Gewissenlos

Kunde in der Drogerie: „Ich bräuchte etwas Chloroform.“

Drogistin: „Entschuldigen sie, aber nach dem neuem Chemikaliengesetz ist die Abgabe verboten.“

Kunde: „Gut, dann halt Äther.“

Drogistin: „Dasselbe gilt auch dafür.“

Kunde: „Aber … was nehme ich denn? Mein Kanarienvogel ist alt und krank und ich wollte ihn abtun.“

Drogistin: „Ah, vielleicht bringen sie ihn zum Tierarzt?“

Kunde (ärgerlich): „Genau den wollte ich mir sparen. Gut, wenn sie es mir nicht geben wollen, machen wir es halt auf die alte Methode und ertränken ihn. Und sie sind schuld dran!“

Abgang.

Die Drogistin hatte für den Rest des Tages ein schlechtes Gewissen.

… manche Leute sollten einfach keine Tiere halten.

Funktionsverweigerung

Es gibt schon Firmen, die wissen, wie man die Leute dazu bringt ihre Produkte zu kaufen.

Jedem ist wohl das Beispiel vom Farb-Drucker bekannt, der sich weigert weiterzudrucken, nur weil von 4 Farben 1 leer wird. Keine Chance den Drucker dazu zu bringen das zu ignorieren und trotzdem weiterzudrucken, nein, erst muss die Patrone gewechselt werden – wir haben auch so einen im Geschäft. Das nervt!

Nun gibt es dasselbe auch in der Apotheke wie ich feststellen musste.

Accu Chek Aviva zum Beispiel ist ein Blutzuckermessgerät, das zum messen Teststreifen benötigt, wie die anderen auch. Aber wehe, die Teststreifen sind abgelaufen. Ab dem Tag des Ablaufdatums zeigt das Display nur noch „Error“ an – und klein darunter den Grund: „Exp code“.

Zu deutsch: Das Ablaufdatum ist erreicht – kauf neue Teststreifen!

Ich bin überzeugt, man könnte noch einige Tage / Wochen / Monate (?) problemlos weitermessen … wenn das Gerät das denn zulassen würde.

Ich hatte schon 2 Kunden, die davon überrascht wurden und neue Teststreifen kaufen mussten, obwohl sie noch einige hatten. Gut waren sie nicht irgendwo in den Ferien, wo sie das nicht hätten können.

Klar kann man die Teststreifen nicht ewig brauchen und das Enzym auf den Teststreifen geht wohl irgendwann kaputt – das passiert wohl eher graduell als Schlagartig. Von daher finde ich diese Reaktion ein wenig drastisch dass das Gerät ab Ablaufdatum das weitermessen einfach verweigert.

Ich weiss nicht genau, wie das bei den anderen Messgeräten ist, aber die beiden Reaktionen, die ich bisher hatte betrafen beide den Accu Chek – das ansonsten ein wirklich gutes Gerät ist, auch einfach in der Handhabung. Aber: eben.

Was will der Kunde?

Von der Leserin Christine:

Heute kam ein junger Mann in die Apotheke und wollte ein „Anti-Mykolytikum“, nur was ist das?

Übersetzt bedeutet das was er gesagt hat ein „Anti-pilz-lösendes Mittel“

… er meinte aber ein Mucolytikum (ein schleimlösendes Mittel, meist gegen Husten)

… wobei ich wegen dem „Anti“ aber dachte, er will vielleicht ein Antitussivum (also ein husten-dämpfendes Mittel)

Sehr verwirrend ;)

durch viel Nachfragen, sind wir dann gemeinsam drauf gekommen, was er braucht:

doch nur ein schleimlösendes Mittel.

Noch ein typischer Fall von: Fachwörter sind besser zu vermeiden. Vor allem, wenn man nicht wirklich sicher ist.

Ein bisschen Unsterblichkeit

Unsterblichkeit – das wäre was, denken manche.
Auf der anderen Seite – es gibt da tatsächlich jemanden, der zumindest teilweise unsterblich ist, nur hätte sie sich das sicher nicht so vorgestellt.

