Archiv für den Monat Oktober 2010

Kürbis schnitzen

Kürbisse gehören für mich einfach zum Herbst – knallorange hellen sie mir noch manchen trüben Herbsttag auf.

Ausserdem: man kann sie essen (als Suppe mit Kokosmilch ein Genuss!) und Lampen kann man auch noch draus machen.
Darum schnitzen wir auch dieses Jahr wieder ein paar Kürbisse. Das ist ganz einfach:

1. Man nehme einen Kürbis (oder zwei, oder drei)

2. Man schneide einen Deckel heraus und entnehme das ganze Innengeschludder (die Kerne könnte man sammeln, waschen, rösten und essen)

3. Man schnitze Gesichter in die Kürbisse (das überlassen wir den scharfen Messern wegen aber besser Mama)

4. Man setze ein Teelicht hinein und zünde das an:

Fertig!

Die beiden stehen heute Nacht (Allerheiligen) bei uns im Fenster – damit die Geister auch wissen, wo sie hinsollen.

Schönen Allerheiligen / Halloween / Samhein Euch allen!

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Quicky (15)

„Dieses Dulcolax hat mir Durchfall gemacht – ich möchte mein Geld zurück!“

 

Dulcolax nimmt man bei Verstopfung – dementsprechend könnte man auch sagen: es hat gewirkt! Für das gibt es kein Retourgeld.

Nur eine einzige.

Älterer Mann in der Apotheke: „Ich brauche Nitroglycerin, die roten Kapseln zum auf die Zunge legen. Aber ich habe kein Rezept mehr.“

Ich kläre erst mal die Umstände ab. Einen Anfall hat er jetzt grad nicht, es ist mehr, dass er sie dabei hat. Nachdem ich mit ihm alles durchgegangen bin, was es für eine Abgabe ohne Rezept braucht, hole ich die Schachtel heraus.

Mann: „Ich brauche aber nur eine Kapsel.“
Pharmama: „Ich kann ihnen nicht einfach nur eine Kapsel verkaufen. Nur die ganze Packung.“
Mann: „Ich brauche aber keine ganze Packung, ich habe zuhause noch ein paar Kapseln.“
Pharmama: „…“ Schulterzucken und warte, bis er sich entschieden hat.

Was soll ich tun? Angebrochene Packungen kann ich nicht mehr verkaufen und so oft kommt ein Notfall nicht vor, dass ich das vor dem Ablauf  aufbrauchen werde.

Mann: „Ich bekomme sie nicht?“
Pharmama: „Entschuldigen sie … nur zum Preis der Packung.“
Mann: „Dann halt nicht.“
Und geht.

Ummm … war wohl doch nicht so wichtig?

Pay it forward

In die Apotheke kommt eine Grossmutter, die auf die Enkel-Kinder aufpassen muss und sie braucht dringend Medikamente von dem Rezept. Sie hat aber keine Krankenkassenkarte dabei … und auch nicht genug Geld.
Wenigstens weiss Sie, welche Krankenkasse es sein sollte. – Ich habe dann die Pharmaassistentin geschickt, direkt bei der Kasse anzurufen, um zu versuchen Nummer und Deckung zu bekommen.

Während sie noch dabei ist, bietet eine ältere Frau, die das ganze am Rand mitbekommen hat an, die Medikamente zu bezahlen: „Ich bezahle das!“ und streckt mir ihre Kreditkarte hin.

Wow. Sie wollte nicht mal wissen, wieviel es macht.

„Das ist so lieb von ihnen … aber wir warten noch einen Moment, ich bin sicher, wir finden die Versicherung heraus.“
Das haben wir dann auch.

Aber … das war wunderbar … und verschönert einem den Tag. Es gibt noch liebe Menschen!

Unpopuläre Wissenschaft

Based on supercomplicated physical observations, Einstein concluded that two objects may perceive time differently.
Based on simple life experience, I have concluded that this is true.

