Krankenkassenprobleme

Wie ich am Montagmorgen komme, habe ich einen Notizzettel vom Samstag auf dem Tisch, dass ein Stesolid Klistier bestellt ist für Kind Y und dass man am Montag bei der Krankenkasse abklären soll, ob sie es bezahlen.

Das Problem: Das Stesolid ist HL, das bedeutet, es wird nur von der Zusatzversicherung übernommen. Das Kind ist nur Grundversichert. Die Mutter (mit eh schon wenig Geld) müsste es bei uns bezahlen.

Die Stesolid Klistiere sind für ein Kind mit Fieberkrämpfen für den Fall eines weiteren schweren Anfalls. (Ich bin ja froh, dass Junior das nie hatte, das muss wirklich beunruhigend sein).

Jedenfalls gebe ich das der Pharmaassistentin zum Abklären …. und nachdem sie eine halbe Stunde am Telefon war (besetzt …. weitergeleitet …. „weiss ich auch nicht, muss ich die Abteilung …. fragen“ ... weitergeleitet … auf Standby gesetzt) kommt von ihr die Nachricht: „Die Krankenkasse sagt, sie können das nicht gleich abklären, sie müssen da irgendeine Komission fragen …. es dauert etwa 1 Woche.

Huh?

Zweites Huh: „Sie sagen die Tabletten seien SL“ (also von der Grundversicherung übernommen)“ – ob wir nicht einfach die nehmen könnten?“

Was denken die denn? Dass ein KIND (ein 2 Jähriges) mitten in einem Fieberkrampf Tabletten schluckt? Das funktioniert auch nicht, wenn sie verkleinert wären! –

Arrrgh.

Nachdem ich mich also geärgert habe, setzte ich mich nochmals vor den Computer um nach einer anderen Lösung zu suchen – und fand was sie am Samstag übersehen haben: Es gibt nämlich ein Generikum von den Stesolid Klistier. Diazepam Rectal Tubes: Gleicher Inhaltsstoff, gleiche galenische Form (also rektal anzuwendende Flüssigkeit) und: erst noch billiger UND wird von der Grundversicherung übernommen!

Na Toll! Nehmen wir doch die!

Daraus habe ich wieder was gelernt: Auch wenn etwas genau dasselbe ist kann eines der Produkte SL und eines HL sein. Manchmal lohnt es sich zu suchen ….

Französisch duschen

Französisch duschen nennt man das, wenn jemand statt zu duschen oder zu baden sich lieber mit Parfüm einsprüht um den Körpergeruch zu überdecken.

Wir haben da einen … Kunden kann ich nicht wirklich sagen, denn der hat noch nie etwas gekauft. Dafür kommt er ein, zweimal die Woche (manchmal auch öfter), geht in die Parfümerieabteilung und sprüht sich mit den Testern ein. Mit mehreren … und ausgiebig.

Das ist besonders eklig, weil er dabei Parfüms mischt und die süssesten aussucht, die er finden kann … dementsprechend nicht nur Männerparfüms.

Wenn er den Laden wieder verlässt, leiden wir (und die Kunden) noch eine gute halbe Stunde an den entstandenen Duftwolken. Als „Dank“ wirft er dafür etwa 10 Rappen in die Trinkgeldkasse.

Hmpf.

Jedenfalls haben wir schon ein paar Anläufe genommen das Verhalten einzuschränken und / oder zu unterbinden. Aber weder direkt daneben stehen, noch Hinweise darauf, dass die Tester für Kunden (Betonung!) gedacht sind haben bisher geholfen.

Letzte Mitarbeitersitzung haben wir das auch wieder thematisiert und sind übereingekommen, dass er das nächste Mal  wenn er kommt, höflich aber bestimmt darauf hingewiesen wird doch bitte nur 1 Tester nimmt und bitte nur 1 x sprüht. „Das reicht zum schauen, wie es riecht.“

Falls er das nicht macht, ist eine Verwarnung auszusprechen.

Und wenn er sich dann immer noch nicht daran hält, dann bekommt er Hausverbot.

Im Moment sind wir bei Stufe 1. Er hat zwar reklamiert und gesagt, er habe eine „Abmachung“, dass das ok sei, wenn er nachher etwas ins Trinkgeldkässeli wirft. Nein, hat er nicht und nein, es ist auch nicht ok!

Fortsetzung folgt?

Namensgebung

Kunde: „Ich brauche etwas von meinem Dauerrezept.“

Apothekerin: „Ok. Wie ist der Name?“

Kunde: „Pedro Fernando Miguel Rafael Xavier João António Francisco de Assis Júlio Amélio de Saxe-Coburgo-Gotha e Bragança.“*

Apothekerin: „Okay ….. und was steht auf der Krankenkassenkarte?“

*Das ist ein echter Name, aber NICHT von einem unserer Kunden. Der Träger dieses Namens ist auch schon länger tot.

Aber: es gibt (v.a. in der spanisch sprechenden Bevölkerung) wirklich sehr lange Namens-kombinationen und dann ist es oft schwierig den richtigen Kunden zu finden im Computer. (War der Nachname jetzt ‚de Saxe’ oder ist es unter ‚Coburg‘ oder Braganca? Und der Vorname ist Pedro oder …

Nachgefragt

Zur Abwechslung mal eine Begebenheit aus dem Spital, das mir so von einem Arzt erzählt wurde.

Man darf ja manche Medikamente nicht nehmen, wenn man schwanger ist … aber das muss abgeklärt werden.

Also:

Arzt: „Besteht die Möglichkeit, dass sie schwanger sind?“

Patientin: „Nein?“

Arzt: „Sind sie sicher?“

Patientin: „Ja.“

Arzt: „Sind sie sexuell aktiv?“

Patientin: „Ja!“

Arzt: „Haben sie noch ihre Periode?“

Patientin: „Ja!“

Arzt: „Benutzen sie die Pille oder andere Verhütungsmittel?“

Patientin: „Nein.“

Arzt: „Benutzen sie Kondome?“

Patientin: „Nein.“

Arzt: „Hat Ihr Mann / Freund / Sexualpartner eine Vasektomie gemacht?“

Patientin: „Nein.“

Arzt: „Also lassen sie mich das mal zusammenfassen: Sie haben noch die Periode, haben ungeschützten Geschlechtsverkehr … sie versuchen aktiv schwanger zu werden.“

Patientin: „Nein!“

Arzt: „Wie würden sie denn das nennen, wenn sie Sex haben und nichts zur Verhütung machen?“