Archiv für den Monat Oktober 2009

Wovor hast Du Angst?


Vor Spinnen habe ich ja nicht Angst, was wohl daran liegt, dass es in unseren Breitegraden nicht gerade viele giftige gibt, vor denen man sich in Acht nehmen muss. Schön finde ich sie trotzdem nicht. Für Schlangen gilt etwa dasselbe, wobei ich denen zumindest optisch etwas abgewinnen kann.

Wirkliche Phobien – wie z.B. die Arachnophobie (Angst vor Spinnen) oder die Claustrophobie (Angst vor geschlossenen Räumen) können extrem einschränkend werden, v.a. wenn man sich ihnen nicht immer wieder mal stellt, sondern unangenehme Situationen vermeidet. Dann haben sie die Angewohnheit immer schlimmer zu werden, bis man z.B. nicht mehr den Lift nehmen kann, oder nicht mehr nach draussen geht aus Angst eine Spinne zu sehen.

Ich persönlich habe ja Flugangst (wenn es eine wirkliche Phobie wäre: Aviophobie), aber ich lasse mich darum nicht vom fliegen abhalten … und soll ich Euch etwas verraten? Das letzte mal, als ich während dem Flug so in Sorge war wegen Junior mit der Lebensmittelvergiftung, da hatte ich gar keine Zeit mich darüber zu ängstigen, dass das Flugzeug abstürzen könnte. Das war eine ziemlich erhellende Erfahrung, so dass ich mir jetzt auch weniger Sorgen mache um das nächste Mal.

Und vor was habt ihr Angst? – Wenn ihr euch denn getraut das zu sagen …
Eine Liste mit Phobien findet sich hier.

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Wie Bitte?!?

Zürcher Apotheker wollen kranke Ausländer anlocken

Titelt die 20 Minuten (zu finden hier). Gewohnt reisserischer Titel um ein wichtiges Thema.

Dabei geht es um das Problem, dass viele Ausländer bei Gesundheitsproblemen gleich in den Notfall gehen, weil sie nicht wissen, dass auch Apotheken beraten und zwar gratis – ein Problem, das auch die USA kennt – und bei weitem nicht nur bei Ausländern. Das führt zu enormen Kosten für das Gesundheitssystem, die sich relativ einfach dämpfen lassen könnten, indem man nämlich die Apotheke als erste Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen profiliert.  Darum startet eine  Infokampagne, wo auf diverse Dienstleistungen der Apotheken aufmerksam gemacht wird – in kyrillisch und vielen anderen Fremdsprachen.

Nun stösst das offensichtlich bei gewissen Ärzten nicht auf Verständnis:

Zitat: „Urs Stoffel, Präsident der Zürcher Ärztegesellschaft, ist skeptisch: Der Gang zur Apotheke sei bei kleinen Problemen durchaus sinnvoll, berge aber auch Risiken: «Den Apothekern fehlt die Ausbildung, um zwischen banalen und ernsthaften Erkrankungen zu unterscheiden.»

Wie Bitte?!?!  Waaaas?!? Also ich empfinde das persönlich als Affront. Das ist direkt beleidigend.

Triage (und das ist das Unterscheiden zwischen banalen und ernsthaften Erkrankungen) ist etwas was wir täglich und stündlich machen. Es ist Teil unserer Ausbildung und grosser Teil unserer Arbeit. Geschwollene Beine: Ödeme oder Thrombose? Kann der Schnitt / die Verbrennung / die Verletzung selbst behandelt werden oder geht man besser zum Arzt? Einfache Kopfschmerzen oder schlimmeres? Herzstechen: nervöse Herzbeschwerden oder Angina pectoris? Erkältung oder Grippe?

Glaubt der Herr Stoffel den Stuss den er da rausgelassen hat wirklich oder ist das wieder so was politisches?

Ich hoffe, dass der Apothekerverein (der Zürcherische oder der Schweizerische) sich da auf die Hinterbeine stellt und das schnellstens korrigiert! – nicht dass jemand das auch noch glaubt.

