Quicky (2)

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Kundin: „Ich hätte gerne diese Kapseln …“ (hält mir eine hin)
„… aber in grün!“

(Vielleicht mit etwas Lebensmittelfarbe …?)

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Medikamente per Versandhandel? Nein danke!

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Liebe Kundin, lieber Kunde,

immer wieder fordern Krankenkassen Ihre Kunden auf, sich künftig Medikamente per Versandhandel schicken zu lassen. Die dabei empfohlene Versandfirma „Zur Rose“ ist eine Gründung von geschäftstüchtigen Ärzten im Kanton Thurgau, die Mediservice ein Ableger des Grosshandelsmoguls Galenika.

Hiermit möchte ich Sie über meine Ansicht zum äusserst fragwürdigen Postversand von Medikamenten informieren.

Beim Versandhandel herrscht die Meinung, dass für dringend benötigte Medikamente – wie z.B. Antibiotika – nach wie vor die Apotheke in der Nähe aufgesucht werden soll. Mit dieser Lückenbüsserfunktion können die Apotheken auf Dauer nicht überleben.

Alle Apotheken, auch wir, sind zusammen mit den Ärzten bestrebt, die Gesundheitskosten zu senken. Dazu leisten wir mit unserer kostenlosen Beratung und Betreuung einen wesentlichen Beitrag (indem wir zum Beispiel ein passendes Generikum empfehlen – und nicht nur das von der Generikafirma, die einen Vertrag mit der Versandapotheke hat). Wir klären Unsicherheiten direkt mit dem Arzt ab, wir können auch Wechselwirkungen mit frei verkäuflichen Medikamenten sofort beim Verkauf abklären.

Dieser Service wird mit dem Postversand gefährdet. Was auf den ersten Blick vorteilhaft erscheint, erweist sich als Mogelpackung. Der Medikamenten-Versandhandel erbringt viele Leistungen nicht, welche bei uns selbstverständlich sind.

Beim Postversand fehlt der persönliche Kontakt bei der Abgabe des Arzneimittels und die Möglichkeit, Fragen und Unsicherheiten direkt mit einer Person Ihres Vertrauens besprechen zu können. In unserer Apotheke erhalten Sie jederzeit eine kostenlose und persönliche Beratung. Auf Wunsch liefern wie Ihnen die Medikamente innert eines Tages nach Hause. Beim Postversand müssen Sie hingegen 3 Tage warten.

Gemäss Krankenversicherungsgesetz kann niemand dazu gezwungen werden, Medikamente per Post zu beziehen.

Wir sind auf Sie als Kunden angewiesen. Dessen sind wir uns bewusst, und wir freuen uns jeden Tag aufs Neue, Ihnen einen tadellosen Service zu bieten. Nehmen Sie uns beim Wort. Wir danken Ihnen, dass Sie sich für uns als Ihre Vertrauensapotheke entschieden haben.

Mit freundlichen Grüssen

Pharmama

Es gibt noch ein paar andere Argumente:

„Eine effiziente Beratung ist diejenige, die erstens in Anspruch genommen und zweitens verstanden wird – k.o.-Kriterien für die telefonische Beratung“

Wir in der Apotheke beantworten Fragen direkt, per Telefon, per mail oder Brief – und das sehr rasch und kompetent. Dagegen scheint es da bei den Versandapotheken zu happern.

Für diejenigen die denken, das Gesundheitssystem spart so (die Versandapotheken bieten den Abnehmern ja diverses: Rabatte, Portofreie Lieferung,…): Auch das muss ja irgendwie bezahlt werden – und das machen am Ende dann die Krankenkassenkunden dann einfach indirekt über ihre Prämien. Denn die Versandapotheken haben ja Verträge mit den Krankenkassen (die dann so offensiv Werbung für sie machen). Die bekommen ihr Geld schon.

Die persönlichen Daten der Patienten sind in der Apotheke gut aufgehoben.  Auch da hat es schon Probleme gegeben bei Versandapotheken (indem sie z.B geschredderte Rezepte und Lieferscheine als Füllmaterial für ihre Pakete gebraucht haben). Oder vorausgefüllte Formulare an die falsche Adresse geschickt wurden… die Beispiele sind allerdings von Deutschland.

Die Versandhandelsapotheke stellt auch keine Rezepturen her – z.B. spezielle Salbenmischungen von Hautärzten.

Rezeptfreie Präparate gibt es zwar teilweise auch von der Versandapotheke, allerdings auch nur auf Rezept. Und das Rezeptausstellen beim Arzt kostet: so spart das Gesundheitswesen auch nicht.

Bestellt

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Kundin kommt und fragt nach einem Medikament, das sie bestellt hat.

Wir gehen durch die Bestellungen, finden aber nichts.

