Archiv für den Monat Juli 2009

Nicht sooo gross …

Der Patient ist etwas irritiert darüber, dass seine Salbe nicht so lange hielt (Mengenmässig) wie die Apothekerin geschätzt hat:

„Ich soll es 2 Wochen lang einmal täglich anwenden, und jetzt ist 1 Woche vorbei und sie ist schon fast leer!“

Die Apothekerin fragt also nach: „Wie gross ist denn die Fläche auf der sie die Salbe anwenden müssen?“

Kunde: „Nicht so gross. Es ist mein Penis.“

Es kreucht und fleucht …

Ein Mann kommt in die Apotheke mit so einem Gefrierbeutel, den er mir unter die Nase hält: „Was ist das?“

*Das* – sind diverse Maden die sich immer noch lebhaft winden.

Pharmama: „Das sind Maden. Wo haben sie die her?“

Mann: „Aus unserer Küche. Seit ein paar Tagen finden wir immer wieder eine Menge von diesen Dingern … keine Ahnung wo die her kommen. Haben sie mir etwas dagegen?“

Pharmama:  (denkt IIIgitt) „Nun, ich kann ihnen einen Insektenspray geben, aber sie müssen herausfinden, wo die Maden herkommen.“

Mann: „Ich weiss wirklich nicht woher.“

Pharmama: „Also meistens sind es irgendwelche Lebensmittel. Reis, Flocken, irgendwo in den Vorräten … oder vom Abfall … sie müssen alles herausnehmen und durchschauen.“

Mann: Aber wir haben schon geschaut, wir finden nichts! Ausserdem sind wir erst seit 3 Monaten in dieser Wohnung.“

Pharmama: „Nun, irgendwo kommen sie her. Vielleicht müssen sie auch hinter die Einbauschränke versuchen zu schauen und die Ritzen überall aussprühen…“ (denkt, es könnte auch irgendwo eine tote Maus liegen oder so)

Mann: „Aber: wir haben schon geschaut …“

Die Drogistin hat zugehört und springt mit ein:

Drogistin: „Also beim Suchen können wir ihnen nicht helfen. Hier ist der Spray. Räumen sie die Schränke aus, putzen sie sie aus, sprayen sie sie ein, vor allem auch die Ritzen und kontrollieren sie jedes Lebensmittel einzeln, bevor sie es wieder hineinstellen. Wenn sie irgendwo drin Fäden sehen –wie Spinnweben – dann ist es befallen.“

Brrrr….

Am Schluss wollte er den Beutel noch bei uns lassen … ich habe ihm dann gesagt, er soll ihn bitte draussen entsorgen.

Die falsche Anwendung (7)

Für einmal eine blatante Kopie – aber ich finde es einfach zu gut.

Gefunden auf dem Blog eines amerikanischen Arztes: Grumpy Doc

Hier die Übersetzung:

Die Geschichte von einem Rezept für Nuva Ring (ein Gummiring mit Hormonen zur Verhütung, den man einmal monatlich in die Vagina einbringt).

Das Rezept war ausgestellt für Nuva Ring, 1 po qD, das bedeutet in der amerikanischen Rezeptsprache: 1 Ring EINZUNEHMEN 1 x täglich.

Was noch erschreckender ist, als der Apotheker in die Praxis des Frauenarztes telefonierte um das abzuklären, seine Arztgehilfin (oder Sekretärin oder was auch immer) mit ihm angefangen hat darüber zu streiten, wie man den Nuva Ring denn korrekt anzuwenden hat.

Ich kann es mir vorstellen:

Jenny: „Hey, Suzy? Was kaust du da?“

Suzy: „Das ist mein neuer Verhütungs-Kau-Gummi!“

Jenny: „Wow! Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt.“

Suzy: „Jaaa. Es ist irgendwie gummig und du würdest nicht glauben was der Idiot in der Apotheke mir erzählt hat, was ich damit tun soll! Schon noch gut habe ich beim Arzt angerufen und gefragt, wie man ihn richtig benutzt!“

Neues von Simon’s Cat

Ein „Muss-ich-sehen“ nicht nur für Katzenliebhaber!

Ausnahmsweise – klar?

Eine junge Frau kommt in die Apotheke: „Ich brauche die Pille, weil ich heute wieder anfangen muss, habe aber kein Rezept mehr.“

Ich sage: „Wenn sie wissen welche, kann ich ihnen für 1 Monat ausnahmsweise eine Packung geben, ABER sie müssen in der Zeit zum Frauenarzt gehen, ein neues Rezept machen lassen.“

Frau: „Ja ja.“

Ich dokumentiere die Abgabe als Notfallabgabe ohne Rezept. Sie bekommt die Packung, zahlt und geht.

