Adventskalender mal anders

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Ja, wenn ich gewusst hätte, dass ich den da (unten) geschenkt bekommen würde …

dann hätte ich mir den da (unten) nicht kaufen müssen …

Offenbar weiss da jemand, dass ich gerne Tee trinke!

Sowohl oben als auch unten sind für jeden Tag im Advent ein anderer Tee drin. Aber ich muss sagen, die Luxusausführung aus dem Teehaus gefällt mir optisch auch viel besser.

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Perfektes Kleine-Jungen Essen (6)

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Teigwaren mit Sauce a la „cinque pi“ –    „der fünf P’s“

 

  • Sehr einfach, sehr schnell und sehr fein.

Teigwaren mit dieser Sauce gehören wirklich zu Juniors Leibspeisen. Da nimmt er auch gerne mal einen Nachschlag.

Rezept:

Teigwaren nach Wunsch kochen – egal was, die Sauce passt zu Hörnli, Penne, Spaghetti, Tortellini etc.

Für die Sauce braucht es eben nur die cinque pi = 5 P, nämlich Sahne (Panne), Pfeffer, Tomatenmark (Pomodoro), Petersilie und Parmesan. Zur Not geht es auch ohne die Petersilie oder ohne den Parmesan.

In einem kleineren Topf kocht man die Sahne etwas ein

dazu gibt man ein, zwei Löffel Tomatenmark (das aus der Tube geht bestens)

würzen mit etwas Pfeffer

kleingeschnittene Petersilie dazu (auch getrocknete oder gefrorene geht)

am Schluss noch Parmesan dazureiben – das macht die Sauce auch etwas dicker.

Über die Teigwaren geben, servieren und geniessen.

Gültigkeit von Rezepten

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Kunde: „Wie kann mein Dauerrezept abgelaufen sein?!? Der Doktor hat gesagt, ich muss das Medikament für immer nehmen!“.

Kunde: „Sie haben mir nur 1 Packung gegeben, auf dem Rezept steht aber 10 Packungen!“

Apothekerin: „1 OP heisst nicht zehn (10) Packungen, sondern 1 (eine) Original Packung“

Derartige Situationen kommen in der Apotheke gelegentlich mal vor, darum hier ein paar Erläuterungen:

Wie lange ist das Rezept gültig? (gilt für die Schweiz – kann kantonale Unterschiede haben – die aktuelle Situation findet sich in dem neuen Post von September 2016.

Die Angaben hier stimmen nicht mehr – seit 2008 wurden diverse Vorlagen überholt. 

Nach dem Ausstellen ist ein Rezept in der Regel 1 Jahr lang gültig, d.h. das Medikament kann innerhalb dieses Jahres bezogen werden. Ausnahmen: Antibiotika und andere Antinifektiva und derartiges: denn: braucht der/die Kundin das nach so langer Zeit wirklich noch?

Mehrfachbezüge auf ein Rezept sind möglich in diesen Fällen:

  1. Es ist ein Dauerrezept, dann ist es (ab Ausstellungsdatum) 6 Monate gültig – soll es länger oder kürzer sein, muss der Arzt das draufschreiben. Maximal darf es aber auch nur 1 Jahr gültig sein.
  2. Es ist die Anzahl Repetitionen angegeben (z.B. ad rep 3x = 3 mal zu wiederholen), dies darf innert des Jahres bezogen werden.

  3. In Ausnahmefällen kann der Apotheker auf ein Rezept, das bereits bezogen wurde noch eine Packung abgeben. Ausser es steht drauf, dass das nicht gemacht werden darf: „ne rep“ oder es ist ein Betäubungsmittel oder Medikament der Liste A – das bedeutet: verschärft rezeptpflichtig.

Es macht Sinn, dass man – auch bei chronischen Erkrankungen, wenn man seine Medikation kennt, einmal jährlich zum Arzt zur Kontrolle geht. Darum diese Einschränkungen.

Für Betäubungsmittel gilt:

Betäubungsmittel-Rezepte sind nur für eine einmalige Abgabe und nach der Ausstellung 1 Monat lang gültig. Betäubungsmitteldauerrezepte sind für den Bedarf von 1 Monat gültig. In Ausnahmefällen können sie für 3 Monate ausgestellt werden.

