Archiv für den Monat Mai 2009

Sprachentwicklung

Nachdem unser Junior eher zögerlich angefangen hat zu sprechen, holt er jetzt kräftig nach.

Unterwegs kommentiert er mit viel Freude, was ihm gerade auffällt: „Auto aabe“ (Ja, das Auto fährt in die Tiefgarage), „Dööt Wasser“ (im Brunnen nämlich), „Drämmli chunnt“ (Das Tram fährt vorbei), „Tüütaaa Papa“ (wenn Kuschelbär mit dem Feuerwehrauto unterwegs ist) und so weiter.

Auch oft: „Wasischdas?“ wenn er etwas sieht, wo er noch keinen Namen dafür hat.

Aber manchmal gibt er den Dingen auch gleich selber Namen.

So wie letzte Woche, als Kuschelbär für unseren neugemachten Balkon gleich 2 Schirme gekauft hat: einen grossen und einen kleinen. Als ich nach Hause kam, nimmt mich Junior an der Hand und sagt: „Chumm mit!“

Er bringt mich auf den Balkon und zeigt auf den installierten grossen Schirm und verkündet: „Baum!“

Ich muss lachen, sage: „Es sieht etwas aus wie ein Baum, gell Junior? Aber das nennt sich Schirm!“

Worauf er kurz rausgeht, dann mühsam den kleinen Schirm anschleppt und sagt: „Baby-Baum !!“

Ich musste mich setzen, ich hab so gelacht.

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reine Gewohnheitssache

Kundin: „Neocid zum aufstellen gegen Küchenmotten, bitte“

Drogistin: „Wir haben nur die Fallen von Gesal da, – aber das ist das gleiche.“

Kundin: Hmm, ich weiss nicht ob ich das nehmen kann, das ist gestreift … das sind sie nicht gewohnt.“

Drogistin: (denkt: – ‚die Motten??‘ )

Übrigens: Diese Fallen zum aufstellen gegen Lebensmittelmotten sind sehr wirksam. Sie sind sogar so wirksam, dass sie die Motten von ausserhalb des Hauses anziehen mit ihrem Lockstoff, wenn man sie offen aufstellt und die Fenster offen hat …

Also: Erst mal alles aufräumen und wegschmeissen, was Käferli drin hat in den Lebensmitteln und dann die Falle im Schrank aufstellen – das holt dann die, die man übersehen hat.

Rette den Hasen!

Ein kurzes, leicht makabres Spiel.

Rette den Hasen! Die Zeit drängt.

Nein. Fragt bloss nicht.

Gedankenleser gesucht

Patient ruft an: „Hallo. Ich bin Stammkunde bei ihnen. Ich habe mich gefragt, ob es möglich ist, dass sie meine Medikamente vorbereiten, bevor ich zu ihnen komme.“

Apotheker: „Sicher, wie ist der Name?“

Der Apotheker schaut ins Computerdossier, sieht dass der Patient seit über einem Jahr nicht mehr hier gewesen ist und auch keine Dauerrezepte zum repetieren hat.

Apotheker: „Tut mir leid, sie haben keine offenen Rezepte und das letzte Mal waren sie vor über einem Jahr hier.“

Patient: „Ich habe das neue Rezept bei mir. Ich fragte mich, ob sie es vorbereiten könnten.

Apotheker:: „Ok, was ist es?“

Patient:  „… Ich kann allerdings nicht lesen, was der Arzt verschrieben hat.“

Medikamentenrückgabe

Es ist ja allgemein bekannt, dass man die Sachen, die man irgendwo kauft und die speziell zu entsorgen sind, dort wieder zurückgeben kann. Batterien in den Kaufhäusern, Technische Geräte beim Händler und also auch Medikamente in der Apotheke.

Uns hat man immer gesagt, das sei besser für die Umwelt, als es in den Hausabfall zu werfen, weil es dann bei unserem Entsorgungsdienst bei höheren Temperaturen vollständig verbrannt wird. Dem ist nicht ganz so, wie ich inzwischen weiss. Hier ist es so, dass auch der Hausabfall wird bei etwa der gleichen hohen Temperatur verbrannt wie die normalen Medikamente – das ist jedoch nicht überall gleich.

