Vor online-Apotheken sei gewarnt

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Weil stumbleupon im Moment ein neues feature probt, bei dem man nach Stichworten suchen kann, „stolpere“ ich im Moment von einer pharmacy-Website zur nächsten. Und ärgere mich über die vielen online-Apotheken, wo man angeblich „günstig und sicher“ auch rezeptpflichtige Medikamente (ohne Rezept) von Apotheken in Kanada (angeblich) bestellen kann.

Offenbar ist das Bedürfnis nach Potenzmitteln und Mitteln zum Abnehmen riesig. Jedenfalls wird hauptsächlich das beworben.

Dass diese Seiten sehr häufig nicht seriös sind ist mir klar, aber ….

Und dann sehe ich das hier:

Das von mir rot eingekreiste Zeichen dürfte zumindest den Schweizer Apothekern ein Begriff sein. Es ist das (alte) offizielle QMS-Zeichen, nämlich dass die Apotheke nach den aktuellen QMS Richtlinien operiert und erfolgreich vom schweizerischen Apothekerverein getestet wurde. (Siehe hier).

Was macht das auf der Seite einer „kanadischen“ online-Apotheke?

Die haben einfach etwas offiziell aussehendes gesucht, um zu zeigen, wie seriös sie sind. Fällt auch kaum auf, ausser man ist schweizer Apotheker … aber noch besser wird es, wenn man das Zeichen anklickt und zum „Zertifikat“ kommt:

Wahaahahah! Inklusive Schreibfehlern.

Die so professionell aufgemachten Seiten aus angeblich Kanada führen zu Bestellungen mit nachgemachten und oft gepanschten Medikamenten mit zweifelhaftem Inhalt aus Indien oder anderen Drittweltländern, die dann via Zwischenhändler verschickt werden. Im Prinzip ist das wie ein Glücksspiel: man weiss nie, was man genau bekommt.

Ich würde das sein lassen. Meiner Gesundheit zuliebe.

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Apotheken in aller Welt, 156: Göteborg, Schweden

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Und nochmals Daniela 🙂

Diese Apotheke in Göteborg gehört offensichtlich zu einer Kette, man sieht relativ häufig dieses „Apotek“ + Herz. Sie liegt an der Linnégatan, einer belebten Straße mit Kneipen und wunderschönen hohen Altbauten, in einer eher teureren Wohngegend.

Das nächste Bild zeigt eine weitere Kettenapotheke in Göteborg. Sie befindet sich am Kungstorget (Königsplatz)/ Ecke Vallgatan im Stadtzentrum. Ich war mir trotz des grünen Kreuzes zuerst nicht sicher, ob es sich wirklich um eine Apotheke handelt (in Deutschland nutzt man das grüne Kreuz ja kaum).

Oh, *da* hätte ich gar keine Probleme mit, in der Schweiz ist das grüne Kreuz usus.

Apotheken in aller Welt, 154: Oslo, Norwegen

Nochmals Daniela aus Thüringen (der wir auch schon Apotheken aus Peking und Irland verdanken):

Die 2. Apotheke zeigt eine Art Filiale der Kette „Vitus Apotek“, in einer Eingangshalle des Osloer Bahnhofs. In DE muss jede Apotheke ein Labor bzw. einen Rezepturbereich (den seltenen Fall der Zweigapotheke ausgenommen) besitzen, das ist hier wohl eher nicht möglich. Man beachte das abstrahierte Logo von Mörser und Pistill.

Apotek 1 Sfinxen an der Kirkeveien (Kirchstraße) in der Nähe des bekannten Vigeland-Skulpturenparks. Namentlich abgestimmt mit einer Sphinx über dem Eingang. Das runde Bullaugen-Schaufenster ist sicher unpraktisch zum dekorieren…

Dass eine Apotheke auch ein Labor/Rezepturbereich haben muss, ist auch bei uns so. „Halbe“ Apotheken darf es vom Gesetz her nicht geben.

Dass sie die auch nimmt ….

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Frau mit Rezept vom Spital ausgestellt für ihre Mutter.