Das obige stammt aus der Apothekenverordnung 349.100. Darin wird im Artikel 20, Absatz 3 folgendes festgelegt:

Repetition und Gültigkeitsdauer von Rezepten17)

§ 20.17) Ein Rezept kann in der Regel wiederholt ausgeführt werden, es sei denn, es betreffe Betäubungsmittel, oder verschärft rezeptpflichtige Arzneimittel, oder die Ärztin oder der Arzt untersage die Wiederholung durch einen entsprechenden Vermerk.

2 Lässt die Häufigkeit der Wiederholung Verdacht auf Missbrauch oder Irrtum aufkommen, so ist die Apothekerin oder der Apotheker verpflichtet, sich mit der Ärztin oder dem Arzt oder dem Gesundheitsamt ins Einvernehmen zu setzen. In solchen Fällen ist sie oder er berechtigt, das Rezept zurückzubehalten.

3 Rezepte haben eine Gültigkeitsdauer von in der Regel einem Jahr ab Ausstellungsdatum, sofern auf dem Rezept nichts anderes vermerkt ist.

Betäubungsmittelrezepte haben eine Gültigkeit von höchstens einem Monat abAusstellungsdatum (mitAusnahmen gemäss Art. 48 der eidg. Betäubungsmittelverordnung, BetmV).

Servicewüste und Bedienungsnotstand?

Obwohl ich sehr wenig einkaufen gehe (nur das Nötige halt) und nicht einfach nur „shoppen gehe“, kommt es natürlich zu Begegnungen mit allen Sorten von Verkäufern oder meist Verkäuferinnen.

Grundsätzlich sind die ja ganz nett und höflich – mehr Engagement kann man an einer Reihenkasse in Coop oder Migros auch kaum verlangen – aber bei Läden, wo es wichtig ist, dass man nicht nur einkassiert, sondern bedient, da hatte ich schon ganz andere Erfahrungen.

Ich bin mir bewusst, dass es manchmal schwierig ist, den Eindruck, den man als Verkäufer auf den Kunden macht abzuschätzen. Man kauft ja nicht als Kunde im eigenen Laden ein.

Dennoch gibt es da ein paar Dinge die wichtig sind.

1.       Das Aussehen des Verkäufers. In der Apotheke gehört dazu ein sauberer weisser Schurz, in der Drogerie sicher noch dass man geschminkt ist. Allgemein aber soll die Kleidung sauber und die Aufmachung gepflegt sein. Wer das nicht hinbringt, gehört nicht in den Verkauf und Kundenkontakt – ausser vielleicht noch als Telefonverkäufer.

2.       Aufmerksamkeit. Wenn ein Kunde den Laden betritt, sollte man ihm zumindest signalisieren, dass man ihn bemerkt hat. Vielleicht will er sich ja noch selbst etwas umschauen, aber ein „Guten Tag“ oder „Grüetzi“ zeigt doch die Bereitschaft an, da zu sein.  Je nachdem genügt auch Augenkontakt und Lächeln. Gar nicht geht es, den Kunden zu ignorieren, wegzulaufen, einfach mit der Kollegin oder am Telefon weiterzuquatschen – vor allem, wenn es deutlich ist, dass es sich um ein Privatgespräch handelt. Ich habe schon Läden verlassen, weil die Verkäuferin mich keines Blickes gewürdigt hat, sogar noch als ich mit einer Frage zu ihr kam.

3.       Freundlichkeit: Begrüssung natürlich (hatten wir eben) und dann noch „Danke“ und „einen schönen Tag“ oder etwas ähnliches. Irgendwo scheint das Danke, Bitte und derartiges heute immer mehr in Vergessenheit zu geraten. Klar, man hat nicht immer einen guten Tag. Aber das darf man nicht an den Kunden auslassen. Wenn man schon nicht sehr freundlich sein kann, dann zumindest höflich.

4.       Engagement – das ist ein plus, wenn vorhanden. Das bedeutet, dass man auf Fragen nicht nur antwortet „Ich weiss nicht“, sondern auch noch „aber ich frage jemanden / hole jemanden, der das weiss“. Dass man telefoniert im Partnergeschäft, ob man den Artikel, den es nicht mehr gibt, eventuell dort erhält und so weiter.

Jemand hat mal versucht meine Mutter zu beleidigen, indem sie ihr sagte, sie habe „halt eine Verkäuferinnenmentalität“. Also ich würde das eher als Kompliment nehmen. Kundenkontakt liegt bei weitem nicht allen – das ist harte Arbeit.

