Archiv für den Monat Juni 2009

Ferienmitbringsel umtauschen?

Kommt ein Kunde mit einer Packung Fenistil in die Apotheke:

Kunde: „Kann ich das umtauschen?“

Pharmama – schaut sich das Fenistil an und sieht, dass die Packung aus Thailand ist: die thailändische Schrift unter dem Fenistil zeigt das deutlich, ansonsten sieht die Packung aus wie unsere: „Tut mir leid, aber die ist wohl aus Thailand, die kann ich nicht umtauschen.“

Kunde: „Ich dachte weil die Novartis ja eine schweizer Firma ist, ginge das.“

Pharmama: „Leider nicht so einfach … ausser sie gehen vielleicht direkt zur Novartis. Was ist denn nicht in Ordnung mit der Packung?“

Kunde: „Ich habe in einer thailändischen Apotheke sehr günstig ein paar Packungen gekauft … und erst später bemerkt, dass sie abgelaufen sind.“

Pharmama: „Ja, so was ähnliches hatte ich dort mit einer Körpercreme auch schon. Aber ich fürchte da werden sie kein Glück haben, dass sie hier Geld oder eine andere Packung dafür bekommen.“

Kunde: „Naja, ich dachte ich versuch’s mal.“

So sieht übrigens „Apotheke“ auf Thailändisch aus:

Und dieses Bild zeigt eine Apotheke in Rayong, Thailand mit dem weltgrössten Abakus (5.5m lang). Den Angaben nach ist die Apothekerin damit schneller im ausrechnen als mit einem elektronischen Rechner…

gefunden hier.

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Kolateralschäden

Ältere Frau kommt und fragt wegen einem Mittel zur Reinigung von Leder.

Pharmama: „Glattes Leder oder Wildleder?“

Frau: „Glattes Leder. Ich brauche etwas um Kugelschreiberfarbe wegzubekommen.“

Pharmama: „Oh, je. Ich fürchte da werden sie nicht viel Erfolg haben. Am ehesten noch mit diesem Mittel, das ist speziell gegen Kugelschreiber und Stempelfarbe  …. Wo ist es denn genau drauf?“

Frau: „Auf einem Sitz.“

Pharmama „Kugelschreiber auf einem Sitz …. sie haben aber nicht zufällig ein Kleinkind zuhause?“

Frau (lacht) „Doch, meinen Enkel! Genau der war es auch. Einen Moment nicht aufgepasst …“

Pharmama: „Dachte ich mir – mein Couchtisch hat nämlich auch schon Kugelschreiberspuren drauf.“

(Zäpfchen-) Frage des Tages

Mutter in der Apotheke: „Mein Kind hat Fieber. Wie lange lasse ich das Fieberzäpfchen drin, bevor ich es wieder rausziehe?“

Zäpfchen bleiben drin. Darum haben sie -im Gegensatz zu Tampons- auch keinen Faden zum zurückholen dran.

Ausnahme: Manche Zäpfchen gegen Hämorrhoiden, aber auch dort ist die Schnur nicht zum wieder rausholen gedacht, sondern, damit das Zäpfchen nicht zu weit reinrutscht.

Blog Bumper Sticker

Stoss-stangenaufkleber für die Blog – Seitenleiste?
Was es nicht alles gibt:

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(Das gehört wohl in die Kategorie: Dinge, die man an einem verregneten Samstagabend im Internet findet …)

Nicht ganz trocken?

Kundin am Telefon: „Kennen sie diese kleine Packung, mit Granulat die man in Medikamentenbüchsen findet – die worauf steht ‚Nicht essen‘. Was mache ich damit?“

Apothekerin: „Eben: Nicht essen! Und am Schluss mit der Packung entsorgen.“

Kundin: Und wenn ich doch etwas davon zu mir genommen habe?“

Typischer Fall. Wenn jemand fragt: „Was kann passieren, wenn ich das und das mache…?“ – Dann haben sie eben das höchstwahrscheinlich schon gemacht.

Das Beutelchen oder die Tab ist übrigens das Trocknungsmittel, damit die Brausetabletten oder Tabletten kein Wasser ziehen. Es besteht aus Silikagel.

