken auch einmal beteiligen. Ich war dieses Jahr nach Silvester wieder auf Lanzarote und habe dort am Rand der Fußgängerzone von Arrecife eine sehr landestypische und nicht touristisch gestylte Apotheke gefunden. Leider war sie nicht offen, da gerade Mittagspause war – so konnte ich auch nicht ins dunkle Innere fotografieren, das aber auch eher typisch mit Fliesen und Holz ausgestattet war. Der Eingang ist übrigens unter der Markise, nicht im Haupthaus 🙂

Nikotin-Pflaster für’s Gedächtnis?

Da hatte ich letzten Dezember einen Mann in der Apotheke, der mit mir die Anwendung von Nicotin-Pflastern zur Gedächtnissteigerung und Verbesserung der Lernleistung diskutieren wollte.

Ich musste zugeben, dass ich davon noch nichts gehört habe – auf jeden Fall steht davon nichts in der Packungsbeilage.

Er habe einmal für die Novartis gearbeitet und da waren Tests in diese Richtung im Gang. (Ja, kann ich mir vorstellen …)

Solange das nicht bewiesen ist, steht da sicher nichts drin. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, wie das vom moralischen Standpunkt aussieht: Sollte man so etwas (immerhin macht Nikotin auch nett abhängig) wirklich empfehlen? Speziell eben nicht als Nikotinersatztherapie (also für Leute, die schon abhängig sind?).

Jetzt habe ich das gefunden:

Anhand einer Studie die im Januar 2012 im Neurology® veröffentlicht wurde könnten Nikotin Pflaster täglich angewendet die Gedächtnisleistung bei beginnender Altersdemenz verbessern. In früheren Studien wurde schon eine Verbesserung in Aufmerksamkeit und Gedächtnis gesehen bei Leuten mit Alzheimer.

Die Studie ist nicht sehr gross: 74 Personen mit einem Durchschnittsalter von 76 und mit leichter Beeinträchtigung des Gedächtnisses. Alles Nicht-Raucher. Die Hälfte bekam 15mg Pflaster täglich , die andere ein Placebopflaster.

Nach 6 Monaten gewannen die mit Nikotin behandelten Patienten 46 Prozent der für das Alter normalen Leistungen im Langzeitgedächtnis zurück, während es in der Kontrollgruppe zu einer Verschlechterung um 26 Prozent kam. Das bedeutet: die Studie zeigt starke Hinweise und ist eine Rechtfertigung für weitere Forschung in diese Richtung.

Es gibt auch eine Theorie, weshalb das so ist: Nikotin stimuliert auch Acetylcholin-Rezeptoren im Gehirn, die gebraucht werden für Gedankenbildung und Gedächtnis. Leute mit Alzheimer verlieren manche dieser Rezeptoren.

Trotzdem:

„Leute mit mildem Gedächtnisverlust sollten nicht anfangen zu rauchen oder Nikotin-Pflaster zu verwenden, da das Rauchen schädliche Effekte hat und ein Stoff wie Nikotin nur unter Aufsicht eines Arztes angewendet werden sollte.“

Für Leute ohne Gedächtnisverlust ist eine Verbesserung des Gedächtnisses anscheinend sogar widerlegt. Ausserdem führen die Pflaster bei vielen der nicht an Nikotin gewöhnten Personen zu Übelkeit und Schwindelgefühlen (wie nach dem Rauchen der ersten Zigarette).

Also ich finde das zwar interessant, aber nichts, was ich im Selbstversuch ausprobieren muss. Vor allem nachdem es auch frühere Untersuchungen gibt, die zeigen, dass Nikotin (zumindest bei Rauchern) das Gedächtnis eher verschlechtert … Vielleicht ist es auch ein Problem der Dosierung oder des Schwankenden Blutspiegels des Nikotins?

Mit dem Auto in die Apotheke (die andere Variante)

Hoppla! In Breitenbach, Solothurn ist heute eine Lernfahrerin mit dem Auto in der Apotheke gelandet. Eigentlich wollte sie nur davor parken, dann hat sie die Kontrolle über das Fahrzeug verloren.

Verletzt wurde zum Glück niemand, aber der Schaden beträgt ein paar 10’000 Franken.

Quelle: Kantonspolizei Solothurn.

Wer wissen will, wie die Apotheke sonst aussieht, schaue hier.

Lachen – 25mg

Webfundstück.

