Archiv für den Monat März 2010

Bitte gehen sie ins Spital. Gleich.

Folgend mein Teil der Unterhaltung mit einer älteren Frau, die im Kaufhaus auf der Rolltreppe gestürzt ist – und von der ich finde, dass sie untersucht und eventuell behandelt werden muss. Nur: Sie will nicht.

Pharmama:

„Ich verstehe ja, dass man nicht gerne ins Spital geht. Ich verstehe, dass man Verpflichtungen hat … ja, ihr Mann kann nicht gut alleine laufen, ja, die Einkäufe müssen nach Hause, ja … aber: Sie gehören ins Spital und zwar bald!

Sie sind auf Blutverdünner – das sehe ich an den Flecken auf ihren Armen und sie hatten einen heftigen Sturz. Sie haben eine Platzwunde auf der Stirn und auch im Auge blutet es …. Das kann ich sehen, ja. Jetzt gehen sie bitte abklären, ob es nur an der Oberfläche blutet oder auch tiefer, denn das wäre gar nicht gut .

Ja, sie haben mir gesagt, dass sie auf dem einen Auge nicht mehr gut sehen … sie wollen aber nicht noch das Augenlicht am anderen Auge verlieren, oder?

Eben. Und jetzt rufe ich ihnen ein Taxi, das sie beide, Sie und ihren Mann nach Hause bringt, wo sie die Einkäufe abstellen können und dann auf dem direkten Weg ins Spital.

Ok? GUT !“

Danke.

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Hallo? Ist da jemand?

Dieser Blog hat ja nächstens Geburtstag – 2 Jahre wird er am 1. April – ohne Scherz. Zeit für mich eine kleine Bestandsaufnahme zu machen – und ein grosser Bestandteil dieses Blogs sind die Leser. Ehrlich, ich hätte nie gedacht, dass mein Geschreibe soviele – auch regelmässige- Leser anziehen würde. Und ohne Euch und Euer Feedback hätte ich wahrscheinlich schon lange wieder aufgehört. Danke Euch allen!

Darum: Dieser Post ist für Dich, lieber Leser! Das ist der Moment, wo Du mir einfach mal „Hallo“ sagen kannst – und zeigen, dass Du auch hier bist.

Vielleicht sagst Du auch ein bisschen mehr als Hallo … ich bin furchtbar neugierig: Was machst Du so? Wo kommst Du her? – wie kommt jemand aus den Niederlanden. England, Irland oder Neuseeland – der anderen Seite der Erde auf diesen Blog? Vielleicht aber wohnst Du auch bei mir um die Ecke – und ahnst nicht mal etwas davon 🙂

Wie hast Du hierhergefunden? Surfst Du von zu Hause, der Uni oder vom Geschäft? – bei manchen sehe ich, dass sie via Firmenweb surfen … ja, ich meine auch Dich, von dieser Krankenkasse … bist Du etwa aus beruflichen Gründen hier? Wenn Du das natürlich nicht sagen kannst, verstehe ich das auch, sag einfach was Du sagen kannst! Und falls Du hier gar nix sagen kannst: mich erreicht man direkt unter pharmama08@gmail.com

In dem Sinn: „Hallo lieber Leser!“

3 Tropfen täglich

„So eine idiotische Medizin!“, schimpft Peter, der in der Badewanne sitzt, „Drei Tropfen täglich in warmen Wasser zu nehmen!“

🙂

pharmazeutische Hausaufgabe

Ordne die folgenden Schmerzmittel-Wirkstoffe nach dem Grad ihrer Magenverträglichkeit:

  • Acetylsalicylsäure
  • Diclofenac
  • Ibuprofen
  • Indometacin
  • Mefenaminsäure
  • Paracetamol
  • Piroxicam

Auflösung heute Abend.

Innovative Werbung (2)

Hier finden sich 30 weitere Beispiele von lustiger Print-Werbung. – besonders schön finde ich den „Aha-Effekt“ bei manchen.

Oben im Bild: Schnell wirksame Abführmittel für Hunde. 🙂

Mehr „Werbung“ in meinen bisherigen Postings hier.

Rundumschutz

Kunde: „Konnten sie das Medikament für meine Katze bestellen?“
Pharmama: „Ja, es ist hier.“ (holt es)
Kunde: „Wieviel kostet es?“
Pharmama: „32 Franken.“
Kunde: „Auch wenn es über die Versicherung geht?“
Pharmama: „Sie haben eine Versicherung für die Katze?“
Kunde: „Nein, ich meinte meine.“

… Sorry, das kann ich nicht machen.

es gibt ja inzwischen Haustierversicherungen, aber die haben keinen Vertrag mit den Apotheken, so dass man als Tierhalter das Medikament auch erst einmal selbst bezahlen muss. Über die Krankenkasse des Tierhalters lässt sich das aber auf keinen Fall abrechnen.

