Archiv für den Monat September 2009

Entscheidungshilfe

Kunde: „Was ist besser? Algifor-L forte oder Saridon 400?“ *

Pharmaassistentin: „Das ist eigentlich dasselbe, da ist keines besser oder schlechter.“

Kunde: „Ok, also für meine Knieschmerzen, welches nehme ich da?“

Pharmaassistentin: „Welches sie wollen, sie sind gleich.“

Kunde: „Ok, welches wird besser wirken?“

Pharmaassistentin: „Schauen Sie, DA steht Ibuprofen 400mg und HIER steht Ibuprofen 400mg – es ist das gleiche drin!“

Kunde: „Jaaaa … aber da steht ein anderer Name drauf, also MÜSSEN sie unterschiedlich sein.“

Pharmaassistentin: „Nun, die Herstellerfirma ist unterschiedlich.“

so ging es noch ein paar Minuten weiter, dann:

Kunde: „Können sie nicht die Kollegin fragen, welches ich nehmen soll?“

Pharmaassistentin: „Ja, klar.“

Sie kommt zu mir, ich habe das ganze mitbekommen, also mache ich es kurz: „Sag ihm einfach er soll das Saridon* nehmen, das ist kleiner und leichter zu schlucken …“

– manchmal muss man dem Kunden die Entscheidung einfach abnehmen … meist mache ich das mit „Also ich würde …, weil …“

*Es könnte auch Alges-X, Perskindol dolo, Iproben, Dismenol, Dolo-Spedifen, Nurofen, Treupel dolo  oder sonst was gewesen sein. Ich will hier keine Markenwerbung machen, sondern nur zeigen, dass in verschiedenen Medikamenten dasselbe drin sein kann.

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Still-end

Da war letzhin eine Frau in der Apotheke mit einer Frage betreffend Antibiotika während dem Stillen. Während ich sie mit ihrem Problem beriet, hatte ich meine Augen auf einem etwa 2-3 Jährigen Kind, das gerade Anstalten machte, unser Zahnbürsten-Regal auseinander zu nehmen. Erst als die Frau während der Beratung in Richtung Kind nickte realisierte ich, dass das Kind, dass sie stillte DIESES wilde 2-3 jährige war.

Sie glaubte mir auch nicht, dass Stillen mit diesem Antibiotikum zusammen ging. Aber eigentlich dachte ich bei mir: „Wäre es vielleicht nicht auch an der Zeit mit dem Stillen aufzuhören?“

Das Kind war fast 3 Jährig. Wild. Mit Zähnen.

Stillen ist gesund – und am Anfang kann das Baby ja nichts anderes zu sich nehmen als Milch. Und Muttermilch hat die perfekte Zusammensetzung … und ist ideal zur Allergieprävention. Und dann kommt die Zeit, wo man Breis gibt und dann normales Essen … und irgendwie finde ich es seltsam darüber hinaus weiterzustillen.

Und ihr?

kein Kaffee

(Nicht von mir, aber ich find’s einfach … geil. )

Kunde kommt mit einem grossen Rezept.

Apothekerin: Es wird ein paar Minuten gehen, bis das Rezept fertig ist.“

Kunde: „Bei Starbucks dauert es nie solange wie bei ihnen!“

Apothekerin: „Das hier ist ja auch eine Apotheke und  kein Kaffeeshop.“

Kunde: „Ich sehe nicht ein, wo da gross ein Unterschied sein soll: Ich gebe meine Bestellung ab und sie führen sie aus!“

Apothekerin: „Der Unterschied ist, dass wenn sie bei Starbucks einen Fehler machen, dann bekommen sie einen Entkoffeinierten Milchkaffee statt einem Caramel Macchiato und wenn wir einen Fehler machen sterben sie.

… Es dauert ein paar Minuten, ok?“

Etwas krass ausgedrückt, aber nicht ganz unwahr.

‚Da unten‘

Eine Kundin kommt und fragt nach einem Läusemittel.

Nachdem die Pharmaassistentin ihr eins empfohlen hat und ihr etwa 10 Minuten lang die Anwendung erklärt hat, sagt sie:

„ … Kann ich das auch ‚da unten’ benutzen?“

(Uiii, schon wieder Filzläuse?)

Placebo auf Rezept

Rezept:

„1OP Placebo XXX Tbl“

Das habe ich in den jetzt 10 Jahren erst ein einziges Mal gesehen. Von daher hat mich das Rezept erst mal vor ein paar grössere Probleme gestellt, denn: an Lager habe ich das nicht.

Für Laien: Placebo (vom lateinischen „ich gefalle“ ) sind im Prinzip Arzneimittel die keinen Wirkstoff enthalten. Dummies sozusagen.

Unser Grossist hat das nicht. Bei der telefonischen Nachfrage meinten sie, ich könne es noch in Deutschland oder bei der Firma Spirig probieren.

