Archiv für den Monat Januar 2010

Zu Besuch in einer thailändischen Apotheke

Gestern sind wir kurz in einer Apotheke in Khao Lak vorbei. Eigentlich weil ich eine neue Bürste brauche … aber mir ist jede Ausrede recht, um in den Ferien rasch eine lokale Apotheke zu besuchen.
Von denen hat es hier jede Menge. Die meisten bestehen nur aus einem längeren, Zimmergrossen Raum. An den Wänden Regale mit OTC Produkten und Pflegemitteln, ganz hinten dann die Glastheke mit den Apothekenpflichtigen Sachen. Kaum Schubladen.
Ich unterhalte mich etwas mit der Apothekerin, während ich die Bürste bezahle. Auch sie hat 5 Jahre studiert. Ich frage nach den in der Glastheke ausgestellten Medikamenten (unter anderem Diverse Kontrazeptiva und Kortisoncremen, ob das alles rezeptfrei ist. Ist es. „Eigentlich bekommt man fast alles ohne ein Rezept – außer Antidepressiva und Schmerzmittel mit Codein.“ sagt sie.
„Auch Antibiotika?“ – „Ja.“
„Dann hätte ich gerne ein Ciprofloxacin“ – das habe ich in den Ferien als Notfallmittel im Normalfall dabei, aber habe es diesmal vergessen. Ich bekomme es. 10 Tabletten aus einer Grosspackung, die sie mir aber bestens anschreibt. Packungsbeilage gibt es keine.

Günstiger als bei uns sind sie auch, trotzdem würde ich jedem empfehlen seine Medikamente, die man regelmäßig nimmt von zu Hause mitzunehmen – hier kommt es nämlich gelegentlich vor, dass sie gefälscht sind (zwar nicht so häufig wie in manch anderen Ländern, aber trotzdem…) und ich habe schon von einigen gehört, die abgelaufenes erhalten haben.
Aber wer etwas braucht, scheint auch in Thailand in der Apotheke gut aufgehoben zu sein 🙂

Das letzte Foto ist übrigens eine 200er Packung Tylenol.

Oh, Junior!

Um das gleich vornewegzunehmen, uns geht’s gut hier in Khao Lak. Wir leiden zwar immer noch arg unter Jetlag und schlafen viel zu viel, aber wir genießen das warme Wetter, den Pool, das Meer und nicht zu vergessen das feine thailändische Essen.
Apropos Essen. Junior macht einen auf selbständig und bestellt gleich selbst. Zumindest versucht er es. Zum Glück verstehen ihn die Thailänder aber nicht, so dass er trotz insistieren (Glace! Das da! *zeig*!) doch keine Glace zum Abendessen bekommt…. Zumindest nicht als Hauptgericht.
Dafür holt er wenn er ausgetrunken hat selbst Nachschub. Das heisst, er schnappt sich das Glas und läuft damit zur Theke, wo er es hinstellt und erwartungsvoll guckt und sagt „noch eins!“ -und das klappt!
Von mir hat er das nicht – ich war zu schüchtern für so etwas. 🙂
Jedenfalls amüsiert uns das und lässt uns sein sonst alles andere als untadelige Verhalten am Tisch verdrängen … Ernsthaft: weiß jemand eine gute Methode, dass er am Tisch sitzenbleibt solange wir Essen? Nach jeweils ein paar Bissen springt er auf und will etwas anderes machen.
Hmpf. Zum Essen zwingen will ich ihn nicht … so fein es auch ist. Aber sitzenbleiben … Nur für eine Viertelstunde … Bitte?

Einen habe ich noch …

(kurz bevor ich in die Ferien abdüse)

Ein Mann kommt in die Apotheke mit einer Packung Aspirin Cardio:

„Hätten Sie mir noch eine Packungsbeilage? Mein Hund hat sie gefressen.“

… und ich dachte das passiert nur mit Hausaufgaben

Falls das Dir mal passiert: Packungsbeilagen / Beipackzettel / Publikumsinformation – oder wie immer man das nennen will – für schweizer Medikamente finden sich hier: www.kompendium.ch

Ha ha.

