Über den Status der Erde

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In Chile gab es ein grosses Erdbeben und anschliessend eine Tsunamiwarnung. Aber auch in Europa ist es nicht ruhig: neben dem Sturm in Portugal haben wir aktuell die Umweltverschmutzung von einer Ölraffinerie in Italien, Überflutungen in Spanien, Serbien und England; die Vulkane Stromboli und der Aetna sind aktiv, ausserdem sehe ich neu ein paar Erdbeben in Griechenland.

Wer interessiert daran ist, was auf der Welt vorgeht in Bezug auf Umwelteinflüsse aber auch durch Menschen verursachte Katastrophen und Epidemien findet das auf dieser Seite:

http://hisz.rsoe.hu/alertmap/index.php?smp=&lang=eng

Samt Kartenmaterial. Oft sind sie da sogar noch schneller als die Nachrichten.

Wir leben in einer sehr aktiven Umwelt – ich finde es spannend zu sehen, dass irgendetwas immer irgendwo ist. Und als Mensch kommt man sich da gleich ziemlich klein vor …

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Warum ich Apothekerin wurde

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Wer -wie ich- im Studium etwas herumfragt, wird bald merken, dass viele der angehenden Apotheker einen Bezug zum Beruf haben, im Sinne von: jemand von der Familie arbeitet schon dort oder in einem verwandten Beruf.

So war es auch bei mir. Meine Mutter ist Drogistin und arbeitete lange in der Reformabteilung einer Apotheke. Als ich anfing mir ernsthaft zu überlegen, was ich werden wollte, ging ich zur Berufsberatung und fragte natürlich auch ein bisschen herum.

Interessant fand ich Grafiker und dann Apotheker. Für Grafiker müsste ich aber nicht die Matura haben – und da war ich ja schon auf dem besten Weg dazu. Ausserdem hiess es in der Jobbeschreibung etwas in Richtung von: man müsse auch Werbung machen können für Dinge von denen man nicht überzeugt ist.

Da gefiel mir Apotheker doch besser – ausser dem hatte ich die Idee, dass das wohl auch etwas besser bezahlt wäre. Interesse an Naturwissenschaften hatte ich auch immer – eine der Voraussetzungen für das Studium. Der Schnuppertag in der Apotheke gefiel mir sehr – erstmal hatte ich Einblick, dass es um mehr ging als nur Medikamente herauszugeben. Ich konnte selbst eine Handsalbe herstellen, erfuhr etwas von den verschiedenen Anwendungsformen und sah wie die Kunden beraten wurden bei Gesundheitsproblemen.

Also studierte ich Pharmazie, sehr zur Freude meiner Grossmutter, die prompt erklärte, dass einer unserer Vorfahren in Lausanne auch Apotheker studiert habe! … Leider ist er ein paar Tage nach dem Abschluss des Studiums von einem Mäuerchen gefallen und verstorben. – Ich überlegte mir, ob das wohl ein schlechtes Omen sei, studierte aber trotzdem fertig.

Es war ein hartes Studium, aber ich habe es bis heute nicht bereut. Meine Arbeit ist abwechslungsreich, fordernd, befriedigend – weil man doch einigen Leuten helfen kann, man kommt mit vielen interessanten Menschen in Kontakt, ist anständig bezahlt, auch in Teilzeit mit einer Familie möglich.

Für mich: perfekt.

Originalrezept gebraucht

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Gefunden:

Es macht sonst keinen großen Spass, wenn man ein Rezept in die Apotheke tragen muss; aber vor langen Jahren war es doch einmal sehr lustig. Da hielt ein Mann von einem entlegenen Hof eines Tages mit einem Wagen und zwei Ochsen vor der Stadtapotheke. Sorgsam lud er eine große Stubentür aus Tannenholz ab und trug sie hinein.

Der Apotheker machte grosse Augen und sagte: „Was wollt ihr da, guter Freund, mit eurer Stubentür? Der Schreiner wohnt zwei Häuser weiter links.“

Darauf sagte der Mann: „Der Doktor ist bei meiner kranken Frau gewesen und hat ihr eine Medizin verordnen wollen. Im ganzen Haus war aber keine Feder, keine Tinte und kein Papier gewesen, nur eine Kreide. Da hat der Herr Doktor das Rezept an die Stubentür geschrieben, und nun soll der Herr Apotheker so gut sein und die Medizin kochen.“

Richtig so, wenn die Medizin nur gutgetan hat. Wohl dem, der sich in der Not zu helfen weiss.