1 Monat später ist sie wieder hier und will wieder eine Packung. Zufälligerweise erwischt sie wieder mich, aber eigentlich macht das kein Unterschied, da wir anhand der Dokumentation sehr wohl sehen, wenn jemand wiederkommt – und ich habe Anweisung gegeben, dass einmal ok. ist, das nächste Mal will ich aber Papier sehen!

Pharmama: „Entschuldigung, aber ich habe ihnen letzten Monat gesagt, dass es AUSNAHMSWEISE war und dass sie zum Arzt müssen. Jetzt bekommen sie keine neue Packung von mir.“

Junge Frau (offensichtlich in Diskussionslaune): „Aber der Arzt stellt immer nur ein Rezept für ein paar Monate aus !“

Pharmama: „Sie könnten ihm sagen, er soll es als Dauerrezept für ein Jahr machen.“

Junge Frau: „Aber das kostet immer, wenn ich zum Arzt gehe!“

Pharmama: „Ja. Das tut es bei mir auch. Trotzdem gehe ich, weil -das Pillenrezept ist nur das eine, das andere ist die Kontrolluntersuchung.“

Junge Frau: „Dann bekomme ich wirklich keine? Aber ich habe jetzt keine mehr!“

Pharmama: „Nun, ich habe es ihnen das letzte Mal deutlich gesagt. Nein. Sorry. – Sie können immer noch in den Notfall vom Spital gehen, wenn ihr Arzt keinen Termin frei hat …“ (Nicht dass das günstiger wäre).

…zum Glück hat sie dann mit Diskutieren aufgehört. Ich hatte schon jemanden, der mir dann vorwerfen wollte, dass es meine Schuld ist, wenn sie jetzt schwanger wird (äh, hallo: die Kondome sind gleich dort drüben, dafür brauchen sie kein Rezept) … in dem Fall hätte sie von mir nämlich eine (kleine) Standpauke über Verantwortung und Eigenverantwortung bekommen. Auch die Pille ist nicht ganz ungefährlich (wie sich in der Yasmin-Diskussion letzthin wieder gezeigt hat) und nicht umsonst ist sie Rezeptpflichtig. Dass man einmal vergisst rechtzeitig wieder zum Arzt dafür zu gehen, kann ich verstehen, aber … eben.

Das „Grippchen“

Da spricht doch endlich einmal einer deutliche Worte:

„Der Virus-Typ A (H1N1) ist nicht gefährlich, die Schweinegrippe etwas weniger gefährlich als die typische saisonale Grippe, die jedes Jahr zu erwarten ist … Das ist und bleibt ein Grippchen!

So sagt nicht irgendwer, sondern der Pariser Medizin-Professor und Abgeordnete Bernard Debré.

Zu lesen z.B. hier.

Aber ich habe ja schon vorher gesagt: keine Panik!

Die Super-Grippe kommt wahrscheinlich schon noch irgendwann, aber dies hier ist sie nicht.

Leicht übertragbar aber nicht gerade gefährlich, das ist die Schweinegrippe.

Sehr gefährlich aber nicht leicht übertragbar, das ist die Vogelgrippe.

Beides in Kombination, also leicht übertragbar und gefährlich, das wäre übel. Aber eben: nicht diese „Grippette“.

Nur ein paar Fotos …

Was Junior im Moment liebt ist mein iPhone. Das ist besser als ein Nuggi (den wir ihm vor einer Woche abgewöhnt haben), wenn es darum geht, dass er ein paar Minuten ruhig ist. Ein technisch begabtes Kind haben wir da – jedenfalls finde ich, wenn ich das Telefon zurückerobert habe immer wieder ein paar Überraschungen drauf. Offensichtlich weiss er jetzt auch, wie man damit fotografieren kann. Das unten bin übrigens ich beim Einkaufen mit ihm – er sitzt im Einkaufswagen.

Und das ist er in unserer Wohnung:

Für Verluste wird nicht gehaftet

Kundin kommt zurück mit einer leeren Packung Vitamin Brausetabletten.

