Archiv für den Monat Mai 2010

Mein Essen zahle ich selbst!

Was etwas seltsam tönt, ist eine Organisation, die den Einfluss der Pharmafirmen auf die Verschreibungsmethodik der Ärzte dämpfen will: MEZIS
Die Ärzte sollen sich von den Pharmavertretern nicht mehr zum Essen ausführen lassen oder Gutscheine, Geschenke, Ärztemuster von Medikamenten und ähnliches annehmen. Am besten sollen sie ganz auf den Besuch der Vertreter verzichten und ihre Informationen aus unabhängigen Quellen einholen.

Es ist nämlich schon so: Wir (alle) sind konditioniert, dass Geschenke und derartiges bei uns einen Gegenreflex auslösen, so dass wir versuchen etwas zurückzugeben. Das ist derart in uns drin, da kommen wir gar nicht drum rum.
Ausserdem versuchen die Vertreter eine persönliche Beziehung mit den Ärzten aufzubauen, das fördert ebenfalls später, dass ihre Produkte vermehrt verschrieben werden.

Ich möchte hier nicht behaupten, dass in der Apotheke nicht auch ähnliche Mechanismen ablaufen. Auch wir bekommen Besuch von Vertretern, auch wir bekommen „Verkaufsunterstützung“, Muster, Ansichtsexemplare, Degustationssets, Plakate, ausserdem Kugelschreiber, Schokolade an Weihnachten etc. manche gehen sogar so weit einem Ausflüge anzubieten oder Kinobesuche– natürlich in Kombination mit einer Weiterbildung (hust).
Apropos Weiterbildung: da sind ja auch die professionellen meist gesponsert von den Pharmafirmen, mal ganz davon abgesehen, dass die Fachliteratur von den Inseraten derselben lebt…

Aber im Unterschied zu den Ärzten können bei uns immer noch die Kunden selbst entscheiden, ob sie ein Produkt brauchen – und kaufen. Das ist bei rezeptpflichtigen Medikamenten nicht so gut möglich, da muss man sich auf das Wissen und die Erfahrung des verschreibenden Arztes verlassen.
In seinem Ermessen liegt es zum Beispiel, ob er bei einem Magengeschwür als Säurehemmer das alte (bewährte) Omeprazol oder das neue (und teurere) Nexium aufgeschrieben wird, obwohl beides die gleiche Wirkung hat …

Ja, da können sich schon eine Menge Kugelschreiber ansammeln … Bildquelle.

Was meint ihr: Ist das übertrieben? Oder eine logische Notwendigkeit als Schutz vor der Beeinflussung durch die „bösen Pharmafirmen“? Ich würde mich als Arzt / Apotheker nie so beeinflussen lassen?

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Swiss Pharmacy?

Spamusement ist eine Seite, auf der …. ach, ich lasse es ihn selbst beschreiben:

Poorly-drawn cartoons inspired by actual spam subject lines!

Schlecht-gezeichnete Cartoons, inspiriert von tatsächlichen Spam-Überschriften!

Jeder mit einer email-Adresse kennt diese Spam mails mit Werbung für Potenzmittel und anderes – oft mit den seltsamsten Betreff-Zeilen, die nur darauf bedacht sind, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und dadurch auch oft unfreiwillig komisch sind. Oben: die „swiss pharmacy“ … na, jetzt weiss ich wenigstens, wie sich die Amerikaner das vorstellen 🙂

Silikongel

„Ich hätte gerne Silikongel“ sagt die blonde, junge Frau zu mir.
Pharmama: „Für was brauchen sie es denn? … Als Narbenpflege?“
… denn dass sie das Roh-Material kaufen will zum selber spritzen ist eher …. unwahrscheinlich.
Frau: „Zum Entfeuchten!“
Pharmama: „Ah, sie meinen Silica-gel!“

...

Das ist das Zeug, das auch in den kleinen Entfeuchter-Packungen bei manchen empfindlichen Medikamenten driin ist. Interessant noch: Sie wollte es, damit im Auto die Scheiben nicht so anlaufen.