Natur und Nummern

Da steckt System dahinter!   Schauen und staunen.

Ohne Federlesen

Morgens in der Apotheke

„Haben sie mir ein Mittel gegen Milben auf dem Kopf?“ Fragt der mittelalte Herr.
Pharmama: „Ja, habe ich.“ – ich nehme das geeignete Produkt heraus und frage: „Sind sie sicher, dass es Milben sind?“
Mann: „Ja.“
Ich zeige ihm das Produkt, wobei ich erkläre, wie man es anwenden muss: „Dieses Spezielle Mittel ist auch auf Haut mit Haaren gut anzuwenden, weil es nicht verklebt und… „
Mann: „Geht das auch auf Federn?“
Pharmama:  Federn?!?!?
Mann: „Ja, das Mittel ist nicht für mich, sondern für den Kanarienvogel.“
Ah.


Erste Regel bei der Beratung verletzt: IMMER erst fragen, ob das Produkt auch für die fragende Person selber ist … oder für jemand (oder in dem Fall etwas) anderes.


Ich habe das Mittel dann nicht verkauft … denn mit der Behandlung von Vögeln habe ich keinerlei Erfahrung.

Danach brauchte ich erst mal einen Kaffee … ich bin einfach nicht so fit vor 9 Uhr und / oder einem Kaffee.

Gruss an alle, die wie ich am Samstag arbeiten!

kaum eine „Mama des Jahres“

Begebenheit aus Amerika – könnte aber auch bei uns passiert sein.

Eine Frau kommt mit ihren 2 Töchtern in die Apotheke und fragt den Apotheker nach einer Beratung bezüglich Hydrocortison Cremen.
Apotheker: „Für was brauchen sie die denn?“
Frau: „Meine Tochter hat eine Verbrennung, der Arzt hat gesagt, ich soll eine Hydrocortison Creme drauf tun.“
Apotheker: „Auf eine Verbrennung? Eher ungewöhnlich. Welche Tochter hat sie denn?“ (Schaut die etwa 7-8 Jährige an).
Die Mutter hält aber das kleinere, etwa 3 Jahre alte Mädchen hoch: „Dieses hier.“
Die Haut im Gesicht, v.a. um die Augen herum ist geschwollen und rot.
Apotheker: „Was ist passiert? Wissen sie, was das verursacht hat?“
Es sah nicht nach Verbrennung aus und das war es auch nicht.
Frau: „Nun, sie ist an mein Make-up gegangen. Also habe ich heisses Seifenwasser benutzt, um es ab zu waschen. Und als nicht alles abging, habe ich es mit Nagellackentferner versucht.“
Aha.

Wer zum Geier nimmt Make-up mit Nagellackentferner -das ist Aceton -ab?!  Die Frau würde es auch kaum auf ihrem eigenen Gesicht anwenden, warum macht sie das dann mit dem Gesicht ihres KINDES? Und dann noch um die Augen herum???

Sie hat dann die Hydrocortison-creme bekommen mit der Anweisung, sie nur ein paar Tage lang zu verwenden und den Arzt aufzusuchen, wenn es nicht besser wird.

Hoffentlich geht das Kind nicht noch einmal ans Make up.

Ich spiele nicht gerne Polizist …

… aber manchmal gibt es so Tage, da muss ich das. Gestern war so einer.

Die Kundin hat zum wiederholten Male ihre Schlaftabletten auf Dauerrezept zu früh bezogen. Normalerweise versuchen meine Mit-Apothekerinnen und ich solches Verhalten früh einzuschränken, indem man z.B. das erste Mal wenn das vorkommt nachfragt, wie viele Tabletten sie davon denn nimmt, das rasch nachrechnet und sie dann darauf aufmerksam macht, dass sie eigentlich noch welche haben sollte. Das warnt den Patienten auf eine nicht so aufdringliche Art davor, dass wir aufmerksam sind, was den Tablettenverbrauch angeht.

Wenn die Person sehr früh kommt und mit einer Story was mit den Tabletten passiert ist (gestohlen, ausgeleert, liegengelassen), hat sie zwar noch den   des Zweifels, aber ich sage meist dann sehr deutlich, dass – auch wenn sie die Tabletten jetzt von mir kriegt – das festgehalten wird in ihrem Dossier.

Und falls das dann trotzdem wieder passiert – ja, dann werde ich mit dem Arzt Kontakt aufnehmen wegen möglichem Missbrauchs des Medikaments und dem Zweck eine Lösung zu finden. Ich mag dieses Polizei spielen nicht, aber es gehört zum Job.

