Anzeigenbetrug!

Aktuell sind wieder Betrüger am Werk, die einem (professionell aussehende) Vorlagen oder „Gut zum Druck“ oder Einträge in irgendwelche Register zufaxen, die man dann unterschreiben und zurückfaxen soll. Damit man das auch eher macht setzen sie den Namen eines Mitarbeiters unter Ansprechspartner darauf und sie telefonieren gleich vor oder nach dem Fax noch „das sei so in Ordnung, man solle es nur noch rasch unterschreiben und gleich zurückfaxen“.

Oder sie behaupten, dass man unterschreiben soll, wenn man keine Verlängerung wünsche von einem angeblich bestehenden Vertrag.

Klar. Was unterschreibe ich denn da?

Das Kleingedruckte ist auf dem Fax mit Mühe entzifferbar, aber da steht:

Der Anzeigenvertrag hat eine Laufzeit von einem Jahr und kommt ab dem Zeitpunkt zustande, ab dem der Auftraggeber dieses Vertragsangebot durch seine Unterschrift annimmt. Der Anzeigenvertrag kann … aus welchen Gründen auch immer, nur innerhalb 1 Woche nach Unterzeichnung und nur gegen volle Schadloshaltung des Verlages gekündigt werden. Der zu leistende Schadensersatz … beträgt jedoch mindestens 75% des Gesamtpreises. Der Schadenersatz wird bei Rücktritt sofort, für alle Auflagen fällig. Das Vertragsverhältnis beinhaltet vier kostenpflichtige Auflagen …. Für jede Auflage entsteht der Auflagepreis erneut. …

Anzeigepreis (pro Auflage): 1 Anzeigenfeld Fr. 699.- zuzüglich Farbpauschale Fr. 299.-, Satzpauschale Fr 399.- und Versandpauschale Fr. 85.-. Alle Preise verstehen sich zzgl. Mehrwertsteuer.

Zahlungsbedingungen: Die Rechnungen sind innert 30 Tagen, ohne Abzug, zur Zahlung fällig. Bei Zahlungsverzug wird pro Mahnung eine pauschale Umtriebsgebühr von Franken 40.00 berechnet. Verzugszinsen werden 7% per anno berechnet. Zusätzlich werden Kosten, die durch die Inanspruchnahme von Inkassogesellschaften oder Rechtsanwälten entstehen dem Auftraggeber belastet. Zahlungen mit befreiender Wirkung können nur an den Verlag erfolgen.

Vertragsverlängerung: Der Anzeigenvertrag verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr, wenn er vom Kunden nicht spätestens 3 Monate vor Ende des Vertragsablaufes schriftlich gekündigt wird.

Das bedeutet (wenn man es mal durchrechnet):

699.- + 299.- + 399.- + 85.- = 1482.-

x4 (Auflagen)  =  5928.-

x2 (Auflagenfelder, die sie so auf die Vorlage gesetzt haben)=  Franken 11’856.-  !!

(und dann kommt noch die Mehrwertssteuer dazu)

Für ein Werbefeld von 4x6cm in einer Beilage, die sowieso niemand liest.

Und wenn man aus dem Vertrag rauswill, zahlt man trotzdem mindestens 75% = Franken 8892.-

Der Name des Verlages übrigens (dieses Mal): Nerus AG, Rapperswil

Laut K-Tip sind dies die weiteren aktuellen Firmen:

The Yellow Pages, Paris; Regionaler Wirtschaftsdienst, Berlin; Tobek Media, Berlin; FraVal Concept AG, Bern; New Media Design, Birmingham; Trend Media Regional, Rotkreuz; SM Swiss Motion, Arth; Media Print NT, Zug. Und im Internet: Webclick GmbH; HIM Swiss-Internet AG; Branchendirect24; http://www.ch-telefon.ch.

Ich kenne mindestens 3, die schon einmal auf so etwas reingefallen sind. Unter anderem auch fast mein Kuschelbär, weil sie ihm eine Vorlage geschickt haben, die der die er normalerweise für Werbung in einer Zeitschrift hat seeehr Ähnlich sieht. Aus so einem Vertrag wieder rauszukommen kostet Zeit und Nerven und Geld.