Sowas.

ich: Versuchskaninchen

Apotheker sind Pharmazeuten – und als solche auch an der Entwicklung von Medikamenten beteiligt – nicht nur am Verkauf und Vertrieb. Ein Grund mehr, die Forschung und Entwicklung ein bisschen zu unterstützen – und gleichzeitig etwas über die Prozesse zu erfahren, indem man sich als Versuchskaninchen für neue Medikamente oder Grundlagenforschung zur Entwicklung stellt.

Ich habe das bisher einige Male gemacht.

Das erste Mal der Vergleich von pflanzlichen Schlaftabletten gegenüber Placebo und Rohypnol (starkes Schlafmittel).

Dabei wurde geschaut, ob es beim pflanzlichen Schlafmittel auch einen Overhang gibt am nächsten Morgen, also ob man dann immer noch müde und reaktionslangsamer ist wegen dem Medikament. Die Studie war doppelblind und placebokontrolliert – also wusste weder Prüfer noch Proband (ich), was man bekommt. Ich musste am abend vorher einen Reaktionstest ablegen (etwas mit blinkenden Lichtern und Zahlen, sowie eine Fahrprüfung am Monitor) dann 2 Kapseln schlucken nachts um 1 Uhr – da war ich schon müde, weil ich da normalerweise tief schlafe, also kann ich nicht sagen, ob die Kapseln etwas gebracht haben. Dann am Morgen noch einmal derselbe Reaktionstest und Fahrprüfung. Ich schnitt besser ab als am Abend vorher – typisch Lerneffekt. Die spätere Auswertung zeigte dann auch, dass ich das Placebo hatte.

Ein paar Tage später ein Anwendungstest zur Entwicklung von einem pflanzlichen Schlafsirup. Das kann man schlecht gegen Placebo testen, denn der enthält Baldrian, das wirklich einen typischen Geruch hat und man nicht verstecken kann. Da musste ich wieder einen Fahr- und Reaktionstest machen, ausserdem Seitenweise p’s, d’s, q’s und b’s anstreichen. Dann den Sirup nehmen, eine halbe Stunde warten und das Ganze nochmals. Dann war ich entlassen. Dazu kann ich nur sagen: der Sirup wirkt: auf dem Nachhauseweg bin ich um ein Haar mitten in der Stadt auf dem Bus eingeschlafen.

Dann eine Studie zu PMS – das ist das Prämenstruelle Syndrom. Den Frauen dürfte das Problem bekannt sein: vor und mit Beginn der Periode auftretende Probleme wie Kopfschmerzen, Migräne, Brustspannen, Bauchkrämpfe, sehr schmerzhafte Blutungen, Stimmungsschwankungen … ja, ja, macht ihr Männer nur Witze wie Hormongesteuert wir Frauen sind. Das war auch ein Ziel der Untersuchung: zu schauen, ob die Probleme eventuell von einem phasenweise erhöhten Prolactinspiegel herstammen können … und ob ein pflanzliches Medikament mit Vitex agnus castus (Mönschspfeffer) einen Einfluss auf Hormonspiegel und Beschwerden hat. Dazu gehörte eine einige Monate lange tägliche Einnahme des Medis, Fragebogen und regelmässige Blutentnahmen. Auch da kann ich sagen: Das Medikament wirkt .. es braucht etwas Anlaufzeit (3 Wochen mindestens) und man muss es täglich nehmen. Wenn man es absetzt ist auch die Wirkung bald w … nun ja. Ich habe zum Glück nur mässig PMS, was sich mit Schmerztabletten im Zaun halten lässt.

Und zuletzt noch eine Studie zu Malariamedikamenten. Da haben meine Eltern auch mitgemacht, als wir zusammen in Südafrika waren. Jeder von uns bekam eigene Kapseln mit, zu nehmen jeweils 1 abends, anzufangen 1 Woche vor bis 2 Wochen nach dem Malariagebiet. Was wir bekamen wussten wir nicht, wir mussten nur unsere Erfahrungen festhalten. Da weiss ich bis heute nicht, was es war – aber es ist ein Medikament, das ich nicht speziell gut vertragen habe – es machte mir Kreislaufprobleme und Übelkeit. Lariam hatte ich inzwischen auch schon, das vertrage ich – es macht nur eine Menge seltsame Träume. Malarone hatte ich auch schon – und keinerlei Probleme damit.