Falls es doch mal verschluckt wird: es ist nicht überaus giftig, es kann auch vom Körper nicht aufgenommen werden. Ich würde einfach schauen, dass man genug trinkt und warten, bis es wieder rauskommt.

Quittegelb – und eine Gewissensfrage

Was macht man eigentlich, wenn man auf der Strasse (oder beim Einkaufen) jemanden antrifft, den man nicht kennt, der aber wirklich krank aussieht – und das vielleicht nicht weiss?

Mir ist gestern jemand über den Weg gelaufen, dessen Hautfarbe – ich kann es nicht anders beschreiben – quittegelb war.

Meiner Meinung nach ein Hinweis auf ein ernsthaftes Leberproblem.  Ja gut, vielleicht nimmt sie einfach sehr viel Betacarotin, aber das sieht anders aus.

Aber: soll / darf ich was sagen?

Klar, wenn so jemand in meine Apotheke käme, dann würde ich ihn/sie darauf hinweisen, auch wenn er/sie nur ein Aspirin oder so was kaufen käme.

Aber draussen? Mag sein, dass er/sie es schon weiss und in Behandlung ist, dann nervt so ein Hinweis wahrscheinlich – aber was, wenn nicht? Sowas kann so schleichend kommen, dass man es selbst gar nicht merkt, weil man sich täglich sieht.

Dann ist es doch ein ziemlicher Eingriff in die Privatsphäre. Er/Sie ist ja auch kein Kunde / Patient von mir.

Und: Wie soll man so was anständig sagen? „Entschuldigen sie bitte, vielleicht wissen sie es ja schon, aber ihre Hautfarbe ist ziemlich gelb. Haben sie ein Leberproblem?“

Wie seht ihr das? Würdet ihr gern auf so etwas hingewiesen werden, oder würde euch das ärgern? Wie sagt man das?

Lassen Sie mich wiederholen …

Lassen sie mich das noch mal wiederholen:

Sie haben also ein Medikament gegen ihre Arthritis in der Dosierung 2 Tabletten, zu nehmen 3 mal täglich verschrieben bekommen, dann aber entschieden nur 1 Tablette pro Tag zu nehmen (also effektiv 1/6 der Dosierung) aber Sie können sich nicht vorstellen, warum Sie immer noch Schmerzen haben und nicht laufen können?

Ooooookay.

Geschützt: Junior telefoniert

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Ferienzeit -Reisezeit

Ferienzeit ist Reisezeit … und in der Apotheke kann ich an manchen Rezepten (und Einkaufslisten) erkennen, dass die Leute in die Ferien gehen – und die Reiseapotheke aufstocken.

Das *seufz“ hier bedeutet: Ich würde auch gerne! Aber bei uns dauert es noch ein Weilchen.

Reiseberatung in der Apotheke mache ich übrigens sehr gerne. Wir haben dafür ein Programm namens Tropimed, aber falls es jemanden interessiert: hier findet man sehr gute, aktuelle und fachlich fundierte Info: www.safetravel.ch (auf Deutsch und Französisch).

Und wo geht’s bei Euch nächstens hin? Wir sparen und planen für Namibia/Botswana

Vielgeliebte Sätze in der Apotheke

Ich habe eben 2 Stunden beim Arzt gewartet. Geht das nicht etwas schneller?

Das kann nicht sein, dass meine Versicherung das nicht zahlt. Die übernehmen alles.

Ich fliege heute Mittag in die Ferien, und ich brauche alle meine Medikamente für eine 3 Monats Reise.

10 Franken? Das ist zu teuer, das letzte Mal habe ich nur 9 bezahlt!

Kann ich den Apotheker sprechen? (Sie steht vor ihnen)

Könnten sie es mir nicht einfach geben?

Ich habe das bisher immer ohne Rezept bekommen!

Aber das ist pflanzlich, also ist es ungefährlich.

Sie habe ich hier noch nie gesehen. Sind sie neu? (Nach 10 Jahren!)

Ich brauche ein paar Spritzen … für meine Grossmutter (gesagt von einem deutlichen Bodybuilder)

Der Arzt hat gesagt, ich soll das … holen (rezeptpflichtiges) Medikament. Was Rezept? Er hat mir keins gegeben.

Warum wird das …. nicht mehr hergestellt?