Die meisten Ärzte sind zwar auch nicht erfreut über solche Anrufe, finden es aber gut, dass wir auch Aufmerksam sind.  Jedenfalls versuchen wir dann gemeinsam eine Lösung zu finden. Zum Beispiel in Form einer kontrollierten Abgabe. Dann bekommt die Patientin wirklich nur alle X Tage Y Tabletten – und keine Ausnahmen mehr, ausser sie geht ein neues Rezept holen vom selben Arzt. Was ich erstaunlich finde ist, dass das noch recht gut funktioniert, vor allem, wenn man dem Patienten das erklärt: „Ich mache das ja nicht zu meinem Vergnügen, sondern weil ich um Ihre Gesundheit besorgt bin. Das ist die Abmachung, die wir mit dem Arzt getroffen haben. Wenn das nicht gehen sollte, müssen sie mit dem Arzt Kontakt aufnehmen.“– nach ein paar anfänglichen Reklamationen spielt sich das mit der kontrollierten Abgabe oft gut ein.

Fangt mir hier nicht an mit: es liegt in der Eigenverantwortung von jedem selbst wie er mit seiner Gesundheit und seinen Medikamenten umgeht. Es liegt in meiner Verantwortung die Medikamente korrekt abzugeben . und dazu gehört auch zu schauen, dass die Leute sich nicht selbst vergiften. Auch nicht absichtlich, wenn’s geht.

Irgendwie ist es ja schon interessant, dass diese Aufgabe an uns fällt, die wir ja Medikamente verkaufen, denn wenn ich derart aufmerksam bin und solche Massnahmen ergreife … schränke ich ja auch meine Einnahmen ein. Trotzdem mache ich das, wie wohl die meisten Apotheker … man hat die moralische Grundlage und schliesslich hängt meine Berufsbewilligung daran.

Spongebob on drugs

Es wird Frühling

Kundin mit frechem Grinsen: „Wissen Sie eigentlich wie schön das Wetter draussen ist?“

Danke vielmals (-nicht). Wenn ich den ganzen Tag in der Apotheke arbeite, bekomme ich das gar nicht so mit.

Suchanfragen im Januar/Februar

Etwas vernachlässigt habe ich diese Kategorie, dabei hat es wieder ein paar Perlen darunter:

macht regaine die haarwurzeln abhängig – Nein, nicht abhängig im Sinn von süchtig. Aber: man muss Regaine dauernd nehmen, weil es nur wirkt, solange man es anwendet. Hört man damit auf – fallen die Haare wieder aus.

fachwort für cola – ? Coca Cola?

medikamentation eigenhändig verändert – Tsk. Bei Änderungen auf dem Rezept nennt man das Urkundenfälschung und das ist strafbar.

trotz negativen orakel schwanger? Orakel? So wie bei den alten Griechen in Delphi? Heute gibt es zuverlässigeres, es nennt sich Verhütung.

kann ich schwanger werden obwohl ich gepinkelt habe – Ja. Hat irgendjemand das Gegenteil behauptet?

aspirin als kokain ersatz – ich glaube das funktioniert nicht.

welche Medikamente haben gleiche Abbauprodukte wie kokain ? – Da versucht wohl jemand sich um den Drogentest herumzureden? Tut mir leid, aber die heutigen Tests sind ziemlich sensitiv und genau.

schliessmuskel hängt aus after – so von der Entfernung: ich schätze mal das ist nicht der Schliessmuskel, sondern die Polstergefässe, die man am Darmausgang hat. Das nennt sich Hämorrhoiden. Gehen sie zum Arzt, wenn sie schon so fortgeschritten sind, dass sie tatsächlich raustreten.

schwiegermutter mit chloroform töten – huh? Ist das nicht etwas drastisch? Dann dürfte das aus verschiedenen Gründen schwierig werden: einerseits kommt man heute nicht mehr so an Chloroform, und zweitens geht das einen Moment bis es wirkt…

Kleinkind hat tardyferon eingenommen vermutlich wie sicher sind die? – Ah. Wenn ihr Kleinkind ihre Tabletten geschluckt hat (EGAL welche), schauen sie nicht im Internet nach. Rufen sie das Tox-Zentrum an! Was gut ist für sie, muss nicht gut sein für ein Kind … und sie wissen wahrscheinlich nicht wie viel eingenommen wurde,

nagellack das leuchten kann sind dort chemikalien drin? – auch im Nicht-leuchtenden sind Chemikalien drin. Also: Ja

Auf Diät

Kundin in der Apotheke:

„Ich mache gerade eine Diät – jetzt: welche haben weniger Kalorien: Panadol oder Aleve?“

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