Apotheken in aller Welt, 61: Singapur

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Noch ein Post von Sandro aus S. (*wink!*)

Wir haben in Singapur noch eine Apotheke fotografiert (das ganze Haus hätten wir nie aufs Foto gebracht) und einen Schaufensterausschnitt …

Wenn man genau hinschaut, dann sieht man, dass das ganze Schaufenster … voll ist mit …. Kondomen ?!?!

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Alt und Neu: Valium

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Noch ein Fundstück aus der Retourenkiste:

Ah, Valium gab es früher (wieviel früher weiss ich leider nicht) also auch im Döschen, nicht im Blister. Interessant: die Tabletten sind dieselben geblieben – eine kann man noch knapp unten im Glas-fläschchen erahnen.

„die Pille“ und Wechselwirkungen

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Orale hormonelle Kontrazeption (OC) – oder „die Pille“ ist die am häufigsten gebrauchte Verhütungsmethode.

Es gibt noch andere Verhütungsmethoden: Vaginalring. Hormonpflaster, Östrogenfreie Ovulationshemmer, Kupferspirale, Hormonspirale, Minipille, Dreimonatsspritze, Hormonimplantat, Kondome, Pille danach (letzteres nur als Notfall).

Die Wirksamkeit oraler Kontrazeptiva ist bei korrekter Anwendung mit einem Pearl Index < 1 sehr viel höher als die anderen Verhütungsmethoden.

Trotzdem kommt es gelegentlich zu „Versagern“, einerseits, wenn sie nicht richtig genommen werden, andererseits, wegen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten – und an diese muss man denken – wir in der Apotheke, aber auch die Patientin selbst, die die Pille oder eine andere hormonelle Verhütungsmethode verwendet:

Diese Interaktionen sind wesentlich bei Oralen Kontrazeptiva, Hormonimplantaten, Pflaster und Vaginalring:

Antibiotika, Chemotherapeutika, Antimalariamittel:
Diese sind verantwortlich für viele ungewollte Schwangerschaften.
Sie beeinträchtigen die Wirkung der Verhütung, wobei  der Mechanismus nicht restlos geklärt. Störung des enterohepatischen Kreislaufs, und wenn sie Durchfall machen (eine häufige Nebenwirkung) ist die Aufnahme in der Körper gestört.

Bei Antibiotika-Therapie ist neben der „Pille“ eine zusätzliche Anwendung nichthormonaler Methoden für die Zeit der Anwendung, sowie bis zu (7-) 14 Tagen danach zu empfehlen.

Probleme machen:

  • Penicilline (Amoxicillin, Pieperacillin, Benzylpenicillin, Phenoxymethylpenicillin, Flucloxacillin, Clavulansäre, Tazobactam)
  • Tetracycline (Doxycyclin, Minocyclin, Demeclocyclin,Lymecyclin, Tigecyclin)
  • Cephalosporine (Cefaclor, Cefazolin, Cefuroxim, Cefamandol, Cefotaxim, Ceftriaxon, Cefixim, Ceftibuten, Cefpodoxim, Ceftazidim, Cefprozil, Cefepim, Ceftobiprol)
  • Chloramphenicol
  • Sulfonamide (Sulfadiazin, Sulfamethoxazol – Cotrimoxazol, Sulfasalazin)
  • Nitroimidazole (Metronidazol, Ornidazol, Tinidazol)

Bei Makrolid AB (Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin, Roxithromycin, Spiramycin) ist die Datenlage nicht restlos geklärt

Tuberkulostatika
Rifampicin (zusätzlich noch Enzyminduktion, also werden die Hormone schneller abgebaut)

Antimykotika:
Griseofulvin

Antidepressiva:
Imipramin: (auch wegen Verstärktem Abbau)

Antihistaminika
Cimetidin– (auch wegen Verstärktem Abbau)

Antiepileptika:
Sind Enzyminduktoren (CYP3A4) und erhöhen den Abbau der Steroide in der Leber und im Gastrointestinaltrakt. Verminderter kontrazeptiver Schutz.

Müssen diese genommen werden, muss eine Barriere-Methode zur Verhütung bis 28 Tage nach Absetzen angewendet werden. Das ist wegen der Dauer-anwendung oft nicht möglich, dann kann man als Alternative eine Pille nehmen mit höherem Östrogengehalt. Oder ein anderes Antiepileptikum wählen.

Wirksamkeit der Pille vermindert bei: Carbamazepin, Phenobarbital, Primidon, Phenytoin, Oxacarbazepin, Felbamat, Topiramat(?).

Wirkung nicht beeinträchtigt bei: Valproat, Gabapentin, Levetriacetam, Lamotrigin, Tiagabin, Vigabatrin

Johanniskraut und Kontrazeptiva
Ein bisschen ein Streitthema, ob das jetzt wirklich einen Einfluss hat. In der Kombination traten vermehrt Zwischenblutungen auf. Abnahme der kontrazeptiven Wirkung ist wahrscheinlich.
Also: andere kontrazeptive Massnahmen (andere Verhütungsmittel wie Kondom, Spirale etc) oder andere psycho-pharmakologische Massnahmen (andere Therapie der Depression).