Als Kunde sollte man aber auch daran denken: „Wie man in den Wald ruft, so schallt es zurück!“

In dem Sinne: habt ihr noch etwas anzumerken?

Wie geht ein Trotzanfall?

Hier ein süsses Video, das ich auf Youtube gefunden habe: ein kleines Mädchen erklärt, wie das mit dem Trotzanfall richtig geht: „How to throw a tantrum“

(Interessant wird’s ab 24 Sekunden)

also:

1. hinwerfen und viel Schreien

2. kicken

3. mit Armen und Beinen um sich schlagen

4. mit Dingen werfen

5. die Hände gegen die Wand hauen

6. vorwurfsvoll ausrufen

7. Dinge hauen

Ich kanns kaum erwarten, dass Junior in die ‚schwierige 2‘ kommt. – nicht.

Ein paar Ansätze zeigt er jetzt schon. Das mit dem sich hinwerfen klappt schon ganz gut.

Problematisch

Patient: „Ich war wegen dem Ausschlag schon beim Arzt. Er hat mir gesagt, ich soll einen Spezialisten aufsuchen. Können sie mir in der Zwischenzeit nichts gegen den Ausschlag geben, das hilft?“

Hmmmm.

Werbung, Weiterbildung und Wahrheit

Letztens hatten ich eine Weiterbildung mit dem Thema Gelenkgesundheit – sehr interessant, sehr unterhaltsam gebracht von Dr. H. Spring (Aerztlicher Direktor Rehazentrum und Swiss Olympic Medical Center. Sportmedizinischer Dienst Swiss Ski.  Leukerbad). Wir erfuhren einiges über Arthrose, Arthritis, Sportverletzungen und Gelenke im allgemeinen.

Gesponsert wurde das Ganze von der Novartis anlässlich der Markteinführung von Voltaflex plus+.

Dementsprechend kamen dann auch Studien zu den Inhaltsstoffen Chondroitinsulfat und Glucosamin respektive deren Wirkung auf den Knorpelerhalt.

Offensichtlich funktioniert das tatsächlich – wenn man es früh genug nimmt, denn es kann Knorpel nur erhalten und schützen, aber nicht neuen Knorpel aufbauen.

Soweit so gut, nur fällt bei genauer Betrachtung auf dass die ganzen Studien mit 1500mg/Tag Glucosamin oder 800-1200mg/Tag Chondroitinsulfat durchgeführt wurden – und Voltaflex plus+ enthält „nur“ 500mg Glucosamin und 400mg Chondroitinsulfat  etwa 1/3 der in den Studien verwendeten Wirkstoffmengen.

Darauf wies der Arzt auch (erstaunlich) deutlich hin. Die Novartis wird’s vielleicht nicht ganz so gefreut haben.

Ein Patient müsste also 2-3 Tabletten täglich nehmen.

Auf der Packung (und in der Packungsbeilage) steht aber:

Täglich 1 Tablette schlucken.

Und: Die angegebene empfohlene Tagesdosis darf nicht überschritten werden.

Wieso? Weil die Novartis das Produkt nicht bei der swissmedic als Arzneimittel, sondern bei der BAG als Nahrungsergänzungsmittel angemeldet hat. Das ist einiges günstiger, sie müssen keine eigenen teuren Studien über die Wirksamkeit einreichen und sie können Werbung dafür machen.

Nachteil: es wird nicht von den Krankenkassen übernommen und sie dürfen verschiedene Sachen nicht draufschreiben (z.B. eine höhere Dosierung oder für was es genau ist).

Es bleibt an uns Apothekern, das den Kunden beizubringen.

Nun gut, Produktewerbung war also vom Fachvortrag genügend getrennt – wie es in den Vorschriften der FPH so heisst.

Etwas amüsant fand ich aber die Eigenwerbung, die der Arzt am Rande noch machte für Leukerbad, seinen videoblog und Bücher. („Die 10 besten Übungen für …“ )

Nein, nein, nein!

Junior entdeckt das „Nein“.

Nachdem lange Zeit nur das „Ja“ angesagt war (hat wohl mit seiner Sprachentwicklung zu tun: „Mama“, „Papa“, „Da“ ist einfach näher an „Ja“ ) kommen jetzt nach „Stei(n)“, „Ei“  halt das „Nei(n).“ – und Kopfschütteln natürlich, ausführliches Kopfschütteln.