Don’t do it!

Indikator

aus Amerika:

Kundin: „Tag. Ich möchte diese Zahnbürste retournieren.“

Drogistin: „Haben sie einen Kassabon?“

Kundin: „Nein. Ich denke sie funktioniert nicht.“

Drogistin: „Wie hat es denn nicht funktioniert?“

Kundin: „Nun, da stand auf der Packung sie hätte Indikator Borsten, aber als ich darauf gepinkelt habe, haben sie die Farbe nicht gewechselt. Wie soll das denn Anzeigen, ob ich schwanger bin oder nicht?“

Drogistin: Äähh, .. die Indikator-Borsten zeigen an, ob man die Zahnbürste ersetzen muss, nicht ob sie schwanger sind.“

Kundin schaut drein wie ein Schaf und geht.


Batteriebetriebenes

Ein zunehmender Trend scheint zu sein, Batterien in gewöhnliche Gebrauchsgegenstände zu stecken, um sie vibrieren zu kassen – Nein, ich rede hier nicht von Vibratoren, wobei – bei etwas nachdenken – das waren wahrscheinlich die Vorläufer dieses Trends. Man nehme einen Dildo und – voilà.

Auch schon gesehen: die Wellness-Bürste: für Kopfmassagen und mehr (ok, da sind wir nicht so weit weg vom Dildo).

Zahnbürsten: Nach der elektrischen mit Kabel, die elektrische ohne Kabel mit Akku und jetzt die normale Handzahnbürste: Oral B Pulsar oder Dr. Braun Power Clean und unzählige mehr.

Dann zogen die Nassrasierer nach: Gillette Fusion Power. Oder dasselbe für die Damenwelt: Venus Vibrance.

Und nun das neuste: vibrierende Mascarabürstchen mit Batterie. Lauder und Lancôme machen das inzwischen beide. Das ist vielleicht ein seltsames Gefühl!

So langsam frage ich mich, was das nächste ist? der vibrierende Waschlappen? Haarklämmerli?

Auflösung zum Quiz 2

Auflösung des Quizzes 2

1. Ein Mann etwa 45 Jahre alt kommt in die Apotheke und will etwas gegen Kopfschmerzen. Er klagt über einseitige, pulsierende Kopfschmerzen die seit gestern abend plötzlich aufgetreten sind. Er kenne so was gar nicht bei sich. Ausserdem schreit er fast, als er mir zeigen will, wo es schmerzt.

Lösung c:

Der Mann hat eine Arteriitis temporalis, eine plötzlich auftretende Entzündung der Schläfenarterie. Sie tritt vor allem bei älteren Menschen auf.  Symptome: oft einseitige Kopfschmerzen an der Schläfe, dazu ev. Kauschmerzen. Oft treten vorher auch Sehstörungen auf. Die Schläfenarterie ist dabei sehr druckempfindlich, verdickt (sieht man) und pulsierend.

Unbehandelt besteht ein Risiko von 20% zu erblinden. Mit Cortison ist das aber gut behandelbar – wenn man es rechtzeitig erkennt und reagiert.

Migräne hat zwar auch vorher Sehstörungen (Aura) ist oft einseitig und pulsierend, aber man ist nicht druckempfindlich, ausserdem kennen das die Betroffenen vorher schon.

Cluster Kopfschmerzen treten praktisch immer einseitig auf und zwar oft über Monate oder Jahre gehäuft, um dann wieder lange beschwerdefrei zu sein. Sie zeigen ausserdem die Neigung immer zur gleichen Tageszeit aufzutreten. Häufig sind auch Begleitsymptome wie gerötete, tränende Augen. Auch hier gilt: keine Druckempfindlichkeit.

Ein Schlaganfall kann plötzlich auftreten, zu den Warnzeichen gehören auch heftige Kopfschmerzen, dazu möglich: Sehstörungen, Sprachstörungen, Taubheitsgefühl und Lähmungen, Schwindel. Die Kopfschmerzen sollen dabei ungewöhnlich heftig sein.  Der Patient mit Schlaganfall gehört sofort ins Spital!