Aber: wir sortieren den Abfall vorher noch etwas aus. Quecksilber, Spritzen und biologische Abfälle und Zytostatika zum Beispiel. Auch zurückgegebene Chemikalien wie Säuren und Basen werden nach Sorte getrennt.
Der Service ist gratis für die Kunden – das heisst, wir bezahlen die Abfallgebühren.
Und auf jeden Fall ist es viel besser, als es in die Toilette zu werfen – wo es dann im Grundwasser landet und die Umwelt belastet.

Wir nehmen also Medikamente zurück.

Man denkt das ist problemlos ist: in die Apotheke gehen, Sack mit abgelaufenen Medikamenten überreichen, wieder herausgehen.

Anscheinend gibt es aber eine Menge Leute für die das ein Problem darstellt. Jedenfalls finde ich immer wieder herrenlose Säcke in oder vor der Apotheke mit solchen Altlasten.

Denken die, sie müssen was bezahlen? Oder ist das den Leuten die das machen peinlich? Dann sollten sie vielleicht auch gut darauf schauen, dass sie von allen Medikamenten die Etiketten abnehmen!
… Das fände ich auch darum gut, weil ich das dann nachher nicht noch machen muss: Datenschutz lässt grüssen.

Achtung: das obige gilt für die Schweiz. In Deutschland haben sie seit Anfang Jahr Probleme damit, weil die Entsorgungsfirma gekündet hat.

Deutliche Worte

Ein Patient bekommt auf Rezept Paspertin Zäpfchen verschrieben.

Man schreibt es an: 1 Zäpfchen alle 6 Stunden einführen.“

Er bekommt die Zäpfchen und geht.

Wenig später ruft der Patient zurück und fragt: „Wie nehme ich das?“

Apotheker: „Man führt es rektal ein.“

Er sagt „Ok.“ und hängt auf.

Ein paar Minuten später ruft er wieder an und fragt: „Was heisst rektal?“

Der Apotheker erklärt es ihm: „Das bedeutet in ihren Anus / After.“

Er sagt „Ok.“ und hängt wieder auf.

Und ruft zurück.

Patient: „Also: Was muss ich tun?“

Der Apotheker erklärt ihm: „Legen Sie sich hin, ziehen sie die Beine an und stecken sie sich das Zäpfchen in den Arsch.“

Das war dann wohl deutlich genug!

Mehr über die Anwendung von Zäpfchen hier.

Geschützt: Seeehr müüüde

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Quicky (4)

„Wenn ich Ihnen etwas zeige, können Sie dann sagen, ob das Hämorrhoiden sind?“

den Chef rausgehängt

Als Apothekerin in einem durchgehend offenen Geschäft habe ich keine wirkliche Mittagspause. Das heisst ich kann mich schon etwas zurückziehen, um etwas zu essen, aber wenn sie beim Bedienen Hilfe brauchen und jedes Mal wenn ein Rezept kommt, muss ich ran. Das bedeutet auch, dass ich seltenst eine ungestörte Mitagspause habe und darum ist es für mich auch nicht so wichtig, ob ich um 12 Uhr oder erst später dazukomme.

Jedenfalls waren wir heute unten schon den ganzen Vormittag sehr beschäftigt und als auf einmal etwa 10 Leute gleichzeitig im Laden standen und nur noch 3 (mit mir) zum Bedienen da waren, habe ich erst Sturm geläutet und als niemand kam, bin ich in den Pausenraum gerannt und habe den beiden die da sassen zugerufen : Wir brauchen unten Hilfe; alle beide runter, jetzt!“

Erst nachher fand ich es seltsam, dass sie mit abgezogenen Schürzen da gesessen sind und assen. Da habe ich beim Blick auf die Uhr mit Schrecken bemerkt, dass ich sie gerade aus der Mittagspause geholt habe – die sie ja wirklich zugute haben und für sie auch keine Arbeitszeit und nicht bezahlt ist.

Hoppla.

Ich hab mich dann entschuldigt – aber sie haben es locker genommen.

Ein Hoch auf gute Mitarbeiter!

Discount-Apotheke

noch ein Notfall

„Oh, Gottseidank haben sie noch offen! … Haben sie die Nuggi von Avent ? Ich brauche unbedingt genau die. Mein Baby nimmt keinen anderen und vorhin haben wir den letzten verloren!“

Oder: Das Wochenende ist gerettet.