Drogistin: „Haben sie denn einen Bestellzettel bekommen?“

(Manchmal hören die Leute nicht zu und verstehen „Man kann es bestellen“ als „Wir bestellen es ihnen“. Schon darum geben wir Bestellzettel ab)

Kundin: „Nein. Ich habe es telefonisch bestellt.“

Drogistin: „Ok. Ich kann leider nichts finden bei unseren Bestellungen und auch nichts in den Bestellformularen, wann genau haben sie es denn bestellt? Wissen sie noch, wen sie am Telefon hatten?“

Kundin:  „Was? Es war irgendwann letzte Woche. Ich kann mich nicht erinnern, wer am Telefon war. Können sie es mir nicht einfach geben?“

Drogistin: „Tut mir leid, aber es ist nicht hier. Ich habe auch keine Unterlagen, dass sie es bei uns bestellt haben. Wenn sie einen Moment warten möchten, kann ich im Computer schauen, wann es das letzte Mal bestellt wurde und was damit ist.“

Kundin:  „Dafür habe ich keine Zeit !!“

Sie läuft laut schreiend und fluchend aus dem Laden

Später am Tag. Telefon.

„Hallo. Ich war heute früher hier wegen dem Medikament das ich bestellt habe. Ich habe es tatsächlich bei einem anderen Laden bestellt. Ich bin erstaunt, dass sie das nicht wussten!“

Klar. Wir sind ja nicht das einige Geschäft in der Umgebung und ich bin für ihre Bestellung in einem anderen Laden zuständig?

Die falsche Anwendung (6)

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Samstagmittag und eine Mutter kommt mit ihrem Kleinkind in die Apotheke – zu uns, weil ihre Apotheke schon geschlossen ist. Sie erzählt der Apothekerin von der Mittelohren-entzündung ihres Sohnes, für das sie vom Arzt Antibiotikasirup verschrieben bekommen hat:

Mutter: „Ich verstehe einfach nicht, warum es meinem Sohn nicht besser geht“.

Apothekerin:Haben sie ihm das Antibiotikum regelmässig und die ganzen 5 Tage gegeben?“

Mutter: „Ja, aber nach dem 2. Tag sah es so aus, als ob es keinen Platz mehr hätte.“

Apothekerin: „Keinen Platz? Wie meinen sie das?“

Mutter: „Ich habe wie verschrieben einen Löffel 2 x täglich in sein Ohr gegeben …“

Merke:  auch Antibiotika für Ohrenentzündungen sind zum einnehmen!

Was manche Leute wissen wollen

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Oder: manchmal gibt es einfach keine gute Antwort.

Da gibt es eine Frau, die regelmässig mit den seltsamsten Fragen und Beschwerden kommt.

Frau: „Warum tut mir der Rücken weh – aber NUR wenn ich mich bücke während ich nach Südosten schaue?

… Könnte es sein, dass das mit der Wurzelbehandlung zusammenhängt, die ich am 16. Dezember hatte??“

Inhalation bei Erkältung

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Unter Inhalation versteht man die Anwendung eines Arzneistoffes via die Lunge.

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Bei Asthma oder manchmal auch bei Bronchitis mit Atembeschwerden benutzt man im Normalfall die fertigen Medizinprodukte in Form von Dosieraerosolen, Diskus oder Pulverinhalatoren. Das sind kleine Geräte, die beim Draufdrücken oder Einatmen durch das Gerät eine bestimmte Dosis Medikament abgeben: Im Normalfall Bronchien-erweiternde Mittel und/oder Cortison. Diese sind alle rezeptpflichtig.

Es gibt auch die Möglichkeit Mischungen via Vernebler zu inhalieren. Diese funktionieren nicht über Wärme sondern versprühen die Lösungen durch Druckluft oder Ultraschall in feine Tröpfchen, die dann eingeatmet werden können.

Die bekanntesten sind die Geräte von PARI. Dabei verwendet man ebenfalls Lösungen mit Bronchien-erweiternden Mitteln und/oder Cortison in einer 0.9% Salzlösung. Die Salzlösung und das Gerät (zum mieten oder kaufen) gibt es auch ohne Rezept, aber die Lösungen sind sonst nur via Arztrezept erhältlich.

Und dann gibt es noch das, was man bei Erkältungen macht: die Inhalation von leichtflüchtigen Substanzen (meist ätherischen Ölen) durch erhitzen und verdampfen in heissem Wasser.

Das kann man machen mit reinen ätherischen Ölen, Pflanzenauszügen wie Kamille, Eucalyptus, Thymian, Rosmarin, ev. sogar Lavendel (dann nimmt man einfach die Pflanzen in getrockneter oder Teeform) oder mit Fertigprodukten, die auch Mischungen aus ätherischen Ölen enthalten: Pulmex, Nasobol, Transpulmin, Vicks, Po Ho Öl, – dabei kann man ausser den Kapseln oder Tabletten durchaus auch die Erkältungssalben nehmen und die im heissen Wasser auflösen.

Achtung: Ätherische Öle sollten bei Kinder nur vorsichtig angewendet werden, weil manche mit Bronchospasmen reagieren – d.h. die Lungenwege ziehen sich krampfartig zusammen und sie bekommen keine Luft mehr. Unter 6 Monaten keine Erkältungssalben mit ätherischen Ölen benutzen (danach geht z.B. Pulmex Baby). Richtige Inhalationen erst ab etwa 6 Jahren – vorher besser nur mit Wasserdampf arbeiten.