2. Eine junge Frau kommt in die Apotheke, als sie ein Dulcolax bestellt, sehe ich ihre Zähne

Die Junge Frau leidet unter Bulimie, also Ess-Brechsucht. Sie hat ein gestörtes Essverhalten ausgelöst durch eine verzerrte Selbstwahrnehmung.

Nachdem sie gegessen hat, entledigt sie sich ihres Mageninhaltes wieder mittels Erbrechen. Dabei greift die Magensäure die Zähne an.

Das Dulcolax soll ebenfalls dazu dienen dass sie nicht zunimmt respektive abnimmt. Dulcolax (Picosulfat) ist ein Abführmittel das via Reizung des Darmes wirkt. Das Problem: der Darm wird mit der Zeit träge – man kann gar nicht mehr ohne diese zusätzliche Reizung Stuhlgang haben. Ausserdem verliert man einiges an Elektrolyten, was zu weiteren Problemen führen kann. In der Apotheke kann man häufig beobachten, dass Leute mit Abfürmittelmissbrauch eine lederartige, fältelige gelb-braunstichige Haut bekommen. Meist sieht man es den ausgemergelt erscheinenden Frauen schon an, was sie wollen.

3. Das unleserliche Rezept

Pantozol 40 mg XXX

Tonopan XX Tbl

Tylenol forte XX

Augmentin 1g XV

Lymann 200’000 forte 100g Gel

Eltroxin 0.1 mg C

Ponstan 500 36 Tbl

Triderm Creme 30g

….. Intras

Arztunterschrift

wenn man weiss, was es sein soll gar nicht mehr soo schlimm, oder?

4. Eine Frau kommt mit verbrannter Hand in die Apotheke:

Die Frau hat eine verbrannte Haut aufgrund einer phototoxischen Reaktion mit der Pflanze c: Herculaneum montegazzinum – auch Herkulesstaude oder Riesenbärenklau genannt.

Die Pflanze ist eingeschleppt worden und jetzt wird man sie kaum mehr los. Eigentlich sieht sie ja noch hübsch aus und macht mit ihrer Grösse: über 2m hoch recht was her. Aber sie ist sehr problematisch, wenn man Pflanzensaft auf die Haut bekommt und die Sonne scheint

Die erste Pflanze ist natürlich eine Brennessel, (Urtica dioica) die mit ihren Brennhaaren auch Rötungen und Hautreizungen verursachen kann –aber nie derartige Verbrennungen.

b

Die zweite Pflanze ist Johanniskraut (Hypericum perforatum). Die macht zwar bei Berührung nichts, man sollte aber daran denken, dass Leute die Johanniskrautpräparate einnehmen vor allem wenn sie hellhäutig sind Sonne und Solarien meiden sollen, da die Pflanze eine photosensibilisierung auslösen kann, d.h. man bekommt viel eher einen Sonnenbrand.

5. Ein älterer Mann kommt in die Apotheke und möchte etwas gegen Husten haben.

Medikamentenliste:

a) Aspirin cardio (Acidum acetylsalicylicum)

b) Sortis (Atorvastatin)

c) Reniten (Enalapril)

d) Nitroderm Pflaster (Nitroglycerin)

e) Bexin Tropfen (Dextromethorphan)

Lösung: c) Der Hauptverdächtige hier ist das Reniten, Enalapril ist ein ACE-Hemmer und zu deren prominentesten Nebenwirkungen gehört trockener Husten.

Dabei nützt es auch nichts auf einen anderen ACE Hemmer auszuweichen, weil wenn man den Husten bei einem hat, man davon ausgehen kann, dass es die anderen der gleichen Klasse auch machen. Besser ist ein Wechsel auf z.B. ein Sartan.

Das Bexin auf seiner Liste … vielleicht hat er das sogar vom Arzt eben gegen den Husten bekommen. Ich habe eine Kundin, die jahrelang  (!) ACE-Hemmer genommen und gehustet hat. Sie hat es dem Arzt erzählt, der nie reagiert hat. Bis sie zu uns kam und wir das Problem erkannten. Ok, es war mühsam ein neues passendes Blutdruck-Medikament zu finden und wir brauchten ein paar Versuche, aber seitdem kann sie wieder in Ruhe schlafen.

