Apotheke Quiz 2

Das ist mein zweites Quiz (das erste findet sich hier). Wer will kann mitmachen. Die Kommentare werden bis zur Auflösung des Quizzes (am Donnerstag) nicht angezeigt. Viel Spass!

1. Ein Mann etwa 45 Jahre alt kommt in die Apotheke und will etwas gegen Kopfschmerzen. Er klagt über einseitige, pulsierende Kopfschmerzen die seit gestern abend plötzlich aufgetreten sind. Er kenne so was gar nicht bei sich. Ausserdem schreit er fast, als er mir zeigen will, wo es schmerzt.

Was hat er und was gebe / empfehle ich ihm?

a) Kluster Kopfschmerzen, dafür genügt ein normales Schmerzmittel wie Dafalgan und eventuell zusätzlich Entspannungsdragees gegen die Verspannung und zum Beruhigen

b) typischer Fall von Migräne Kopfschmerzen. Ich empfehle ihm Saridon 400mg und gleichzeitig ein Motilium, damit es schneller wirkt

c) plötzlich auftretende Kopfschmerzen und er kennt das so nicht? Eventuell ein Hirnschlag – er sollte sofort in den Notfall gehen.

d) Der Mann hat eine entzündete Schläfenarterie und sollte sofort zum Arzt gehen, der sie mit Kortison behandeln wird.

2. Eine junge Frau kommt in die Apotheke, als sie ein Dulcolax bestellt, sehe ich ihre Zähne. (Bild)

Was für ein Problem hat die Frau?

Warum bestellt sie ein Dulcolax? (besteht da überhaupt ein Zusammenhang)?

3. Mal wieder ein eher unleserliches Rezept. Was steht denn da?

Ein Punkt für jedes richtig Erkannte Medikament.

4. Eine Frau kommt mit einer derart verbrannten Hand in die Apotheke:

Ausser etwas zum Behandeln will sie gerne wissen, woher sie das hat. Sie hat gestern im Garten gearbeitet und folgende Pflanzen in Verdacht: War es eine davon? Warum?

a

b

c

5. Ein älterer Mann kommt in die Apotheke und möchte etwas gegen Husten haben. Auf Nachfragen erklärt er, dass er schon seit ein paar Monaten (!) huste, vor allem abends wenn er sich hinlegt. Seine Medikamentenliste ist wie folgt:

a) Aspirin cardio (Acidum acetylsalicylicum)

b) Sortis (Atorvastatin)

c) Reniten (Enalapril)

d) Nitroderm Pflaster (Nitroglycerin)

e) Bexin Tropfen (Dextromethorphan)

warum hustet er? Was kann man dagegen tun?  (Hilfestellung hier.)

Kryptonit?

Mann kommt in die Apotheke: „Meine Frau schickt mich. Ich soll ein Mittel holen, das Glucosamin und Kryptonit enthält.“

Drogistin: „Meinen Sie Chondroitin?“

Mann: „Nein: Sie hat gesagt Kryptonit!

Erst die dazugerufene Apothekerin konnte ihn davon überzeugen, dass sie in der Kombination nur Chondroitinsulfat meinen kann.


Was ist mit all den Apothekerinnen?

Interessanterweise waren noch zu meiner Jugendzeit in den Apotheken mehr Männer als Frauen anzutreffen (hinter der Theke meine ich). Das hat vollkommen geändert. Apotheker ist ein Frauenberuf geworden.

Als ich studierte, hatten wir gerade mal 10% Männeranteil (oder auf 40 Studierende 4 Männer).

Warum ist das so?

Das hat sicher verschiedene Ursachen. Einerseits ist der Offizin-Apotheker eine Art Mischung zwischen Pflegeberuf, in dem sich schon immer mehr Frauen fanden und Verkauf/Dienstleistung.

Aber es ist mehr als das.

Wenn man Pharmazie studiert, muss man nicht in die Apotheke stehen:

Man kann in die Forschung gehen um neue Arzneimittel, Chemikalien zu entwickeln,

Man kann in die Produktion und Qualitätskontrolle gehen und die Herstellung von Tabletten und anderen Arzneiformen überwachen oder sie zu entwickeln.

Man kann in die Registrierung gehen und sich mit Studien und der gesetzlichen Zulassung von Medikamenten und Zusätzen herumschlagen.

Oder man entscheidet sich eben für die „Offizin“, das ist die klassische Apotheke. Die kann dann aber ausser einer öffentlichen Apotheke auch eine Spitalapotheke sein. Ein Wechsel zwischen diesen Sparten ist im Prinzip auch immer möglich.