Apotheken in aller Welt, 212: Stuttgart, Deutschland

 

Mein Calcium

Kundin in der Apotheke zur Pharmaassistentin (PA): „Ich brauche Medikamente von meinem Dauerrezept“

PA: „Wie ist der Name?“

Kundin: „Frau Osteo“

PA (ruft Dossier auf): „Ok, welche Medikamente brauchen sie?“

Kundin: „Das Calcium“

PA: (sucht im Patientendossier): „Hmmm, da haben sie nichts auf dem Dauerrezept …“ (sucht weiter) „und ich sehe auch in den letzten 3 Monaten nicht, dass sie welches gehabt haben …“

Kundin (aufgeregt): „WAS? Ich habe dieses Calcium jeden Monat geholt. Holen sie die Apothekerin!“

PA holt mich dazu und sagt: „Ich kann nichts finden, habe ich es übersehen?“

Die nächsten 2 Minuten gehe ich durch die Medikamente in ihrem Dossier auf der Suche nach Calcium … ich bin schon fast dabei ihr etwas rezeptfreies vorzuschlagen … da …  auf einmal kommt mir die Idee: „Meinen sie vielleicht das Alendronat?“

Kundin: „Ja, das Calcium, das ich jede Woche nehme!“

Pharmama: „Ok, ich habe es gefunden. Nur damit sie es wissen: das Alendronat enthält kein Calcium – aber es ist für die Knochen, da haben sie recht.“

Apotheken in aller Welt, 211: Basel, Schweiz

Danke vielmals an Andreas vom Blog http://klaeui-web.ch :

War eben am Samstag erst nach Ladenschluss an eine drive-thru Apotheke in Basel rangelaufen. Darum habe ich die Funktionsart nicht gesehen. Im Internet ist nur folgendes zu entnehmen:
“ Muss es mal schnell gehen oder schläft Ihr Kind gerade im Auto? Kein Problem, Sie können im Auto sitzen bleiben und wir bedienen Sie am Drive-In. Absolut Einzigartig in der Schweiz und sehr geschätzt von vielen Kunden. Gerne begrüssen wir Sie auch am Drive-In wenn Sie mit Ihrem Motorrad unterwegs sind. „
Eine Drive-through Apotheke. Brauchen wir das wirklich??

Alles für die Katze – oder?

Seit ein paar Jahren (seit 2005) dürfen die Apotheken in der Schweiz auch Tiermedikamente abgeben. Vorher hatten die Tierärzte das Monopol. Das ging soweit, dass wir nicht einmal die rezeptfreien Tiermedikamente bestellen konnten. Die Hersteller-Firmen und die Grossisten weigerten sich, das zu liefern. Dann beschloss die Wettbewerbskommission WEKO, dass das Monopol illegal wäre und das Tier (oder besser der Halter) auch hier das Recht auf einen freien Leistungserbringer habe – lies: er darf seine Medikamente für das Tier auch woanders beziehen als beim Tierarzt.

Ein paar Apotheken haben sich anschliessend auch auf Tiere und ihre Medikamente spezialisiert, entsprechende Weiterbildungen absolviert und arbeiten auch mit Tierärzten zusammen und haben Tiermedikamente an Lager. Wir gehören nicht dazu. Nur gelegentlich sehe ich ein Rezept von einem Tierarzt – meist dann, wenn der das Mittel nicht selbst an Lager hat.

Analog beim Menschen muss aber auch bei der Abgabe von Tierarzneimitteln einiges beachtet werden.

Wir müssen fragen:

  • für welches Tier ist es, wie alt? Welche Rasse? Gewicht?
  • Ist es ein Nutztier oder ein Heimtier? (Nutztiere unterliegen verschärften Bestimmungen, da Produkte von ihnen : Eier, Milch, Fleisch … als Lebensmittel verwendet werden).

Anhand dieser Angaben erstelle ich dem Tier ein Dossier mit seinen Informationen und den Medikamenten, die es bekommen hat.

Apotheker dürfen verschreibungspflichtige Arzneimittel für Tiere abgeben auf Rezept. – nur in begründeten Ausnahmefällen ohne (und als nicht-spezialisierte Apotheke mache ich das im Normalfall gar nicht).

Was rezeptpflichtig ist, kann sich aber von dem beim Menschen unterscheiden – das Wurmmittel Vermox zum Beispiel gibt es für den Mensch ohne Rezept, für das Tier aber nur mit. Impfungen und Impfstoffe gehen immer noch nur über den Tierarzt.