Gestern in der Apotheke:

Auf dem Verkaufstisch liegt eine Packung Paspertin Zäpfchen. Da ich nicht weiss, warum sie da liegen, hebe ich sie in einer ruhigen Minute hoch und sage: „Für wo sind die?“

Kichernde Pharma-assistentin: „Ich dachte, Du als Apothekerin wüsstest das …“

Mückenstiche

Bei der Dossiereröffnung sollen wir die Leute jeweils nach Grundkrankheiten, anderen Medikamenten die sie nehmen und Allergien fragen. Das ist manchmal schwieriger als es sich anhört.

Pharmama: Haben sie irgendwelche Allergien?“

Kunde: „Ja, Mückenstiche.“

Pharmama: „Gibt es Medikamente gegen die sie Allergisch sind?“

Kunde (lauter) „Mückenstiche!“

Pharmama: „Ok, die bekommen sie von uns nicht.“

Das Menschenmögliche

Einer der Gründe für die hohen Kosten des heutigen Gesundheitssystems sind – paradoxerweise – die medizinischen Fortschritte. Wir können heute sehr viel tun, um einen Menschen am Leben zu erhalten.

Die Frage ist nur: sollten wir es auch?

Das ist ein sehr heisses Thema, um das sich nicht nur Mediziner und Ökonomen streiten. Man hat Ethikkommissionen eingesetzt um wenigstens ein paar Richtlinien zu finden, aber im Endeffekt (kein absichtlicher Witz) sind wir es, die das entscheiden.

Im Spital wird man beim Eintritt evaluiert und bekommt einen Status. Der bestimmt, ob man im Falle des Falles wieder belebt wird.  Der Status ist abhängig vom Alter, Lebensqualität und Allgemeinzustand. Man hat auch selbst die Möglichkeit mitzubestimmen, indem man zum Beispiel ein Patiententestament macht, in dem man ausdrücklich auf lebensverlängernde Massnahmen verzichtet.

Am Schluss entscheiden aber der Arzt und die nahen Verwandten.

Und hier mein Appell:

Ich habe es in meiner eigenen Familie schon mitbekommen, wie man seinen lieben Verwandten nicht „gehen lassen“ konnte und dann nur um seinetwillen (nicht um den Willen des Todkranken) diese noch gequält hat mit medizinischen Behandlungen weit über den Punkt hinaus, der sinnvoll und menschlich gewesen wäre.

Beispiel: Wenn jemand aus einem Altersheim, mit Alzheimer im fortgeschrittenen Stadium, der schon lange Bettlägerig ist, wegen einem Hirnschlag inkontinent, nur noch via Magensonde ernährt werden kann … wenn dieser jetzt noch ins Spital kommt wegen einer akuten Lungenentzündung …

Dann gibt es mehrere Dinge die man tun kann. Man gibt logischerweise Sauerstoff und hängt ihn an den Tropf um wieder Flüssigkeit zuzuführen. Antibiotika gegen die Lungenentzündung, eventuell Morphium, falls er Schmerzen hat.

Und dann sollte es genug sein. Ich finde, man soll einen Menschen in Ruhe und Würde sterben lassen, wenn es denn Zeit ist.

Und nicht noch, wenn das Herz dann versagt ihn mit Medikamenten voll pumpen und schocken. Und ihn an das Beatmungsgerät hängen und möglicherweise noch einen Herzschrittmacher. Natürlich lebt er dann noch länger. Aber ist ihm dann geholfen?

Kaum. Trotzdem gibt es so viele Fälle, wo die Familie nicht zulässt, dass er seinen Weg geht. Natürlich ist der Tod eines Menschen traurig für alle, aber jemanden leiden zu lassen (denn leben ist das wohl nicht mehr) nur damit man sich selbst besser fühlt …. und der Moment der kommen wird herausgezögert wird …. das finde ich nicht fair.

In manchen Fällen ist es jedoch nicht so einfach eine Grenze zu ziehen.

Was ist mit dem Baby mit schwerstem Herzfehler das nur mit mehreren komplizierten und langandauernden Operationen überleben wird und die ersten paar Jahre mehr im Krankenhaus, als zu Hause sein wird?