Ich sage nicht, dass man sich unbedacht als Versuchskaninchen zur Verfügung stellen soll, aber es kann eine interessante Erfahrung sein, nutzt der Forschung und gelegentlich gibt es sogar etwas Geld.

Hat jemand von Euch auch schon so etwas gemacht?

Gute Nacht! Gute Nacht?

Noch ein Fundstück im Internet:

Ein 38jähriger Mann hat ein paar Charts zu seinen Schlafproblemen gemalt.

Darunter fallen Moskitos, Geräusche, Harndrang … und offensichtlich ist er auch ein Papa:

„Besuch aus dem Kinderzimmer: es fängt so kuschelig an und dann …“

Das kommt mir (und Euch sicher auch, wenn ihr Eltern seid) SOOO bekannt vor!

Mehr hier. (in Englisch)

Das können Sie sich abschminken!

aus Amerika:

Kundin in der Drogerie: „Ich begreife es wirklich nicht. Ich gebe wirklich auf meine Haut acht, ich mache Gesichtsbehandlungen, benutze nur hochwertige Gesichtspflege und Make up … und trotzdem habe ich immer diese Hautprobleme.“

Drogistin: „Nun, es könnte sich ja um etwas simples wie eine Art Allergie handeln, vielleicht vertragen sie einfach etwas im Make-up nicht. Haben sie immer dasselbe Make-up benutzt?“

Kundin: „Ja! Und nur das Beste! Ich kann nicht allergisch darauf sein.“

Drogistin: „Vielleicht ist es auch etwas anderes. Was benutzen sie zum abschminken?“

Kundin: „Zum was?“

Drogistin: „Zum abschminken abends, was benutzen sie da?“

Kundin: „…“

Drogistin: „Haben sie ein Reinigungsmittel oder nehmen sie Wasser und Seife?“

Kundin: „Ich schminke mich nicht ab. Sollte ich?“

Drogistin: „Ähhh ja. Make up kann ihre Poren verstopfen, wenn man es ständig drauflässt. Warum nehmen sie es denn nicht ab?“

Kundin: „Naja, falls ich nachst aufstehen muss, wenn jemand an der Türe ist.“

Drogistin: „Nachts??“

Kundin:Mein Sozialleben geht sie gar nichts an! Sie haben sicher nicht viele Freunde, oder?“

Fräulein … mit 85

Ich weiss nicht wie andere weibliche Angestellte das sehen, aber ich dachte schon zu Beginn meiner Karriere vor über 10 Jahren dass „Fräulein“ als Bezeichnung überholt, veraltet und eigentlich ausgestorben sein sollte. Ich reagiere auf „Entschuldigung?“ „Hallo?“ „Könnten Sie mir helfen?“ und meistens schon auf einen suchenden Blick. Ausserdem habe ich einen Namen – der auf dem Namensschild deutlich sichtbar ist und wenn man mich damit adressiert, dann besser mit „Frau Pharmama“ als „Fräulein Pharmama“.

Normalerweise akzeptiere ich das Fräulein von älteren Personen – ich glaube das ist einfach noch nicht bis zu ihnen durchgedrungen, dass das nicht mehr „in“ ist – oder aber alte Gewohnheiten sind schwer abzulegen.

Im Gegensatz dazu nenne ich natürlich auch niemanden Fräulein … bis auf Fräulein Weiss*, eine alte Kundin, die darauf besteht. Sie ist inzwischen 85 und hat mir mal deutlich erklärt, dass man – solange man als Frau unverheiratet ist – sie als Fräulein anzusprechen hat. Dementsprechend machte es ihr viel Freude trotz meinem Protest, mich als Fräulein Pharmama zu betiteln.

Jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, als ich heiratete. Als sie das nächstemal kam –sagte ich: „Und übrigens ist der Name jetzt „Frau Pharmama“ – Fräulein Weiss.“

Aaaah, endlich!

*ja, auch der Name ist natürlich geändert.

So, so.