Frau: „Meine Mutter ist erst gestern aus dem Spital entlassen worden. Ich bringe ihr die Sachen und schaue, dass sie sie auch nimmt.“

Pharmaassistentin: „Das ist aber nett von ihnen!“

Die Pharmaassistentin richtet ihr die Medikamente vom Rezept und schreibt sie an, die Apothekerin kontrolliert sie …

Im Herausgehen meint die Frau noch: „Jetzt hat sie gestern und heute noch keine Medikamente gehabt – aber wenn ich nach Hause komme, bekommt sie gleich alle Tabletten aufs Mal von mir!“

…. man glaubt gar nicht, wie schnell die Apothekerin, die das mitbekommt ihr nach-rennen kann …

Apotheken in aller Welt, 153: Oslo, Norwegen

Daniela aus Thüringen schickt uns diese Bilder aus Oslo:

Die 1. Apotheke ist die Schwanen-Apotheke, die an einer Art Passage zwischen Karl Johans Gate, der bekannten Osloer Fussgängerzone, und Stortorvet („Großer Platz“) liegt. Leider mit Mülltonnen und es war auch noch Sonntag deswegen war die Apotheke geschlossen. Die Innenausstattung finde ich ziemlich gelungen.

 

Sie hat auch einen sehr schönen Schwan über der Uhr!

Überraphunk …

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Älterer Kunde kommt sein bestelltes Medikament abholen – leider hat er den Abholzettel zuhause vergessen.

Ich frage ihn also nach seinem Namen um es herauszusuchen und … er kämpft wirklich mit den Worten, nein, den Lauten … ich schaue ihn an, dann realisiere ich, woran es liegt: sein Gebiss ist am rausfallen!

Schliesslich gibt er es auf, zieht die Zahnprotese aus dem Mund und sagt (jetzt verständlich) „Schneider Friedrich *… das Ding ist neu … und ich komme damit noch nicht so zurecht!“

🙂 

*wie immer sind alle Namen geändert. Ähnlichkeiten wären rein zufällig und weder beabsichtigt noch real.

Ärztemuster – nicht im Handel erhältlich

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Auf dem Rezept der Frau vom Hautarzt: „1 OP Antidry Mandelöllotion“

Ich gebe der Frau die Packung. Am nächsten Tag kommt sie zurück: „Das ist nicht das, was der Arzt geschrieben hat.“
Ich suche noch mal das Rezept heraus – da steht genau das drauf, was ich abgegeben habe.

Frau: „Aber vom Arzt habe ich ein Muster bekommen – und das war eine andere Lotion. Auch mit Mandelöl, aber leichter.“
Ich suche im Computer – da gibt es keine andere Mandelöllotion von Antidry. Die „Calm“ ist es laut ihr genausowenigwie die Sonnensachen. Auch im Internet finde ich keine Info.

Die Frau geht nach Hause und holt die Musterpackung.
Tatsächlich. Da steht drauf: „Antidry Bodylotion extra mild mit Mandelöl.“ Das Fläschchen ist hellblau. Unsere ist rosarot.
So etwas.
Ich rufe bei unserem Lieferant an und frage danach – die kennen das auch nicht.
Sehr seltsam.
Ich rufe dem Hersteller an – der kann mir das dann erklären.

Die hellblaue Packung hat nach dem Hersteller eine ähnliche Zusammensetzung wie die normale rosarote – aber es ist nicht dasselbe. Diese leichte Lotion ist aber nicht im Handel erhältlich.

Ja, wie? Warum machen sie die dann und der Arzt verteilt Muster davon?

Die Sache stellt sich dann so dar: Der Arzt bekommt von der Firma Muster der Lotion (der normalen) zum Abgeben. Die sind aber gesetzlich von der Menge her limitiert. Um diese Beschränkung zu umgehen stellt die Firma diese anderen Muster her – auch zum Verteilen.

Was für einen Sinn macht das denn?
Ich hätte der Frau das gerne besorgt, aber es ist nicht möglich: die hellblaue Lotion gibt es nicht für den Handel und Vertrieb. Sie wollen nicht einmal mir als Apotheke ein paar Muster schicken. Die einzige Möglichkeit ist, wenn der Arzt noch ein paar hätte.

Na, Danke.