Ein sehr variabler Beruf also, der in der Ausbildung eine Menge fordert. Das Pharmazie Studium (5 Jahre) besteht aus Naturwissenschaftlichen Fächern. Viel Biologie, Sehr viel Chemie, Anatomie, Physiologie, dazu etwas Physik und auch Mathe – und ein paar spezifischere Fächer wie Analytik, Pharmakologie, Galenik… und daneben immer Labor.  Dabei ist es nicht so „grausam“ wie Medizin zu studieren (wir haben nie mit Leichen zu tun) und praktikabler – im Sinne von „anwendbarer“ als Biologie oder Chemie zu studieren.

In der Apotheke selbst (und auch den anderen oben erwähnten Varianten) hat Frau die Möglichkeit Teilzeit zu arbeiten. Sie kann auch einmal aussteigen (z.B. um Kinder aufzuziehen) und nachher wieder einsteigen – das bedeutet zwar je nach Länge der Abwesenheit wieder eine Menge Neues zu lernen, aber es ist möglich.

Früher war öfter der Einwand, dass eine Frau zwar in der Apotheke zwar arbeiten könnte, sie aber nicht übernehmen oder führen, weil das ein Fulltime-Job sei. Auch das stimmt inzwischen nicht mehr. Die Apotheke kann nämlich durchaus auch von 2 Frauen zusammen geführt werden.

Alles in allem also ein sehr guter Beruf für eine Frau mit ausgezeichneten Aussichten.

Ich mag ihn sehr!

In dem Sinn wünsche ich Dir noch viele, viele schöne Augenblicke im Leben. Und ich werde glücklich sein, sie mit Dir verbringen zu dürfen.

Einfache Lösung

Kunde: „Ich bin den ganzen Tag über so müde und schlapp. Hätten sie da nicht etwas für mich?“

Apothekerin: „Ja, aber nehmen sie denn sonst irgendwelche Medikamente ein?“

Kunde: „Ja, ich nehme täglich morgens ein Stilnox, damit ich Nachts schlafen kann.“

Apothekerin: „Äh, …. morgens??

Kunde: „Ja.“

….

Ok, die Lösung ist offensichtlich. Er braucht nichts weiter zu tun als sein Schlafmittel abends zu nehmen.

Pillendreher

Pillendreher … das ist eine etwas veraltete Bezeichnung für Apotheker. Wer dabei an den Käfer denkt (Bild) hat nicht ganz so unrecht, nur hat der Käfer die Bezeichnung vom Apotheker und nicht umgekehrt

In alten Zeiten stellte der Apotheker in der Apotheke noch selbst seine Medikamente her.

Das ist heute praktisch nicht mehr so. Wir bekommen die Medikamente von der Pharmaindustrie – wo sie allerdings immer noch von Apothekern entwickelt und hergestellt werden.

Jedenfalls gab es früher keine Tabletten (die man presst), deren Vorläufer waren die Pillen. Dazu wurde der Wirkstoff mit Hilfsstoffen (Laktose, Hefeextrakt und einer Mischung aus Wasser und Glycerin) zu einem Brei verarbeitet. Dieser wurde auf dem Pillenbrett zu einem gleichmässigen Strang gerollt, der durch die Rillen auf dem Brett in kleine Stücke geschnitten wurde.

Aus diesen Stücken wurden dann eben Pillen gerollt, so wie man kleine Teigkügelchen rollt. Diese wurden dann trocknen gelassen und mit Bärlapp Sporen (Lycopodium) bestäubt, damit sie nicht aneinander kleben. (Stattdessen kann man auch Kakaopulver, Zucker, Harnstoff oder Silber oder Gold nehmen)

Man konnte sogar eine gewisse Verzögerung der Wirkstoffreigabe bewirken, indem man sie mit einer Lösung aus Tolubalsam lackierte.

Ein Grund warum man heute Pillen nicht mehr herstellt: für die Teigbereitung braucht es Flüssigkeit. Viele Wirkstoffe sind aber nicht stabil wenn sie feucht werden. Das heisst die Pillen waren nicht lange haltbar.

Aber bis in die 60 er Jahre waren sie noch in den Apotheker-Prüfungen verlangt und bis in die 80er Jahre hinein hergestellt – ausschliesslich in den Apotheken.

Heute macht man (falls das mal nötig ist) aus den Wirkstoffen in der Apotheke stattdessen Kapseln, was sich mit den leeren Gelatine-Kapselhüllen und Kapselfüllgeräten leicht bewerkstelligen lässt.