Wenn wir etwas bestellen müssen, bekommt der Kunde einen Abholzettel. Speziell bei Rezeptpflichtigen Sachen müssen wir diesen Zettel beim abholen wieder haben – das oder einen Ausweis (und eine Unterschrift). Der Grund ist, dass die Person nicht später mit dem (wiedergefundenen) Zettel kommt und es – noch einmal abholen will. Und damit verhindern wir auch einen gewissen Missbrauch – da könnte ja jeder kommen …

Genug der Vorrede.

Apothekerin: „Wenn ich ihnen das abgeben soll, muss ich von ihnen einen Ausweis haben. Haben sie eine Krankenkassenkarte?“

Kunde: „Nein.“

Apothekerin: „Einen Führerschein?“

Kunde: „Nein.“

Apothekerin: „Einen Pass vielleicht?“

Kunde: „Habe ich im Auto liegenlassen …. „

So, so.

Auflösung zum Quiz 4

1. Mückenstiche oder?

Im Sommer: Eine Mutter kommt in die Apotheke und möchte etwas gegen Juckreiz. Sie berichtet: „Meine beiden Söhne, beides Primarschüler, waren gestern um Schwimmbad, wo sie offenbar von Mücken gestochen wurden. Als sie nach hause kamen fielen mir beim einen vereinzelte Stiche auf. Diese sind über Nacht noch deutlicher zu Tage getreten und jucken stark. Es haben sich sogar vereinzelte Bläschen gebildet, Auch beim älteren Bruder sind sie nun deutlich sichtbar. Er hat etwas Fieber.“

„Sie waren bis vor 10 Tagen in einem Pfadilager und sind seit ihrer Rückkehr fast jeden Tag zusammen im Schwimmbad gewesen. Aber dass sie derart verstochen werden, ist mir noch nie vorgekommen.“

Was ist die Verdachtsdiagnose? Was sind die möglichen Komplikationen? Behandlungsvorschläge?

Verdacht: nicht Mückenstiche sondern Windpocken (auch Wilde Blattern genannt): Bläschen die jucken und mehr werden, Fieber und Inkubationszeit deuten darauf hin.

Komplikationen: wenn man kratzt Superinfektion und Narbenbildung, Hirnhautentzündung. Problem auch die Umgebung: wenn man es als Erwachsener bekommt ist es wesentlich unangenehmer.

Behandlung: Fenistil Tropfen (Antihistaminikum und juckreizstillend), Tannosynt Lösung (künstliche Gerbstoffe), Mentholpuder. Paracetamol bei Fieber, NICHT Aspirin, weil das sonst eventuell das Reye Syndrom auslösen könnte.

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2. Pflanzenmedizin – Phytotherapie

Man befindet sich zu Besuch bei einer Freundin in einer entfernten Gegend, wo es keinerlei Apotheke in der Nähe hat, aber das Haus hat einen grossen Garten …

Welche der folgenden Pflanzen könnte man denn brauchen gegen …

1D. leichte Herzbeschwerden – Weissdorn

2A. Husten –  Malve

3C. bei Magen-Darm Problemen und zum Beruhigen – Kamille

4B. Johanniskraut: Depressionen

.

3. Ordne die Nebenwirkungen den Medikamenten zu!

Die Medikamente

1B. Roaccutan (Isotretinoin)

Bei Patienten, welche mit … behandelt wurden, wurde über Depressionen, Verschlechterung bestehender Depressionen, Angstgefühle, Tendenz zu Aggressivität, Stimmungsschwankungen, psychotische Symptome und, sehr selten, Suizidversuche und Suizide berichtet.

macht bei Vorbelasteten Depressionen bis zur Selbstmordgefährdung und auch Probleme bei Schwangeren: Missbildungen, ist Teratogen
2C -Deroxat (Paroxetin)

Folgende Symptome können bei Neugeborenen nach der maternalen Anwendung von ….  in den späten Stadien der Schwangerschaft auftreten: Atemnot, Zyanose, Apnoe, Krampfanfälle, instabile Körpertemperatur, Schwierigkeiten beim Trinken, Erbrechen, Hypoglykämie, muskulärer Hypertonus oder Hypotonus, Hyperreflexie, Tremor, Reizbarkeit, Lethargie, Schläfrigkeit, Schlafstörungen und ständiges Schreien.

nicht grad toll für ein Antidepressivum wenn es Schreibabies produziert

3A- Stilnox (Zolpidem)

