Auflösung zum Quiz 3

Antworten und Erklärungen:

1. Eine Mutter kommt mit Kind in die Apotheke. Die Mutter will etwas gegen den Hautausschlag des Kindes. Es zeigt sich folgendes Bild:

Was ist es und was geben wir ihr?

1d) Nach Zeckenbiss: wandernde Rötung (Erythema migrans). Ausgelöst durch den Erreger Borreliose. Das Kind braucht Antibiotika. Wird die Borreliose so früh erkannt, kann sie sehr gut mit Antibiotika behandelt werden. Übersieht man die Symptome (manchmal gibt es auch keine so deutliche Rötung sondern nur grippeartige Symptome), können später Folgeschäden wie Nervenschäden entstehen. Die Behandlung ist dann auch schwieriger und man muss sehr lange Antibiotika nehmen.

2. Mal wieder ein eher unleserliches Rezept, oder? Was steht denn da?

Klacid one

OP à VII (=Packung zu 7 Stück)

DS 1/D  (=Dosierung: 1 Tablette täglich)

3.  Der Arzt im Spital hat auf Rezept Clarithromycin aufgeschrieben. Beim Eingeben in den Computer stelle ich fest, dass eine Wechselwirkung angezeigt wird mit dem Sortis (Atorvastatin), das der Patient schon lange nimmt.

Frage: Was für eine Wechselwirkung ist das?

Wie ist das weitere Vorgehen?

3.c) solange er das Antibiotikum nimmt soll er auf das Sortis verzichten. Sortis ist ein Cholesterinsenker und senkt das Risiko eines Herzinfarktes. Kurzfristig ist jetzt aber wichtiger die Infektion zu bekämpfen – dauert ja auch nur ein paar Tage. Da muss ich nicht noch die Grundmedikation umstellen. Ich weise ihn trotzdem darauf hin dass er bei Beschwerden (speziell der Muskulatur oder der Niere) sofort den Arzt aufsucht, denn das ist die Wechselwirkung: ein erhöhtes Risiko von Rhabdomyolyse …. das heisst, die Muskulatur könnte sich auflösen und die Fasern dann noch die Nieren verstopfen. Definitiv etwas, was man nicht will.

4. Der ältere Patient kauft in der Apotheke etwas gegen den heftigen Durchfall, den er seit ein paar Tagen hat. Bei der weiteren Befragung klagt er über Probleme mit den Augen speziell sieht alles so ungesund gelblich – grün aus:

Welches Medikament das er regelmässig nimmt ist vermutlich dafür verantwortlich? – und warum gerade jetzt?

a) Aspirin Cardio

b) Digoxin

c) Sortis

d) Lasix

4.b) Digoxin: Eine Überdosierung von Digoxin macht Sehstörungen – anscheinend ist das gelb-grün sehen ziemlich typisch. Dass er jetzt plötzlich Probleme damit hat, liegt an den Elektrolytstörungen ausgelöst durch den erhöhten Wasser- und Salzverlust wegen dem heftigen Durchfall.

5. Welche der folgenden Aussagen über Vibramycin 100mg (Doxycyclin) stimmt NICHT?

a) Man gibt es nicht an Kinder unter 8 Jahren, weil es permanente Farb-Veränderungen der Zähne bewirken kann.

b) Es ist nur gegen Grampositive Bakterien wirksam.

c) Man sollte es nicht kurz vor dem Schlafen einnehmen, weil sonst häufiger Speiseröhrengeschwüre auftreten

d) Man sollte es nicht zusammen mit Milchprodukten oder Medikamenten mit Eisen nehmen, weil es sonst mit dem Calcium oder Eisen schwerlösliche Chelate bildet und nur schlecht aufgenommen wird.

e) Leute die viel an der Sonne sind, müssen bei der Einnahme von Doxycyclin aufpassen, weil sie eher einen Sonnenbrand entwickeln.

5 b)ist falsch:  Es ist ein Breitbandantibiotikum und damit nicht nur gegen Grampositive Bakterien wirksam.

Dementsprechend haben die meisten richtigen Antworten gegeben:

1. Florence: Alles Richtig! 6 Punkte

2. Mr. Gaunt, Julia und der Kinderdoc je 4 Punkte

3. Katja und Stefan mit je 2 Punkten

Danke allen fürs Mitmachen! Ich weiss, es war wieder sehr schwierig.

Wirklich müde

Kunde in der Apotheke: „Ich bin wirklich müde, was kann ich da nehmen?“

Apothekerin: „Wieviele Stunden haben sie denn letzte Nacht geschlafen?“

Kunde: So 2-3 vielleicht.“

Nun, ich würde zu einem Kaffee raten und dazu nächste Nacht etwas länger zu schlafen.

Ja, es gibt Kautabletten mit Koffein (Wakkers) oder Guarana, aber es geht nichts über etwas mehr Schlaf!