Kundin: „Die habe ich vorgestern gekauft.“

Drogistin: „Ok, war etwas nicht in Ordnung damit?“

Kundin: „Nein, aber ich habe gestern versehentlich den ganzen Rest der Packung ins Lavabo fallen lassen. Jetzt hätte ich gerne eine neue.“

Drogistin: „Oh, das ist Pech. Ich hole sie ihnen“ (holt sie und liest sie ein in der Kasse) Darf es sonst noch etwas sein?“

Kundin: „Nein.“

Drogistin: „Das macht xxx Franken.“

Kundin: Was? Ich bekomme sie nicht ersetzt?“

Drogistin: Äh, nein.“

Kundin: „Aber ich hab den Kassabon von der Packung hier. Sehen Sie? Von vorgestern!“

Drogistin: „Ja, aber ich kann sie ihnen trotzdem nicht gratis geben.“

Kundin: „Warum nicht?“

Drogistin: „Nun, es  ist weder ein Produktefehler noch ein Fehler von uns – sie sind für ihre gekauften Sachen verantwortlich – wir können ja nichts dafür, wenn sie sie kaputtmachen, verlieren oder sie ihnen gestohlen werden.“

Kundin (zahlt, stinksauer): „Hier kaufe ich nicht mehr ein!“

… Ehrlich, versuchen sie das auch mit anderen Sachen?

„Geben Sie mir ein neues Auto, das letzte habe ich in einen Baum gefahren.“

Oder: „Ich hab mein Natel verloren, ersetzen sie es mir bitte.“

Mit der Schweinegrippe zurück aus dem Urlaub

Also mich wundert der sprunghafte Anstieg der Grippefälle in den letzten Tagen überhaupt nicht – all die Leute, die aus den Ferien zurückkommen … aus Ländern wie Spanien (Mallorca) und Amerika und Mexico, die viele Grippefälle habe. Da hat sich einer oder 2 angesteckt … und die sitzen natürlich (unvernünftigerweise) auch im Flugzeug nach Hause.

Man kann viel sagen über die Schweinegrippe – schlimm scheint sie bisher nicht zu sein, aber seeeehr ansteckend. Ein, zwei kranke Leute im Flugzeug und die stecken dann gleich 10, 20 oder noch mehr an.

Und ganz toll finde ich, wenn diese frisch erkrankten dann in der Apotheke stehen – Leute, wenn ihr schon den starken Verdacht habt, dass ihr euch mit der Schweinegrippe angesteckt habt: BLEIBT ZUHAUSE!

Ruft, wenn ihr es schlimm habt, den Arzt an, fragt einen Nachbarn oder Freund, dass er Euch die nötigen Medikamente besorgt – wir bringen sie auch vorbei, falls ihr niemanden findet – aber STEHT BITTE NICHT HUSTEND UND OHNE MASKE IN DER APOTHEKE! ( Ja, dafür sind die Masken da: für Euch, die Kranken, damit sich die anderen nicht an euch anstecken.)

Das gibt nur noch mehr Erkrankungen – und darunter meine Mitarbeiter, die ich noch dringend benötige, wenn es wirklich so übel werden sollte mit den Ansteckungen wie befürchtet.

Übrigens: Masken sind (wieder mal) ausverkauft. Die nächste Lieferung der normalen Masken erwarten wir im August und die der FFP2 (der dichteren) irgendwann im September. Uncool, ich weiss – aber man sagt ja schon seit Jahren, dass man zuhause welche haben soll.

Und Tamiflu? Davon hat es genug, aber es gilt immer noch das übliche: das nimmt man nur ein, wenn man es hat – mit Komplikationen (also in den meisten Fällen ist es nicht nötig).

Interessanterweise gibt es jetzt nicht mehr nur 1 Art Tamiflu, sondern (wow, wo kommen die auf einmal her?) gleich 4 Varianten, einschliesslich Suspension für Kinder.

Fachwörter sind zu meiden … (2)

Kundin: „Mein Augenarzt hat gesagt, ich  hätte eine Cornea in den Augen. Haben sie mir da etwas dagegen?“

… und genau darum sind Fachwörter zu meiden. Die Cornea ist nichts anderes als die „Hornhaut“ vorne über den Augen. Die hat jeder und mit der war bei ihr … soweit sichtbar … alles in Ordnung.

Also entweder meinte der Augenarzt eine Hornhautverkrümmung (und sie braucht eine Brille) oder sie hat das total missverstanden und er hat vielleicht gesagt ein „Gerstenkorn“ – das ist so ein Pickelchen am Augenlid.