Merke …

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Merke: Wenn ein hypochondrisch veranlagter Patient morgens in die Apotheke telefoniert um eine harmlose Frage zu stellen, dann sei darauf vorbereitet, dass der Arzt dieses Patienten uns später 3 Rezepte zufaxt und der Patient beim Abholen ebendieser unglaubliche Fragen über seltene Nebenwirkungen stellt, die ihm garantiert passieren – da er ja eine so angeschlagene Konstitution hat.

Das alles passiert natürlich um die Mittagszeit, wo Hauptbetrieb ist und weniger Personal.

😦

Wie angemerkt wurde, ist das eigentlich ein typischer Fall von Murphys law – das sollte ich in meine Sammlung Murphys Law in der Apotheke aufnehmen …

Die Ente bleibt draussen! – vielen Dank, Loriot

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Ich denke, die meisten haben es schon mitbekommen: Vicco von Bülow aka Loriot ist am 22. August gestorben. Auch wenn ihn die Generation heute nicht (mehr) so kennt – seine Sketche und Zeichnungen werden bleiben.

Vielen Dank Loriot für die Lacher, die Du uns beschert hast.

Danke für die Steinlaus, für „früher war mehr Lametta“, für „ein Klavier, ein Klavier“ und für „Sie haben da etwas.“ und noch viel, viel mehr.

Die Welt ist ein bisschen ärmer geworden ohne Dich.

Krankenkassen-Werbeanrufe: auf der Suche nach den „guten Risiken“

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In den letzten 2 Wochen habe ich zuhause wieder mindestens 3 Anrufe von Krankenkassen (respektive deren Makler) bekommen.

Und das obwohl eigentlich seit dem 1. Juni diese Jahr damit weitgehend Schluss sein sollte.

Seit dem Tag gilt nämlich der Verhaltenskodex der Santesuisse (das ist der Zusammenschluss der Schweizer Krankenversicherer), der besagt, dass „telefonische Kaltaquise“ für die Grundversicherung nicht mehr erlaubt ist. Das heisst sie dürfen am Telefon keine Grundversicherung mehr anbieten. Erlaubt bleiben „nur“ Beratungen für eine Zusatzversicherung. Zudem dürfen Krankenkassen auch keine Versicherten anrufen, die in den letzten fünf Jahren nicht Kunden bei ihnen waren.

Gemacht wurde das Ganze, weil damit verhindert werden soll, dass die Kassen Geld für Telefon-Werbung und Makler ausgeben. Am Anfang hätte daraus ein Gesetz werden sollen, aber die Krankenkassen konnten das mit diesem „Verhaltenskodex“ noch abwenden.

Es sieht nicht so aus, als ob das irgendetwas gebracht hat.

Vielleicht auch, weil der Kodex so viele Ausnahmen zulässt: Wenn ich (oder jemand von der Familie) in den letzten 5 Jahren Kunden waren bei der Kasse dürfen sie trotzdem anrufen. Ebenso, wenn es „nur“ um die Zusatzversicherung geht.  Und dann gibt es natürlich die Kassen, die nicht bei der Santesuisse Mitglied sind- allen voran die Assura, aber auch die Helsana etc.

Jedenfalls: Sie nerven weiterhin. Bei mir waren es die Visana, die Groupe mutuel und die Assura.

Was mache ich jetzt dagegen?

Herausfinden, was der Anrufer will und bei einem Verstoss das melden. Das geht per Meldeformular hier. Die Meldung geht allerdings an die Santesuisse – die bisher offenbar noch nicht viel Grund sieht, da ernsthaft einzuschreiten …

Oder:

Eine bestehende oder fiktive chronische Krankheit angeben – das sind für die Kasse „schlechte Risiken“ – weil sie da mehr Geld hinlegen müssen als reinbekommen, das wollen sie nicht, also hat man zumindest von der Kasse/dem Maklerbüro Ruhe.

Oder:

Wenn man Zeit hat: Zurückfragen mit dem „Gegenskript“ – Ausdrucken, neben das Telefon legen und auf den nächsten Anruf warten …ich kann mir vorstellen, dass das Spass machen kann.

Oder:

Anrufe von Telefonnummern, die man nicht kennt, nicht annehmen und nicht gelistete Anrufe sperren lassen (bei swisscom: Hörer abheben > * drücken > 99 eingeben > # drücken.  Einschaltbestätigung abwarten > Hörer auflegen.)