Und dann gibt es noch andere Einflüsse, die die Wirksamkeit der oralen Kontrazeptiva herabsetzen:

Magenetzündungen, Darmentzündungen, Zöliakie, Morbus Crohn, Mukoviszidose
Schädigen Magen- und Darm-Schleimhaut, Verringerte Resorption, verringerte Serumspiegel

Durchfall, Erbrechen: Verringerte Aufnahme im Darm, verringerte Serumspiegel

Starkes Untergewicht, Kohlenhydratarme und proteinreiche Diät – führen zu erhöhter Aktivität der P450 Enzyme, also stärkerem Abbau der OC

Rauchen: Induktion der P450 Enzyme

Alle Angaben ohne Gewähr…  Habe ich noch etwas vergessen?

Apotheken in aller Welt, 60: Münster, Deutschland

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Und diese gemütliche, kleine Apotheke schickt uns Ulf:

Tach!
Hier ist unsere Stammapotheke, wo man uns beim Namen kennt und wir keine Abholzettel mehr brauchen, wo die Menschen immer sehr freundlich und zuvorkommend sind und immer ein freundliches Wort und einen Gruß an den Partner auf den Lippen haben.
Es ist die Kreuzapotheke Münster, im Kreuzviertel, einer schönen Gegend mit einigen Jugendstilhäusern.
Kleine Info für alle, die es noch nicht wissen: In Münster wurde mit dem Westfälischen Frieden 1648 der 30jährige Krieg beendet. Dabei bekam die Schweiz endlich ihre volle staatliche Souveränität! 🙂

Und Danke für den Geschichtsunterricht 😉 – ich glaube das musste ich tatsächlich auch mal lernen …

Aber im Internet ….

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Wieso schätzen die Leute den Rat des Internets über dem des Arztes ein?

Da hat jemand Fieber und einen Ausschlag, von dem sein Arzt ihm gesagt hat, es sei von einem Virus. Und er soll zuhause bleiben, viel trinken und Zyrtec nehmen, wenn es ihn fest juckt.

Nein, sie haben keine tropische Krankheit wie Gelbfieber, auch keine Lyme Disease, nein, wahrscheinlich auch kein Scharlach. Und jetzt gehen sie nach Hause und machen das, was der Arzt ihnen geraten hat, ja?

 

Mund oder Nase?

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Eine Frau hätte gerne etwas gegen die Erkältung von ihrem Mann. Ich frage nach seinen Beschwerden.

Sie beschreibt ein „Pfeifen beim Ausatmen.“

Ich versuche herauszubekommen ob das ein Problem ist, das von der Erkältung herstammt oder vielleicht in Richtung Asthmatisch geht und stelle ein paar Fragen. Unter anderem:

Pharmama: „Wenn es pfeift … atmet er dann durch die Nase oder den Mund?“

Frau: „Durch den Mund natürlich, alle atmen durch den Mund!“

Pharmama: „Nein, ich zum Beispiel bin ein ausgesprochener Nasenatmer, ich atme eigentlich wirklich nur durch den Mund, wenn die Nase so zu ist, dass es gar nicht anders geht.“

– etwas, was dann vor allem bei Erkältungen toll ist. Das Gefühl keine Luft zu bekommen und durch den Mund atmen zu müssen finde ich nicht angenehm.

Aber nachdem sie so entrüstet reagiert hat, will ich doch gerne von Euch wissen: atmet ihr normalerweise durch die Nase oder durch den Mund?

Apotheken in aller Welt, 59: Wien, Österreich

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Iris aus Mitteldeutschland schickt uns dieses Prachtstück einer Apotheke:

Hallo Pharmama,
hier eine „engelhafte“ Apotheke aus Wien! An dieser Apotheke hat der Jugendstil, besonders Klimt, seine Spuren hinterlassen… 😉

Die Apotheke zum weissen Engel hat sogar einen Wikipedia-Eintrag

Das geht andern sicher auch so

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Pharmama: „Haben sie irgendwelche Allergien?“
(sehr junger) Kunde: „Keine. Aber ich mag Brokkoli und Rosenkohl nicht besonders.“


Sorry, für den kurzen und späten Post – aber WordPress hat im Moment scheints ein paar heftigere Macken – jedenfalls sehe ich die Seite (eigentlich alle) im Moment nur im Grundgerüst. Mühsam

Alt und Neu, 5: Sanalgin

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Eine echte Rarität! 🙂

Kein Verfalldatum zu finden auf der alten Packung (links), allein das sagt schon etwas aus über das Alter.

Die Inhaltsstoffe sind auch nicht mehr die gleichen. Das alte Sanalgin enthielt eine Mischung aus Dimethylaminoantipyrin (gar nicht mehr als Humanarzneimittel zugelassen), Phenacetin (seit 1986 nicht mehr im Handel wegen seiner Nierenschädigung) und Coffein – das neue Sanalgin N enthält die (nierensichere) Weiterentwicklung von Phenacetin: das Paracetamol und (immer noch) Coffein.

Ganz toll fand ich auch die Innenansicht des Medikamentes: Nix Blister, Nix Luftdicht. Die unförmigen Rondellen neben den Tabletten sind übrigens Watteteile, damit die Tabletten nicht so herumrutschen.

Hinten auf der Packung stand übrigens:

„Schmerzmittel sollen dauernd oder in höheren Dosen nicht ohne Befragen des Arztes eingenommen werden.“