Waaas ist da drin??

Kundin: „Ich brauche etwas gegen harte Hornhaut an den Füssen.“
Drogistin: „Da kann ich ihnen diese Hühneraugentinktur empfehlen …“
Kundin: „Hat es da etwas vom Huhn drin??“

Nein, hat es nicht. Genauso wenig wie im Tiger Balsam Tiger drin ist.

Aber es gibt andere Produkte, die tatsächlich tierisches enthalten (oder enthalten haben).

zum Beispiel:


Hirschtalgbalsam von Scholl – die fettende Salbe für die Füsse enthält wirklich adeps cervinus. Anscheinend fettet das länger als Vaseline.

Nerzölshampoo – von  Klorane. Inzwischen ausser Handel, aber vorher habe ich mal angerufen und gefragt. Es enthielt wirklich Nerzöl. Keine Ahnung wie das gewonnen wurde, aber für die Nerze dürfte das nicht angenehm gewesen sein.

Maniwell – enthält  Purcellin, das Fett vom Pürzel der Ente als Spreitmittel – also, dass die Handcreme besser verteilbar ist und auch leicht wasserabstossend.

Einige andere Produkte enthalten Proteine aus Milcheiweiss oder Rinderfett oder Gelatine, ausserdem Seidenproteine – nur für die, die es noch nicht wissen: Seide kommt vom Kokon der Seidenraupe.

Kosmetika enthält gelegentlich ganz erstaunliche Sachen, siehe hier.

 

21 Kommentare zu „Waaas ist da drin??

  1. Also die Seidenproteine wurden uns in der Türkei bei der Teppichweberei-Führung anders (und wesentlich unappetitlicher) erklärt:
    Um der Seidenraupe ihren Kokon abfädeln zu können, wird er gekocht. Nach dem Abfädeln bleiben die gekochten Raupen übrig – und *die* sind ja auch aus Eiweiß. Im Raupenmatschhaufen wühlender Guide: „Wenn die Käufer von Shampoos wüssten, dass das hier die Seidenproteine sind…“

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  2. Der rote Farbstoff im Campari kommt von einer Blattlaus. Haben sie uns auf Lanzarote mal erzählt (und auch eine Laus gezeigt).

    War es nicht früher so, dass ein Impfstoff einen „Stoff“ von einem Affen hatte. Bilde mir ein, sowas gelesen zu haben.

    Manchmal ist es besser NICHT zu wissen was wo drin ist. Sonst würde man auf den Konsum (ob jetzt zum Einnehmen oder sonstige Verwendung) verzichten. Meine Meinung

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    1. Das ist die Conchenilleschildlaus, die den roten Farbstoff liefert. Ein preisgünstiger Ersatz ist das Conchenillerot A, ein Azofarbstoff, der aber umstritten ist, da er wohl gesundheitsschädlich sein soll.

      Manchmal wundert man sich, was alles so in den Lebensmitteln drin ist….

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  3. auch der Tote Hund enthält lediglich Kekse (keine Hundekuchen ;-) ) und Schokolade.
    Trotzdem vielen Dank für diesen ineressanten Einblick.
    Weiteres Beispiel (aus einem anderen Bereich): Ein Zitronenfalter faltet auch keine Zitronen :-D #Kalauermodus AUS#

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  4. Super, dankeschön für diese tolle Info – das habe ich wirklich nicht gewusst. Ich habe mir auch gleich mal den Link zu den Kosmetika angesehen und bin niedergebrochen vor Lachen. :lol:
    Liebe Grüße, Martina

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  5. Mir wollte auf ner Pharmamesse mal jemand Kolostrumkapseln zum Probieren anbieten wie man sie auch für seine Apotheke erwerben kann, weil „so gesund“.
    Gottseidank hab ich nachgefragt: Es handelt sich dabei um Kapseln aus Kuh-Biestmilch, der Milch, die direkt nach der Geburt von der Kuh abgesondert wird. Eine schleimige, dickflüssige, gelblichfarbige Vormilch, die manchmal auch mit Blut versetzt ist. Bäh… ;-)

    Cool finde ich auch die allseits beliebten homöopathischen Euphorbium Nasentropfen, die vor einigen Jahren noch u.a. „Mucosa nasalis suis“ enthielten, also auf deutsch: Schweinerotz. ;-)

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    1. Raaaah, das musste ich gleich mal nachschauen – das ist tatsächlich da drin! Immer noch!!

