Nur ein paar Fotos …

Was Junior im Moment liebt ist mein iPhone. Das ist besser als ein Nuggi (den wir ihm vor einer Woche abgewöhnt haben), wenn es darum geht, dass er ein paar Minuten ruhig ist. Ein technisch begabtes Kind haben wir da – jedenfalls finde ich, wenn ich das Telefon zurückerobert habe immer wieder ein paar Überraschungen drauf. Offensichtlich weiss er jetzt auch, wie man damit fotografieren kann. Das unten bin übrigens ich beim Einkaufen mit ihm – er sitzt im Einkaufswagen.

Und das ist er in unserer Wohnung:

Für Verluste wird nicht gehaftet

Kundin kommt zurück mit einer leeren Packung Vitamin Brausetabletten.

Kundin: „Die habe ich vorgestern gekauft.“

Drogistin: „Ok, war etwas nicht in Ordnung damit?“

Kundin: „Nein, aber ich habe gestern versehentlich den ganzen Rest der Packung ins Lavabo fallen lassen. Jetzt hätte ich gerne eine neue.“

Drogistin: „Oh, das ist Pech. Ich hole sie ihnen“ (holt sie und liest sie ein in der Kasse) Darf es sonst noch etwas sein?“

Kundin: „Nein.“

Drogistin: „Das macht xxx Franken.“

Kundin: Was? Ich bekomme sie nicht ersetzt?“

Drogistin: Äh, nein.“

Kundin: „Aber ich hab den Kassabon von der Packung hier. Sehen Sie? Von vorgestern!“

Drogistin: „Ja, aber ich kann sie ihnen trotzdem nicht gratis geben.“

Kundin: „Warum nicht?“

Drogistin: „Nun, es  ist weder ein Produktefehler noch ein Fehler von uns – sie sind für ihre gekauften Sachen verantwortlich – wir können ja nichts dafür, wenn sie sie kaputtmachen, verlieren oder sie ihnen gestohlen werden.“

Kundin (zahlt, stinksauer): „Hier kaufe ich nicht mehr ein!“

… Ehrlich, versuchen sie das auch mit anderen Sachen?

„Geben Sie mir ein neues Auto, das letzte habe ich in einen Baum gefahren.“

Oder: „Ich hab mein Natel verloren, ersetzen sie es mir bitte.“

Mit der Schweinegrippe zurück aus dem Urlaub

Also mich wundert der sprunghafte Anstieg der Grippefälle in den letzten Tagen überhaupt nicht – all die Leute, die aus den Ferien zurückkommen … aus Ländern wie Spanien (Mallorca) und Amerika und Mexico, die viele Grippefälle habe. Da hat sich einer oder 2 angesteckt … und die sitzen natürlich (unvernünftigerweise) auch im Flugzeug nach Hause.

Man kann viel sagen über die Schweinegrippe – schlimm scheint sie bisher nicht zu sein, aber seeeehr ansteckend. Ein, zwei kranke Leute im Flugzeug und die stecken dann gleich 10, 20 oder noch mehr an.

Und ganz toll finde ich, wenn diese frisch erkrankten dann in der Apotheke stehen – Leute, wenn ihr schon den starken Verdacht habt, dass ihr euch mit der Schweinegrippe angesteckt habt: BLEIBT ZUHAUSE!

Ruft, wenn ihr es schlimm habt, den Arzt an, fragt einen Nachbarn oder Freund, dass er Euch die nötigen Medikamente besorgt – wir bringen sie auch vorbei, falls ihr niemanden findet – aber STEHT BITTE NICHT HUSTEND UND OHNE MASKE IN DER APOTHEKE! ( Ja, dafür sind die Masken da: für Euch, die Kranken, damit sich die anderen nicht an euch anstecken.)

Das gibt nur noch mehr Erkrankungen – und darunter meine Mitarbeiter, die ich noch dringend benötige, wenn es wirklich so übel werden sollte mit den Ansteckungen wie befürchtet.

Übrigens: Masken sind (wieder mal) ausverkauft. Die nächste Lieferung der normalen Masken erwarten wir im August und die der FFP2 (der dichteren) irgendwann im September. Uncool, ich weiss – aber man sagt ja schon seit Jahren, dass man zuhause welche haben soll.

Und Tamiflu? Davon hat es genug, aber es gilt immer noch das übliche: das nimmt man nur ein, wenn man es hat – mit Komplikationen (also in den meisten Fällen ist es nicht nötig).

Interessanterweise gibt es jetzt nicht mehr nur 1 Art Tamiflu, sondern (wow, wo kommen die auf einmal her?) gleich 4 Varianten, einschliesslich Suspension für Kinder.

Fachwörter sind zu meiden … (2)

Kundin: „Mein Augenarzt hat gesagt, ich  hätte eine Cornea in den Augen. Haben sie mir da etwas dagegen?“

… und genau darum sind Fachwörter zu meiden. Die Cornea ist nichts anderes als die „Hornhaut“ vorne über den Augen. Die hat jeder und mit der war bei ihr … soweit sichtbar … alles in Ordnung.

Also entweder meinte der Augenarzt eine Hornhautverkrümmung (und sie braucht eine Brille) oder sie hat das total missverstanden und er hat vielleicht gesagt ein „Gerstenkorn“ – das ist so ein Pickelchen am Augenlid.