Ich möchte gerne mit dem Chef reden. Sie wissen schon, dem Mann. (Das ist der Lehrling)

Warum wird das nicht bezahlt von der Krankenkasse? Es steht doch auf dem Rezept?

Ich hätte gerne meine weissen Tabletten.

Was ist das Beste gegen…. (Krankheit)? Ich brauche etwas, das sofort hilft!

Das brauchen sie mir nicht zu erklären, ich bin von der Spitex.

Warum brauchen sie die Krankenkassenkarte? Ich habe sie ihnen schon mal gezeigt! – (Ja, vor etwa 3 Jahren)

Können sie das nicht unter dem Namen und der Versicherung von meinem Mann eingeben?

3 Flaschen Resyl Plus Tropfen.

Könnte ich eine Spritze kaufen und eure Toilette benutzen?

Ist Aspirin 500 nicht stärker als Saridon 400? 500 ist doch höher dosiert?

Nach was schmeckt das?

Ich hätte gerne das Medikament, das gestern in der Sendung … gezeigt wurde.

Meine Medikamente, die ich per Post bekomme, sind nicht angekommen wie sie sollten. Mein Arzt hat gesagt, ich kann in der Apotheke eine Packung holen gehen.

Noch ein Argument gegen selbstdispensierende Ärzte

Selbstdispensation nennt man es, wenn der Arzt die Medikamente, die er verschreibt auch gleich selbst verkauft.

In der Schweiz ist das (leider) in einigen Kantonen generell erlaubt – selbst in den Gross-städten, wo es Apotheken in unmittelbarer Nähe hat.

Für den Arzt ist das ein Hochseilakt zwischen seiner Verantwortung als Monopolinhaber des Verschreibungsrechts und seinem Interesse an einem wachsenden Einkommen.

Arztapotheken sind zudem nicht öffentlich zugänglich und jeder Bezug in der Arztapotheke bedeutet eine Konsultation nach Tarmed (dem Abrechnungssystem der Ärzte), also massive Kosten in der Prämie.

Täglich finden über 300’000 Gespräche in der Apotheke statt (es gibt gut 1700 Apotheken in der Schweiz). Werden nun 10% davon in die Arztpraxis verlagert, wäre mit neuen Kosten von 1‘000‘000 (1 Million) Schweizerfranken pro Tag zu rechnen!

Denn die Beratung in der Apotheke ist (immer noch) gratis – und auch wir sind Fachpersonen des Gesundheitssystems und ausgebildet in der Triage – d.h. wenn es etwas ist, was weitere Abklärung oder Behandlung braucht, dann schicken wir die Leute zum Arzt … und sonst nicht.

Zuviel Sonne

Junger Kunde: „Also diese Sonnencreme, die sie mir letzte Woche verkauft haben ist nichts wert! Nachdem ich den ganzen Tag in der Badi in der prallen Sonne gelegen bin, war mir am Abend Übel und Schwindlig und ich musste brechen!“

Was Sonnenstich?“

Merke: Sonnencreme schützt vor Sonnenbrand, aber nicht vor Sonnenstich oder Hitzschlag!

Die Freuden der Mutterschaft

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Der hat mir einfach gefallen ….

Gibt das an?

(Achtung: erst ab 18 Jährig lesen / NSFW / Nix für sensible Gemüter!) Aus Amerika:

Eine Frau ruft in der Apotheke an und verlangt den Apotheker.
Frau: „Morgen muss ich bei der Arbeit einen Drogentest machen lassen.“
Apotheker: „Ja, und?“
Frau: „Nun, gestern war ich wandern und da hatte ich Oral-Sex mit einem Mann … und offenbar hat der vorher Kokain genommen.“
Apotheker: „Äh, ja?“
Frau: „Wird das in meinem Test angeben?“
Apotheker: „Oh, das … das kann ich nicht beantworten.“


Grundsätzlich kommt das darauf an, wie viel Kokain der Typ hatte, wie viel davon sich im Samen wieder findet und wie viel die Frau davon … zu sich genommen hat.

Übrigens ist es richtig, dass man vor so einem Drogentest besser kein Mohnbrötchen isst. Ein Teil von den Mohnsamen wird vom Stoffwechsel nämlich in Opioide umgewandelt und die geben dann auch an.

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