Kleine Lego-Parade

Von oben links nach unten rechts: Doctors blog – der Anästhesist mit dem Narkosehammer, äh Pickel, Ulf – Krankenpfleger und Wikinger, Kranke Schwester, Monsterdoc – der musikalische Doc, Pharmama, Das Miest – irgendwie sieht man’s, die Krankwarefahrer (2x) und Doc Blog. Neu: Polly Oliver -hochelegant und Prjanik mit Teetasse (!), noch neuer: Manuel von Booklinks mit 3Tage-Bart, Grainee und dailymedical
und speziellen Dank noch an Thox (Maclover und Genie). Sorry, dass ich nicht kommen konnte.

Mir fällt auf, dass überproportional viele eine Tasse (Kaffee?) in der Hand halten – anscheinend braucht man das …
Danke für’s mitmachen!

Das wäre eine Erklärung

Heute morgen sehe ich bei Junior das:

Ein Ausschlag. Und zwar nicht nur an den Armen, sondern auch an den Beinen, am Rumpf, wenig am Rücken und im Gesicht.

Ah. Ich denke, ich weiss jetzt, was Junior hat.

„Das 3-Tage-Fieber oder auch exanthema subitum kommt bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum Ende des 2. Lebensjahres sehr häufig vor. Die Kinder fiebern hoch, oft zwischen 39 und 40 Grad, auch darüber. Der Allgemeinzustand ist aber meist wenig beeinträchtigt und das hohe Fieber ist mit Fiebermitteln gut zu beherrschen. Husten und Schnupfen sind untypisch, ganz im Vordergrund steht das hohe Fieber. Nach drei manchmal auch vier Tagen entfiebert das Kind. Bei der Entfieberung tritt typischerweise dann ein Hautausschlag auf, der eng aneinanderstehende flächig und leicht erhabene Flecken, die teils ineinanderlaufen, zeigt. Dieser Ausschlag kann etwas jucken und die Kinder sind noch etwas quengelig, aber das Fieber bleibt verschwunden. Das exanthema subitum (3-Tage-Fieber) hat keine ganz klar definierte Inkubationszeit. Man spricht von 3-7 Tagen, manchmal sind es aber auch bis zu 17 Tagen. Die Ansteckungsgefahr ist nicht sehr groß, trotzdem kann die Infektion in Familien – sehr selten- gehäuft auftreten. Sie hinterlässt wahrscheinlich eine lebenslange Immunität.“

Quelle.

Dass er daneben noch über Kopfschmerzen geklagt hat, kann gut sein, ich hatte ja letzte Woche auch ein paarmal ziemlich üble. Fieber hat er seit etwa vorgestern keins mehr. Ich dachte ich habe gestern Abend auch schon den Anfang des Ausschlags gesehen.  Das wäre dann Juniors erste „richtige“ Kinderkrankheit.

Hab ich auch alles?

Telefon von der Nachbarapotheke:Entschuldigung, aber ist Frau XXX Kundin von ihnen?“

Pharmama: „Ja. Wieso?“

Nachbarapotheke: „Sie war gerade bei uns und wollte etwas von ihrem Dauerrezept – das sie nicht bei uns hat. Sie wurde etwas laut.“

Ok. Ich weiss dass die Kundin sehr vergesslich ist (sie bekommt inzwischen auch Alzheimermedikamente), ich kann nur hoffen, dass sie den Weg zu uns findet.

Wenige Minuten später spaziert sie tatsächlich durch die Türe und verkündet: „Ich war gerade zuhause, natürlich habe ich meine Rezepte hier! Da müssen sie mich nicht rauswerfen!“

Pharmama: „Guten Tag Frau XXX, das mit dem Rauswerfen waren aber nicht wir. Was brauchen sie denn?“

Worauf sie sich beruhigt, ihre Notizzettel rauszieht und ihre Medikamente bekommt. Angeschrieben.

Dreimal noch fragt sie nach, ob sie jetzt alles hat von uns, was sie braucht.

Pharmama: „Ja, die aufgeschriebenen Medikamente haben sie jetzt. Aber da stehen noch ein paar Lebensmittel drauf, die sie im Kaufhaus holen müssen.“

2 mal kommt sie darauf nochmals zurück, um zu fragen, ob sie die Medikamente geholt hat – sie glaubt es erst, wenn man ihr praktisch die Tasche aufmacht und ihr zeigt.

Sie ist eine nette Frau, aber ohne Hilfe kann sie nicht mehr lange zuhause wohnen. Sie hat einen Mann, der zwar geistig noch da ist, aber nicht mehr laufen kann. Er schreibt ihr auch immer die Notizzettel – sie geht das dann besorgen.

Solange sie den Weg noch findet heisst das.

Nach heute habe ich da Bedenken.

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