„Basierend auf super-komplizierten physikalischen Beobachtungen hat Einstein gefunden, dass 2 Objekte Zeit unterschiedlich wahrnehmen.
Basierend auf einfacher Lebenserfahrung habe ich gefunden, dass das wahr ist.“

Wie wahr, wie wahr. Noch mehr (un)populäre wissenschaftliche Erfahrungen hier.

Einfach süss.

Dilemma

In die Apotheke kommt eine ältere Dame und kurz danach ein jüngerer Herr.
Auf dem Weg zur Theke überholt der sportliche Mann die langsamer dahinhumpelnde Dame, so dass er zuerst bei der Theke – und der Apothekerin (die im Moment alleine ist) ankommt.

– Wer ist zuerst dran?
(und was macht man gegen die ärgerlichen Blicke des anderen?)

Entweder – oder!

Der Patienten kommt zurück in die Apotheke, weil er verwirrt ist, wie er das Medikament jetzt nehmen muss.
Hier ist der Satz, der ihn verwirrt hat: (auf der Dosieretikette)

„Nehmen sie morgens und abends je 1 Tablette
entweder 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach dem Essen.“

Patient: „Was meinen sie mit 1 Stunde vorher oder 2 Stunden nach dem Essen?“
Pharmama: (Wie, was ich meine?) „Das bedeutet, sie nehmen die Tablette entweder 1 Stunde vor dem Essen oder aber 2 Stunden nach dem Essen. Das geht beides.“
Aber er war immer noch verwirrt.
Patient: „Ja, soll ich dann eine Hälfte der Tablette 1 Stunde vor und die andere Hälfte 1 Stunde nach dem Essen einnehmen?“
(Waaaah!)
Pharmama: „Nein, sie nehmen die ganze Tablette. Aber sie können aussuchen, ob sie sie 1 Stunde vor dem Essen oder 2 Stunden nach dem Essen nehmen wollen … Sie müssen einfach genug Abstand zum Essen einhalten, weil das Medikament sonst nicht so gut wirkt.“

Oh, meine Nerven.

Apotheken in aller Welt, 44: London, England

Svü von der Svuechiatrie schickt uns dies:

Da ich jetzt die Woche spontan nach London entführt worden bin… wollte ich mich auch mal beteiligen 😉
Leider sind die Bilder nicht so schön geworden wie erwünscht… und in dem ganzen Stress hab ich vergessen mir die Straßen aufzuschreiben… Beim 1. Bild handelt es sich allerdings um eine Kette die so über ganz London verteilt immer mal wieder auftaucht. Auch immer recht große Läden… und nie ohne Drogerie zu finden 🙂
Das zweite ist eine kleinere… so wie es aussieht auch keine Kette. Blau sind sie aber irgendwie alle gewesen 😀

Die erste ist die Riesenkette Boots, die es nicht nur in London, sondern in ganz England gibt. Wer kennt die zweite? Für mich sieht das aber irgendwie auch nach einer Kette aus.

Hab ich dich!

Der Lehrling der Drogerie kommt zu mir, um zu fragen, ob es ok ist, der Frau 2 Packungen Panadol Extra zu verkaufen.
Meine Anweisungen sind eigentlich die: Fragt, warum es mehrere Packungen sein sollen.
Ich finde, mindestens 1 offene Frage sollte gestellt werden. Aber es muss nicht diese sein.
Das geht auch: „Wieviel Tabletten davon nehmen sie täglich?“
Eigentlich erwarte ich eine Antwort im Sinn von “Oh, ich nehme sie nur, wenn ich sie brauche…“
Antwort der Frau: „3 Tabletten.“
Ich: „Täglich?“
Frau: „Ja.“
Ich: „Haben sie schon einmal davon gehört, dass Schmerzmittel, wenn man sie regelmässig nimmt, selbst Kopfschmerzen auslösen können?“
Frau: „Oh.“ (nachdenklich) „Nein.“