Somnolenz am Tage, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, verschlimmerung der Schlaflosigkeit, anterograde Amnesie (allein oder in Verbindung mit unangepasster Verhaltensweise). Herabsetzung der Aufmerksamkeit, Gangstörungen

rückwirkender Gedächtnisverlust und seltsames Verhalten: darum mögen sie das nicht unbedingt in Flugzeugen…

4D- Levitra (Vardenafil)

Gelegentlich: Sehstörungen (vorwiegend visuelle Störungen, aber auch erhöhte Lichtempfindlichkeit), Konjunktivitis, Farbensehen (leichte und vorübergehende Beeinträchtigungen des Farbunterscheidungsvermögens im Blau/Grün- und Purpur-Bereich auf), feuchte Augen. Selten: Glaukom.

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4. Absetzen oder weiternehmen?

Ein Kunde kommt mit einer Liste Medikamente die er regelmässig nimmt. Jetzt hat er in ein paar Wochen eine Operation.

Auf jeden Fall muss er das aber mit dem behandelnden (und operierenden) Arzt absprechen. In manchen Fällen kann man manche Medikamente trotz Blutverdünnung weiternehmen. Ganz offensichtlich gibt es ja auch nicht planbare Operationen und bei denen geht es dann auch … irgendwie

Die folgenden sind Blutverdünnend und man sollte ein Absetzen etwa 1 Woche vor der Operation  in Betracht ziehen: 2,3,4

2. Umckaloabo/Pelargonium: bei Ärzten vielleicht noch nicht so bekannt. Noch ein pflanzliches Medikament das blutverdünnend wirkt – habe ich schon an mir ausprobiert, das gibt nette blaue Flecken.

3. Aspirin Cardio – eigentlich klar, man nimmt es ja genau dafür, ist aber nicht so schlimm, wie z.B. Marcoumar.

4. Symfona: auch Gingko wirkt blutverdünnend – und vielleicht auch darum verbessernd auf die Durchblutung im Gehirn, also für das Gedächtnis.

Absetzen nicht nötig: 1,5

1. Sortis (Atorvastatin) gegen den hohen Cholesterinspiegel

5. Beloc Zok (Metoprolol) Gegen den hohen Blutdruck

v.a. Beloc Zok sollte man nicht abrupt Absetzen, da das grosse Probleme machen kann – das muss man ausschleichen.

Dementsprechend haben die meisten richtigen Antworten gegeben:

1. Nessa: praktisch alles Richtig! 16.5 Punkte

2. Florence und Susanne mit je 14 Punkten

3. Pharmaassistentin i.a. und dr.geldgier mit je 12 Punkten

Knapp dahinter nicoretta (11), der chefarzt (10), stefan (9.5), Helene (9)

dann folgen torschtl, NK und Knaller  – denen ich fürs Mitmachen danke. Ja, es war ein Quiz für „Fachpersonen“ und dementsprechend schwierig.

Quicky (6)

Frau (ziemlich laut und direkt – in der vollen Apotheke): „Mein Freund hat sich gerade den Penis piercen lassen und er beklagt sich, dass es noch so empfindlich ist. Was kann er da draufschmieren?“

Draufschmieren sollte man da nichts, weil das Fett in Salben die Wundheilung verhindern kann. Desinfizieren, vor Verunreinigung schützen und … in dem Fall ein paar Monate (!) Abstinenz müssen reichen.

Neue Nachbarn gesucht

Nein, nicht bei mir … und auch nicht bei der Dame aus dem Post gestern. die Simpsons suchen neue Nachbarn.

Anlässlich des 20 jährigen Jubiläums (ja, jetzt fühle ich mich direkt alt, ich kann mich noch an den Anfang erinnern) kann wer will Vorschläge für neue Charaktere an die Macher der Simpsons schicken.

Übrigens: vielleicht besser nicht einen Apotheker …. denn genau genommen hatten sie den schon. Wusstet Ihr, dass Ned Flanders ursprünglich ein Pharmazeut war?