Vor allem, wenn man nicht ein Kleinkind zuhause hat, das einen Nachts vielleicht ein paarmal weckt …

Sie muss denken ich lüge

Gelegentlich bekommen wir auch Rezepte gefaxt, oder wir müssen etwas bestellen und bereiten dann die Medikamente auf Wunsch alle für den nächsten Tag vor. Jedenfalls war das so ein Fall und die Patientin rief an, um zu fragen, ob ihr Rezept fertig ist.

Pharmama: „XY Apotheke, Pharmama am Apparat.“

Kundin: „Ja, ich möchte wissen, ob meine Medikamente bereit sind. Der Name ist Jane Doe.“

Pharmama: Ja, ich habe die Medikamente alle hier. Es liegt alles bereit, Sie können sie abholen.“

Kundin: „Wirklich? Sie sind bereit?“

Pharmama: „Ja, sie sind bereit.“

Kundin:Dann kann ich sie jederzeit abholen kommen?“

Pharmama: „Sicher, kommen sie einfach vorbei.“

Kundin: „Wann schliessen sie?“

Pharmama: „Um 7 Uhr.“

Kundin: „Dann kann ich sie heute Abend um 6.30 Uhr holen?“

Pharmama: „Ja, sie sind jetzt schon bereit, aber sie werden um halb 7 auch noch hier sein.“

Kundin: „Kann ich gleich jetzt vorbeikommen?“

Pharmama: „Ja, das können sie.“

Kundin: „Kann ich auch meinen Mann schicken?“

Pharmama: „Ja, sie können schicken wen sie wollen.“

Kundin: „Und sie werden sie ihm geben?“

Pharmama: (denkt: Oh, Mann, wie lange geht das Telefon noch?) „Ja, wir geben ihm die Medikamente.“

Kundin: „Ok, dann schicke ich ihn vorbei … solange sie nur bereit sind.“

Pharmama: „Ja, das sind sie.“

Klick.

(Jetzt brauche ich was zu trinken)

Wie wird man schwanger?

Eine Frau kommt in die Apotheke und fragt: „Wie wird man schwanger?“

Apothekerin: „Äh, indem man Sex hat?“

Frau: „Wie meinen Sie das?“

Apothekerin: „Naja, wenn ein Mann und eine Frau zusammen … „

Frau: „Neinneinnein. Was ich meinte war: meine Schwester kann nicht schwanger werden, gibt es da nichts, was ich ihr bringen kann?“

Ah so.

(Lingerie vielleicht? Oder hochdosiertes Vitamin C für den Mann, das soll auch helfen).

Apotheken Quiz 3

So, die Feiertage sind vorbei, also zurück an die Arbeit!  Wer will darf sich hier am 3. Apotheken-Quiz versuchen. (Die ersten beiden finden sich hier und hier). Die Lösungen gibt es am Freitag.

1. Eine Mutter kommt mit Kind in die Apotheke. Die Mutter will etwas gegen den Hautausschlag des Kindes. Es zeigt sich folgendes Bild:

Die Rötung besteht schon ein paar Tage, beisst und juckt kaum. Das Kind kann sich an keinen Auslöser erinnern

Was ist es und was geben wir ihr?

a) scharf abgegrenzte Rötung, am Rand etwas mehr rot als innen, das ist sicher ein Pilz. Ich gebe ihr eine Pevaryl creme und sage ihr, wenn es in einer Woche nicht besser wird, muss sie mit dem Kind zum Hautarzt.

b) das ist sicher ein Ekzem … und auch wenn nicht, bei so einer Rötung hilft Cortison-Creme sicher.

c) Vielleicht ein lokal begrenzter Sonnenbrand, weil die Sonnencreme nicht aufgetragen wurde? Cortison Creme oder Fenistil werden das schon richten.

d) Auch wenn das Kind sich nicht erinnert, könnte das die Folge von einem Zeckenstich sein. Ich schicke das Kind darum zum Arzt, es braucht Antibiotika.

2. Mal wieder ein eher unleserliches Rezept, oder? Was steht denn da?

3.  Der Arzt im Spital hat auf Rezept Clarithromycin aufgeschrieben. Beim Eingeben in den Computer stelle ich fest, dass eine Wechselwirkung angezeigt wird mit dem Sortis (Atorvastatin), das der Patient schon lange nimmt.

Frage: Was für eine Wechselwirkung ist das?

Unglücklicherweise ist Samstag, der Patient sagt, er hat das Antibiotikum im Spital schon genommen und muss noch ein paar Tage weiterfahren.

