Nachdem der Chefarzt angefangen hat und inzwischen 3 interessante und lehrreiche Quizs aus seinem Gebiet auf den Blog gestellt hat und dann sowohl merapi als auch earlmobile nachgezogen sind, kommt hier jetzt auch von mir ein (nicht sehr einfaches) Quiz mit Fragen, die in der Apotheke auftauchen können.
Die Antworten und den besten Quizzer gibt’s am nächsten Freitag.
1. Eine Frau kommt so (siehe Bild)

in die Apotheke. Im Beratungsgespräch kommt heraus, dass sie dieselbe Reaktion früher schon gehabt hat, nämlich wenn sie Muscheln gegessen hat. Dagegen ist sie allergisch. Sie hat aber in der letzten Zeit nichts derartiges gegessen. Die Vermutung liegt nahe, dass sie auf eines der folgenden Medikamente, die sie gegen ihre Gelenkprobleme nimmt reagiert. Welches vermute ich? Und: wieso?
A: Aspirin (Acetylsalicylsäure)
B: Voltaflex plus (Glucosamin, Chondroitinsulfat)
C: Epacaps (Omega-3 Fettsäuren)
D: Voltaren Gel (Diclofenac Natrium)
Als Hilfe: http://www.kompendium.ch/ da finden sich die Packungsbeilagen aller Schweizer Medikamente.
2. Ein Mann kommt in die Apotheke und erzählt eine Geschichte, wie er vorgestern vom Barhocker gefallen ist. Jetzt hat er das (siehe Bild) und Kopfschmerzen. Was geben sie ihm?
A: Ein blauer Fleck von Hinfallen und Kopfschmerzen. Ich gebe Dafalgan (Paracetamol 500mg) maximal 3 x täglich 1-2 Tabletten gegen die Schmerzen und Heparin-Salbe gegen den blauen Fleck.
B: Ich gebe ihm besser Saridon forte (Ibuprofen 400mg) für die Schmerzen – denn wenn er in der Bar vom Hocker gefallen ist, trinkt er wahrscheinlich auch sonst zu viel Alkohol und seine Leber ist schon beeinträchtigt. Da muss ich sie nicht noch zusätzlich belasten. Ausserdem ist Ibuprofen stärker.
C: Ach, die Kopfschmerzen kommen wohl von dem blauen Fleck hinter dem Ohr. Da reicht eine schmerzstillende Salbe zum auftragen, z.B. Traumalix gel.
D: Ich gebe ihm gar nichts sondern schicke ihn auf dem direkten Weg in den Notfall im Spital. Das sieht nach Schädelbruch aus (oder war das Blut aus dem Ohr statt hinter dem Ohr?)
3. Es kommt ein Telefon von einem jungen Mann der sagt, er habe vor wenigen Minuten einen Schlag ins Gesicht bekommen und dabei ist ein Schneidezahn (ganz) herausgekommen. Er will wissen, was der beste Weg ist den Zahn zu erhalten, dass man ihn wieder einsetzen kann.
Welches der folgenden Ratschläge ist der beste?
A: Legen Sie den Zahn in ein Taschentuch und gehen sie in den Notfall (oder zum Notfallzahnarzt)
B: Legen Sie den Zahn in ein Glas Wasser und gehen sie in den Notfall (oder zum Notfallzahnarzt)
C: Legen Sie den Zahn in ein Glas Bier und gehen sie in den Notfall (oder zum Notfallzahnarzt)
D: Giessen Sie etwas Wasser über den Zahn und setzen Sie ihn sofort wieder in den Sockel, wo er rausgebrochen ist und gehen sie in den Notfall (oder zum Notfallzahnarzt)
E: Legen Sie den Zahn in ein Glas Milch und gehen sie in den Notfall (oder zum Notfallzahnarzt)
4. Das ist ein Rezept das mir am Samstag vorgelegt wird. Die Patientin ist stark erkältet und braucht die Medikamente, die darauf stehen. Nur: Was genau steht denn da? 1 Punkt für jedes erkannte Medikament und die Dosierung. (Ich weiss, das Bild ist klein, aber glaubt mir, im Original war es nicht besser leserlich).
5. Eine aufgebrachte Mutter kommt mit ihrem Kind (5 Jahre) und einem Pflanzenzweig (s. Bild) in die Apotheke. Sie berichtet, dass das Kind die knallroten Beeren der Pflanze gegessen hat. Jetzt fürchtet sie, dass es sich vergiftet hat. Was rate ich / mache ich?
A: Das ist doch bloss so ein gewöhnlicher Busch, wie er manchmal als Hecke verwendet wird. Das wäre ja nie erlaubt, wenn der giftig wäre. Darum beruhige ich die Mutter und schicke sie wieder heim.
B: Ich denken, dass das eine Giftpflanze sein könnte und rufe sofort das Tox-Zentrum an, um mich beraten zu lassen, was der nächste Schritt ist.
C: Ich befrage das Kind rasch: Was genau hat es gegessen? Wie lange ist es her? Es antwortet, es hat nur die äusseren Teile der Beeren gegessen und den Samen ausgespuckt. Ich beruhige die Mutter. Trotzdem rufe ich dem Toxzentrum an für die nächsten Schritte.
D: Ich warte gar nicht erst ab bis die Mutter ausgesprochen hat, sondern nehme sofort die Kohlesuspension aus dem Gegengift–vorrat den jede Apotheke haben muss. Endlich mal die Gelegenheit das Zeugs auch einzusetzen! Los, Mund aufmachen und schlucken!
E: Ich rufe den Notarzt: der wird’s schon richten.