Ob er wohl aufgehört hat, weil er die Pille danach aus Religionsgründen nicht abgeben wollte? Eigentlich kann ich mir ihn eher in einem Labor als in einer Apotheke vorstellen…

Das rechts bin übrigens ich – simpsonized. Wenn die Seite wieder mal zu beschäftigt ist: hier noch eine Möglichkeit sich eine Simpsons-Figur zusammenzustellen.

Was? WAS? WAAAAAS??

Telefon: „… Apotheke, Pharmama am Apparat.“

weibliche Stimme: DIOVAAAAN!“

Pharmama: „Entschuldigen Sie?“

Kundin: „DIOVAAAAN!“

Pharmama: (etwas lauter) „Hallo?“

Kundin: „DIOVAAAAN!“

Pharmama: „ENTSCHULDIGUNG, aber ich brauche ihren NAMEN!“

Kundin: „Warum schreien sie denn?“

(Picture by Axel Hess von Jean-Luc Cornec’s „Telephone Sheep“ . Website Axel Hess)

Blasse Blätter

Kommt eine Frau mit je einer Flasche Alkohol 70%, Alkohol 96% und Wasserstoffperoxid 3% zur Kasse.

Frau: „Welche von denen riecht am stärksten?“

Pharmaassistentin (PA): „Nun, Wasserstoffperoxid riecht nach praktisch gar nichts, demnach einer der Alkohole – da riechen sie auch den Kampfer, den man zum vergällen dazugibt“

Frau: „Ich möchte die Gerüche mit denen auf meinen Pflanzen vergleichen um herauszufinden, was meine Nachbarn draufschütten, damit sie immer eingehen.“

PA: „Also, Alkohol verdunstet ziemlich schnell, das würde man auch nicht riechen auf den Pflanzen.“

Frau: „Und welches bleicht von denen?“

PA: „Das Wasserstoffperoxid, das braucht man ja auch zum Haare bleichen.“

Frau: „Also, ich will einfach herausfinden, was die benützen um meine Pflänzchen umzubringen.“

PA: „Das tut mir leid zu hören, aber … es gibt ja auch Pflanzenkrankheiten, die blasse Blätter machen …“

Frau:Ja, Danke vielmals. Ich nehme einfach all die drei Flaschen und schaue zuhause mal.“

Das war übrigens im Sommer – ich hoffe, sie denkt das im Herbst nicht auch noch … sonst müsste man um die Nachbarn fürchten.

Apotheken-Quiz 4

Das ist mein viertes Quiz (bei Interesse: hier ist das erste, zweite, dritte). Mitmachen kann wie immer wer will. Die Kommentare werden bis zur Auflösung des Quizzes (am Montag) nicht angezeigt. Viel Spass!

1. Mückenstiche oder?

Im Sommer: Eine Mutter kommt in die Apotheke und möchte etwas gegen Juckreiz. Sie berichtet: „Meine beiden Söhne, beides Primarschüler, waren gestern um Schwimmbad, wo sie offenbar von Mücken gestochen wurden. Als sie nach Hause kamen fielen mir beim einen vereinzelte Stiche auf. Diese sind über Nacht noch deutlicher zu Tage getreten und jucken stark. Es haben sich sogar vereinzelte Bläschen gebildet, Auch beim älteren Bruder sind sie nun deutlich sichtbar. Er hat etwas Fieber.“

„Sie waren bis vor 10 Tagen in einem Pfadilager und sind seit ihrer Rückkehr fast jeden Tag zusammen im Schwimmbad gewesen. Aber dass sie derart verstochen werden, ist mir noch nie vorgekommen.“

Was ist die Verdachtsdiagnose? Was sind die möglichen Komplikationen? Behandlungsvorschläge?

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2. Pflanzenmedizin – Phytotherapie

Man befindet sich zu Besuch bei einer Freundin in einer entfernten Gegend, wo es keinerlei Apotheke in der Nähe hat, aber das Haus hat einen grossen Garten …

Welche der folgenden Pflanzen könnte man denn brauchen gegen …

1. leichte Herzbeschwerden

2. Husten

3. bei Magen-Darm Problemen und zum Beruhigen

4. … und für was ist die die übrig bleibt gut?

.