Dementsprechend haben die meisten richtigen Antworten gegeben:

1. EarlMobile und Esther

2. Sandra – mit allen Medis auf dem Rezept richtig erkannt

3. Albert, Marcel und Nicole

4. Büsi

5. Kinderdoc

6. Denis

Danke fürs Mitmachen! Ich weiss, es war schwierig.

Da ist die Apotheke wieder gut genug

Es ist ein Freitagnachmittag, als wir einen Telefonanruf von einem anscheinend älteren Herrn bekommen.

„Ist das die Apotheke? Ich muss wissen, ob sie die folgenden Medikamente an Lager haben: Meto Zerok 100, Torasemid 10mg, Diamicron MR und Metfin 850?“

Pharmama: „Ja, ja, ja und ja “

Mann: „Mein Arzt hat vergessen rechtzeitig das Rezept für die Medikamente zu schicken und jetzt kommen die Medikamente erst Mitte nächste Woche.“

Pharmama: „Ach ja, wieso das denn?“

Mann: „Weil ich sie ja immer über den Medikamentenversand beziehe. Ich habe aber gestern die letzten Tabletten genommen und ich kann doch nicht eine Woche lang ohne sein!“

Pharmama: „Da haben sie ja schon recht. Sind sie schon einmal bei uns gewesen?“

(Ich habe schon einmal erwähnt, dass Vorbezüge und derartiges wesentlich besser ankommen in der Apotheke, wenn man schon mal dort war).

Mann: „Nein, ich glaube nicht.“

…. dem war dann auch nicht so.

Nachdem ich alle Daten aufgenommen habe musste ich also noch den Arzt anrufen, damit der uns ein Rezept faxt, dann die Krankenkasse abklären und ihm die Medikamente anschliessend auch noch bringen lassen.

Für jemanden, der bis anhin nicht einmal unser Kunde war!

Für jemanden, der sich entschlossen hat, die Apotheke zu umgehen und sich die Medikamente per Post schicken zu lassen.

Ich muss zugeben, der Medikamentenversand macht mich etwas sauer. Ich finde das sind ROSINENPICKER! Sie gehen gezielt erst mal die Leute mit den chronischen Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck an, die ständig Medikamente brauchen.

Aber wehe, wenn die Lieferung mal etwas länger braucht (oder wie hier das Rezept nicht rechtzeitig nachgereicht wurde). Oder wenn man Notfallmässig mal etwas braucht – z.B. Schmerzmittel oder Antibiotika etc. Und von wegen Beratung … da müssen wir gar nicht anfangen.

Dann ist die Apotheke auf einmal wieder gut genug!

Im übrigen: für diejenigen die denken, das Gesundheitssystem spart so (die Versandapotheken bieten den Abnehmern ja diverses: Portofreie Lieferung, keine Checks ….): Auch das muss ja irgendwie bezahlt werden – und das machen am Ende dann die Krankenkassenkunden dann einfach indirekt über ihre Prämien. Denn die Versandapotheken haben ja Verträge mit den Krankenkassen (die dann so offensiv Werbung für sie machen). Die bekommen ihr Geld schon.

Und ich zahle mit.

Nichts wichtiges …

Besorgte Mutter am Telefon: „Hallo? Ich habe gerade so ein Nasen-Ballon-Ding für mein Baby gekauft, weil es so erkältet ist.“

Drogistin:Ein Nasenpümpchen, ja – und?.“

Besorgte Mutter: „Ja. Wird es auch nichts Wichtiges rausziehen?“

Nein, das Gehirn bleibt drin. Aber ich finde die Mütter, die das wollen, sollten es zuerst an sich selbst ausprobieren – es ist schon ein *etwas* seltsames Gefühl. Bei meinem Junior habe ich das nie gebraucht: Salzlösung in Portionen hat längstens ausgereicht.