über Vitamin D Tropfen

Vitamin D ist wichtig, darüber ist man sich heute einig. Das fettlösliche Vitamin braucht es für vieles: speziell für die Knochen, genauer gesagt die Kalziumaufnahme in die Knochen, damit sie stark werden (oder bleiben). Demnach braucht man es als Rachitis-Vorbeugung bei Babies im ersten Lebensjahr oder zum Vorbeugen von Osteoporose bei älteren Leuten – dann zusammen mit dem Calcium. Ausserdem scheint es die Häufigkeit von Stürzen zu verringern – noch was für die Knochen.

Aber ich will hier beim Vitamin D für Babies bleiben.

Rein theoretisch wäre der Körper durchaus in der Lage Vitamin D selbst herzustellen und zwar mit Hilfe der Sonnenstrahlung. Nur sollte empfindliche Babyhaut gar nicht an die Sonne – und dann hat es in unseren Breitengraden sowieso fast zu wenig, v.a. im Winter.

Aber es gibt ja Vitamin D auch in Tropfen.

In der Schweiz z.B. als Vi-De-3 Tropfen (SL) freiverkäuflich  oder Vitamin D Tropfen Streuli (NLP).

Der Nachteil von beiden: sie sind Alkoholhaltig. Wir erinnern uns: Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin und kann so nicht in Wasser gelöst werden.

Und alkoholhaltige Tropfen für Säuglinge? Gut, es sind nur 4 Tropfen, die man dem Baby täglich geben muss – in einer reifen Banane ist mehr Alkohol drin – aber das gibt schon Diskussionen, v.a. mit den Eltern.

Besser verstehe ich das zweite Argument gegen die Alkoholtropfen: die sind, wie Alkohol halt ist, leicht scharf und brennen kurz. Babies mögen sie darum oft nicht. Also muss man sie mit Muttermilch oder Milchersatz verdünnen vor der Gabe.

Aber es gibt Ersatzmöglichkeiten:

Da wäre einmal das auch von den Ärzten gern aufgeschriebene Oleovit aus Österreich. Das sind ölhaltige Vitamin D Tropfen, rezeptpflichtig. Von denen muss man täglich nur 1 Tropfen geben, und das kann man direkt mit der Pipette in den Mund. Das ist das, was ich auch bei Junior benutzt habe. Nur auch die haben ein Problem – dem sich auch die Ärzte oft nicht bewusst sind: die Ölbasis ist Arachidis oleum. Für Nicht-Lateiner: Erdnussöl. Erdnüsse sind ein bekanntes Allergen und speziell bei familiär mit Allergien vorbelasteten Babies ist das keine so gute Idee.

Als zweite Möglichkeit gibt es aber noch das Vigantol aus Deutschland mit einer anderen Ölgrundlage. Nur ist hier das Vitamin D einiges höher dosiert, pro Tropfen hat man 667 Einheiten (im Gegensatz zu 400 Einheiten pro Tropfen Oleovit oder 4 Tropfen Vi De 3). Das ist etwas höher als die Empfehlung von 300 – 500 Einheiten Vitamin D pro Tag, geht aber auch.

Die ausländischen ölhaltigen Tropfen haben aber einen weiteren Nachteil: der Arzt kann sie wohl verordnen und ich – als Apotheke – kann sie importieren in die Schweiz und abgeben (an Lager halten darf ich sie vom Gesetz her nicht) aber die Krankenkassen übernehmen sie nicht – weil es ja „das gleiche“ in der Schweiz auch gibt. Gut das sind nur ein paar Franken pro Fläschchen, das lange hält, aber … eben.

Aber es gibt Hoffnung. Anscheinend läuft ein Zulassungsverfahren für ölhaltige Vitamin D Tropfen in der Schweiz. Sie sollten dieses oder nächstes Jahr erhältlich sein. Ich bin gespannt.

Nachtrag: inzwischen gibt es Vitamin D Tropfen von Wild auch in ölhaltiger Form in der Schweiz. Das Öl ist Sonnenblumenöl, also nicht so allergen und seitdem sie das Problem mit dem Tropfer gelöst haben auch (fast) nicht mehr fehlzudosieren. Aber: Bitte wirklich nur 1 Tropfen pro Tag geben für Kinder.

Nachteil: die Tropfen sind nicht in der Spezialitätenliste, sondern NLP (also nur voa Zusatzversicherung bezahlt) und einiges teurer als die normalen ViDe3 (und als die importierten öligen).

Update 2015: Inzwischen gibt es ölhaltige Tropfen in der Schweiz, die auch von der Krankenkasse bezahlt werden. Es handelt sich um Neutralöl (Palmöl). Und diese sind fast so günstig wie die alkoholhaltigen.

QMS, GMP, GWP und GMV?