      Und nicht zu vergessen die Pertudoron Hustentropfen von Weleda mit …. Stinktier.

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      1. Du weisst doch: Was normalerweise Schnupfen verursacht, kann potenziert…
        Similia similibus currentur! ;-)

        Dürfte Nosodentherapie sein…

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      2. Wir hatten mal was ähnliches… diverses, was in der deutschen Taxe mit Ney… anfängt. Enthält im wesentlichen „püriertes Kalb“ (O-Ton Kollegin)
        Nicht ganz so eklig, eher kurios: „Ultima ratio“ (allein der Name!) – einmal quer durchs Periodensystem. Scheints leider nicht mehr zu geben.

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    1. Iiihhhh!! Noch ein Grund, wieso ich Homöopathie nicht ab kann! Dann doch lieber etwas Berliner Mauer in hohen Potenzen…
      Aber die Kollegen der „Chemischen“ sind da auch nicht wirklich besser: Bei Fostimon ist der „Inhaltsstoff“ auch nicht von schlechten Eltern; es sird aus dem Urin schwangerer Chinesinnen gewonnen! Bei Choriomon und Merional das selbe in grün. Pregnyl: Urin schwangerer Brasilianerinnen.

      Und die Verdauungs-Enzyme; damit will ich gar nicht erst anfangen…

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      1. Bei den von Dir angesprochenen und von der SwissMedic zugelassenen Medikamenten handelt es sich um Hormone, die man Frauen gibt, die aufgrund eines Hormonmangels keine Kinder kriegen können.

        Sowas kann man entweder über gentechnisch veränderte Zelllinien erzeugen (beispielsweise über CHO-Zellen, also Zellen aus dem Eierstock des chinesischen Hamsters (Chinese Hamster Ovary)) oder eben aus der Quelle selbst, also aus dem Menschen.
        Gentechnische Herstellung rentiert sich aber kostentechnisch erst ab einer gewissen Menge, ansonsten ist das einfach zu teuer.

        Der Urin wid übrigens benutzt, da diese Hormone halt über die Niere ausgeschieden werden, so dass man den Spenderfrauen nicht umständlich Blut abnehmen muss.
        Der Urin wird dabei sterilfiltriert und anschliessend weiter aufbereitet, so dass am Schluss nur die Hormone übrig bleiben.

        Vor 20 Jahren gabs z.B. auch bei Insulin noch keine Zelllinien, mit denen man Insulin künstlich herstellen konnte, das Zeug hat man damals aus der Bauchspeicheldrüse von frisch geschlachteten Kühen und Schweinen gewonnen und ebenfalls appliziert.

        Die meisten heutzutage erhältlichen Impfstoffe werden immer noch in Hühnereiern gezüchtet.

        Kann man natürlich eklig finden, persönlich finde ich es nicht…

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  6. Meine Großmutter hat früher Schewedenbitter nach einem alten Rezept für die Familie zubereitet, dass Zeug wurde nur eingesetzt wenn man es wirklich gebraucht hat weil es so abscheulich schmeckte.
    Die Zubereitung (etwa 1x im Jahr) war immer eine größere Aktion weil Zutaten von mehreren Apotheken bestellt werden mussten.
    Vor ein paar Jahren hab ich dann rausgefunden was da immer so schwer aufzutreiben war: Bibergeil und Theriak (aus unterschiedlichen Gründen)

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  7. Adeps marmotae gibt’s auch noch – Murmeltierfett. In Salben erhältlich im Berner Oberland oder auf Wunsch (wenn man das Fett mitbringt) auch in gewissen Apotheken in Basel.

    Eine Mitarbeiterin hat vor einigen Jahren mal eine Pubmed-Suche dazu gemacht und kam zum Schluss, dass an der entzündungshemmenden Wirkung tatsächlich etwas dran sein könnte, denn im Fett sind Korikoide zu finden. Ob’s wirklich das ist, oder einfach das Einmassieren und oft anschliessende Fixieren, das bleibe dahingestellt.

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