(Zu) spät dran

5 Minuten vor Ladenschluss. Telefon.
Mann: „Ich bin gerade auf dem Weg zu ihnen mit einem Rezept, aber ich brauche noch ein paar Minuten. Warten sie auf mich!“
Pharmama: „Entschuldigung, aber wir schliessen um 7 Uhr. Aber die Apotheke am Bahnhof hat bis 10 Uhr offen, dann haben sie genug Zeit das Rezept einzulösen.“

Ehrlich: Ich mache pünktlich auf und ich versuche auch pünktlich zu schliessen.
Irgendwann nach 11 Stunden Arbeit will ich auch Feierabend!

In dem Sinn: ein schönes Wochenende Euch allen!

Kleine Haushalts-Monster

… wie dieses Fussel-ding kennt jeder. Trotz aller Bemühungen tauchen sie immer wieder an den verschiedensten Orten auf und stören unseren täglichen Kampf um Ordnung und Reinheit.

Wer englisch kann und ein wenig Zeit hat, dem empfehle ich diesen Blogbeitrag hier. Einfach süss … und so wahr!

Geladen

Kundin in der Apotheke: “ Ich habe mich beim Arzt angemeldet, um meine Elektrolyte abchecken zu lassen. …
Denken sie nicht auch, dass es ein Ungleichgewicht der
Elektro-lyte sein könnte, dass ich immer einen elektrischen Schlag bekomme, wenn ich etwas anfasse? Das passiert mir nämlich ständig.“

Dazu fällt mir eigentlich nur ein: ‚Watt Volt ihr denn?‘

Innovativ-provokatives Packungsdesign

Pregnadel ist keine existierende Pille – es ist ein imaginatives Packungsdesign von Sergii Llin. Aber eigentlich wäre es ideal für die „Pille danach“ – z.B. Norlevo. Das ist nämlich auch nur eine einzige Tablette.

The goal was to develop packaging that will be noticeable on the pharmacy shelf, self-illustrative, and have a bit of social message, kind of ‘Think before you do’.

Provokativ? Und wie. (Man achte auch auf die Tablette selbst: x_x)

Aber auch auffällig und kreativ – und man „sieht“ gleich, was die Pille denn macht.

Was haltet ihr davon?

Kundenberatung … nicht ganz einfach

Kunde in der Apotheke: „Ich brauche ein paar Medikamente gegen Erkältung und Grippe.“
Apothekerin: „Sicher. Was für Beschwerden haben sie denn?“
Mann: „Nasenlaufen und Fieber und … nein, ich glaube das ist es.“
Apothekerin: „Nehmen sie andere Medikamente ein?“
Kunde: „Umm, nein, ich denke nich… warten, sie, ja. Das heisst, eigentlich … nein.“
Apothekerin: „Ok, dann, haben sie irgendwelche Allergien?“
Kunde: „Mann, das ist zu kompliziert!“ (stürmt raus)

ein multiplechoice wäre da was.

Today: Towel day!

For a moment, nothing happened.Then, after a second or so, nothing continued to happen.

Human beings, who are almost unique in having the ability to learn from the experience of others, are also remarkable for their apparent disinclination to do so.

Space is big. You just won’t believe how vastly, hugely, mind-bogglingly big it is. I mean, you may think it’s a long way down the road to the drug store, but that’s just peanuts to space.

Ich bin ein grosser Fan von Douglas Adams, ich finde seinen Schreibstil einmalig amüsant – und auch schwierig zu übersetzen, ohne dass etwas verloren geht, darum lasse ich das hier.
Warum ich das heute bringe? Na, es ist wieder soweit, es ist Towel Day!
Zeige auch Du, dass Du ein Fan bist – und lauf heute mit einem Handtuch herum. So wie ich. 🙂

Münz

Das Total des Kunden kam auf 20 Franken und 15 Rappen.
Der Kunde nimmt das Portemonnaie, nimmt eine 20er Note raus und legt sie auf die Theke … und steckt das Portemonnaie wieder ein.
Ich schaue ihn erwartend an … es fehlen noch ein paar Rappen.
Keine Reaktion.
Pharmama: „Haben sie noch 15 Rappen?“
Er greift in die Jackentasche, zieht einen Haufen Münz raus, wirft einen Blick darauf. „Nö.“ Steckt es wieder ein.
Pharmama: „Vielleicht: 20 Rappen?“
Er zieht wieder die Hand in die Tasche mit dem Münz, nimmt sie raus, schaut drauf: „Nö.“
Pharmama (seufzt innerlich): „Vielleicht 50 Rappen oder einen Franken?“
Kunde (stöhnt) steckt die Hand in die Tasche, wirft 1 Franken auf die Theke.