Johann Peter Hebel

Also entweder war es damals schon wichtig, dass man das Originalrezept in die Apotheke brachte … oder der arme Kerl konnte  das Gekritzel auf der Stubentür nicht selbst entziffern und abschreiben 🙂

Damals war die Arbeit der Apotheke auch noch echte Handarbeit: „… Medizin kochen“. Also mir gefällt das.

missverständliche Anweisung

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Meine Apothekerkollegin hat mich letzthin darauf hingewiesen, dass die im Computer vorgegebenen Dosierungshinweise zum Teil missverständlich sein können.

Zum Beispiel: „1 Beutel täglich in Wasser lösen und trinken“

Das Problem: der Beutel (als Ganzes) löst sich ja nicht – auch nicht, wenn man den ganzen Tag wartet. Darum besteht sie darauf das zu ändern in:

„Den Inhalt eines Beutels täglich in Wasser auflösen und trinken.“

Pedantisch, ich weiss. Wobei – ganz unrecht hat sie ja nicht.

Gegen Verständigungsprobleme: Icoon

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Das hat wohl jeder schon mal erlebt: irgendwann kommt man mit der Sprache nicht weiter, wenn das Gegenüber nicht diesselbe spricht wie man selbst. Ich kann zwar Deutsch, Französisch, Englisch und die Pharmaassistentin noch Italienisch und Spanisch, aber manchmal hilft einfach nichts anderes als den Stift hervorzuholen und rasch etwas zu skizzieren.

– so habe ich mal jemandem zeigen müssen, wo die Vaginalovula hinkommen: ich habe eine Geburt gemalt …

Aber jetzt muss man das nicht mehr selbst: icoon nimmt einem das ab. Ursprünglich entwickelt für Reisende in fremden Ländern, kann diese iPhone Applikation auch umgekehrt für fremdsprachige Kunden in Apotheke und Drogerie benutzt werden.

Für alle erdenklichen Gelegenheiten gibt es einfache schwarz/weiss Symbole. Aufgeteilt sind sie in 12 Rubriken, rund 500 Icons von Essen über Mittel gegen Heuschnupfen bis zur Tankstelle. Jedes Symbol lässt sich formatfüllend anklicken. Und wer kein iPhone hat: das gibt es auch als Buch.

Hier aus der Kategorie „Health“:

Das Bild für Durchfall sieht … etwas explosiv aus 🙂

Apotheken – Computersystem

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Über die Problematik von Wechselwirkungen von Medikamenten habe ich hier schon geschrieben. Die Computerprogramme, die wir in der Apotheke zur Kontrolle benutzen werden immer besser. Es zeigt Wechselwirkungen an … und sagt einem nicht mehr nur, ob es eine leichte, mittlere, schwere Interaktion ist, sondern auch ob und grob wie darauf reagiert werden soll:

Kontraindiziert- Die beiden Arzneimittel dürfen nicht gleichzeitig angewandt werden, weil schwerwiegende Folgen dokumentiert sind.

Vorsichtshalber kontraindiziert – Die beiden Arzneimittel dürfen nicht gleichzeitig angewandt werden, weil schwerwiegende Folgen auf theoretischer Grundlage angenommen werden müssen.

Überwachung/Anpassung – Hier sind in jedem Fall Massnahmen erforderlich: Alternativ-Arzneimittel, zeitliche Trennung der Einnahme, Dosis-Anpassung, Dosis-Begrenzung, Überwachung auf unerwünschte Wirkungen.

Bei Risikofaktor überwachen – Hier sind Massnahmen erforderlich, wenn bestimmte Umstände vorliegen: z.B. Risikofaktoren, hohe Dosierung, bestimmte Reihenfolge der Anwendung, länger dauernde Therapie.

Vorsichtshalber überwachen – Die Interaktion ist theoretisch möglich aber bislang nicht dokumentiert, oder tritt nur in Einzelfällen auf, ohne dass Risikofaktoren bekannt sind, oder führt nur zu etwas verstärkten Nebenwirkungen.

Keine Massnahmen – In der Regel keine Massnahmen erforderlich.

… die letzten beiden lass ich mir nicht mal anzeigen.

Aber das System ist bei weitem nicht perfekt. Es wird z.B. nicht angezeigt, wenn ein Patient ein Medikament mit einem Wirkstoff verschrieben bekommt, das er in einem anderen Medikament schon hat – sei das ein anderes Generikum oder neu in Kombination statt als Einzelstoff – das geht unter, wenn man nicht wirklich aufmerksam bleibt.

Interessant ist, dass inzwischen automatisch angezeigt wird, wenn ein Medikament mit ähnlichem Namen bisher bezogen wurde – nur geht das eben nach NAME – nach Inhaltsstoff wäre intelligenter.