Eine wegen dem QMS (Qualitäts Management System) durch die vielen neuen Vorschriften, Formulare, Checklisten und Dokumente ziemlich genervte Drogistin aus Bern:

„All das QMS, GMP und GWP. Wir hier haben GMV!

… Was? Kennst Du nicht?

Das ist Gesunder Menschen-Verstand!“

Au ja, den braucht es. Leider ist das rechtlich nicht mehr ausreichend. 😦

Begrifferklärung:

QMS: Quality Management System: Vorschriften und Anleitungen zur Sicherung und Aufrechterhaltung einer hohen Qualität in den Dienstleistungen und Vorgängen der Drogerie / Apotheke. GMP und GWP sind Teile davon.

GMP: Good Manufacturing Practice: Vorschriften zur Hygiene und Herstellungsvorschriften für in der Apotheke / Drogerie hergestellte und abgefüllte Produkte.

GWP: Good Welcoming Practice: Vorschriften und Anleitungen zum korrekten Umgang mit Kunden.

Unter Hochdruck

Da hatte ich im Verlauf der Blutdruckaktion eine Kundin, die ihren Blutdruck messen lassen wollte (und nichts anderes). Wie es meine Gewohnheit ist, frage ich, warum sie den Blutdruck messen lassen kommt.

Antwort: „Ich will schauen, ob er immer noch zu hoch ist.“

Im weiteren Gesprächsverlauf erfahre ich, dass Bluthochdruck in ihrer Familie öfter vorkommt, dass sie bisher nicht zum Arzt ist damit und auch keine Medikamente nimmt.

Also messen wir ihn mal.

Wow.

Systolisch 194, Diastolisch 115, Puls 77

(Gut wäre unter 120 und 90, Normal noch bis 140 und 95)

Pharmama: „Ihr Blutdruck ist wirklich zu hoch. Viel zu hoch. Da müssen Sie etwas dagegen machen. Ich empfehle ihnen heute noch dem Arzt anzurufen für einen Termin.“

Kundin: „Aber ich fühle mich nicht schlecht.“

Pharmama: „Ja, das glaube ich ihnen. Einen hohen Blutdruck merken die meisten Leute nicht einmal. Das heisst aber nicht, dass es ungefährlich ist. Das ist wie bei einem Rohrsystem, wenn der Druck zu hoch ist, gehen die Rohre kaputt …“ (ich versuche es immer bildlich zu erklären)

Kundin: „Aber an was liegt das denn, dass ich einen hohen Blutdruck habe?“

Pharmama: „Nun, nach dem was sie mir bisher erzählt haben, ist es vermutlich genetisch – das haben sie ihren Eltern und Grosseltern zu verdanken. Sie sind ja nicht übergewichtig und rauchen nicht. Mit dem Alter steigt der Blutdruck etwas an, weil die Gefässe nicht mehr so elastisch sind.“

Kundin: „Und da kann ich nichts tun?“

Pharmama: „Doch, Medikamente nehmen die den Blutdruck senken. Das empfehle ich ihnen bei ihrem hohen Blutdruck auch dringend. Darum sollte sie so bald wie möglich zu einem Arzt.“

Kundin: „Aber ich habe wirklich keine Probleme damit, mir geht es gut.“

Pharmama: „Ah, BITTE gehen sie zum Arzt. Sie können Ihren hohen Blutdruck nicht spüren, aber sie müssen etwas dagegen tun.“

Kundin: „Ja, hmmm, ok.“

Das tönte nicht wirklich überzeugt. Ich habe keine Ahnung, wie oft ich noch wiederholt habe, dass sie zum Arzt muss und ich weiss auch nicht, ob sie gegangen ist. Manchmal denke ich, die Leute meinen, ich wolle nur, dass sie Medikamente nehmen, damit ich etwas verdiene – aber das ist nicht wirklich meine Motivation – dann hätte ich ihr ja irgendetwas andrehen können von pflanzlichen Tropfen bis Homöopathie. Aber das wirkt einfach nicht genug bei so etwas.

Also gebe ich ihr lieber im Moment gar nichts und schicke sie eben zum Arzt.

Schwangerschaftstest (3)

Junge Frau ruft an:

„Mein Arzt hat mir Elevit aufgeschrieben. Jetzt habe ich einen Schwangerschaftstest gemacht und er war positiv. –aber was ich wissen möchte ist: haben die pränatalen Vitamine gemacht, dass er positiv ist?“

Wohl eher nicht. (Vitamine für vor und während der Schwangerschaft machen nicht schwanger).

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