Na also. Geht doch.

Mystery shopping im Gesundheitswesen

Seit Jahren gibt es sogenannte Mystery shoppers, die im Auftrag von Konsumentenschützern und auch Apotheken und Drogerien selbst, in die Apotheken und Drogerien kommen und dort die Beratungsqualität, den Empfang, die Kundenfreundlichkeit, die Lokalität und das Schaufenster etc testen. Ich finde das vernünftig, v.a. wenn man danach einen detaillierten Bericht bekommt, wie und was getestet wurde – denn die Tests verlaufen anonym und geheim.

Z.B. dieser Test zum Thema Fusspilz

Es ist immer interessant zu sehen, auf was Leute achten, die nicht täglich in einer Apotheke stehen. Bei dem erwähnten Test haben wir übrigens wieder sehr gut abgeschnitten (oberstes viertel). Inzwischen hatten wir einige mehr und ich bin schon gespannt auf den nächsten. Wir werden 2 x jährlich getestet durch Mystery shopping- das betrifft Beratung im OTC Bereich, 2x mittels Mystery phone call (Telefonanfrage) und 1x mittels Mystery Rezeptbezug.

Aber was ist mit den Ärzten? Werden die auch getestet? In einem amerikanischen Blog über Ethik im Gesundheitswesen habe ich gefunden, dass dort z.B. Notaufnahmen getestet werden.
Sogenannte Secret patients testen dort. Die Ärzte dort sind nicht erfreut. Sie klagen über eine Verschwendung von Gesundheitsgeldern und ihrer Zeit. V.a. wenn Notfallstationen getestet werde. „Die Feuerwehr würde man ja auch nicht testen, indem man einen Feuermelder einschlägt und schaut was passiert.“ Wirklich? Ich war in der Feuerwehr und Einsatzübungen gehören dazu. Auch unvorbereitete, auch mitten am Tag. Das mit dem Bezahlen allerdings: wir müssen für die (extern durchgeführten) Tests selbst zahlen … und die sind ziemlich teuer.

Ich denke aber solche Tests sind ein besserer Hinweis auf die Qualität des Arztes als irgendwelche Seiten, wo Patienten die Ärzte bewerten. Warum? Hier hat der Mystery Patient Vorgaben und eine Vorstellung, auf was er achten soll – er ist ausserdem nicht voreingenommen und schreibt eine schlechte Kritik nur aus dem Grund, weil er nicht das bekommen hat, was er vielleicht erwartet hat (ein Antibiotikum oder eine Schmerzspritze…) und dieselbe Person sieht dabei mehrere Ärzte und kann so besser Vergleiche ziehen. – Leider nützen diese Auswertungen nur dem Arzt (respektive der Apotheke) selbst etwas, denn die Öffentlichkeit hat keinen Zugriff auf die Ergebnisse.

Schade. Das wäre auch repräsentativer als die von irgendwelchen Organisationen durchgeführten Tests, die oft nur das Ziel zu haben scheinen die Apotheke zu diskreditieren. (So wie dieser. Oder dieser.)

Wundermittelchen

Kundin: „Was kann ich nehmen? Ich brauche etwas gegen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.“
Ich erkläre, dass im Moment wieder ein 24 Stunden Magen-Darm-Virus umgeht und dass es ein paar Sachen gibt, die sie nehmen kann um die Symptome zu lindern.
Kundin: „Ok, wo ist das Zeug, das es in 24 Stunden vorbei sein lässt?“

Was ist das für ein Tier?

Na, sowas schon einmal gesehen?

Gesichtet letzten Herbst auf der Dornhügel Gästefarm in Namibia.

Hier findet sich die Lösung.

Auf Toast

Kundin in der Apotheke: „Haben sie eine Idee, wie ich meine Primperan besser einnehmbar machen kann?“

Im Verlauf des Gesprächs fand man dann heraus, dass sie Primperan Zäpfchen hatte – und sie auf warmen Toast strich !

Also das … ist neu.

P.S. Primperan ist ein Mittel gegen Übelkeit, rezeptpflichtig. Davon gibt’s auch Tropfen und Tabletten.

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