Wir können inzwischen auch Allergien gegen Medikamente und Wirkstoffe eingeben – leider ist das keine absolute Garantie dafür, dass das System bei einem Medikament mit dem Stoff dann auch reagiert. Man muss immer noch den Infotext beim Patienten lesen.

Speziell problematisch bei Allergien gegen Zusatz- und Füllstoffe statt Wirkstoffe, denn die sind (noch) kaum eingetragen. Beispiel: Lactose-Allergien, Gluten-Allergien … schön wäre, wenn bei den Medikamenten diese Stoffe in der Zusammensetzung auch aufgeführt wären –was aber meist nicht der Fall ist. Im Moment müssen wir immer separat nachschauen.

Wir können eingeben, wenn jemand schwanger ist – aber das System zeigt uns nicht automatisch an, ob das Medikament in der Schwangerschaft auch geht – rsp. was die Kategorie ist. Dazu muss ich mich durch die Fachinfo lesen.

Fazit: Das System ist nicht schlecht, aber ohne die Aufmerksamkeit des Apothekers (oder der Pharmaassistentin) geht es nicht. Vielleicht liest einer der Entwickler für Apothekensysteme das hier und entwickelt etwas?? Und an die Pharmaindustrie: gebt doch die wichtigen Hilfsstoffe auch an!

Unleserlich – eine Lösung

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Ein Patient hat vom Arzt ein besonders unleserliches Rezept bekommen. Er
geht damit zum Apotheker, stark zweifelnd, ob der damit etwas anfangen
kann.
Doch der wirft nur einen kurzen Blick darauf, greift ins oberste Regal,
holt eine geheimnisvolle, große Flasche herunter und füllt dem Patient
davon was in ein Fläschchen.

Mißtrauisch nimmt der es mit nach Haus; das Zeug ist dunkelbraun und riecht
widerlich. Zuerst nippt er nur ein bißchen daran. Aber am nächsten Tag
geht’s ihm schon besser. Nach einer Woche ist er völlig gesund.

Neugierig geht er zum Apotheker und fragt: „Wie heisst denn diese Tinktur,
die sie mir da letzte Woche gegeben haben?“- „Was….Ach so, sie meinen das aus der großen Flasche ganz oben?“ Der Patient nickte.
Der Apotheker zuckt mit den Schultern: „Das geben wir immer, wenn wir ein
Rezept überhaupt nicht lesen können!“

– sowas bräuchte ich bei uns in der Apotheke auch 🙂

Wirkung verschlafen

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Pharmaassistentin: „Da ist ein Kunde, der jeden Morgen ein Fluctine nimmt und das macht ihn müde.“

Apothekerin: „Sag ihm, er soll das Medikament in dem Fall am Abend versuchen zu nehmen.“

Pharmaassistentin: „Oh, nein, dann würde er ja schlafen, wenn das Medikament wirkt“

…  Offenbar hat da jemand nicht aufgepasst, als das Prinzip vom steady state erklärt wurde.

Kleine Erklärung für den medizinischen Laien: Steady state nennt man in Medizin und Pharmazie das Erreichen eines konstanten Plasmaspiegels eines Wirkstoffs nach mehreren Gaben.  Dabei ist die Elimination des Wirkstoffes aus dem Körper etwa gleich wie das, was man neu zuführt. Das Medikament wirkt dementsprechend idealerweise auch durchgehend. Weil es aber trotzdem kleine Konzentrationsspitzen gibt, hilft es eventuell das Mittel statt am Morgen immer am Abend einzunehmen (oder umgekehrt).

Zuviel getrunken an der Fasnacht / am Fasching?

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Um herauszufinden, ob Du an der Fasnacht schon zu viel Alkohol konsumiert hast, wurde folgendes Bild entwickelt. Solltest Du das Gefühl haben, dass es sich bewegt – hast Du zuviel getrunken.

Und?

Ohne chemische Stoffe …

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Das ist eine etwas ältere Begebenheit.

Die Situation: ich, frisch vom Studium, endlich Apothekerin, einer meiner ersten Tage in der Apotheke. Da steht eine Kundin am Regal mit den Vitaminen. Ich gehe hin und frage: Kann ich ihnen helfen?“

Kundin: „Ich bin nicht sicher. Ich hätte gerne Vitamin C … aber ich möchte eines ohne dieses „Ascorbinsäure-Zeug“ drin.“

Au weh.

Ascorbinsäure ist einfach nur die chemische Bezeichnung von Vitamin C.

Das wurde schwierig. Das glaubte sie dann erst der älteren Pharmaassistentin.