Es kann vielleicht einmal ein fast normales Leben führen. Wieviel Schmerz wollen die Eltern ihm Zumuten? Oder sagt man: das gehört halt zum Leben dazu?

Wann sagt man bei einem Motorradunfallopfer mit schwersten Hirnverletzungen und schliesslich Hirntod: jetzt ist genug? Den Körper können wir noch Jahrzehnte am Leben erhalten, deshalb kommt die Person aber nicht mehr zurück.

Solche Entscheidungen sind sehr schwierig – und oft sind es die Verwandten, die eigenen Kinder, der Ehepartner, die sie treffen müssen.

Darum: wenn Du eine Meinung dazu hast, sag es deinen Liebsten. Vorher. Irgendwann könnte es zu spät sein.

Innovative Werbung

Zugegeben: Werbung kann nervend sein. Vor allem, wenn man immer und überall damit berieselt wird.

Aber: es gibt auch sehenswerte Ausnahmen. So wie diese hier:

Auf dieser Seite finden sich 30 hervorragende Beispiele für innovative Print-Werbung. Bei manchen ist nicht sofort ersichtlich, um was es geht … der „Aha-Effekt“ ist dafür umso lustiger!

Facepalm

Ein „Facepalm“ nennt man es, wenn man seine Hand und sein Gesicht aufeinander bringt: z.B. die Hand auf das eigene Gesicht legt (oder klatscht) als Ausdruck eines gemischten Gefühls aus Humor, Unglauben oder Abscheu und Beschämung. Zum Beispiel wenn man von einem ausgesprochen schlechten Witz überrascht wird oder als Reaktion auf einen sehr dummen Ausspruch.

Man kann das Gesicht natürlich auch auf die Hände bringen um den gleichen Effekt zu zeigen.

Beides macht man eher bewusst als Zeichen für die gemachte Aussage … im Umgang mit Kunden ist das nicht zu empfehlen.

mehr „Facepalms“ von Berühmten: hier.

Pulverisiert

Eine ältere Frau beklagt sich in der Apotheke, dass in ihrer Medikamentendose (mit Tabletten) nur noch Pulver drin sei.

Wir bitten sie, doch mit der Dose wieder vorbeizukommen.

Nun, es war nicht Pulver. Die Frau hatte Augenprobleme und was sie gesehen hat war die Watte, die in der Dose oben drin ist, damit die Pillen nicht so hin und herfallen.

Aber kann mir mal jemand erklären, warum sie die Marcoumar seit neustem nur noch in der Dose und nicht mehr im Blister machen? Ist das günstiger für die Firma? Das ist unhygienischer, die Tabletten ziehen eher Wasser und gehen schneller kaputt und man sieht nicht so schnell, ob man jetzt eine genommen hat oder nicht.

Symptomlos …

Neulich in der Apotheke:

Kundin (mit gebrochenem Deutsch): „Ich brauche etwas gegen Erkältung“
Apothekerin: „Was für Symptome haben Sie denn?“
Kundin: „Weiß ich nicht, ich war nicht beim Arzt.“

mit bestem Dank an Kathrin aus Deutschland für diesen Beitrag !

Anatomie … ungenügend

Auf einer amerikanischen Medikamentenpackung:

„2 Kapseln pro Vagina vor dem Schlafen während 8 Wochen“

Quelle

Starke Schmerzen

„Ich muss kotzen.“

Das sagte letzthin ein junger Mann, der kurz vor Ladenschluss in die Apotheke kam.

–  rasch den Abfalleimer gebracht – lieber da rein als auf den Boden.

Er drückt mir ein Rezept vom Spital in die Hand, aus dem er offenbar direkt kommt.

Bevor ich anfange die Medikamente (3 Arten Schmerzmittel und Muskelrelxans) zusammenzusuchen, bringe ich ihm noch ein Glas Wasser und lasse ihn hinsitzen.

Wie ich fertig bin mit eingeben, geht es ihm etwas besser, so dass ich ihn auch fragen kann, was er denn hat.