Die Firma Spirig stellt tatsächlich Placebotabletten her, wie sie mir am Telefon erklären. „Was für welche sollen es denn sein?“ Sie haben alle Arten, im Prinzip kann ich ihnen sagen wie sie aussehen sollen (rund, oval, mit oder ohne Bruchrille, verschiedene Grössen, Farben ..) aber … ich muss gleich 5000 Stück nehmen.

Wow. Ich brauche höchstens 100. Der Grund für die Riesenmenge ist wohl, dass sie Placebotabletten hauptsächlich für Studien herstellen.

In Deutschland bekomme ich schliesslich meine Placebos. Offensichtlich brauchen sie das dort doch noch ab und zu.

Ich hab dem Arzt noch angerufen, was ich denn auf die Packung schreiben soll. „Ach ja“, sagt er „Schreiben sie es an mit ‚bei Bedarf 1 Tablette einnehmen.’“

Die Kundin war zufrieden.

Natürlich kann ich auch noch selbst Kapseln abfüllen mit z.B. Mannitol oder Traubenzucker, aber dann sind sie nicht in einem Blister, sondern in einem Döschen abgepackt – und natürlich ohne spezielle Packung, so sieht das nicht soooo professionell aus – und das Aussehen ist die halbe Wirkung, nicht nur was Placebos betrifft …

Noch nie …

Vorausschickend: wir verlangen für die etwa 15 Minütige, persönliche Beratung für die Abgabe der „Pille danach“ eine kleine Beratungspauschale- dabei sind wir immer noch günstiger als ein Besuch bei der Frauenärztin oder im Spital. Darauf weise ich die Frauen auch vor Beginn des ganzen Procedere hin.

So wie heute.

Reaktion der jungen Frau im O-Ton:

„Waaas? Seit wann denn das? Das hatte ich ja noch nie!“

… womit dann wohl auch Frage 10 (oder so) geklärt wäre: „Haben Sie die Pille danach schon einmal genommen? (Bitte weisen Sie die Patientin darauf hin, dass die Pille danach nur eine Notfallkontrazeption ist und nicht für die regelmässige Verhütung gedacht ist)“.

Lassen Sie mich das wiederholen (5)

Es stimmt, Lithium braucht man in Batterien und in Antipsychotika. Trotzdem:  Nein, die Lithiumbatterie in der Armbanduhr hat keinen Einfluss auf ihren Lithium-Blutspiegel von dem Medikament das sie nehmen.

Aber ich sehe, warum sie das fragen …

Wieder da … fast.

So. Ja, wir sind wieder da. Heute morgen mit dem Flugzeug angekommen – nach einem schröcklichen Flug von Windhoek. Momentan liege ich noch etwas flach, darum hier nur die kurze Beschreibung warum.

Nachdem wir 3 Wochen Afrika problemlos überstanden haben, haben wir es geschafft uns am letzten Tag, am Abflughafen noch eine Lebensmittel-vergiftung zuzuziehen. (tiefe bedrohliche Stimme) „Es war das Sandwich!…“

Nicht weiterlesen, wer einen schwachen Magen hat.

Junior fing genau vor dem Flugzeug an zu kotzen – und wie! Anfangs hatte ich keine Ahnung was los war, es kam wie angeschossen und quer über Handgepäck und mich und …. Im Flugzeug bemühten wir uns mit vielen Papiertaschentüchern und Plastiksack um Schadensbekämpfung – und alles was die %&/*£! Flugbegleiterin meinte war: „Ist er ernsthaft krank? Dann müssen sie aussteigen.“ Na toll, werft uns noch aus dem Flugzeug, bloss weil es meinem Kind nicht hundert pro ist. Hilfe bekamen wir von ihnen gar nicht, auch nicht als es kurz danach dann mich auch noch erwischte – mit voller Kotztüte, leerem Magen und Übelkeit musste ich selbst quer durchs Flugzeug schwanken um die Tüte zu entsorgen: „Hier rein!“.  Wenigstens wusste ich jetzt was es war, denn wir haben dasselbe Sandwich geteilt.

Irgendwie überstanden wir die Nacht – Junior konnte nur schluckweise etwas trinken und selbst das kam gelegentlich wieder hoch. Schon noch gut haben wir 2 Garnituren Ersatzwäsche im Handgepäck gehabt für ihn, aber knapp wurde es trotzdem. Ich sag nur: nehmt ein Handtuch mit! Das ist wirklich das praktischste Teil und dient als Decke und Auffänger zugleich …

Jedenfalls sind Junior und ich immer noch nicht auf dem Damm, darum gibt’s erst später mehr. Mehr Ferienerinnerungen – ja, es war wunderschön- und mehr aus der Apotheke. Morgen muss ich arbeiten, da sollte ich mich jetzt noch etwas auskurieren. Seit gestern hab ich nämlich nichts mehr gegessen ….

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