„Willst Du noch etwas Mandarinli?“ –  „Neineinein“

– aber die Hälfte der Zeit nimmt er es nachher dann doch.

Gut, bei manchen Sachen hat er nicht unbedingt ein Mitspracherecht. Z.B.: „Du gehst jetzt ins Bett, Du bist ja schon ganz müde.“ „Neineinein!“

Doch, doch.

Vom Ende der Anfangsmilch-muster

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Das ist noch so eine Sache, die in der Öffentlichkeit kaum diskutiert wurde. Seit Sommer diesen Jahres dürfen wir (Apotheken, Drogerien) keine Muster mehr von den sogenannten Anfangsmilchen abgeben.

Der Begriff Anfangsmilch ist Europaweit eingeführt und damit sind die Nahrungen gemeint, welche ein Baby in den ersten 4 – 6 Monaten ausschließlich als Nahrungen bekommen kann.

Aus dem „Verhaltenscodex der Hersteller von Muttermilch-Ersatzpräparaten“ (1995): Unaufgeforderte Abgabe von Gratismustern an Eltern und Spitäler ist untersagt. Werbung für Anfangsmilch (ab Geburt) ist nur in Fachzeitschriften erlaubt. In jedem Inserat muss darauf hingewiesen werden, dass Stillen die beste Ernährung für Säuglinge ist.

Neu ist aber nicht nur die unaufgeforderte sondern jegliche Abgabe verboten.

Warum? Weil das (angeblich) manche Frauen dazu bringen könnte früher mit dem Stillen aufzuhören – und Stillen ist ja so wichtig für die Gesundheit des Kindes.

Ich finde das ist Blödsinn. Eine schwangere Frau, oder eine, die grad ihr Baby geboren hat, bekommt von vielen Seiten zu hören, wie wichtig stillen ist: von den Krankenschwestern, Hebammen, Mütterberatung, dem Kinderarzt, den Apothekern, Drogisten, den Medien … ich bin mir ziemlich sicher, dass heute so gut wie jede Frau den Vorsatz hat ihr Baby so lange wie möglich zu stillen (mindestens 6 Monate) um ihm den so gerühmten „besten Start ins Leben“ zu geben.

Trotzdem klappt das nicht immer. Da gibt es biologische Unannehmlichkeiten: Es gibt Milchstau und Brustentzündungen, die einem das Stillen schwer machen. Manche Frauen haben Hohlwarzen und brauchen darum Stillaufsätze, nicht alle Babies akzeptieren die. Manche Frau wird krank und muss wegen den Medikamenten aufhören zu stillen. Aber irgendwann, manchmal später, manchmal früher kommt der Moment, wo die Frau zufüttern oder abstillen will. Für diesen Moment gibt es dann die Säuglingsmilchen. Die Auswahl ist gross, welche soll man nehmen? Wird das Baby sie überhaupt trinken? Und für das gab es die Muster.

Nicht mehr.

Still und heimlich wurde da wieder etwas den Drogerien (und Apotheken) genommen –  denn in Kaufhäusern habe ich noch nie Muster gesehen.

Interessanterweise hat die Industrie aber erkannt, dass die kleinen Portionen auch eine Daseinsberechtigung haben,z.B. zum Mitnehmen oder als Notfallessen fand ich sie immer sehr praktisch – so kann man heute z.B. von Bimbosan die Milch auch in 5 Portionenbeuteln (den ursprünglichen Mustern) kaufen.

Von den Folgemilchen und verschiedenen Zusätzen und Breien gibt es übrigens noch Muster.  Noch.

Fingerpieks

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Eine mittelalte Kundin kommt in die Apotheke und will, dass man ihr die Lanzette (das ist die Stechnadel) in ihrer Stechhilfe wechselt, weil sie es nicht selbst kann.

Klar. Während ich die alte Lanzette vorsichtig herausnehme frage ich sie, wie oft sie misst.

Sie sagt: 1 x täglich – die Lanzette die drin ist, hat sie die letzten 6 Monate benutzt!

Ich versuche ihr zu sagen, dass sie dann ja auch eine Gabel zum stechen nehmen könnte – ist etwa gleich stumpf – und macht sicher auch weh!

Bildquelle: wikipedia

Die Lanzetten sind nach jedem stechen auszuwechseln, weil sie dann nicht mehr optimal scharf sind (und wegen dem Infektionsrisiko).

Am Schluss finde ich ein Stechgerät für sie, das sie bedienen kann.

Aua!