Humanarzneimittel sind nicht für Tiere bestimmt. Sie können in gewissen Fällen trotzdem angewandt werden, aber es muss erst abgeklärt werden, ob es kein Produkt gibt, das für das Tier zugelassen wurde, oder für eine andere Tierart …

Es gibt noch mehr Bestimmungen (speziell für Nutztiere) aber das lasse ich jetzt hier mal.

Soviel zur Theorie.

Jetzt zu dem, was das in der Praxis für Auswirkungen hat:

Es kommt in die Apotheke eine Frau mit 2 Kindern und will von mir Pred forte Augentropfen. Die sind Cortisonhaltig, Rezeptpflichtig. Liste A.

Frau: „Neiiin, das brauche ich nicht für mich, sondern für unsere Katze. Die hat einmal wieder eine Augenentzündung und das hilft im Normalfall sehr gut!“

Es ist (natürlich) Samstag und schlimmer noch – sie fahren morgen in die Ferien. Darum braucht sie das jetzt, damit die Nachbarin die Katze behandeln kann.

Pharmama: „Ich bräuchte dafür ein Rezept, auch wenn es für ein Tier ist.“

Frau: „Rezept? Nein, sowas habe ich nicht. Ich hatte es von der Tierärztin direkt …  Jetzt stellen Sie sich nicht so an, schliesslich ist das ja für die Katze und nicht für mich. Und ich kann ja nichts damit anstellen, oder? Woanders habe ich das schon problemlos ohne Rezept bekommen.“

Pharmama: „Ich bin aber nicht woanders. Ich halte mich an Vorschriften und rezeptpflichtig bleibt rezeptpflichtig. Aber … wenn ihr Tierarzt mir sagen kann, dass die Abgabe in Ordnung ist, dann bin ich bereit, ihnen das zu geben.“

Wiederwilligst rückt sie den Namen des Tierarztes heraus, den ich im Telefonbuch auch finde und anrufe. Er ist tatsächlich erreichbar und bestätigt mir auch, dass die Katze das von ihm schon einmal hatte – vor etwa 5 Jahren (!). Seitdem hat er sie nicht mehr gesehen. Von daher kann er nicht sagen, dass sie auch noch Kunde von ihm sind …

Das ist der Moment, wo ich das Telefon erst mal weiterreiche.

Nach kurzer Diskussion bekomme ich das Telefon wieder. Laut ihm darf ich das abgeben … mit der Auflage, dass die Frau und Katze nach den Ferien bei ihm vorbeikommen.

Die Frau nimmt das mehr schlecht als recht entgegen – O-Ton: „das kostet nur wieder Geld“ verspricht es mir aber gezwungenermassen. Ich kämpfe mich durch den Papierkram, danach bekommt sie es.

Übrigens: von wegen man kann „nichts anstellen“ mit den Augentropfen. Missbraucht werden sie schon nicht, aber Cortisonhaltige Tropfen falsch angewendet – zum Beispiel bei einer Augen-Infektion kann im schlimmsten Fall zur Erblindung führen. Aber es ist ja *nur* für die Katze.

die falsche Anwendung (16)

Eine Frau telefoniert und fragt ob das normal sei: „Jedesmal wenn ich ein Oestro Gynaedoron Zäpfchen einführe, muss ich nachher auf die Toilette und habe Stuhlgang!“


Nun, ich nehme an, dass das eine normale Reaktion ist … wenn man das Vaginalzäpfchen in den Darm statt die Scheide einführt.

Oy.

noch mehr Beispiele für die falsche Anwendung von Medikamenten hier.

mehr Batteriebetriebenes …

Vor 3 Jahren hatte ich schon einmal einen Post darüber, dass der Trend in Richtung geht Batterien in so ziemlich alles zu stecken (siehe: Batteriebetriebenes).

Das neuste: Tampons.

Ja, Tampons. Der Tampon vibriert, soll gegen Periodenbeschwerden helfen und ist für eine Einmal-Anwendung von 60 Minuten.

Was mir hier ein bisschen Bedenken macht (unter anderem 🙂 ist die Entsorgung:

Für eine fachgerechte Entsorgung von Tamia wird die Batterie separat recycelt; alle übrigen Teile können im Hausmüll entsorgt werden

Und *wer* fizzelt da danach die Batterie raus? Wo ist die überhaupt – oben oder unten?

Das hat mich etwas zum lachen gebracht: Wenn man „Tamia“ googelt, kommt dieses Video zuoberst:

So into you? passt.

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