Wie ist das weitere Vorgehen?

a) Der Arzt im Spital wird schon wissen, was er aufgeschrieben hat, ich nehme an, er kennt die Risiken und will, dass der Patient genau das nimmt, also sage ich nichts und gebe es ab.

b) Ich rufe ins Spital an und frage, ob ich ein anderes Antibiotikum abgeben kann

c) Ich versuche im Spital anzurufen um den Arzt zu informieren, aber eigentlich habe ich schon entschieden dem Patienten zu sagen, dass er solange er das Antibiotikum nimmt auf das Sortis verzichten soll und bei Beschwerden sofort den Arzt aufsucht.

d) Ich suche einen anderen Cholesterinsenker, den man mit dem Antibiotikum nehmen kann.

4. Der ältere Patient kauft in der Apotheke etwas gegen den heftigen Durchfall, den er seit ein paar Tagen hat. Bei der weiteren Befragung klagt er über Probleme mit den Augen speziell sieht alles so ungesund gelblich – grün aus:

Welches Medikament das er regelmässig nimmt ist vermutlich dafür verantwortlich? – und warum gerade jetzt?

a) Aspirin Cardio

b) Digoxin

c) Sortis

d) Lasix

5. Welche der folgenden Aussagen über Vibramycin 100mg (Doxycyclin) stimmt NICHT?

a) Man gibt es nicht an Kinder unter 8 Jahren, weil es permanente Farb-Veränderungen der Zähne bewirken kann.

b) Es ist nur gegen Grampositive Bakterien wirksam.

c) Man sollte es nicht kurz vor dem Schlafen einnehmen, weil sonst häufiger Speiseröhrengeschwüre auftreten

d) Man sollte es nicht zusammen mit Milchprodukten oder Medikamenten mit Eisen nehmen, weil es sonst mit dem Calcium oder Eisen schwerlösliche Chelate bildet und nur schlecht aufgenommen wird.

e) Leute die viel an der Sonne sind, müssen bei der Einnahme von Doxycyclin aufpassen, weil sie eher einen Sonnenbrand entwickeln.

Gefährliche Arbeit in der Apotheke

Dabei meine ich diesmal nicht irgendwelche verärgerten Kunden, die zurückkommen um sich zu „rächen“ oder Drogenabhängige, die denken, sie kommen in der Apotheke zu ihrem Stoff. Das gibt es zwar auch, aber ich meine hier die etwas subtileren Sachen:

Bei einer meiner Abschlussprüfungen bin ich mal gefragt worden, was die Berufskrankheit der Apotheker sein könnte. Meine Antwort: „Krampfadern“.  Das ist so, denn wir sind praktisch den ganzen Tag auf den Füssen.

Aber die Apotheker sind noch durch mehr gefährdet. Augenprobleme wegen der Bildschirmarbeit … man sieht wenig Apotheker ohne Brille (oder Kontaktlinsen), schon mal aufgefallen?

Dann die Schubladen. Die stellen eine erhebliche Unfallgefahr dar, v.a. wenn mehrere Leute gleichzeitig dabei sind, Medikamente herauszunehmen oder zu versorgen. Ein Kollege von mir hat sich mal eine schöne Platzwunde an der Stirn zugezogen … zum Glück konnte er niemandem anderen die Schuld geben, denn er selbst hat sie offen stehen lassen.

Und nicht zu vergessen das Labor. Heute füllen wir zwar nicht mehr so viel ab, aber wir arbeiten immer noch mit potenziell gefährlichen Stoffen. Gut in Erinnerung habe ich da die Begebenheit mit der Capsaicin Salbe.

Capsaicin – das ist der Scharfstoff aus der Chilischote. Man verwendet ihn in Salben und Pflasterform, weil er reizend wirkt, wodurch die Nervenenungen ihre Schmerzboten ausschütten, dadurch hat man (später) weniger Schmerz. Capsaicin gibt es zum verarbeiten entweder in Pulverform – extrem gefährlich, wenn es „fliegt“ und in die Augen oder Lunge kommt – oder in flüssiger Form – immer noch nicht ganz ungefährlich, wenn es unverdünnt auf die Haut kommt. Der Apotheker damals arbeitete mit der Flüssigkeit und mit Handschuhen. Das war gut, leider wurde er bei der Herstellung der Salbe unterbrochen und musste das Labor verlassen. Dabei fasste er mit den Handschuhen an die Türklinke … und die nächste Pharmaassistentin die die Tür öffnete hatte es dann an den Händen … und rieb sich damit kurz über das beissende Auge. Ganz schlecht!! Wer sich mal nach dem Chilischotenschneiden ans Auge gefasst hat, kann sich in etwa vorstellen wie das brennt – nur ist der Stoff in der Apotheke noch konzentrierter. Mit Augenausspülen war es in  dem Fall nicht getan.

Überhaupt ist das Labor eine latente Unfallquelle. Da war doch vor ein paar Jahren die Drogistin (oder war es ein Lehrling?) die das Labor abgefackelt hat … aber das ist eine Geschichte für ein anderes Mal.