Aber von vorne. Wir sind sterblich, weil wir aus Zellen bestehen – und Zellen sind zwar in der Lage zu wachsen, sich zu teilen und so fortzubestehen, aber nur eine begrenzte Zeit lang. Man vermutet, dass jede Zelle sich nur eine gewisse Anzahl Mal teilen kann … und dann ist fertig. Darum werden wir älter, darum bauen wir ab, entwickeln mehr Krankheiten mit dem Alter .. und sterben schliesslich.

Das stellte auch die Forscher früher vor gewisse Probleme, denn ihre Zellkulturen, mit denen sie zum Beispiel Vorgänge in den Zellen oder mögliche Medikamente testeten, lebten nicht lange … und wenn man verschiedene nimmt, wird das Resultat oft nicht mehr reproduzierbar.
Doch dann kamen sie – wohl per Zufall – an Zellen, die sich unendlich oft teilten (und das schnell), sich vermehren liessen, jahrelang einfrieren und wieder auftauen – und sie waren menschlich.
Die Zellen, die sich inzwischen in fast allen Laboren der Welt finden, die mit Zellkulturen arbeiten, haben den Code HeLa Zellen bekommen.

Sie stammen von einer afroamerkanischen Frau, die das Pech hatte 1950 an Gebärmutterkrebs zu erkranken. Ihr Name war Henrietta Lacks – wer jetzt denkt, der Name ähnelt sehr dem Code hat recht – damals war es mit der Anonymität von Proben noch nicht so weit her. Henrietta Lacks starb 31 jährig an ihrem Krebs, aber die Zellen, die man von ihrem Krebs entnommen hat lebten weiter. Man fand, dass sie perfekt waren für die Forschung, und so wurden sie weitergegeben. Manchmal auch unabsichtlich, so wurden andere Zellkulturen infiltriert mit HeLa Zellen, die dann überlebten, während die anderen Zellen starben – und so sind heute geschätzt 10-20% auch anders angeschriebener Zellkulturen von ihr – die Masse der Zellen in den Labors der Welt dürfte ihr ursprüngliches Körpergewicht bei weitem übersteigen.

Ihre Zellen wurden benutzt in der Krebsforschung, den Effekten von Strahlung und Giften auf Zellen, in der AIDS Forschung, bei der Entwicklung des Kinderlähmung- Impfstoffes, aber auch für so einfache Sachen wie die Frage, wie Zellen auf Leim, Klebband und Kosmetika reagieren.
HeLa Zellen waren sogar schon im Weltraum – um zu sehen, wie sich menschliches Gewebewachstum bei Zero-Gravity verhält.

Auf der anderen Seite wusste die Familie von Henrietta lange nichts vom Gebrauch der Zellen – und Geld haben sie dafür auch nicht gesehen.
Die Zellen wurden damals ohne Wissen von Henrietta Lacks und Familie übernommen – und, auch wenn heute damit gearbeitet wird und sie gekauft und verkauft werden, wurden sie nie patentiert. Ein Gericht hat schliesslich beschieden, dass die Zellen und Gewebe, das von einer Person abgelegt / weggeworfen werden, nicht mehr Eigentum der Person seien.

So „lebt“ Henrietta Lacks bis heute fort – und solange ihre Zellen in der Forschung verwendet werden.

Nur hat sie nichts mehr davon.

Quellen: http://en.wikipedia.org/wiki/Henrietta_Lacks und http://en.wikipedia.org/wiki/HeLa
Mehr lesen: http://www.smithsonianmag.com/science-nature/Henrietta-Lacks-Immortal-Cells.html

Im Kreis herum

Bei der Dossiereröffnung:

Pharmama: „Haben sie chronische Krankheiten wie zum Beispiel hohen Blutdruck?“

Kundin: „Nein.“

Pharmama: „Nehmen sie irgendwelche Medikamente regelmässig ein?“

Kundin: „Ja, Beloc Zok.“

Pharmama: „Und wegen was nehmen sie das Beloc Zok?“

Kundin: „Gegen meinen hohen Blutdruck.“


Pharmama: „Ich dachte sie haben gesagt, sie haben keinen hohen Blutdruck?“

Kundin: „Habe ich auch nicht, wenn ich das Beloc Zok nehme.“