über Vitamin D Tropfen

Vitamin D ist wichtig, darüber ist man sich heute einig. Das fettlösliche Vitamin braucht es für vieles: speziell für die Knochen, genauer gesagt die Kalziumaufnahme in die Knochen, damit sie stark werden (oder bleiben). Demnach braucht man es als Rachitis-Vorbeugung bei Babies im ersten Lebensjahr oder zum Vorbeugen von Osteoporose bei älteren Leuten – dann zusammen mit dem Calcium. Ausserdem scheint es die Häufigkeit von Stürzen zu verringern – noch was für die Knochen.

Aber ich will hier beim Vitamin D für Babies bleiben.

Rein theoretisch wäre der Körper durchaus in der Lage Vitamin D selbst herzustellen und zwar mit Hilfe der Sonnenstrahlung. Nur sollte empfindliche Babyhaut gar nicht an die Sonne – und dann hat es in unseren Breitengraden sowieso fast zu wenig, v.a. im Winter.

Aber es gibt ja Vitamin D auch in Tropfen.

In der Schweiz z.B. als Vi-De-3 Tropfen (SL) freiverkäuflich  oder Vitamin D Tropfen Streuli (NLP).

Der Nachteil von beiden: sie sind Alkoholhaltig. Wir erinnern uns: Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin und kann so nicht in Wasser gelöst werden.

Und alkoholhaltige Tropfen für Säuglinge? Gut, es sind nur 4 Tropfen, die man dem Baby täglich geben muss – in einer reifen Banane ist mehr Alkohol drin – aber das gibt schon Diskussionen, v.a. mit den Eltern.

Besser verstehe ich das zweite Argument gegen die Alkoholtropfen: die sind, wie Alkohol halt ist, leicht scharf und brennen kurz. Babies mögen sie darum oft nicht. Also muss man sie mit Muttermilch oder Milchersatz verdünnen vor der Gabe.

Aber es gibt Ersatzmöglichkeiten:

Da wäre einmal das auch von den Ärzten gern aufgeschriebene Oleovit aus Österreich. Das sind ölhaltige Vitamin D Tropfen, rezeptpflichtig. Von denen muss man täglich nur 1 Tropfen geben, und das kann man direkt mit der Pipette in den Mund. Das ist das, was ich auch bei Junior benutzt habe. Nur auch die haben ein Problem – dem sich auch die Ärzte oft nicht bewusst sind: die Ölbasis ist Arachidis oleum. Für Nicht-Lateiner: Erdnussöl. Erdnüsse sind ein bekanntes Allergen und speziell bei familiär mit Allergien vorbelasteten Babies ist das keine so gute Idee.

Als zweite Möglichkeit gibt es aber noch das Vigantol aus Deutschland mit einer anderen Ölgrundlage. Nur ist hier das Vitamin D einiges höher dosiert, pro Tropfen hat man 667 Einheiten (im Gegensatz zu 400 Einheiten pro Tropfen Oleovit oder 4 Tropfen Vi De 3). Das ist etwas höher als die Empfehlung von 300 – 500 Einheiten Vitamin D pro Tag, geht aber auch.

Die ausländischen ölhaltigen Tropfen haben aber einen weiteren Nachteil: der Arzt kann sie wohl verordnen und ich – als Apotheke – kann sie importieren in die Schweiz und abgeben (an Lager halten darf ich sie vom Gesetz her nicht) aber die Krankenkassen übernehmen sie nicht – weil es ja „das gleiche“ in der Schweiz auch gibt. Gut das sind nur ein paar Franken pro Fläschchen, das lange hält, aber … eben.

Aber es gibt Hoffnung. Anscheinend läuft ein Zulassungsverfahren für ölhaltige Vitamin D Tropfen in der Schweiz. Sie sollten dieses oder nächstes Jahr erhältlich sein. Ich bin gespannt.

Nachtrag: inzwischen gibt es Vitamin D Tropfen von Wild auch in ölhaltiger Form in der Schweiz. Das Öl ist Sonnenblumenöl, also nicht so allergen und seitdem sie das Problem mit dem Tropfer gelöst haben auch (fast) nicht mehr fehlzudosieren. Aber: Bitte wirklich nur 1 Tropfen pro Tag geben für Kinder.

Nachteil: die Tropfen sind nicht in der Spezialitätenliste, sondern NLP (also nur voa Zusatzversicherung bezahlt) und einiges teurer als die normalen ViDe3 (und als die importierten öligen).

Update 2015: Inzwischen gibt es ölhaltige Tropfen in der Schweiz, die auch von der Krankenkasse bezahlt werden. Es handelt sich um Neutralöl (Palmöl). Und diese sind fast so günstig wie die alkoholhaltigen.

QMS, GMP, GWP und GMV?

Eine wegen dem QMS (Qualitäts Management System) durch die vielen neuen Vorschriften, Formulare, Checklisten und Dokumente ziemlich genervte Drogistin aus Bern:

„All das QMS, GMP und GWP. Wir hier haben GMV!

… Was? Kennst Du nicht?

Das ist Gesunder Menschen-Verstand!“

Au ja, den braucht es. Leider ist das rechtlich nicht mehr ausreichend. :-(

Begrifferklärung:

QMS: Quality Management System: Vorschriften und Anleitungen zur Sicherung und Aufrechterhaltung einer hohen Qualität in den Dienstleistungen und Vorgängen der Drogerie / Apotheke. GMP und GWP sind Teile davon.

GMP: Good Manufacturing Practice: Vorschriften zur Hygiene und Herstellungsvorschriften für in der Apotheke / Drogerie hergestellte und abgefüllte Produkte.

GWP: Good Welcoming Practice: Vorschriften und Anleitungen zum korrekten Umgang mit Kunden.