3. Ordne die Nebenwirkungen den Medikamenten zu!

Die Medikamente

1. Roaccutan (Isotretinoin)

2. Deroxat (Paroxetin)

3. Stilnox (Zolpidem)

4. Levitra (Vardenafil)

Die Nebenwirkungen (entnommen aus der schweizerischen Packungsbeilage – so oder ähnlich steht es auch in den anderen Ländern drin):

A Somnolenz am Tage, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, verschlimmerung der Schlaflosigkeit, anterograde Amnesie (allein oder in Verbindung mit unangepasster Verhaltensweise). Herabsetzung der Aufmerksamkeit, Gangstörungen

B Bei Patienten, welche mit … behandelt wurden, wurde über Depressionen, Verschlechterung bestehender Depressionen, Angstgefühle, Tendenz zu Aggressivität, Stimmungsschwankungen, psychotische Symptome und, sehr selten, Suizidversuche und Suizide berichtet.

C Folgende Symptome können bei Neugeborenen nach der maternalen Anwendung von ….  in den späten Stadien der Schwangerschaft auftreten: Atemnot, Zyanose, Apnoe, Krampfanfälle, instabile Körpertemperatur, Schwierigkeiten beim Trinken, Erbrechen, Hypoglykämie, muskulärer Hypertonus oder Hypotonus, Hyperreflexie, Tremor, Reizbarkeit, Lethargie, Schläfrigkeit, Schlafstörungen und ständiges Schreien.

D Gelegentlich: Sehstörungen (vorwiegend visuelle Störungen, aber auch erhöhte Lichtempfindlichkeit), Konjunktivitis, Farbensehen (leichte und vorübergehende Beeinträchtigungen des Farbunterscheidungsvermögens im Blau/Grün- und Purpur-Bereich auf), feuchte Augen. Selten: Glaukom.

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4. Absetzen oder weiternehmen?

Ein Kunde kommt mit einer Liste Medikamente die er regelmässig nimmt. Jetzt hat er in ein paar Wochen eine Operation. Welche der Medikamente sollte er vorher – natürlich unter Absprache mit dem Arzt absetzen? Welche weiternehmen?

1. Sortis (Atorvastatin) gegen den hohen Cholesterinspiegel

2. Umckaloabo Tropfen (Pelargonium Sidoides) gegen die chronische Bronchitis

3. Aspirin Cardio (Acetylsalicylsäure) als Thromboseprophylaxe wegen seinem Herzproblem

4. Symfona forte (Gingko Biloba Präparat) gegen seine Gedächtnisprobleme

5. Beloc Zok (Metoprolol) Gegen den hohen Blutdruck

Die Kunst der Reklamation

Ich weiss noch, wie ich das Problem mit einem anderen Kunde hatte, aber trotzdem war das hier … anders.

Ein herziges älteres Fräulein kommt in die Apotheke und fragt: „Ist die nette Dame von gestern nicht hier heute?“

Weil sie mir die Haarlänge zeigt, weiss ich, dass es sich um meine Kollegin handeln muss. „Nein, sie arbeitet heute nicht, aber vielleicht kann ich ihnen helfen?“

Frau: „Ja, vielleicht. Sehen sie, ich habe bei ihr gestern das hier gekauft (zieht eine Packung Bepanthen plus Salbe heraus) und zuhause zeigt mir meine Freundin das hier“ (zeigt auf den Aufdruck auf der Lasche, wo Charge und Verfall draufsind).

Pharmama: „Ja? Darf ich mal sehen?“

Frau: „Ja. Ich glaube hier steht … Feb 09 … könnte es sein, dass die Packung abgelaufen ist?“

Ich schaue es mir an. Da steht wirklich Feb09, allerdings steht davor: MFD Feb09,

also erkläre ich: „Sehen Sie das MFD? Das heisst ManuFacturing Date. Das ist das Herstellungsdatum. Schauen Sie, darüber steht EXP Okt12: Das ist das Verfallsdatum. Die Packung ist noch 3 Jahre lang gut.“

Frau: „Oh, da bin ich aber erleichtert …. vor allem, das ich nicht hier hineingestürmt bin und sie angeschrieen habe …“

Pharmama: „Ja, da bin ich auch froh!“

Wir lachen uns an und sie geht zufrieden wieder.

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