„Nierenstein“ – sagt er. „Im Spital ist es besser gegangen, jetzt fängt es wieder an. 4mm Durchmesser und er ist noch nicht draussen.“

Ok, das erklärt seine heftigen Schmerzen. Ich leide ein bisschen mit ihm, denn mein Kuschelbär hat das auch schon gehabt.

Nierenkoliken gehören zusammen mit den Geburtsschmerzen zu den übelsten.

Ich gebe ihm den Rat, den mein Mann bekommen hat: „Viel laufen und Treppensteigen. Das hilft etwas gegen die Schmerzen und der Stein kommt leichter raus.“

Was der junge Mann auch muss, ist durch ein Sieb pinkeln – bis der Stein gefunden ist. Wenigstens haben sie ihm diesmal im Spital eins mitgegeben,

Ich hatte mal den Fall, wo so ein Urinsieb auf dem Rezept stand. Das ist ein bisschen blöd, weil man die Dinger nur im Multipack zu 10 Stück bekommt und sie dann etwa 200 Franken kosten – und nicht von der Versicherung bezahlt werden. Das heisst, entweder zahlt der Patient alles (200 Franken für ein Sieb???) oder er zahlt 20 Franken und ich bleibe auf 9 Sieben im Wert von 180 Franken sitzen, die ich dann nie mehr brauche. Beides nicht gerade optimal.

Ich habe ihm dann geraten, im Migros oder Coop doch so ein Teesieb mit engen Maschen zu kaufen, die kosten nur ein paar Franken und eignen sich für den Zweck genauso.

Aber zurück zu den Schmerzen: Was sind die schlimmsten Schmerzen, die Du je ertragen musstest? Und (weil wir Naturwissenschaftler immer alles statistisch haben müssen) auf einer Skala von 0-10 wobei 0 = ‚gar kein Schmerz’ und 10 = ‚so starke Schmerzen, dass ich lieber tot wäre’ ist, wie stark waren sie?

Ich bin überhaupt nicht Schmerzerfahren. Gelegentlich habe ich ziemliche Migräne, aber über eine 7 geht auch die nicht hinaus.

Schwamm drüber!

„Hast Du Schwämme?“ fragt mich die burschikos gekleidete, etwas stämmigere Frau – und ich muss zugeben, ich bin etwas vor den Kopf gestossen. Im Normalfall redet man in der Schweiz Leute die man nicht kennt mit „Sie“ an, nicht mit Du. Das Du ist entweder sehr persönlich oder – wenn ich die Person eben nicht kenne- herablassend bis fast beleidigend.

Jedenfalls lasse ich mir erst mal nichts anmerken und bringe sie zu unseren Badeschwämmen: „Wir haben diese hier. Die hier (zeige) sind natürliche Meeresschwämme und die hier sind die künstlichen“.

Frau: „Oh, ich meine nicht Schwämme zum waschen, ich meine solche für die Periode.“

Pharmama: „Schwämme statt Tampon? Ich habe da mal etwas darüber gelesen, aber ich wusste nicht, dass man die heute noch braucht.“

Frau: „Sowas. Ich dachte ihr hättet die. Jetzt muss ich wohl doch wieder in einen Sexshop. … Aber danke vielmal für die Beratung – streicht mir über den Arm. Du bist ja ganz nett.“

Pharmama: Sprachlos ob soviel Nähe.

Frau: „Na dann bis bald mal! Tschüss!“

Hinter mir kichernd die halbe Belegschaft: „Sag mal – hat die gerade versucht dich anzumachen?“

Das war fast eine Karikatur von einer Lesbe  (entschuldigt den harten Ausdruck)– also sooo habe ich mir das nicht vorgestellt.

Ich glaub ich brauch jetzt auch einen Schwamm – zum waschen.

Ich habe nichts gegen homosexuelle Leute. Ich hab nur was dagegen plump angemacht zu werden, egal von welchem Geschlecht!

Belauscht (2)

Aus Essen, D:

In der Apotheke steht vor uns ein älterer Ausländer. Er spricht zwar verständliches, aber doch leicht gebrochenes Deutsch.

Kunde: “Ich brauche Nasenspray?”
Apothekerin: “Von Ratiopharm?”
Kunde: “Nein, gegen Schnupfen!”

Von der Website Belauscht.de

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