Man hört gelegentlich von Salzwasserinhalation. Das müsste dann aber mittels Vernebler passieren, da Salze nicht flüchtig sind und im Wasser zurückbleiben (das Phänomen kennt man vom Haushalt wenn man etwas Salzwasser einkochen lässt). Anscheinend ist das aber manchen Ärzten noch nicht so bekannt.

Boom!

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mitteilung eines vaters zur verstopfung seines säuglings:
„wir mussten ihm alle zwei bis drei tage diese
Nitroglycerin-Zäpfchen geben.“

Gefunden beim kinderdoc

Für Laien: Glycerin Zäpfchen gibts zum Abführen. Nitroglycerin (wie im Sprengstoff Dynamit) braucht man zwar medizinisch auch, aber eher zum erweitern der Gefässe bei Angina Pectoris Anfällen (Herzproblemen) in Form von Mundsprays oder Kaukapseln.

Umtausch unmöglich

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Ich bekomme mit, wie die Drogistenlehrtochter mit einer Kundin redet, die offenbar einen Haarschaum zurückgebracht hat:

Kundin: „Aber er funktioniert nicht. Kann ich ihn denn nicht einfach umtauschen?“

Lehrochter: (zweifelnd) „Das ist eine Marke, die wir nicht an Lager haben …“

Kundin: „Ja, aber ich habe das von ihnen gekauft. Ich kaufe das immer von ihnen. Den Kassabon habe ich leider nicht mehr.“

Lehrtochter: „Hmmm, ich schau’ mal im Computer nach.“

Sie macht den Artikelstamm auf und liest den Haarschaum ein. Ergebnis: der Schaum wurde das letzte Mal im Dezember bestellt. Dezember 2007!

Lehrtochter: (kurz baff) „ …Äh, das ist über ein Jahr her!“

Kundin: „Schon möglich, aber …“

Lehrtochter: (fasst sich wieder) Das kann ich nicht mehr umtauschen. Wahrscheinlich geht es nicht mehr, weil die Düse ausgetrocknet  ist. Das passiert manchmal, wenn man ihn einmal benutzt und dann lange stehen lässt. Versuchen sie es doch mal mit heissem Wasser.“

Kundin: „Aber…“

Lehrtochter: „Tut mir leid.“

Sie wirft mir einen Blick zu. Ich nicke nur leicht. Sie hat absolut recht.

Ein Haarschaum, der vor 15 Monaten gekauft wurde und den wir nicht an Lager haben. Da kommt kein Vertreter und vom Grossisten bekomme ich auch nichts mehr.  Umtausch – in dem Fall – unmöglich.

Die Lösung bei Schuppen

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… so wie ich 🙂 – dann sieht man sie nämlich nicht.

Ein paar Bitten an die Ärzte

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von der Apothekerin die Eure Rezepte ausführt …

Wenn ihr in einem Spital arbeitet und die Spitalrezeptblöcke benutzt, schaut zu, dass ihr einen eigenen Stempel habt, oder schreibt euren Namen lesbar unter die Unterschrift. Das vermeidet Telefon-odyseen, wenn ich oder eine andere Apothekerin mal wegen etwas nachfragen muss.

Auch an die Spitalärzte: vermeidet Abkürzungen. TDF ist KEINE offizielle Abkürzung für Tardyferon, auch wenn das vielleicht spitalintern so gehandhabt wird, auf Rezepten sind Abkürzungen verboten!

Schreibt leserlich! Bitte, bitte, bitte. Ich weiss schon, es ist langweilig, immer die gleichen Medikamente aufzuschreiben und Zeit habt ihr auch keine, aber wenn ich es nicht entziffern kann und anrufen muss, geht es noch länger. Ein einfacher Test: Rezept noch mal anschauen und überlegen, ob das ein Schulkind lesen könnte. Wenn nicht: noch mal schreiben!

Nett wäre es beim Patienten noch das Geburtsdatum dahinter zu schreiben (das wird eigentlich auch so gelehrt) dann passieren auch keine Verwechslungen, indem man es dem falschen Kunden zuordnet. Es gibt Familien da heissen Mutter, Tochter und wahrscheinlich auch noch die Grossmutter gleich. Ausserdem gibt es Hunderte „Frau Müller“.

Wenn ihr nach einem Medikament suchen müsst: Benutzt doch die aktuelle Ausgabe des Kompendiums. Das verhindert eher peinliche Rückrufe der Apotheke weil das Medikament nicht mehr existiert. Heute besteht auch die Möglichkeit nur den gewünschten Inhaltsstoff und Dosierung aufzuschreiben.

Wenn ihr viele Medikamente und lange Dosierungen aufschreiben müsst, benutzt bitte mehr als 1 Rezept von der Grösse A6. Ich brauche nämlich auch noch etwas Platz für die Angaben die wir brauchen, um mit der Kasse abzurechnen.

Fällt jemandem sonst grad noch was ein?