Die Fakten: 5-8% aller Kopfschmerzpatienten entwickeln eine Medikamentenabhängigkeit, Frauen sind davon 10x häufiger betroffen als Männer. Grundsätzlich können das alle Schmerzmittel machen, die mit Coffein oder Codein drin sind aber häufiger betroffen.
Die Theorie ist, dass bei regelmässiger Einnahme von Schmerzmitteln die Schmerzschwelle sinkt. Normalerweise nicht schmerzhafte Reize werden als Schmerz wahrgenommen und man nimmt noch mehr Schmerzmittel. Die Einnahme der Medikamente dämpft den Schmerz, er kommt aber immer wieder zurück.
Die einzig wirksame Behandlung ist der Medikamentenentzug – dass das nicht einfach ist, kann man sich vorstellen. Etwa 10 Tage lang kann man Schmerzen erwarten – und auch nachher wird man gelegentlich Kopfschmerzen haben (wegen dem hat man ja vermutlich auch angefangen die Medikamente zu nehmen) und muss sich hüten wieder in den Kreislauf reinzufallen.

Ich konnte die Frau (noch) nicht davon überzeugen, aufzuhören die Tabletten zu nehmen – aber zumindest habe ich sie nachdenklich gemacht – und sie wird sich hoffentlich weiter informieren.

Das ist soo falsch!

Arrgh.

Quelle: failblog

Alles oder nichts.

Ein Mann hält mir sein Rezept hin, aber als ich es nehmen will, hält er es fest und sagt: „Ich löse es nur ein, wenn sie alles hier haben.“
Pharmama: „Ok?“
Mann: (das Rezept festhaltend, als sei es ein Geldschein und ich auch) „Sonst nehme ich gar nichts!“
Er schaut mich intensiv an und wartet.

Pharmama: „Wenn sie mir das Rezept jetzt nicht geben, kann ich nicht nachschauen, ob wir alles haben.“
Mann: „Oh.“

Und lässt das Rezept endlich los.

Der Beruf Apotheker, anno 1946

Interessant zu sehen, was sich verändert hat und was gleichgeblieben ist. Ok, es ist ein Film aus Amerika (Chicago), aber … ich erkenne da soviel wieder, das hat bei uns kaum anders ausgesehen.

Heute ist nicht mehr so viel los mit der Eigenherstellung von Medikamenten in der Apotheke, wir selbst machen nur noch ein paar Salbenmischungen, Schütteltinkturen, Pudermischungen, Inhalationslösungen und selten Kapseln oder Zäpfchen. Es ist eine Kunst die langsam verloren geht – einerseits gibt es heute natürlich viel mehr Fertigarzneimittel, andererseits können auch immer weniger Ärzte solche Spezialmischungen richtig verschreiben.

Auch auffallend: einzig die Spitalapothekerin ist weiblich, der Rest der dargestellten Apotheker – sei es in der Offizin, in der Forschung, in der Registrierung … alles Männer. Heute ist das Verhältnis praktisch umgekehrt.

Fachwörter sind zu meiden (3)

Ich versuche einer Patientin zu erklären, dass sie „… mit dem Antibiotikum Doxycyclin nicht an die Sonne soll, weil …“
Die Patientin unterbricht mich: „Ja, ja, ich weiss schon. Ansonsten riskiere ich eine Photosynthese!“

Naja, knapp vorbei ist auch daneben.
– eigentlich meinte ich eine phototoxische Reaktion, also einen Sonnenbrand. Photosynthese ist das was Pflanzen machen um Energie aus Sonnenlicht zu gewinnen.

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Mehr Beispiele, warum man Fachwörter meiden sollte: hier und hier und auch hier.

Apotheken in aller Welt, 43: Augsburg, Deutschland

Bild und Beschreibung schickt uns Rose:

dann reihe ich mich mal in die Reihe ein.
Leider ist es keine Apotheke mehr, es ist jetzt ein Arzt drin. Das Bild von St. Michael und die Apothekenschrift sind aber noch vorhanden und gefallen mir sehr gut. Ach ja, fast vergessen: das Haus steht in Augsburg.

Sehr schönes Haus, nur schade ist es keine Apotheke mehr. Ob die Schrift wohl aus Denkmalschutzgründen noch dran ist? Und ob der Arzt wohl viele Kunden hat, die noch denken, es gäbe sie noch?

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